07.10.07 11:08 Uhr
 1.747
 

Bahngewerkschaft der Lokführer: Streiks ohne Vorwarnung

Aus Gewerkschaftskreisen der GDL soll es die Äußerung geben, dass zukünftige Streiks sehr schnell anberaumt werden sollen. Damit will man erreichen, dass die Bahn nicht mehr mit einem Notfallfahrplan die Streiks abfedern kann.

Die Bahnreisenden müssten sich dann auf unangenehme Überraschungen gefasst machen. Manfred Schell der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL hat derweil Angela Merkel aufgefordert, sich in den Tarifstreit einzuschalten.

Bundeskanzlerin Merkel wollte sich dazu nicht äußern. Die GDL fordert 31 Prozent mehr Gehalt für die Lokführer. Die Deutsche Bahn AG hat zurzeit lediglich eine Gehaltserhöhung von 4,5 Prozent und Zuschläge für Überstunden vorgeschlagen.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: PortaWestfalica
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Streik, Lokführer
Quelle: www.welt.de

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Luftwaffe wirbt ehemalige Air-Berlin-Mitarbeiter an
Fluggast verklagt Billigairline, weil er statt Champagner nur Sekt bekam
Niederlande: Start-Up möchte Krähen trainieren, Zigarettenstummel einzusammeln

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

28 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
07.10.2007 11:04 Uhr von PortaWestfalica
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
Zum Glück muss ich nicht mehr mit der Bahn fahren! Aber die GDL hat schon Recht, die Lokführer arbeiten zurzeit für ein Taschengeld.
Kommentar ansehen
07.10.2007 11:37 Uhr von STARDUST_II
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
Langsamm: wacht man ja auf, hatte ja auch lange genug gedauert.
Kommentar ansehen
07.10.2007 11:39 Uhr von yes-well
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Die Lokführer sollen sich freuen das Sie überhaupt: noch arbeit haben! Schon jetzt werden in Frankreich erfolgreich vollautomatische Züge eingesetzt. In den ICs und ICEs macht der Lokführer sowieso schon nichts mehr, die Signale kommen direkt vom Stellwerk, er kontrolliert nur noch. Mit ein wenig umbau können die alle ohne auskommen.
Und ende/mitte nächsten Jahres wird in (einer großen Stadt hab den Namen vergessen) eine Automatisch U-Bahn an das normale Netz angeschloßen. Damit werden erstmals Automatische und Manuelle Bahnen auf einem Schienennetzt betrieben.
Und ich finde das auch viel Sicherer als mit Lokführer, weil Kameras und PCs viel schneller auf Hindernisse auf der Strecke reagieren können als ein Mensch.
Ein sprecher von diesen Systemen sagte das bei Modernen Zügen der Zugführer nur noch eine Kontrollfunktion hat und bei den Leuten eine psyschologische funktion erfüllt. Viele hätten noch bedenken in eine Vollautomatische Bahn zu steigen.
Kommentar ansehen
07.10.2007 12:04 Uhr von Nirty
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
10% mehr sind Augenwischerei: Das Angebot der Bahn von angeblich 10% mehr Lohn sind reine Augenwischerei.

Das Angebot besteht nämlich nicht in einer einfachen Erhöhung des Lohn um 10% sondern aus den schon vorher durch die anderen Gewerkschaften ausgehandelten 4,5% + 2 zusätzlichen, bezahlten Arbeitsstunden.
Also eine geringe Lohnerhöhung inklusive Arbeitszeitverlängerung. Kein sonderlich attraktives Angebot von Seiten der Bahn.
Kommentar ansehen
07.10.2007 12:10 Uhr von csby
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@yes-well: Die große Stadt mit den führerlosen U-bahnen ist Nürnberg. hier soll das bald getestet bzw. fest eingeführt werden.

