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Prüfbericht des Medizinischen Dienstes deckt eklatante Pflegemängel auf

Ein Prüfbericht des Medizinischen Dienstes hat bei den ambulanten Pflegediensten und den Pflegeheimen in Deutschland zahlreiche Mängel aufgezeigt. So wird laut diesem Bericht fast jeder dritte Pflegefall unzureichend ernährt.

Weiterhin zeigt der Bericht auf, dass die pflegebedürftigen Personen viel zu wenig umgebettet werden. Die Folge ist, dass die Personen sich häufig wund liegen. Besondere Probleme offenbaren sich dem Prüfbericht zufolge bei Demenzkranken.

Laut dem Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes herrschen in einigen Pflegeheimen gesundheitsgefährdende Zustände. Der Bericht ist eine Auswertung von über 8.000 Qualitätsberichten aus den Jahren 2004 bis 2006.


WebReporter: AMIO
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Medizin, Dienst, Pflege
Quelle: www.focus.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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31.08.2007 13:15 Uhr von craschboy
 
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Nunja Der Bericht mag sicher richtig sein, spiegelt aber auch die eigenen Missstände beim MDK wieder. Die zur Ermittlung der Pflegestufe durchgeführten Gutachten sind rein hypotetisch und entsprechen häufig nicht dem tatsächlichen Pflegezeitaufwand.
Somit erhält der Pflegebedürftige nicht die entsprechende Pflegestufe und die Einrichtung damit nicht die entsprechende Vergütung. Diese ist aber nunmal essentiell notwendig, um die Betriebskosten zu decken. Viele Pflegebedürftige haben nicht das Geld, um in weitere Pflegemaßnahmen zu investieren. Manche Leistungen sind als Einzelleistung garnicht abrechenbar, da die Vergütung nur ein zehntel des Aufwandes bedeutet, das schreibt der Gesetzgeber vor. An Hilfsmittel wird ebenfalls gespart. Die AOK Sachsen-Anhalt gewährt monatlich 35 € für Inkontinenzmaterial und dann wundern die sich über offene Hintern? Die Sparwut der Kassen und Bürger macht sich jetzt bemerkbar und wird sich weiter durchsetzen. Ich selbst und viele Berufskollegen würden gern mehr Personal einsetzen, aber von Dreck unter den Nägeln, nem feuchten Händedruck sowie Luft und Liebe kann keine Pflegeeinrichtung leben.

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Ich vergaß noch die Reglementierungswut sowie der Vorschriften- und Dokumentationswahn, der das Pflegepersonal von seiner eigentlichen Tätigkeit abhält.

Gruss crashboy
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31.08.2007 14:27 Uhr von opppa
 
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Wenn ich hier: meine Meinung zum Medizinischen Dienst schreiben würde, wäre ich ab sofort für die nächsten hundert Jahre gesperrt! (und das mit Recht!)

Die Mängel in der Pflege sind doch nur entstanden, weil sich unsere Regierung von REFA-Fachleuten genau (sogar bis auf die Sekunde) hat sagen lassen, wieviel Zeit für jeden einzelnen Handgriff nötig ist. Dann muß ja auch noch, damit man jeden einzelnen Handgriff der Pflegekräfte "nachweisen kann noch genauestens schriftlich festgehalten werden, was gemacht wurde. Ohne diese "Nachweise" würde die Pflegekasse ja auch nicht bezahlen! Daher ist dann logischerweise das Notieren von "Leistungen" auch wichtiger als die Leistung selbst. Nur die Zeit für diese Notizen waren natürlich nicht in den Vorgaben enthalten!

Ich erinnere mich an einen Krankenhausaufenthalt meiner Mutter, als ich bei jedem täglichen Besuch das gesamte Zimmer immer mit Wasser versorgen musste, weil das eigentlich dafür zuständige Personal offensichtlich diese Position nicht im Leistungsverzeichnis gefunden hat.

