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GB: Mord aus dem Jahr 1975 jetzt aufgeklärt - Die Strafe saß ein Unschuldiger ab

Die elfjährige Lesley Molseed wurde 1975 sexuell missbraucht und mit zwölf Messerstichen getötet. 1976 wurde Stefan Kiszko deswegen zu einer Haftstrafe verurteilt. Er verbrachte 16 Jahre im Gefängnis und starb kurz nach der Haftentlassung.

Damit war die Akte jedoch noch nicht geschlossen, denn es hat sich herausgestellt, das Kiszko unschuldig an dem Verbrechen war. Der wahre Täter stand erst jetzt vor Gericht. Die Geschworenen berieten sich elf Stunden, 38 Minuten und sprachen sich einstimmig für einen Schuldspruch aus.

Der Tatverdächtige musste 2005 eine DNA-Probe abgeben, als man einen anderen Sexualdelikt untersuchte, worin er angeblich verwickelt war. Es stellte sich heraus, dass das DNA-Material eine perfekte Übereinstimmung hatte mit Samenspuren, die man 1975 an Lesleys Leiche gefunden hatte.


WebReporter: ciaoextra
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Jahr, Großbritannien, Mord, Strafe, Unschuld
Quelle: news.bbc.co.uk

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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12.11.2007 18:49 Uhr von islamicforce
 
+3 | -1
 
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Sorry war ein versehen das zeigt doch wiedermal wie lückenreich die Justiz arbeitet. Ey 16 Jahre unschuldig, auf was haben die sich denn berufen?
Was mich interressieren würde ist wie lange der wahre Täter absitzen muss!!
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12.11.2007 19:23 Uhr von Bibip
 
+6 | -1
 
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Todesstrafe???? und nun stellt Euch vor, dass man den Stefan Kiszko aufgehängt hätte!!!!
Oder in den USA auf den el.Stuhl, Giftspritze, ....
Das zum Thema Todesstrafe.
Bibip
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12.11.2007 20:39 Uhr von normalo78
 
+2 | -1
 
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@Bibip: nun, das macht im Fall dieses unschuldig Verurteilten keinen Unterschied mehr. Hoffentlich wird der Familie des unschuldig Verurteilten wenigstens eine anständige Entschädigung gezahlt. Er selbst hat ja leider nichts mehr davon.

Gruß
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12.11.2007 21:31 Uhr von Laub
 
+1 | -1
 
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der arme doofes gericht. in meinen augen haben die da nicht richtig gearbeitet...
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12.11.2007 21:54 Uhr von E-Woman
 
+3 | -0
 
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Zweifel für den Angeklagten - auch wenn es manchmal schwierig ist. Todesstrafe ist sowieso nichts, absolut nichts. Aber er hat ja irgendwie die Todesstrafe bekommen. Hoffentlich denken einige mal etwas nach.
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12.11.2007 23:40 Uhr von Sir_Cumalot
 
+1 | -2
 
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Und jetzt ist man sich auf einmal ganz sicher? Und wenn der Kerl jetzt wieder unschuldig ist, weil die DNA in der langen Zeit vergammelt ist? Und wieso hat man damals die DNA konserviert aber nicht mit der des angeblich Unschuldig Verurteilten verglichen? Sieht nach Schlamperei aus, wenn ein Ingenieur Scheisse baut und Menschenleben zerstört, wandert dieser in den Knast. Wie ist das mit Richtern die schlampig arbeiten? ...
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12.11.2007 23:52 Uhr von jsbach
 
+1 | -0
 
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Der richtige Täter bekommt: noch schon seine verdiente Strafe. Aber als Gegener der Todesstarfe, Wasser auf meine Mühlen..
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13.11.2007 01:47 Uhr von ciaoextra
 
+2 | -0
 
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Sir_Cumalot: 1975 konnte man noch gar keinen DNA-Abgleich machen. Da wußte man nichtmal was das ist, denn der wurde erst 1985 entwickelt und erst 1986 konnte man erstmals einen Mörder mittels DNA-Abgleich als Täter entlarven.
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13.11.2007 10:24 Uhr von Katsugo
 
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@ Sir_Cumalot: DNA vergammelt nicht.
Zumindest nicht so, das Ergebnisse verfälscht werden können. entweder ist die DNA zerstört, oder intakt. Da gibt es kein Zwischending.
ausserdem heisst es hier in Deutschland DNS. A= Acid, S= Säure.
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13.11.2007 13:27 Uhr von stereojack
 
+1 | -0
 
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@HerosMünchen: Denken hilft...


Ich habe das als allgemeine Kritik an der Todesstrafe verstanden. Denn wie dieser Bericht zeigt, kommt es eben immer wieder dazu, dass Unschuldige verurteilt werden...

würde es die Todesstrafe geben bzw. würde sie direkt vollzogen werden, könnte man den "Irrtum" nicht mehr rückgängig machen...