Ich finde auch, dass die Lokführer mit 10% zufrieden sein sollten. In welcher Branche bekommen die Arbeiter denn bitte solche Lohnerhöhungen? Nirgends. Die Forderung von 31% mehr Lohn ist einfach eine Unverschämtheit. Die Bahn sollte einfach betriebsbedingte Kündigungen vornehmen bzw. androhen. Vielleicht kommen die dann mal zur Vernunft. Angeblich soll bald eine EU-Regelung greifen, die dann erlaubt, dass ausländische Lokführer in Deutschland arbeiten, aber noch zum Beispiel in Tschechien oder Italien angestellt sind. Wenn das in Kraft treten sollte, dann kommt die Bahn billiger, wenn Sie ausländische Lokführer "mietet" als selbst welche zu beschäftigen. Und dann sind die 30%-Forderer alle ihren Job los. Denke soweit will es auch die GDL nicht kommen lassen.
Kommentar ansehen
07.10.2007 13:06 Uhr von Nirty
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@csby: Der Bahn würde solch eine Regelung nicht viel helfen da sie den ausländischen Lokführern dann auch mehr als die Tarife des Heimatlandes zahlen müsste um attraktiv zu sein.
Allerdings verdienen Lokführer im europäischen Umland in der Regel bereits 10-50% mehr als hier in Deutschland.

Natürlich besteht für Lokführer, wie auch in anderen Branchen die Gefahr der Automatisierung, das menschliche Arbeitskräfte durch Maschinen und Computer ersetzt werden. Für niemanden gibt es eine lebenslange Arbeitsplatzgarantie und man muss als Arbeitnehmer in diesen Bereichen nun einmal bereit sein sich Beruflich umzuorientieren. Sonst stellt man irgendwann fest das man von dieser Entwicklung unvorbereitet überrollt wurde.

Das ist aber dennoch kein Grund sich die Arbeit, die man derzeit leistet, nicht entsprechend bezahlen zu lassen.
Über kurz oder lang würden diese Arbeitsplätze der Automatisierung zum Opfer fallen und mir fällt es als Arbeitnehmer auch schwer einsehen weshalb ich jetzt mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung auf Lohn verzichten sollte wenn dieser Arbeitsplatz ohnehin in einigen Jahren nicht mehr existiert. Egal ob ich nun auf Lohn verzichte oder nicht.
Kommentar ansehen
07.10.2007 13:55 Uhr von cyc82
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ topnewsman: vollkommen korrekt!

für nen hauptschulabschluss und ihre tätigkeit (gegenüber anderen mit hauptschulabschluss) ist das gehalt nun wirklich ausreichend.
bzw. eine erhöhung die üblich ist, ist da auch ok.

vielleicht verlangen die busfahrer auch bald um die 2500 €...
und ich denke, die verdienen weniger und haben nen stressigeren job mit mehr verantwortung als lokführer!
Kommentar ansehen
07.10.2007 14:23 Uhr von STARDUST_II
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
ahhaaaa: Wie schön das ihr genau wisst wie viel Lokführer die bekommen.

Wenn ich richtig informiert bin, liegt der lohn bei 1200 €
Kommentar ansehen
07.10.2007 15:46 Uhr von frederichards
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Berichterstattung einseitig: Es geht doch um einen neuen Tarifvertrag mit einem höheren Einstiegsgehalt und der Möglichkeit mehr als zwei Aufstiegsstufen zu haben. Nach ein paar Jahren kann man nicht mehr aufsteigen.

Also 31 Prozent sind wohl schlichtweg falsch. Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.

Nur weil die Bahn gesagt hat, es seien 31 Prozent, schreibt es jeder und wiederholt wird es auch noch. Hat das schon einmal jemand nachgerechnet? Hat eine einzige Quelle die 31 Prozent referenziert? - Nein.

Die GDL geht mit dem Thema leichtfertig um, weil sie diesen Ball nicht aufnimmt und aufdröselt, sondern immer nur einen neuen eigenständigen Tarifvertrag fordert. Dort wird diese ominöse Zahl nicht genannt - bewusst.

Ich finde die Rechtsprechung auch fehlerhaft, da sie einerseits Gewerkschaften verbietet effektiv zu streiken mit der Begründung des volkswirtschaftlichen Schadens, aber Konzerne schalten und walten lässt, die begründen, das die Aktionäre das Maß der Dinge sind und nicht die Volkswirtschaft. Für die Gewerkschaften sind die Mitglieder das Maß der Dinge, demnach sind volkswirtschaftliche Belange wohl auch hier zurückzustellen, oder? - Andersherum wäre es aber auch nett, wenn Konzerne die volkswirtschaftlichen Belange berücksichtigen müssten.

Aber so wurde einfach gegensetzlich entschieden.
Kommentar ansehen
07.10.2007 15:48 Uhr von Glani
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Kopfschütteln wenn man all die Kommentare hier liest, dann kann man Glauben dass zukünftig in Deutschland nur noch Hochschulabsolventen ein anständiges Gehalt bekommen "DÜRFEN"!

