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Hamburg: Lob für falsche Ärztin (Update)

Sie galt unter Kollegen als gute Ärztin, doch Assistenz-Ärztin Cornelia E. (33) hatte nur ein gefälschtes Diplom und keinem fiel dies auf. In einem Interview sagte sie: "Ich dachte, ich hole mir nur das, was mir zusteht. Ich glaubte, ich hätte mir das verdient."

Nach viereinhalb Jahren flog Cornelia E. auf, nachdem sie Jahre lang aidskranke Kinder behandelte und therapierte. 1997 rasselte die junge Frau bereits dreimal durch die Prüfung und durfte somit das Studium nicht fortsetzen. Sie wollte nichts anderes als Ärztin werden, so dachte sie nicht einmal über ihre Tat nach.

In der Klinik, wo die 33-Jährige arbeitete, galt sie schon nach kurzer Zeit als kompetent und belastbar. Im Jahre 2006 erhielt sie sogar einen Preis für ihrer Studie über Leberschäden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen verschieder Gesetzesverstöße, der Frau droht sogar Gefängnis.


WebReporter: fesco
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Update, Hamburg, Arzt, Lob
Quelle: www.bild.t-online.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.12.2007 11:22 Uhr von fesco
 
+0 | -0
 
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Sie mag zwar gut sein aber trotzdem hat sie gegen mehrere Gesetze verstoßen. Jeder andere muss auch den normalen weg durch die Prüfungen gehen. Eine Verurteilung wäre mehr als gerecht obwohl es schade ist, wenn sie wirklich so gut war
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03.12.2007 11:45 Uhr von Haris Pilton
 
+2 | -1
 
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Und wie das jetzt mit dem Lob? Geht´s da weiter? Zum Inhalt: Urkundenfälschung ist Urkundenfälschung und strafbar. Und wenn jemand ein Dokument fälscht, tut er das immer in vollem Bewußtsein. Von daher hat die Staatsanwalt völlig recht, wenn sie die Ermittlungen aufgenommen hat.
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03.12.2007 11:55 Uhr von pippin
 
+9 | -1
 
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Zwiespältige Angelegenheit: Klar ist, dass sie mit dem gefälschten Diplom geltendes Recht gebrochen hat und somit entsprechend der Gesetzeslage zu bestrafen ist.

Offensichtlich hat sie während ihres Studiums aber so viel Wissen und medizinische Fähigkeiten mitgenommen, dass ihre Kollegen sie als fähige Ärztin betrachteten.
Zudem hat sie ja auch "nur" als Assistenzärztin unter Aufsicht eines Ober- oder Chefarztes gearbeitet und niemandem geschadet.

Ich bin hin- und hergerissen, ob ich es jetzt schade finde, dass sie ihren Job verlieren wird.

Mir wäre es im Ernstfall lieber von einer fähigen Ärztin ohne akademischen Abschluss behandelt zu werden, als von einem ausgebildeten Arzt, der ein Stümper ist.
Letztere gibt es ja leider auch immer wieder.
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03.12.2007 12:00 Uhr von wossie
 
+5 | -1
 
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Viele begabte Medizinstudenten fallen durch das Physikum durch, weil es mit den tatsächlichen Anforderungen kaum etwas zu tun hat.
Die Frau hat wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, die ausgezeichnet wurden. Ihren Tätigkeiten im Ausland wurden als exzellent bewertet.
Also muss doch an den Vorprüfungen etwas falsch sein.
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03.12.2007 12:57 Uhr von bigtwin
 
+2 | -1
 
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ein typisches Schicksal: für Studierende in Deutschland. Das ist nicht nur ein Phänomen für Mediziner, sondern auch in anderen Bereichen haben Lehrstoffe nichts mit dem eigentlichen Job zu tun.
Ich kann das durchaus nachvollziehen, warum die Frau das gemacht hat. Sie hat die Berufung in sich gespürt - und offensichtlich auch gehabt, was durch die Einschätzungen der Kollegen bestätigt wird.
Trotzdem bleibt natürlich die Urkundenfälschung, zu der sie keiner gezwungen hat, da sie ja auch noch etwas anderes hätte werden können (z.B. Heilpraktikerin o.ä.). Da wird sie schon durch müssen...
Trotzdem wäre es natürlich wünschenswert, wenn man sie jetzt nicht völlig fallen läßt und ihr eine Chance gibt, noch einmal neu anzufangen - in welcher Weise auch immer.
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03.12.2007 13:18 Uhr von noneworld
 
+0 | -2
 
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Begabung hin oder her: sie hat gegen das Gesetz verstossen und dafür ist sie zu bestrafen.

Was wäre gewesen, wenn ihr ein medizinischer Fehler unterlaufen wäre? Und dann kriegt das Opfer oder deren Angehörige raus, das sie den Titel *Ärztin* oder wie auch immer nicht einmal hat ?

Ob sie eine zweite Chance verdient, darüber mag man streiten, vielleicht bekommt sie diese ja.

M.E. aber muss sie nun erstmal aus dem, was sie gemacht hat, die Konsequenzen ziehen. Da ja niemand zu Schaden kam, wirds wohl etwas milder. Wenn der Richter aber die Tatsache einbezieht, das etwas hätte passieren können, dann siehts düster für sie aus.

Schon die Urkundenfälschung allein machts schwer, aber dann auch noch als Ärztin mit nem *Schein*titel zu arbeiten, ich sehe da keine Möglichkeit für sie, das es in Zukunft auch mal ein echter Titel werden könnte.
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03.12.2007 14:23 Uhr von bigtwin
 
+2 | -0
 
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@noneworld: wahrscheinlich hast du Recht damit, wenn Du Zweifel anmeldest, daß sie eine zweite Chance bekommt...
Die Realität sieht wohl eher so aus, daß sie sich am besten einen dicken Strick nehmen kann, da sie wohl in der Suppe, die sie sich eingebrockt hat, ersaufen wird. Die kommt nie wieder hoch..... - und ein paar völlig unbegabte, aber gut lernende Typen dürfen am Patienten rumschnippeln und keiner regt sich auf, weil sie ja den Abschluß haben.
Wobei mir da gerade noch was einfällt.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt ja auch wegen Körperverletzung gegen sie - wird aus einer Körperverletzung (mit oder ohne Todesfolge) ein "Kunstfehler", sobald man den Schein in der Tasche hat? Ist das dann der sogenannte "Freischein"?...
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03.12.2007 16:58 Uhr von Nyze
 
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kompliment: wenigsten hatte sie ein ziel vor augen das sie nicht loslassen wollte auch ohne die erlaubnis
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05.12.2007 09:59 Uhr von vst
 
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bigtwin: körperverletzung deshalb, weil sie als "ärztin" immer körperverletzungen begeht.
eine spritze geben.
einen wenn auch nur kleinen schnitt machen.
als arzt darfst du das, weil du ja hilfst, als privatmensch und das ist sie ohne urkunde darf sie das nicht.

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