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Privatisierung bei der Bundeswehr, Logistik soll ausgelagert werden

Die Bundeswehr plant ihre gesamte Logistik auszulagern. In der kommenden Woche wird darüber entschieden, wann die Ausschreibung gestartet wird. Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich die Bundeswehr mit dem Projekt.

Ein entsprechender Vertrag bekommt eine Laufzeit über zehn Jahre. Das Volumen liegt zwischen vier und fünf Milliarden Euro. Jährlich fallen schon in Deutschland 500.000 Tonnen Güter an, die transportiert werden müssen.

Munition und Sanitätsmaterial werden allerdings weiterhin selbst von der Bundeswehr bewegt. "Bis zum Sommer 2008 soll die Entscheidung fallen, wer den Zuschlag bekommt", heißt es.


WebReporter: rheih
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Bundeswehr
Quelle: www.welt.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.11.2007 21:40 Uhr von ElChefo
 
+25 | -1
 
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In meinen Augen ist dies so ziemlich der grösste Fehler, dessen Konsequenzen wir zu tragen haben, und zwar auf die nächsten Jahrzehnte, und zwar in aller Deutlichkeit am Geldbeutel. Ich beobachte das Ganze schon länger und muss sagen, wer Logistik für eine Armee aus den Händen der Armee nimmt und der zivilen Wirtschaft in die Hand gibt, hat so ziemlich nichts aus den Kriegen der Menschheit gelernt.

Die Nachschubschule der Bundeswehr hat folgendes Motto:
Nachschub ist nicht alles, aber ohne Nachschub ist alles nichts. Eine Armee steht und fällt mit einer funktionierenden Logistik. Gespart wird auch nichts, schaut man vergleichsweise mal auf die tollen Verträge mit zivilen Vertragsnehmern bei Küchen, Fuhrparkservice und KFz-Werkstätten. Man zahlt drauf, aber die Zahlen sehen halt für einige Papierkrieger besser aus. Der Aufwand, der betrieben werden muss, um den Laden am laufen zu halten wird immer grösser, allein der NOTWENDIGE bürokratische Unterbau der unteren bis mittleren Führung ist vergleichsweise gigantisch.
Aber auch hier schlägt sich wieder die Naivität und Klischeebehaftetheit deutscher Politiker nieder, die glauben, eine Armee besteht nur aus kämpfender Truppe.

Ich möchte gerne mal den zivilen Spediteur sehen, der militärische Komponenten wie LKW- oder Panzerersatzteile in Krisengebiete verschiebt, der Schwerlasttransporte unter denselben Bedingungen wie Soldaten fährt. Entweder wird er sich weigern oder die Nase vergolden lassen. Was auch wieder sämtliche Einsparungen negiert.

Was ich hier sehe, bringt mir das kalte Kotzen. Eine eigentlich erstklassige Armee wird wissentlich und willentlich von Dilletanten zugrunde gerichtet. Und da wundert sich die Politik noch, das immer weniger Arbeitszufriedenheit in den Streitkräften herrscht? Lachhaft.
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25.11.2007 22:18 Uhr von wapwap
 
+4 | -3
 
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alles komplett auslagern + Ausgaben festschreiben: die ganzen so arg gefährlichen Länder liessen sich durch die Kriegsausgaben immer direkt aufkaufen, aber dass wollen ja die Waffenhersteller nicht und auch nicht ihre vielen Freunde die dadurch reich geworden sind und reich werden. Also unterstützen sie wir sie darin sollen die doch dass Geld direkt einstecken und wir sparen uns das Leid in der Welt.
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25.11.2007 22:33 Uhr von exekutive
 
+4 | -1
 
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mittlerweile macht das eh keinen unterschied: mehr..

schließlich führen wir auch schon privatisierte kriege

alleine der krieg in afghanistan dient nur privaten interessen und nicht dem wohle aller und vor allem auch nicht dem wohle der bevölkerung deutschlands und afghanistans

aber vom prinzip her kann ich nur el chefo zustimmen..
logistik ist eines der wichtigsten elemente in der einwandfreien funktion einer armee.. alleine der gedanke einer privatisierung zeugt von purer unkenntnis und fahrlässigkeit

frage mich eh schon seit geraumer zeit, ob in der führung der bundeswehr alle so "dämlich/blind" sind, wie ihr oberster kriegsminister jung..
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25.11.2007 23:24 Uhr von ElChefo
 
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@exekutive: das ist ja das schlimme daran. die (militärische) führung der bundeswehr führt auch nur das aus, was im ministerium kaputtgeplant wird. von leuten, deren interessen an realem kontakt zur truppe gerade soweit geht wie sie gefahren werden müssen, um pressewirksam fotographiert zu werden.