... ein verbrieftes Grundrecht durch "kleine Arbeitsgerichte" verboten wird.

... viele Bürger in Deutschland "gefährliches Halbwissen" haben.

1.) Das Streikrecht ist ein Grundrecht welches sich aus Artikel 9 ableitet.
1a) Die BRD als eines der einzigen Länder der Welt kein "Streik u. Demonstrationsrecht" besitzt und auch nicht entwickelt.
Kommentar: Wie kann dann ein "kleines Arbeitsgericht" dieses Streikrecht einschränken? Zumal die RIESEN Rechtsabteilung der Bahn sich immer die AG aussucht die vermeintlich für sie stimmen werden?!

Die, die hier mit den wildesten Spekulationen i.S. contra Bahnstreik reden/schreiben, sind die ersten die dann schreien wenn man in ihre Grundrechte eingreift. Aber solange es einen nicht selbst betrift - immer rauf hauen. -Krankes Deutschland-

Ich bin kein Bahnmitarbeiter, aber meine Unterstützung haben sie. Jungs- und Mädels macht weiter so, im Grunde kämpft Ihr auch für uns - auch für die (meisten) Ignoranten Trittbrettfahrer die hier das Ma*** aufreissen und dagegen wettern.
Kommentar ansehen
07.10.2007 16:19 Uhr von artefaktum
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@C3rone: "<Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.>"

Und eben deshalb ist das Streikrecht so wichtig. Die Lokführer haben das begriffen und versuchen ihre Forderungen durchzusetzen da sie gemerkt haben, dass sie sich selbst(!) durchsetzen müssen. Das ist freilich eine Form von Eigenverantwortung, die viele dann lieber nicht so gerne sehen.
Kommentar ansehen
07.10.2007 16:24 Uhr von artefaktum
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Müntesfeind: "Sollte sich jeder Lokführer selbstständig machen?"

Da musste ich jetzt spontan an "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" denken der auf dem winzigen Lummerland eine eigene private Bahnlinie nebst Lok unterhält.

Aber du hast natürlich recht.
Kommentar ansehen
07.10.2007 16:50 Uhr von artefaktum
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Müntesfeind: "(...) und garnicht wissen,was Lokführer alles können müssen."

Ganz interessanter Artikel dazu in Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/...

Sehr hohes technisches Verständnis, jährliche regelmäßige Weiterbildungen und Prüfungen (unter anderem in einem Zugsimulator der Deutschen Bahn), pychologische Leistungstests und, und, und.

Aber manche meinen ja, weil sie eine Zugsimulation am Compter spielen können, der Job wäre ganz einfach und bestehe "nur" aus beschleunigen, fahren und abbremsen.

Ich kann im Flightsimulator auch einen vollbesetzten Jumbo von Frankfurt nach New York fliegen (Starten, navigieren, landen). Dennoch heißt das noch lange nicht, dass es für einen Laien einfach (oder überhaupt nur möglich ist) ein Flugzeug sicher zu führen.

Und wenn ich in einem viele Hundert Tonnen schweren ICE mit 250 Sachen durch die Gegend rase, möchte ich dem Mann und der Ausbildung des Mannes ganz vorne schon vertrauen können ...
Kommentar ansehen
07.10.2007 19:07 Uhr von amtrak
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ münte: da hat topnews.. nicht ganz so unrecht. Ein Lokführer im 1. Jahr (Hauptschulabschluß) verdient 1800.- brutto . Das erhöht sich jedoch mit der Anzahl der Jahre, also kann man den Durchschnittsverdienst locker auf 2000.- kalkulieren.
Und Deine Aussage, dass die Vorstände sich ihr Gehalt um 50% erhöht haben, mag so richtig sein (die genauen Zahlen kenne ich nicht ), sind aber in meinen Augen auch legitim, da 1. ein Vorstand von einer 40 Stunden Woche nur träumen kann und 2. dieser Vorstand auch für 1000de von Arbeitsplätzen verantwortlich ist. Was er daraus macht, steht auf einem anderen Blatt.
Rechne mal: Ein Vorstand mit (fiktiven) 500.000 € Jahresgehalt erhöt die Bezüge um 80% - macht 900.000 Euro (400.000 ist die Erhöhung), bei 20.000 lokführern, macht dieser Betrag umgerechnet genau 20 Euronen aus (im Jahr) -- lächerlich !
Also sind diese 10 % Lohnerhöhung doch ein gutes Angebot !
Ich - selber Selbstständig in einem Mittelständischen Unternehem (nein ich bin kein Fensterputzer oder Zeitungsausträger), kann von solchen Lohnerhöhungen nur träumen.

