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Bananenkonzern Chiquita soll 7,8 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zahlen

Nachdem bekannt wurde, dass Chiquita über Jahre hinweg rechtsextreme Milizen unterstützt hat (sn berichtete), verlangen jetzt 400 Familien aus Kolumbien 7,8 Milliarden US-Dollar Schmerzensgeld von dem Unternehmen.

Die Familien werfen dem Konzern, der mit dem Handel von Bananen Umsatz macht, vor, die ultrarechten AUC unterstützt und damit an der Folter und der Tötung von Angehörigen beteiligt gewesen zu sein.

Im März gab Chiquita zu, über 1,7 Millionen US-Dollar an die AUC gezahlt zu haben, damit sie die Plantagen der Firma beschützten. Dadurch habe Chiquita, wie es in der Anklage heißt, "Terrorismus, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Folter und unrechtmäßigen Tod" gefördert.


WebReporter: DonDan
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: USA, Dollar, 7, Milliarde, Schaden, Schadensersatz
Quelle: derstandard.at

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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15.11.2007 13:35 Uhr von Tabrizi
 
+10 | -24
 
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15.11.2007 14:03 Uhr von Muta
 
+15 | -2
 
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Oh natürlich Tabrizi: der hilflose Bananenkonzern muss selbstverständlich um sich "zu schützen" ausgerechnet zufällig eine rechtsextreme Terrormiliz unterstützen, dank der über eine Million Menschen in Kolumbien Flüchtlinge sind (so ein Zufall, dass nach der Vertreibung dieser Menschen dann Firmen wie Chiquita deren Land nutzen..) und die schätzungsweise 4000 Gewerkschafter in den letzten 20 Jahren ermordet hat (nachdem diese bessere Arbeitsbedingungen forderten).
Mit solchen Auftragskillern sind die Profite wahrlich gut "geschützt".

Siehe auch
http://www.uni-kassel.de/...
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15.11.2007 14:04 Uhr von oehne
 
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nur eine ausrede? um die plantagen zu schützen könnte man doch für das geld leute einstellen, oder nicht?

wieso muss man da gerade eine solche gruppierung beauftragen?
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15.11.2007 14:24 Uhr von heyda
 
+3 | -3
 
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oehne: Klar könnte man dass, aber so kann man zumindest zeitweise die Bedrohung durch die AUC unterbinden und schlägt somit 2 Fliegen mit einer Klappe.
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15.11.2007 14:27 Uhr von Muta
 
+2 | -0
 
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jep oehne: wenn man das Geld woanders investiert hätte, würde man wohl eher Sicherheit schaffen können. Durch die Kooperation mit einer solchen Miliz macht man sich doch eigentlich eher unsicherer (denn die werden natürlich bald noch mehr Geld zur Schutzgelderpressung verlangen, und noch mehr und vielleicht auch mal ne Warnaktion um zu zeigen dass man es ernst meint usw...) und ein solch großer, und in der Region erfahrener, Konzern ist doch nicht so hilflos.
Was Anderes als eine Ausrede ist hier nur schwer vorstellbar.
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15.11.2007 14:37 Uhr von Muta
 
+2 | -0
 
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heyda: Wir reden hier ja allerdings von der United Fruit Company, dem wohl größten Bannenproduzenten der Welt. Der hat solch große Einflussmöglichkeiten in der Politik und ist seit solch langer Zeit in der Region tätig (siehe mal hier http://de.wikipedia.org/... im Abschnitt Mittelamerika), dass es schlicht eigentlich nicht glaubwürdig ist, aus Sicherheitsgründen mit solchen Banditen hausieren gehen zu müssen.
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15.11.2007 14:54 Uhr von Muta
 
+1 | -0
 
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weitere Infos gibts auch: bei amnesty international dazu
http://www.amnesty.at/...
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15.11.2007 15:06 Uhr von Blackrose_de
 
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gute alte tradition: die lassen ja auch mal eben einen demokratisch gewählten mittelamerikanischen durch die cia stürzen um ihre interessen zu wahren. so geschehen 1954 in guatemala. der ergebnis war 40 jahre gewaltherrschaft. aber dem irak die demokratie bringen wollen .... schon klar

glaubt wirklich noch irgendwer dass diese großen konzerne irgendetwas anderes interessiert außer ihren gewinnen?
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15.11.2007 15:16 Uhr von saber_
 
