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Kein Geld für Strom: Hartz IV-Empfängerin verbrennt

Da die 50-jährige Rosemarie R. sich keinen Strom leisten konnte, waren Kerzen ihre einzige Lichtquelle. Dieses wurde ihr und einigen Nachbarn zum Verhängnis: Drei Reihenhäuser brannten aus, neben 500.000 Euro Sachschaden sind ein Menschenleben und ein Verletzter zu beklagen.

Die Feuerwehr geht davon aus, dass Frau R. versuchte, das aufgrund einer vergessenen Kerze entstandene Feuer selber zu löschen, was ihr offenbar nicht gelang. So griffen die Flammen auf die Nachbargebäude über. Ein Nachbar konnte mit Rauchvergiftung, zwei weitere unverletzt gerettet werden.

Für Frau R. kam jede Hilfe zu spät. Aufgrund eines Wirbelschadens hatte die Kindergärtnerin und Kunsttherapeutin zuvor ihre Arbeit verloren, worauf ihr sozialer Abstieg begonnen hatte.


WebReporter: Redlichkeitswächter
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Geld, Strom, Hartz IV
Quelle: www.merkur-online.de

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95 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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19.11.2007 21:38 Uhr von Redlichkeitswächter
 
+0 | -0
 
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Und da Hartz IV auch keinen Betrag für eine Privat-Haftpflichtversicherung vorsieht, bleiben die Nachbarn ebenfalls auf ihrem Schaden sitzen.
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19.11.2007 21:53 Uhr von zenluftikus
 
+41 | -14
 
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Schlimm für die Leute, schlimm für dei Frau aber trotz allem ist nicht Harz4 schuld daran das ein Feuer ausbricht. Der Brand bricht eher durch einen Unfall oder durch Nachlässigkeit aus - das kann auch jedem passieren der sich Strom leisten kann.
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19.11.2007 21:57 Uhr von Redlichkeitswächter
 
+38 | -6
 
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Sicher, steht ja auch in der News, dass es vergessen wurde. Wenn der Hintergrund aber der ist, dass es aus Geldmangel die einzige Lichtquelle war hat es aber noch einen anderen Charakter, als wenn eine Kerze nur Dekoration ist.
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19.11.2007 22:07 Uhr von dragoneye
 
+23 | -121
 
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19.11.2007 22:12 Uhr von The_Nothing
 
+51 | -65
 
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19.11.2007 22:19 Uhr von Redlichkeitswächter
 
+71 | -13
 
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So ein Schwachfug: In Hatz4 sind Stromkosten auf dem Niveau von 1998 einkalkuliert. Die ganzen Preissteigerungen im Energiebereich sind ebenso wenig berücksichtigt, wie etwa Praxisgebühr, Zuzahlungen oder die ganzen rezeotfreien Medikamente, die nun selber bezahlkt werden müssen. Brillen übrigens auch.
Hatz4 war schon zur Einführung weit unter Existenzminimum.


Die Tagesschau schrieb schon vor einem Jahr:

"Immer mehr Hartz-IV-Empfänger im Dunkeln"
http://www.tagesschau.de/...

Seitdem hat es hier z.B. zwei weitere Preisrunden gegeben
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19.11.2007 22:19 Uhr von cookies
 
+37 | -5
 
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sehr traurig wie weit muss man denn noch abstürzen, bevor man Hilfe bekommt?

Jetzt haut auf mich ein!
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19.11.2007 22:27 Uhr von Danymator
 
+8 | -22
 
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19.11.2007 22:32 Uhr von The_Nothing
 
+13 | -36
 
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19.11.2007 22:53 Uhr von Redlichkeitswächter
 
+13 | -3
 
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@Nothing: keine Ahnung, in welchen Millieus du dich bewegst. Aber ich keinen keine, auf die diese von interessierten Kreisen verbreiteten Klischees passen. Aber vielleicht schaue ich auch zu wenig RTL Pöbelshows.

Was deine angeblichen Härtefälle angeht: Da gibt es nur die reguläre Belastungsgrenze von 2% - aber die 2% müssen auch erst einmal vorfinanziert werden und gilt nur für Kassenleistungen, für die eine Zuzahlung anfällt. Alles andere muss _ohne_ Härtefallregelung selber finanziert werden. Nix mit Zuschüssen (das gab es unter der alten Sozialhilfe, wurde mit Hatz4 aber abgeschafft).