Grüße
Amtrak

Ach ja - und wenn jetzt jemand sagt "wenn Du so schlecht verdienst, dann such Dir doch einen anderen Job (das ist ja auch so ein totschlagargument) - mir gefällt mein Job und - wenn ich gehe, dann gehen 43 Vollzeitmitarbeiter auch. Und ich habe mit Sicherheit nicht das Geld allen eine Millionenabfindung zu zahlen)

Und noch etwas:
Quellen:
http://www.gehalts-check.de/...
http://www.mdr.de/...
Kommentar ansehen
07.10.2007 20:05 Uhr von kowaber
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Ich habe hier so den Eindruck,: Ich habe hier so den Eindruck, dass hier kaum einer oder nur wenige, einen Einblick in die Materie haben, geschweigenoch einen Einblick in einen sogenannten Lokführeralltag.
z.B.:
da hat topnews.. nicht ganz so unrecht. Ein Lokführer im 1. Jahr (Hauptschulabschluß) verdient 1800.- brutto . Das erhöht sich jedoch mit der Anzahl der Jahre, also kann man den Durchschnittsverdienst locker auf 2000.- kalkulieren.
So ein Quatsch.
Aber gleichzeitig bezieht man sich auf die Quelle:
http://www.mdr.de/
Und so sieht es aus:
Was verdient ein Lokführer?
Das Durchschnittsgehalt der Lokführer bei der Deutschen Bahn beläuft sich dabei gegenwärtig auf 1.500 Euro netto. Zudem gibt es keine Staffelung der Gehälter. Im Prinzip geht der Lokführer also mit dem Einstiegsgehalt in Rente.

Die Gesamtbezüge des DB-Vorstandes haben sich von 12,584 Millionen Euro im Jahre 2005 auf 20,143 Millionen Euro im vergangenen Jahr – und damit um sage und schreibe mehr als 6o Prozent – erhöht. Mal ganz davon abgesehen, dass die Steigerungsrate bei den Gesamtbezügen des Aufsichtsrates 288 Prozent innerhalb eines Jahres betrug.

30.06.2007 - Die DB hat von Januar bis Mai ihren Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 668 Millionen Euro nach Zinsen und Steuern.
[Quelle: Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf einen Bericht von DB-Chef Hartmut Mehdorn für den Aufsichtsrat]
http://www.stern.de/...
Kommentar ansehen
07.10.2007 20:36 Uhr von amtrak
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ kowaber: Da hast Du wohl recht !
Meine Recherchen bezogen sich eigentlich bei o.g link auf die Anzahl der Lokführer - weiter habe ich da nicht gelesen (shame on me)
Doch nichts desto trotz ist ein Einstiegsgehalt von 1800.- nicht schlecht - und die Lohnsteigerungen im Laufe der Jahre kann ich leider nicht belegen, weis es aber aus meinem Bekanntenkreis.