aber es steht nur im trend der kontinuität. seit der gründung der bundeswehr ist nicht eine einzige reform zu ende geführt worden. und dies wird jetzt, wo es salopp gesagt "um die wurst" geht, sprich, eine der durchschlagendsten und wichtigsten aller reformen, die transformation von verteidigungs- zur einsatzarmee in der durchführung ist, weiter flickschusterei am etat gemacht um ein wenig augenwischerei am haushalt und budget zu betreiben.

faktisch ist es so: WIR können ne menge. WIR schaffen, was man von uns verlangt. wenn man uns allerdings dauernd neue stöcke zwischen die beine wirft UND noch mehr forderungen stellt, funktioniert irgendwann gar nichts mehr. aber das kommt früh genug. dummerweise wird das dann wahrscheinlich sich zuerst da bemerkbar machen, wo menschenleben auf dem spiel stehen. leider nicht das der entscheidungsträger.
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26.11.2007 11:52 Uhr von Lucky Strike
 
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und als nächstes lagern wir die soldaten aus: diese werden dann von privaten firmen gemietet
"bodyleasing" im kontingentvertrag. ein privater soldat wird dann 1500 manntage gemietet, wenn diese ums sind wird er einfach abgezogen. egal ob er gerade im gefecht ist, egal vertrag abgelaufen, soldat muss weg.

und am besten ist es dann wenn in den leasingfirmen "sozialverträglich" stellen abgebaut werden.
*gg*
achja irgendwann arbeiten die soldaten für einen hungerlohn und ein mindestlohn wird natürlich von der regierung abgelehnt.
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26.11.2007 18:11 Uhr von ElChefo
 
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@luckystrike: "achja irgendwann arbeiten die soldaten für einen hungerlohn"

im vergleich zur bezahlung im zivilen bereich bei vergleichbarem aufgabenbereich ist das jetzt schon der fall. im vergleich mit dem berufsrisiko schon lange.
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26.11.2007 18:27 Uhr von Frezz
 
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@ El Chefo: gemessen an ihrem nutzen dramatisch überbezahlt...
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26.11.2007 18:47 Uhr von ElChefo
 
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@Frezz: Den Zeitpunkt, wenn "wir" für dich einen messbaren Nutzen entwickeln, willst du nicht erleben.

Was ich damit sagen will... schwachsinniges Statement.
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26.11.2007 19:21 Uhr von Frezz
 
+1 | -2
 
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dieser dämliche militarismus: ist die wurzel allen übels. eine hand voll diplomaten kann mehr bewegen als eine armee soldaten. der tag, an dem soldaten für mich einen nutzen entwickeln gibt es nicht.
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26.11.2007 20:04 Uhr von ElChefo
 
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@frezz: Ganz einfach. Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Nichts anderes. Wenn du dir das Ganze mal ein wenig näher ansiehst, sind Diplomaten und Soldaten nicht strikt voneinander getrennt.
Sowenig es dir gefallen mag, hier verhält es sich so, wie in einer Autowerkstatt, um mal ein einfaches Beispiel zu nehmen. Der Mechaniker ist hier der Diplomat, der Soldat ein "Werkzeug" aus dem Instrumentarium der Politik. Genauso wie der Mechaniker, wenn er nicht mehr in der Lage ist, mit blosser Hand zu arbeiten, ein Werkzeug nutzt, nutzt der Diplomat, wenn die Mittel der politischen Möglichkeiten ausgereizt sind, oder etwa der Boden einem diplomatischen und demokratischen Umgang erst bereitet werden muss, seine Armee. Im schlimmsten aller Fälle setzt der Politiker oder etwa Diplomat seine Armee ein, das Volk, das er vertritt sowie dessen Werte zu verteidigen und zu erhalten.
Das eine kann das andere niemals ersetzen. Es braucht immer Folgeargumente, wenn das Offensichtliche nicht mehr vermittelt werden kann.
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27.11.2007 18:41 Uhr von ElChefo
 
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@Oberlehrer: Also... dann sollen wir also alles so lassen wie es ist, von unglaublich viel mehr Geld eine Armee unterhalten, die man heutzutage nicht mehr braucht, weil diese Art Krieg nicht mehr existiert...? Also, DAS wäre Verschwendung.

Was nicht heissen soll, das ich die im Topic erwähnten Pläne auf einmal gut heissen kann. Ganz im Gegenteil. Aber... der Kalte Krieg ist vorbei.

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