Wobei dieses Argument bei diesem Fall auch nicht zieht ;)
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13.11.2007 13:31 Uhr von stereojack
 
+1 | -0
 
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DNS vs. DNA die parallel bestehende deutsche Abkürzung DNS wird hingegen seltener verwendet und ist laut Duden „veraltend“
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10.12.2007 21:40 Uhr von michaela029
 
+1 | -0
 
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Unterschlagung der Beweise: Bei diesem Fall und noch weit anderen wusste die Polizei das der Hauptverdächtige unschuldig ist! Sie haben die Beweise verfälscht und zum teil unterschlagen was wie auch bei anderen Fällen erst Jahre bzw Jahrzehnte später ans Licht kam! Das weiss ich aus dem Buch Der Aussenseiter von Minette Walters das den Fall Howard Stamp behandelt! Darin stehen noch ein paar weitere solche Fälle!

Von Kiszkos Täterschaft überzeugt, ignorierten die Polizeibeamten seine Unreife und mangelnde soziale Kompetenz, hielten es nicht für nötig, den jungen Mann auf sein Recht auf den Beistand eines Rechtsanwalts hinzuweisen, erlaubten ihm nicht seine Mutter (der einzige Mensch, der ihm näher stand) zu sehen und belehrten ihn erst lange nachdem sie ihn zum Hauptverdächtigen erkoren hatten über seine Rechte. Als er schließlich gestand, tat er es nur, weil die Polizeibeamten ihn glauben machten, er dürfe nach Hause gehen, sobald er sagte, was sie hören wollten!

Wie Downing (auch ein Justizirrtum der 28 Jahre unschuldig hintergittern saß und seine berufung nach 17 Jahren vergessen konnte weil er immer noch darauf bestand unschuldig zusein und es ohne Reue keine Freilassung gibt) widerrief er augenblicklichsein Geständnis, und wie im Fall Downing wurde dieses Geständnis zum Fundament, auf das sich die gesamte Beweisführung der Anklage stützte.
Ein Teil von Kiszkos Aussage war ein falsches Geständnis: Er gab zu, sich einige Wochen zuvor vor zwei halbwüchsigen Mädchen, die ihn benannt und identifiziert hatten, entblößt zu haben. Sechzehn Jahre später, als Kiszko vom Berufungsgericht freigesprochen wurde, bekannten diese beiden Mädchen, mittlerweile erwachsene Frauen, dass sie die ganze Geschichte erfunden hatten, nachdem sie einen Taxifahrer dabei beobachtet hatten, wie er hinter einem Busch urinierte. Noch verwerflicher war, dass die Polizei beim Prozess gegen Kiszko Beweise unterschlug, von denen sie wusste, dass sie Kiszkos Unschuld belegen würden.

Kiszko, der an Hypogenitalismus litt, war unfruchtbar. Das war der Polizei 1975 bekannt. Eine im Rahmen der Ermittlungengenommene Samenprobe Kiszkos hatte kein Sperma enthalten. Der Pathologe, der Lesley Molseeds Kleidung untersucht hatte, hatte aber in den Samenflecken auf ihrer Unterwäsche Sperma gefunden. Die Polizei unterschlug diesen Saxhverhalt sowohl der Verteidigung als auch dem Gericht, er kam erst ans Licht, als 1990 eine Prüfung des Falls angeordnet wurde. Zwei Jahre später, als das Berunfungsgerichtüber einen antrag Kiszkos verhandelte, sagte der Richter, Lord Chief Justice Lane: "Es ist erwiesen, dass dieser Mann nicht fähig ist, Sperma zu bilden. Das Sperma, das auf Schlüpfer und Rock des Mädchens sichergestellt wurde, kann daher nicht von ihm stammen, und er kann infolgedessen nicht ihr Mörder sein."

Kiszko wurde unverzüglich auf freien Fuß gesetzt. Aber die Brutalität seiner Mitgefangenen, die ihn häufig misshandelt hatten, hatte ihn in eine Welt der Wahnvorstellungen getrieben, wo an jeder Ecke Verschwörer lauerten. Er war überzeugt, dass selbst seine Mutter - eine einsame Stimme, die unerschütterlich siene Unschuld beteuerte - Teil der Verschwörung gewesen war, ihn zum Schuldigen zu machen, und brauchte erst neun Monate der Rehabilitation, ehe er zu ihr nach Hause zurückkehren konnte.

Ich persönlich finde es einerseits traurig anderer seits eine Bodenlose Frechheit von den Polizisten Beweise zu fälschen und zu unterschlagen. Die Frage ist dann für mich nur noch wenn man unseren Gesetzeshütern schon nicht mehr trauen kann, weil manche von ihnen bereit sind, ihre eigenen Gesetze zu machen, wem bitteschön dann?????

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