Grüße
amtrak
Kommentar ansehen
07.10.2007 20:52 Uhr von mcSteph
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
gefasel vom Hauptschul-Abschluss: Wer so einen Unsinn redet, hat keinen Plan vom Lokführer-Beruf. Was bilden sich Bahn-fremde wie topnewsman oder irgendein Falke22 eigentlich ein, diesen Beruf so runter zu reden? Mit einem Hauptschul-Abschluss kommt keiner auf einen Führerstand einer Lok. Bestenfalls bekommt er eine handwerkliche Berufsausbildung, mit der er dann nach einem mindestens guten - besser sehr guten - Abschluss derselben, die Ausbildung zum Lokführer beginnen kann. Den Vorschriften-Wust und die Signalkenntnisse, Sonder-Vorschriften, Regelungen im Falle eines Ausfalls der Signal-Anlagen - das schafft dann noch nicht einmal jeder Abiturient.
Ebenso ist es ein Märchen, dass man bei längerer Betriebszugehörigkeit dauernd Erhöhungen bekommt und schon nach kurzer Zeit die 2500 netto erreicht, welche die Personal-Tante vom Mehdorn frech in die Kameras gelogen hat. Ein heute eingestellter Lokführer bekommt ein Einstiegsgehalt, nach 2 Jahren eine Erhöhung um ca. 100 € (brutto) nach weiteren 2 Jahren nochmal eine. Das wars dann aber auch schon Punkt! Den Rest seines Lokführer-Lebens bekommt er, abgesehen von globalen Gehaltserhöhungen, nicht einen Cent mehr.
Ein mir bekannter Lokführer war im Monat Juli eine Woche krank geschrieben, war 2 Wochen auf einem Lehrgang, und hatte eine Woche Urlaub. Er ist also in diesem Monat nicht einen km auf der Lok gefahren, hat aber auch nicht den ganzen Monat blau gemacht. Er hatte am Monatsende ein stolzes Gehalt von 1340,- netto auf der Abrechnung. Seine Freundin arbeitet in einem Möbel-Geschäft, wo sie Dekostoffe und Kleinmöbel verkauft. Sie hat netto 1400,- € raus. Ebenso ein mir bekannter jung-Geselle (20 Jahre) der vor einem knappen Jahr seine Lehre als Mechatroniker beendet hat und nun in der Firma arbeitet, wo er gelernt hat. Er hat ein Netto von 1420,-€. Das soll den Beruf des Mechatronikers nicht abwerten, jedoch besteht da ein kleiner Unterschied zu einem Lokführer mit na sagen wir mal 10 Jahren Berufserfahrung im Schichtdienst
Die beiden bekommen also mehr, als unser Beispiel-Lokführer, der sich ca. 20-24 Tage im Monat den Wochenrhythmus verderben lässt, maximal ein komplett freies Wochenende im Monat hat, zu Uhrzeiten wie 2:38 Uhr oder 4:24 Uhr seine Schichten beginnt, auf die erlaubten 10 h Arbeitszeit pro Tag noch locker eine Stunde drauf bekommen darf, wenn der Betrieb dies erfordert, sich seine Gesundheit für sein Unternehmen ruiniert und z.B. während einer 10 h langen Schicht keine geregelten Pausen hat.
Ich stimme Glani voll und ganz zu. Die Lokführer machen es richtig. Zumal die GDL die einzige Gewerkschaft ist, welche für ihre Mitglieder eine echte Erhöhung im wirklichen Sinne durchsetzen will. Das „Angebot“ der Bahn von 4,5 % war eine Frechheit sondergleichen. Dabei vergisst man großzügig, dass die Bahner in den letzten zwei Jahren ein paar Nullrunden durchmachen „durften“ während sich die Vorstände natürlich weiter die Bezüge erhöht haben. Die Transnet hat den Vorschlag wohl auch nur darum angenommen, weil ihr Chef auch gleichzeitig Mitglied des Aufsichtsrates der DB ist und in dieser Funktion als Belohnung für das gute Konzern-Ergebnis eine stattliche Summe von 2,8 Millionen Euro (Zur Erinnerung – das sind ca. 93 (!) Lokführer-Jahresgehälter) eingestrichen hat. Mit einer solchen Summe auf dem Konto findet man dann eine Erhöhung von 4,5 % für den Rest der Bahner durchaus ausreichend. Wenn das so durch gegangen wäre, wären die 2,8 Mio für Herrn Hansen aus Sicht der Bahn gut angelegtes Geld gewesen.
Wen es interessiert – ich habe die aktuelle Gehaltstabelle der Bahn da und versende gern die 3 relevanten Gehaltsgruppen in Zahlen. Dort kann man dann sehen, dass ein Lokführer NICHT wirklich 2000€ brutto hat und selbst wenn – mit Steuerklasse 1 bleiben davon netto gerade mal ca. 1300 – 1400 übrig. Eine stattliche Summe für jemanden, der Millionenwerte oder hunderte von Menschen zu allen möglichen Tag- und Nacht-Zeiten durch die Gegend kutscht , dabei jedoch bei jeder Handlung die Hand des Staatsanwaltes auf der Schulter liegen hat. Er hat ja auch „nur“ einen Hauptschul-Abschluss…..
Kommentar ansehen
07.10.2007 21:12 Uhr von amtrak
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
mcSteph: "Wen es interessiert – ich habe die aktuelle Gehaltstabelle der Bahn da und versende gern die 3 relevanten Gehaltsgruppen in Zahlen. Dort kann man dann sehen, dass ein Lokführer NICHT wirklich 2000€ brutto hat und selbst wenn – mit Steuerklasse 1 bleiben davon netto gerade mal ca. 1300 – 1400 übrig"

