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Wer entscheidet über das Geschlecht? - Intersexuelle (47) zieht vor Gericht

Bislang gilt Geschlechterzugehörigkeit als binäres Merkmal: Es kann nur weiblich oder männlich geben. Diese tradierte Sichtweise schließt konsequent bis zu 100.000 Menschen aus, die derzeit in Deutschland leben und sich ihrer geschlechtlichen Identität nicht sicher sind.

Betroffene Personen - Zwitter oder Hermaphroditen genannt - können nun neue Hoffnung auf würdevolle und angemessene medizinische Behandlung schöpfen. Die 47-jährige Intersexuelle, Christiane Völling, hat gegen ihren Operateur Klage auf Schmerzensgeld eingereicht.

Die Bedeutung des für den 12. Dezember angesetzten Prozesses geht weit über die persönliche Angelegenheit der Klägerin hinaus. Er schärft vielmehr das Bewusstsein für die Fragen, wie viele Geschlechter es eigentlich gibt und wer in Zweifelsfällen über Geschlechterzugehörigkeit entscheiden darf.


WebReporter: nom_de_plume
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Sex, Gericht, Geschlecht
Quelle: www.spiegel.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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21.11.2007 13:13 Uhr von Haris Pilton
 
+16 | -1
 
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Eine 3-Seiten-News auf 3 Absätze zusammenzuschreiben ist sicherlich schwierig. Aber warum reicht sie gegen den Operateur Klage ein? Verstehe ich grad irgendwie nicht. Und nein, ich habe keinen Bock, mir jetzt 3 Seiten spiegel.de reinzupfeifen, um die Geschichte mit dem Operateur (schönes Wort übrigens) nachvollziehen zu können.
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21.11.2007 13:28 Uhr von nONEtro
 
+9 | -1
 
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weil sie auf dem anmeldebogen nur die möglichkeit hatte männlich oder weiblich anzukreuzen. mehrfachnennungen waren nicht möglich *feix*
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21.11.2007 13:30 Uhr von Silon
 
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@haris pilton: es reicht schon die erste seite mehr wollt ich auch nicht lesen ;-)

weil sie ohne dass ihr gesagt wurde dass sie intersexuel is zu einem mann gemacht wurde. das sie intersexuell is hat sie erst letztes jahr oder so erfahren und wollte eigntlich eine frau sein was sie auch viel eher war.
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21.11.2007 13:36 Uhr von Luthienne
 
+5 | -8
 
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"Klage auf Schmerzensgeld eingereicht...": Weil?

Bißchen dünn die News, aber mal echt.
Und nein, ich hab auch keine Lust die Quelle jetzt zu lesen um es zu erfahren, deswegen bin ich ja hier.
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21.11.2007 13:39 Uhr von titlover
 
+9 | -3
 
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solange: die Leute jetzt nicht auch auf Gleichberechtigung usw im Behördendeutsch pochen, sonst heißt es bald "der/die/das AntragstellerIn" ;)
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21.11.2007 13:43 Uhr von Haris Pilton
 
+4 | -1
 
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@ Silon - Danke! Das war genau die Info, die hier gefehlt hat.

Danke nochmal.
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21.11.2007 14:06 Uhr von Hier kommt die M...
 
+9 | -0
 
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so interessant das Thema auch ist aber es ist rein technisch wirklich nicht in 3 KAs a 300 Zeichen zu bringen.

Ich habe mich durch die Quelle gelesen, das waren übrigens 4 lange Seiten, Haris *g*

Und die Sache mit der eine Patientin ist nur ein Aspekt bei dem ganzen Bericht, denn als News kann man die Quelle wirklich nicht bezeichnen, alleine aufgrund ihres Umfangs.

Was das Problem bei diesem speziellen Fall betrifft, so hat die Patientin durchaus vor der Operation gewusst, dass sie intersexuell war, allerdings hat ihr der Arzt wider besseren Wissens nur die Möglichkeit gelassen, sich zu einem Mann umoperieren zu lassen, die Möglichkeit, als (evtl. sogar vollwertige) Frau zu leben, wurde ihr nicht mal erklärt.