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traeumt ihr? also ich weiss ja nicht...aber ich wuerde eher behaupten das sie das geld zahlen mussten...sonst haetts aerger gegeben.

man nennt sowas auch schutzgeld...und mich wuerde es kaum wundern...

und mit der mafia und dem organisierten verbrechen allgemein legt sich keine firma an... und vor allem nicht in suedamerika...
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15.11.2007 16:17 Uhr von Muta
 
+3 | -0
 
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umgedreht saber_: wird ein Schuh draus.
"mit der mafia und dem organisierten verbrechen allgemein legt sich keine firma an"
Die AUC stammt gerade aus diesem Bereich. Sie (bzw. ihre Vorgängergruppierungenen aus denen sie sich zusammenschloß) wurde ursprünglich Ende der 60er von Großgrundbesitzern erschaffen. Ziel war mit Hilfe dieser Paramilitärs zum einen die Grenze des eigenen Gebietes zu überwachen, zum Anderen andere Bauer zu vertreiben um deren Gebiet einzunehmen, und sie als Aufpasser über die Arbeiter einzusetzen (womit auch eine Einschüchterung der Arbeiter eingeschlossen ist, woraus dann ebenfalls die Methode wurde, Arbeiter die sich ihre Behandlung nicht mehr gefallen lassen wollten zu ermorden).
Und das macht die AUC auch noch bis heute (mit mehr Selbständigkeit und erweiterter Tätigkeit, z.B. im Drogenhandel), siehe obige links.
Die erpressen nicht Schutzgeld von solch mächtigen Firmen wie Chiquita (bei kleineren Firmen kann es hingegen zu Schutzgelderpressungen kommen), sondern die AUC-Söldner arbeiten vielmehr für sie. Und das, wie gesagt, nicht nur zum "Schutz", für Sicherheit könnte man anders besser sorgen.
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15.11.2007 17:57 Uhr von artefaktum
 
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@Tabrizi: "Wenn das Land nicht in der Lage ist ausländischen Investoren Schutzt zu bieten, dann müssen die Unternehmen halt selbst eine Möglichkeit finden sich zu schützen."

Mit dem Satz bist du bei mir aber ein ganz heißer Anwärter auf den dümmsten Spruch des Jahres 2007 hier bei SN!
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15.11.2007 18:08 Uhr von bajtek
 
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unverschämtheit!!! ich kaufe ab heute keine chiquita bananen... jetzt weiß ich aber auch, wieso sie immer etwas teurer waren als die von den anderen "firmen"... wir haben ALLE die rechtsextremisten unterstützt.... zum erbrechen sowas...
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15.11.2007 18:51 Uhr von jessesandyshalimar
 
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Nicht sehr schlau von Chiquita.... hätten sich lieber nach einem anderen Unternehmen umschauen sollen... denn so wird ihr Ruf nicht grade aufgebessert..und wenn sie Pech haben verlangt die AUC bald mehr Geld....sprich mit diesem Zug ist die Firma bestechlich geworden...
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16.11.2007 12:28 Uhr von ArrowTiger
 
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@bajtek - Chiquita-Boykott (u.a. gleich dazu): -- "ich kaufe ab heute keine chiquita bananen..."

Das machen ich schon seit vielen Jahren nicht mehr. Chiquita / UFC sind schon lange bekannt für dieses Geschäftsgebahren. Sei es Unterstützung von Paramilitärs, massivem Einsatz von Unkraut-/Schädlingsvernichtungsmitteln, ohne die Arbeiter vor den Gefahren zu warnen, oder ihnen gar Schutzausrüstungen zu geben, etc. Letzteres führte z.B. zu massiven Mißbildungen bei Neugeborenen.

Das ist eine Saufirma, die man einfach boykottieren _muss_. Dann gleich noch Müllermilch dazu (Müller ist ´ne Umwelt- und Lohndumpersau, der auch nicht vor schwerer Sachbeschädigung bei Konkurrenten zurückschreckte). Den Lidl-Schwarz habe ich auch auf meiner Liste, Schlecker und ein paar andere ebenso. Da kauft keiner von uns ein!

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