Natürlich kann ich Deine Verärgerung verstehen und - by the way - finde ich auch das Gehalt eines Lokführers mit der entsprechenden Verantwortung zu gering, doch kannst Du der Bahn nicht den Vorwurf machen, dass sie zu wenig zahlt ( ich bin noch imer der Meinung das 1800.- nicht schlecht sind) WEIL DER STAAT zu viel abgreift !!!!!
Alles wäre ein wenig anders, wenn nicht der Staat unnötige Gelder rauswerfen würde -- siehe Schwarzbuch der Steuerzahler ....
Aber das geht ja an dem Thema vorbei. - Ist doch einfacher den Arbeitgeber an den Pranger zu stellen.

Grüße
amtrak
Kommentar ansehen
07.10.2007 22:33 Uhr von frederichards
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@mcSteph: Ich kann dir nur zustimmen. Was mir dabei immer sauer aufstößt ist die Tatsache, dass die Medien Informationen vorenthalten oder vorsätzlich verzehrt darstellen.

Die Medien wissen doch bestimmt, das der Transnet-Chef von der Bahn "bestochen" wird, auch wenn das nur die regulären Bonusgelder des Aufsichtrates sind, liegt hier für mich die Bestechung auf der Hand - das zieht sich aber durch alle Branchen.

Selbst bei uns, einer Versicherung, werden die Betriebsräte mit Bonushandschuhen angefasst, damit diese Geschäftsinteressen verfolgen und nicht die Mitarbeiterrechte.

Ich wünsche der GDL viel Erfolg und vielleicht auch mehr Biss.
Kommentar ansehen
07.10.2007 23:30 Uhr von MauriceVIP
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ einige: @amtrak:
Welche besondere Verantwortung siehst du beim Lokführer?
Prinzipiell kann der während der Fahrt sogar einpennen. Außer dass die Lok stehen bleibt, weil der regelmäßig zu bedienende Knopf nicht gedrückt wird, passiert nicht.
Ich sehe beim LKW und Bus Fahrer eine wesentlich höhere Verantwortung.

@mcSteph:
Hier die Lohntabelle mit Angabe der Grundgehälter. Dazu kommen noch reichlich Zulagen!
http://www.gdl.de/...
Lokführer im Rangierbetrieb sind in E7 (Nach 4 Jahren 1884 Euro)
Lokführer im Personenverkehr sind in E8 (Nach 4 Jahren 2142 Euro)
Arbeitszeit:
Min 26 x im Jahr min 48 Std. am Stück frei. Min. 20 x Sonn- bzw. Feiertagsfrei. Min. 13 freie Wochenenden. (Das ist nicht sooo viel, aber über diese Bedingungen würden sich viele Krankenschwestern, Verkäufer, Kellner usw. freuen)
Was vom Bruttogehalt in Netto über bleibt braucht hier nicht diskutiert werden, da zum einen sehr individuell zum anderen von der Bahn nicht zu verantworten.

@Müntesfeind:
Abhängigkeitsverhältnis
Selbstständigmachen ist als Lokführer wohl kaum drin, da stimme ich dir zu. Aber eine Abhängigkeit zur DB besteht nun auch nicht. Altenativ kann man schon Straßenbahn bei div. Stadtwerken fahren oder im Rangierbetrieb bei vielen Firmen tätig sein.

Verdienst
Nach 2 Jahren verdient tatsächlich kein Lokfüher im Personenverkehr (die sind in Einkommensgruppe 8) unter 2000 Euro
http://www.gdl.de/...
Das ist das Grundentgelt, hinzu kommen Zulagen.

@frederichards
zu den Aufstiegsstufen.
Warum sollte es mehr Aufstiegsstufen geben? Wenn man x Jahre dabei ist, fährt man den Zug auch nicht schneller oder besser. Erfahrungen zu sammeln, ist in dem Beruf halt ziemlich schnell "endlich". Veränderungen, die Weiterbildungen erforderlich machen betreffen alle, egal ob sie kurz oder lang dabei sind.