Und wer Azibi-Löhne oder Studenten mit Arbeitslosen mit einer tlw. jahrzehntelangen Erwerbsbiografie gleichsetzt hat einfach nichts verstanden.
(Wie viele Versicherungsverträge haben diese etwa laufen, aus denen man nicht so einfach rauskommt, oder nur mit Totalverlust? Oder haben diese z.B. Möbel, die bei einer Zwangsumsiedlung auf der Strecke bleiben? Oder wie viele Jahrzehnte haben sie noch vor sich, um etwas aufzubauen, wie viele ein 50jähriger, der wirtschaftlich abgewickelt wurde?)
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19.11.2007 23:02 Uhr von Kampfpudel
 
+9 | -1
 
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@The_Nothing: Es haben schon viel weniger Leute vom Ende der Welt geheult und standen kurze Zeit später vor ihrem ganz persönlichen Abgrund. Dabei haben sie in ihrem Massenwahn sogar noch gejubelt und Gegenstimmen gar nicht erst zugelassen. Manche Dinge geschehen schneller, als man glaubt...

Frage: Waren es "viele Hartzies" gemessen an der Gesamtzahl oder "viele" im Sinne einer zum Halse heraushängenden Nebentätigkeit?
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19.11.2007 23:04 Uhr von Hebalo10
 
+2 | -4
 
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@Danymator, "ABER IMMER NOCH GELD FÜR EINEN INTERNETANSCHLUSS!?"

Strom liefert der Hamster im Laufrad?
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19.11.2007 23:04 Uhr von Reizhirn
 
+13 | -0
 
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vielleicht hat eine Hartz4-Diskussion hier Es ist immer wieder ein Reizthema. Ich stimme dem Redlichkeitswächter zu.
Allein die Sache bei der Therapie die man vorfinanzieren muss, um sie erstatten zu bekommen. wenn du sie nicht vorfinanzierst, bekommst du auch nichts, und das ist genau der Zweck, nämlich, dass du es nicht in Anspruch nimmst, weil du mit deiner Kohle sonst nicht rumkommst.
Irgendwie ist in den letzten Jahrzehnten ne Menge schief gelaufen.
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19.11.2007 23:07 Uhr von Redlichkeitswächter
 
+12 | -1
 
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Bericht aus der Praxis: In einer eindrucksvollen Bilanz schildert die Berliner Diplomsozialarbeiterin Angela Prodan ihre alltäglichen Erfahrungen mit Hartz IV:
"Ich versuche sie zu unterstützen, damit sie zu ihrem Recht kommen und berechtigte Ansprüche durchsetzen können. Viel Verzweiflung, Mutlosigkeit oder auch ohnmächtiger Wut, häufig verbunden mit Perspektivlosigkeit, stehe ich fast jeden Tag gegenüber."
http://www.arbeitnehmerkammer.de/...

Erschütternde Schicksale, auch wenn einige das wieder nicht wahrhaben wollen.
Übrigens bekommt ein großer Anteil der ALG2-Empfänger gar nicht den vollen Satz, da sehr häufig nicht die vollen Wohnkosten übernommen werden, obwohl gar keine passenden Ausweichwohnungen zur Verfügung stehen (so weit das Clementsche Propaganda-Postulat "niemand muß wg. Hart4 umziehen)
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19.11.2007 23:09 Uhr von kawasaki2001
 
+4 | -3
 
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@einige von euch: euch gehts wohl zu gut was ?
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19.11.2007 23:16 Uhr von inging
 
+17 | -1
 
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so ist das mit dem Licht: Stromkosten sind voll im Hartz IV eingerechnet. In Wikipedia gibt es eine Tabelle in der alle Kosten aufgelistet sind, die sollte man sich mal zu Gemüte führen und dann seine Energierechnung damit vergleichen. Hier zur Info:

Wohnen (ohne Mietkosten) also Strom & Wohnungsinstandhaltung (Renovierung) ca. 8 % (Alleinstehende Person 27,76 €, Kind-Ü13 22,24 €, Kind-U14 16,64 €)
Wie leicht gerät man in so einen Kreislauf von Resignation, Scham und Schulden.Gerade Alleinstehende, die nicht den Halt einer Familie haben. Hartz IV grenzt die Menschen aus.
Es ist traurig für so ein reiches Land, dass dies passieren kann.
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19.11.2007 23:19 Uhr von Jimyp
 
+8 | -30
 
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19.11.2007 23:20 Uhr von Webmamsel
 
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es wird viel zuwenig über die konsequenzen von hartz4 berichtet. wäre schön, wenn auch mal nicht betroffene wissen, was das für eine üble sache ist und es mehr verständnis dadurch entsteht.

hier glaubte sogar jemand, man bekommt zuschüsse für medikamente *nur diabetiker und einige mit lebensmittelallergien bekommen zuschüsse, die übrigens eher ein hohn sind denn eine hilfe*.

hartz4 ist und bleibt ein skandal und im angesicht der diätenerhöhung eine schallende ohrfeige für jeden davon betroffenen.

die frau hatte durch krankheit ihren job verloren, dann ist dadurch sicher ne menge kohle drauf gegangen, massagen, salben, spritzen, tabletten und vielleicht hat sie eher an ihre gesundheit denken müssen, als an die kosten für den strom.