Und generell ist das wohl eher eine Ausnahme, denn die meisten Kinder, die so geboren werden, bekommen gar nicht die Möglichkeit, das selbst zu entscheiden, denn Ärzte und Eltern bestimmen schon beim Säugling das Geschlecht, mit dem das Kind dann leben muss...und da es dabei dann später zu großen Identitätsproblemen kommen kann, will dieser Verein sich eben dafür einsetzen, dass man die Kinder das später selbst entscheiden lässt und sie nicht durch Erziehung und gesellschaftliche Zwänge in eine Rolle drängt, in die sie evtl. nicht gehören.
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21.11.2007 14:10 Uhr von Cheshire
 
+6 | -1
 
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titel problematisch: hmm also sehe ich das jetzt richtig: Christiane (Thomas) war ein Zwitter, wurde dann zum Mann operiert, fühlt sich als frau, hat einen xx-chromosomen-satz und nennt sich christiane obwohl sie (er?) einen männlichen körper und vornamen hat... insofern stellt sich schon die frage welches personalpronomen zu gebrauchen ist... sie? immerhin hat diese person xx-chromosomen... er? die person hat männliche körpermerkmale... es? klingt extrem abwertend... womit bezeichnet man solche personen... vielleicht wäre der titel "intersexuelle person... " besser gewesen weil das neutral wäre...
Soweit ich weiß hat keine Sprache dieser welt irgendwie vorgesehen ein personalpronomen für diese art von personen zu benutzen... ich denke auch, bis sie eins bekommen wird erst noch medizinisch geklärt werden müssen ob sie wirklich ein eigenes geschlecht sind oder mehr ein "zufall"...
ich für meinen teil denke daß diese leute selbst entscheiden sollten als was sie leben wollen und wenn es unbedingt nötig wäre entsprechend ihres chromosomen-satzes operiert werden sollten... immerhin scheint dieser nicht ganz unwesendlich daran zu sein, als was man sich fühlt...
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21.11.2007 15:48 Uhr von Zylon
 
+4 | -1
 
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Haha! Unter der Überschrift "INTERSEXUELLE: ZWISCHEN ALLEN GESCHLECHTERN" prangt erstmal ein Foto von Tokiohotel! :-P
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21.11.2007 15:49 Uhr von Botlike
 
+5 | -3
 
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Ganz einfach: Penis=Mann
Vagina=Frau

Wenn beides vorhanden ist (oder nichts von beidem), sollte man nach weiteren Geschlechtsorganen wie Hoden oder Eierstöcken "forschen" ;-)
Oder z.B. den Adamsapfel, den haben nur Männer (genauso wie Prostata) und so weiter, wo ist denn das Problem das rauszufinden?
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21.11.2007 18:15 Uhr von adsci
 
+3 | -0
 
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@botlike: und was is wenn du vagina und adamsapfel findest? oder penis und eierstöcke? wie wärs mit penis, adamsapfel und prostata, aber XX chromosomen? meep, meep.
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21.11.2007 18:45 Uhr von meggaiwa
 
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@botlike: ne, ganz so gehts nicht. es muss ja äusserlich nicht so überdeutlich sichtbar sein und wenn es äusserlich irgendwie in eine richtung geht, dann muss das noch lange nicht heißen, dass es tatsächlich auch "die richtige seite" ist. zumal es ja wirklich garnicht sein muss dass m ODER w "richtig" ist.

ich denke mal die zeiten von mengele und co sind vorbei, und daher sollte man garkeine erzwungenen operationen machen, bei niemandem. eltern erleichtern dadurch ihren kindern ja nichts, sondern hauptsächlich sich selbst.

und wenn ein arzt wie im fall eine erwachsene frau opereriert und ihr nichtmal sagt warum bzw. lügen erzählt und dann dem kreiswehrersatzamt einen brief schreibt, dass "er" ausgemustert werden sollte deshalb, aber man ihm nicht die wahrheit sagen soll warum, dann ist das schon sehr dreist.
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21.11.2007 20:35 Uhr von Botlike
 
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@adsci: Hmm dann zählt man halt ab von welchen Merkmalen mehr da sind ;-)

Aber das kommt sicherlich nich sonderlich oft vor (hoffe ich mal für die Betroffenen).

und @meggaiwa:

Was ist denn mit den Leuten die sagen "ich bin eine Frau in männlichem Körper"? Müssen die zum Bund oder nicht? Weil sie sind ja Frauen. Denken sie... Oder doch nicht? Ich find das alles ziemlich strage...
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21.11.2007 22:11 Uhr von wombie
 
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@Botlike: "Strange indeed" Intersexualitaet ist schon an sich recht uebel fuer Betroffene. Das Thema an sich ist aber dermassen kompliziert dass es sich nicht mal in einem 10-seitigen Artikel zusammenfassen liesse. Denn:

- Intersexualitaet ist ein oberbegriff, der viele verschiedene Ursachen uebergreifend zusammenfasst. Testosteron-Insensitivitaet, Hormonstoerungen generell, genetische Variationen... die Liste ist lang.
- Intersexualitaet ist nach derzeitigem Wissensstand durchaus haeufiger als allgemein bekannt. Allerdings haben nicht alle Intersexuellen automatisch irgendwelche Probleme.
- Intersexualitaet existiert in unterschiedlichem Ausmass in diversen Kulturkreisen.
- Das Geschlecht wird bei der Geburt praktisch ausschliesslich durch "optische Begutachtung" festgestellt. Und dann manchmal wegen "Penis zu klein" mehr oder minder willkuerlich geaendert. Gluecklicherweise in DE nicht mehr so oft, in USA durchaus noch voellig ueblich. Dafuer gibts sogar spezielle Ethikkommissionen.
- Fuer Eltern ist es problematisch ein intersexuelles Kind zu haben. Unsere Gesellschaft ist geschlechtsbinaer: Mann/Frau. Was anderes gibts nicht. Entsprechend wird munter diskriminiert.
- Im Ausweis hat entweder "M" oder "F" zu stehn. Bei Toiletten gibts haeufig nur Maenner- oder Frauenklo. Die Liste ist schier endlos.

Einfach gesagt: Wer intersexuell ist, hats echt verschissen. Die einzige und meiner Meinung nach voellig hirnrissige Loesung ist sich einem der beiden Geschlechter anzugleichen, oft per unumkehrbarer Operation.
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22.11.2007 13:10 Uhr von Isamu_Dyson
 
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eindeutig zweideutig? das problem ist weder die äußere erscheinung noch die geschlechtsmerkmale im inneren sowie des äußeren.

wichtig ist, wozu sich dieperson selber zählt. bei der geburt weiß kein kind wie es sich mal fühlen wird. häufig kommt es während der pubertät oder später zum tragen.

größere probleme haben die menschen, bei denen es später einsetzt. sie leben jahre als frau oder mann und plötzlich sind sie sich nicht mehr sicher. dieser prozeß zieht sich über jahre hinweg und kann diese personen erheblich belasten.

selbst wenn sich die/derjenige sicher ist, das sie /er als frau oder mann leben will, ist es enorm kompliziert das auch zu erreichen. denn in deutschland entscheidet nicht die person selber, sonder ärzte und psychologen ob es genehmigt wird.

dazu ist der ganze prozeß mehr als traumatisch für die betroffee person. z.b. muss die/derjenige sich vor allen personen outen...was zu 100% in häme, dummen sprüchen oder sogar verlust des arbeitsplatzes mit sich bringt.

so tolerant wie alle denken, sind die wenigsten.selbst schwule und lesben haben es noch immer nicht leicht.

wer außerhalb der "norm" ist, wird immer noch diskriminiert!

das ist leider die traurige realität. menschen sind zum großteil intolerant...was aber auch durch den druck von außen kommt.

es gibt aber sogar länder wo es fast als normal angesehen wird, das es transsexuelle gibt. aber die betonung liegt auf fast. welches kind lernt denn heute auch schon in der schule was über schwule, lesben und transsexuelle, transgender usw.

das wird natürlich verschwiegen und eher als tabu thema angesehen, das trägt natürlich nicht gerade dazu bei, das diese einmal tolerant diesen personenkreisen gegenüber stehen.
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07.12.2007 19:26 Uhr von zwischengeschlecht
 
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Demo gegen genitale Zwangsoperationen 12.12.07: Intersexuelle setzen sich zur Wehr

Die Tabuisierung von Intersexualität hat das Leben von Betroffenen nachhaltig negativ beeinflusst und sie in die Isolation getrieben. Intersexuelle lassen sich jedoch nicht mehr den Mund verbieten und werden sich auch in Zukunft schützend vor intersexuelle Kinder stellen. Die Gesellschaft soll aufgeklärt werden, damit ein unverkrampfter Umgang mit Intersexualität entstehen kann. Intersexuelle Menschen fordern, dass geschlechtszuweisende Operationen nur im Einverständnis der intersexuellen Person durchgeführt werden dürfen und fordern damit nichts anderes als das Recht eines jeden Menschen auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung und Würde.

Demo 12.12.2007 09:30 vor dem Landgericht Köln

Es geht um Menschenrechte, für die wir uns am 12. Dezember 2007 in Köln einsetzen werden, zusammen mit Christiane, die ihren Arzt wegen Körperverletzung anklagt. Sie wurde ihrer gesunden inneren weiblichen Fortpflanzungsorgane beraubt und leidet bis heute an der ihr aufgezwungenen männlichen Rolle, wurde wie viele intersexuelle Menschen angelogen, gedemütigt und in ihrer Würde verletzt.

Wir besammeln uns am 12.12. um 09:30 Uhr vor dem Landgericht an der Luxemburger Strasse 101 in 50939 Köln. Kommt alle und setzt ein Zeichen im Namen der Menschlichkeit, unterstützt uns in unserem Kampf gegen genitale Zwangsoperationen!

Nella

http://zwischengeschlecht.info

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