31 Prozent
ist nicht von der DB schöngerechnet, sondern wird offiziell von der GDL gefordert. Ist also nicht schlichtweg falsch, sondern schlichtweg richtig! Guckst du hier auf S. 16:
http://www.gdl.de/...



Streikrecht:
Nichts liegt mir ferner, als das Streikrecht aufzuweichen. Aber dennoch müssen die Folgen eines Streiks für unbeteiligte Dritte betrachtet und abgewägt werden.
Wenn die Müllabfuhr wochenlang streikt, ist das sicher unangenehm. Der Müllberg vor der Tür wächst, stinkt und zieht ggf. sogar Ungeziefer an. Ansonsten passiert aber nicht viel, ggf. haben ein paar wenige Menschen in der Müllverbrennung nichts zu tun.
Wenn aber die Bahn lahmgelegt wird, kommen u.a. dringend benötigte Waren nicht zur verarbeiteten Industrie. Daran würden viele Firmen pleite gehen. Dieses Beispiel kann beliebig fortgesetzt werden. Gerichte haben es da sicher nicht leicht, ein gerechtes Urteil zu fällen.
Kommentar ansehen
07.10.2007 23:35 Uhr von MauriceVIP
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Was mir fehlt! Was mir fehlt ist mal eine Begründung der GDL, warum 31% Lohnzuwachs gefordert wird.
Eine Forderung in dieser Höhe ist vollkommen unüblich. Wie begründet sich das?
Kommentar ansehen
08.10.2007 00:14 Uhr von cyc82
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
was viele hier anscheinend nicht verstehen: es geht ja nicht darum, dass hier keiner versteht, warum die lokführer eine lohnerhöhung haben wollen!
das ist natürlich vollkommen legitim und deren gutes recht!

es geht nur darum, dass sie hier mit 31% kommen!
das ist die unverschämtheit!
Kommentar ansehen
08.10.2007 01:58 Uhr von mcSteph
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@amtrak: Ich denke, mit einem Streik treffen die Lokführer auch die Politik. Das ist aber genau auch der Grund, warum dies ein Politikum und keine reinen Tarifverhandlungen sind. Beamte und Politiker können und dürfen bei uns Milliarden aus dem Fenster schaufeln - sie werden weder zur Rechenschaft gezogen, noch müssen sie den angerichteten Schaden ersetzen. Der kleine Mann auf der Straße muss mit seinem schmalen Gehalt her halten und darf mehr und mehr abgeben. Aber da es in anderen Branchen ja noch nicht so weh zu tun scheint - wohl gemerkt bei weniger umtriebigen Arbeiten - muss es ja dort im Brutto wohl auch etwas mehr geben. Also ist unabhängig von der Gier des Staates doch wieder der Arbeitgeber dafür verantwortlich. Ich erinnere in dem Zusammenhang an mein Beispiel von der Möbel-Verkäuferin oder dem Mechatroniker. Die haben gleiche steuerliche Bedingungen und doch ein höheres Netto als der Lokführer. Der Lokführer muss sogar noch eine Diensthaftpflicht-Versicherung mit finanzieren. Das kommt sicher daher, dass er keine Verantwortung hat ....
Kommentar ansehen
08.10.2007 09:49 Uhr von lucky strike
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
wieso reitet ihr alle auf 31% rum? klar klingt es im ersten moment viel, aber 31% sind wirklich relativ. 31% von nem kleinen gehalt bringt auch nur ne kleine gehaltserhöhung.
und die meisten lokführer arbeiten für ca 2000€ Brutto und für die Verantwortung, die Arbeitszeiten etc ist es wirklich wenig. Die Bahn ist nur dagegen, weil dann die Vorstände auf ein paar Millionen € extrabonus verzichten müssten.
Kommentar ansehen
08.10.2007 10:57 Uhr von maki
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Streiks ohne Vorwarnung? Wird auch langsam Zeit.

Von Generalstreik, wie in anderen Ländern üblich, wollen wir beim Doitschen Michel mal lieber nicht reden ("das könnte ja schliesslich Ärger >mit den Volksvertretern *lol*< geben").

Refresh |<-- <-   1-25/28   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Internetseite gegen Schleuserlügen geht an den Start
Po Grapscher nach Tat verprügelt
Bonn: Hochzeitsgäste geben Freudenschüsse in der Innenstadt ab


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?