übel :(
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19.11.2007 23:21 Uhr von Summersunset
 
+7 | -2
 
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Die zwei Seiten "In der Umgebung fand sie keine Stelle, beruflich umsatteln wollte sie nicht und nach München oder Regensburg zog sie nicht, um ihre beiden großen Hunde und ihre vier Katzen nicht zu verlieren. „Zur Schwester hatte sie keinen Kontakt, zum Bruder nach Augsburg wollte sie nicht - auch weil sie ihre Tiere hergeben hätte müssen”, sagt Rohde."

Es ist wirklich tragisch, was mit der Frau passiert ist, allerdings sieht man doch hier auch einen oft auftretenden Punkt. Es wird immer alles arg einseitig dargestellt. Mehr gibt´s für mich jetzt nicht zu sagen.
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19.11.2007 23:25 Uhr von Redlichkeitswächter
 
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wird man jetzt etwa gezwungen mit Leuten zusammenzuziehen, zu denen man keine Beziehung hat oder mit denen man nicht zusammenleben will? Werden die anderen gefragt? Die sind laut BGB nicht einmal Unterhaltsverpflichtet!

Komische Einstellung.
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19.11.2007 23:30 Uhr von Summersunset
 
+2 | -12
 
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19.11.2007 23:34 Uhr von The_Nothing
 
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"beruflich umsatteln wollte sie nicht und nach München oder Regensburg zog sie nicht, um ihre beiden großen Hunde und ihre vier Katzen nicht zu verlieren"

Zwei große Hunde und vier Katzen, daraus folgere ich:

--> Viel Geld für Tierfutter
--> Große Wohnung

Das heißt, sie hat wohl eine Wohnung bewohnt, die ziemlich teuer war. Wäre durch einen Umzug vermeidbar gewesen.
Und die Tiere, ganz ehrlich, dafür ist das Hartz IV-Geld auch nicht da, sorry Leute.

@Kampfpudel

Es waren komplette Häuserblocks in zwei in meiner Heimatstadt sehr bekannten Straßen. Es geht auch nicht um den Alkoholkonsum, es geht darum, dass sogar diese Leute offensichtlich genug Geld über hatten, ihre Stromrechnung zu bezahlen, denn sie hatten Licht und Heizung.
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19.11.2007 23:36 Uhr von Nachrichtenleser
 
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@ Redlichkeitswächter, dein Kommentar stimmt nicht: Die Nachbarn bleiben nicht auf dem Schaden sitzen.
Die Gebäudebrandversicherung ist nicht personenbezogen und auch nicht Sache des (Hartz4) Mieters. Sie wird vom Eigentümer des Hauses/Wohnung bezahlt und über die Mietnebenkosten berechnet. Und da kein Vorsatz zur Brandstiftung erkennbar ist wird die Gebäudebrandversicherung den Schaden übernehmen. Es gab sogar die Absprache innerhalb der Versicherungen das bei übergreifendem Feuer die jeweils eigene, hausbezogene Versicherung zahlt, unabhängig vom Verursacher. Damit werden die Finanzrisiken der Feuerversicherer bei Großbränden verringert.
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19.11.2007 23:38 Uhr von Redlichkeitswächter
 
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@Summer: Keine Sorge, die Quelle habe ich gelesen. Ebenso wie andere zur selben News. Du versuchst wieder einmal den Betroffenen die Schuld zukonstruieren, weil das tolle System ja keine Fehler haben kann.

Warum soll ein erwachsener Mensch zu Personen ziehen, zu denen 1. keine Bindung besteht und 2. keinerlei Unterhaltspflicht.
Du versuchst erwachsene Menschen zu entmündigen und ihrer Bürgerrechte zu berauben, um ihnen ein Eigenverschulden anzudichten.
Das Grundgesetz verpflichtet den Staat zu entsprechenden Sozialleistungen, jeder Erwachsene hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Wohnumfeld und ein gesichertes Existensminimum

Lies dich mal ein, wie der Eckregelsatz hergeleitet ist und wie sich die Preise entwickelt haben, seit er (politisch willkürlich) festgelegt wurde (aber die Inlfationsrate für ärmere Haushalte, die nicht durch verbilligte Flachfernseher und PCs gedeckelt wurde).

Eine Frage noch:
Wenn die Frau 2 Jobs hatte, aus denen sie durch gedundheitliche Gründen gekündigt wurde - wie sollte sich ihre Position in anderen Orten hier deutlich verbessern? Und wie hätte sie den Umzug arbeitsmäßig und finanziell bewerkstelligen sollen?
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19.11.2007 23:39 Uhr von LoudAndProud
 
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