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Brasilien: Neue Missbildungen durch den Conterganwirkstoff Thalidomid

In Brasilien ist es zu weiteren Missbildungen durch den Conterganwirkstoff Thalidomid, der in einem Lepra-Medikament immer noch verwendet wird, gekommen. Bei 17 Neugeborenen wurden Missbildungen festgestellt, für die der Wirkstoff Thalidomid verantwortlich sein soll.

Laut der Psychologin Schmidt-Herterich, die selbst Conterganopfer ist, ist nichts dagegen einzuwenden das Mittel zu verwenden, aber es müsste besser aufgepasst werden, an wen die Medikamente abgegeben werden. "Da mangelt es noch immer an Vorsicht und Verantwortung", meint Schmidt-Herterich.

Das Lepra-Medikament mit dem Conterganwirkstoff Thalidomid wird in Brasilien nicht direkt von der Firma Grünenthal vertrieben, sondern durch einen Lizenznehmer. Unterdessen verlangen immer mehr Conterganopfer, dass die Firma Grünenthal noch einmal in den Entschädigungsfond einzahlen sollte.


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WebReporter: Nessy
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Brasilien
Quelle: www.focus.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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11.11.2007 15:56 Uhr von Nessy
 
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Jetzt kommt Grünenthal nicht mehr aus den negativen Schlagzahlen heraus. Dies wurde sicher auch durch den Film verursacht, aber auch weil die Firma mit der Zahlung von 55 Millionen Euro seine Hände reinwaschen wollte.
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11.11.2007 16:20 Uhr von ciaoextra
 
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Die: Missbildungen in Afrika und Latein-Amerika werden seit Jahrzehnten totgeschwiegen - diese Fälle sind jetzt zufällig ans Licht gekommen. Sie sind weder neu, noch einzigartig.

Als vor +/- 25 Jahren die ersten Missbildungen in Afrika auftraten, hat man untersucht, wieso und warum.

Man stellte fest, dass 99% der Patientinnen die Packungsbeilagen gar nicht lesen können. Man hat sich etwas überlegt: ein Piktogramm einer schwangeren Frau mit einem roten Kreuz dadurch. Hier würde jeder verstehen, dass man dass dann als Schwangere nicht nehmen soll. So funktioniert das leider in Länder mit einem hohen Grad an Analphabetismus leider nicht: dort meinten die Frauen, dass das Piktogramm bedeutet, man würde nicht schwanger werden, wenn man die Tabletten nimmt. Folge: noch mehr behinderte Kinder...

So funktioniert das seit Jahrzehnten im Hintergrund. Die Fälle in Brasilien sind jetzt nur die Spitze eines Eisbergs.
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11.11.2007 17:40 Uhr von Laboras
 
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Tja: Na gut, 17 Fälle sind vllt nicht unglaublich viel und dazu muss man sagen dass Thliomid einer der wirksamsten Wirkstoffe überhaupt gegen so einiges ist und dabei auch praktisch nicht überdosiert werden kann. Zum Beispiel ist es geradezu eine Wunderpille eben bei Lepra und diese Krankheit ist sehr wohl noch weit verbreitet. Dummerweise wirkt es nur hoch gefährlich und oft auch tötlich auf embryonen und föten, deshalb liegt die verantwortung a) bei dem Pharmakonzern, b) bei der jeweiligen Aufsichtsbehörde des Landes und c) beim Arzt der Rezepte verschreibt. Ich glaube das die Verantwortung beim Konzern nicht da ist, und das ist eine riesenschweinerei. Eigentlich sollten die so viel Strafe zahlen müssen, das die den Laden dicht machen können, was aber dummerweise wieder nicht den skrupellosen Chef trifft sondern die armen Arbeiter.
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11.11.2007 18:36 Uhr von jessesandyshalimar
 
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es ist doch: bekannt, dass der Wirkstoff bei Schwangeren zu schweren Komplikationen und Missbildungen bei den Kindern führen kann.... daran ist nicht der Konzern schuld,sondern die Ärzte die das Zeug Müttern verschreiben und diese womöglich net drüber aufklären!
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11.11.2007 20:58 Uhr von The_free_man
 
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Unverantwortliche Mütter! Wer in der Schwangerschaft nicht ohne Schlaf- und Beruhigungsmittel (ob nun Contergan oder sonstwas..) auskommen kann, sollte es ganz lassen!
Das ist in jedem Fall grob fahrlässig.

Contergan wird heutzutage weder hergestellt, noch verschrieben.
Eine Ausnahme ist die Behandlung von Leprakranken und verschiedenen anderen Krankheiten, aufgrund seiner einzigartigen Wirkung und guten Verträglichkeit.
Da gibts kein anderes Medikament in der Art.
http://de.wikipedia.org/...

Manche Haushalte haben noch uralte Conterganpackungen von früher im Medizinschrank herumliegen.
Und ungebildeten Schwangeren denen es egal ist ein schon Jahrzehnte abgelaufenes Medikament zu nehmen..

Nur so kommt es heute noch zu Contergan-Missbildungen.
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12.11.2007 10:22 Uhr von LordKelvin
 
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Mal bei der Sache bleiben: Irgendwie kommt mir die Quelle so vor, als ob man die Situation in Brasilien nur als Einleitung für die Forderungen an Grünenthal verwendet hat, was ich alleine schon eine Unverschämtheit finde. Vorallem wenn man bedenkt, dass Grünenthal damit nicht mehr wirklich was zu tun hat. Klar, sie haben die Patente auf dem Zeugs, und ein Lizenznehmer stellt es her. Und weil in Brasilien schwangeren Frauen das Zeug gegeben wird, soll nun Grünenthal noch schlechter ins Licht gestellt werden? Also, mal ehrlich, wenn ich mit einem Auto aus Spanien, das dort von einem Lizenznehmer von BMW gebaut wurde, einen Menschen überfahre, ist dann BMW schuld?

Also, mich bitte nicht falsch verstehen, was damals passiert ist und auch heute noch in Brasilien passiert ist schrecklich, aber zumindestens für das heutige kann Grünenthal nichts mehr dafür...

Für das Damalige ist Grünenthal meiner Meinung nach auch zu billig davongekommen.
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12.11.2007 18:48 Uhr von Motzpuppe
 
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Beipackzettel soll helfen Man sollte hier differenzieren, der Wirkstoff erzielt bei bestimmten Krankheiten unglaubliche Heilungserfolge, doch ist es ein absolutes NoGo für Schwangere, sowas darf einfach nicht vorkommen, ich kann mir kaum vorstellen, dass das im Beipackzettel nicht mit drin steht. Dafür sollte der Arzt haftbar gemacht werden.
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12.11.2007 22:12 Uhr von fabiu_90
 
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Dann sollten Wissenschaftler und Forscher besser mal eine andere Lösung gegen Lepra finden und weniger Zeit in die Nebenwirkungen der bisherigen Lösungen einstecken. Aber wahrscheinlich wird es noch länger keine bessere Lösung geben, also sollte man die Leute besser über das Medikament aufklären. Ich weiß alles leichter gesagt als getan.
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13.11.2007 08:49 Uhr von Motzpuppe
 
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@Hostmaster: Missbildungen sprechen sich bei Ärzten doch rum!
Der Arzt sollte über die Nebenwirkungen aufklären, gerade wie du so schön sagst .. in einem Analphabetenteil ist eine Nichtaufklärung unverantwortlich.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Frau ihr Ungeborenes wissentlich gefährdet.
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14.11.2007 13:45 Uhr von intuitiv7
 
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Warum: Warum darf so ein mittel ÜBERHAUPT Hergestellt werden???
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18.11.2008 15:35 Uhr von Merandil
 
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Wie wärs mit lesen??? Das Grünenthal an den aktuellen Ereignissen keine Schuld trägt steht außer Frage. Thalidomit ist halt ein guter Wirkstoff gegen Lepra. Und auch ein gutes Schlafmittel. Ja war es!
Man konnte es so gut wie nicht überdosieren, es war für Selbstmord ungeeignet und hatte eine angenehm beruhigende Wirkung.
Das was Grünenthal damals passiert ist, hätte jedem Pharmaunternehmen passieren können. Grünenthal hat alle Sicherheitsbestimmungen der damaligen Zeit eingehalten. Sie haben einfach nur tierisches Pech gehabt. Es gab damals noch kein Gesetz dass vorgeschrieben hat, dass neue Medikamente auch an trächtigen Hunden getestet werden sollen. Heute ist sowas gängig. Aber auch nur auf Grund von Tragödien wie sie damals passiert sind.

Als die Nervreizungen in Händen und Füßen bei älteren Patienten festgestellt wurden, wurde die Packungsbeilage sofort umgeändert und Grünenthal beantragte sofort eine Rezeptpflicht für Contergan.
Als dann der Kinderarzt Dr. Widukind Lenz die Missbildungen an Neugeborenen im Zusammenhang mit dem Produkt feststellte hat Grünenthal das Medikament innerhalb von zwölf Tagen vom Markt genommen.

Klar trägt Grünenthal schuld und muss jetzt haften, doch haben sie damals nichts falsch gemacht.

Und dass sämtliche Zahlungen die Grünenthal den Opfern jetzt noch spendet letzten endes die heutigen Miarbeiter schädigt, dafür sorgen dass Arbeits- und Ausbildungsplätze zerstört werden... darüber macht sich auch niemand Gedanken.

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