Außerdem hatte sich das Pflegepersonal dazu entschlossen, die alten Damen (alle gut über 80) wie Dreijährige zu behandeln. Meine Mutter konnte mich (leider) nur mit Mühe davon abhalten, in die Krankenhausverwaltung zu gehen und da ein paar Schreibtische umzuwerfen.

Beispielsweise hatte meine Mutter 2 Tage lang bei den Schwestern ein Glas bestellt, um ihr Wasser trinken zu können. Ich habe dann 3 Etagen des Krankenhauses (einschl. Küchen) durchforstet, bis ich endlich ein Glas für meine Mutter erbeutet hatte, das sie dann auch wie eine Tigerin verteidigt hat und daher sogar bis zum Ende ihres Aufenthalts behalten durfte.

Ich kann feststellen, daß die Mängel bei der Pflege wohl ihre Ursache in der mangelhaften Einstellung des Personals und den sinnfreien Vorschriften zur Abrechnung haben. Die in den Stationen diensthabenden Ärzte wurden auch nach den Visiten blitzartig unsichtbar.
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31.08.2007 17:27 Uhr von borgir
 
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bereits 2002: hat man diese mängle aufgedeckt (und sie wären noch eklatanter wenn sich der mdk nicht ankündigen müsste). es ist ein hammer dass man es in deutschland zulässt, dass so mit menschen umgegangen wird....eine absolute schande und ein armutszeugnis für unsere ach so tolle gesellschaft, der tierschutz scheinbar vor menschenschutz geht.
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01.09.2007 12:50 Uhr von denksport
 
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Naja Rentner kosten ja nur Geld, je weniger man Geld in die Pflege investiert umso weniger Ausgaben für die Rente.
Wichtiger ist natürlich in Kindergartenplätze usw. zu investieren, da die ja mal die Rente bezahlen müssen. So jedenfalls kann das Handeln unserer Politik ausgelegt werden. Würde natürlich keiner jemals aussprechen....
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01.09.2007 19:56 Uhr von opppa
 
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denksport: Ich weiß ja, daß ich nur bei "rot" über die Fußgängerampel darf!

;-)))
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01.09.2007 23:24 Uhr von jsbach
 
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Da kann ich oppa: m.E. Recht geben. Die Refa-Kräfte der GKV mit der Stoppuhr in der Tasche...!
Sehe ja bei meiner betagten Mutter, unter welch enormen Zeitdruck der ambulante Pflegedienst steht. Wenn sie dann noch einen kleinen "Plausch" macht, dann sagte die Pflegerin....dann muss ich mal auf die "Tube" drücken, sonst schaffe ich`s nicht.
Alles klar?
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04.09.2007 08:37 Uhr von opppa
 
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jsbach: Es ist für die REFA-Spezialisten nicht verständlich, daß der kleine Plausch mit Patienten manchmal genauso wichtig ist, wie die eigentliche Pflege.

Und außerdem müssen ja auch noch die Sesselfurzer, die sich mit der Auswertung der Arbeitsnachweise beschäftigen (oder nicht) ja auch laben (warum eigentlich?)!
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05.09.2007 18:46 Uhr von Nessy
 
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erschreckend! So ein Platz in einem Pflegeheim ist ja nicht gerade billig und das dann so dort geschludert wird...unfassbar!
Ich hoffe da passiert jetzt bald was!
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06.09.2007 15:20 Uhr von Ulan
 
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Schwachsinn: Die schwachsinnigen Lernaffen die die viel zu schmalen Zeitrahmen der Pflegepunkte aufstellen würde ich gern mal in der Praxis auf ihre eigenen Vorgaben hin überprüfen.
Spätestens nach 1ner Woche würden sie das Handtuch schmeissen.
Es ist kein Wunder daß Notstände entstehen wenn vom
MDK derart praxisfremd beurteilt werden muss.
Muss deshalb weil die Gutachter sich an die Vorgaben halten müssen und wenn sie ihren Job behalten möchten unter emotional dirigiertem Sparzwang stehen.
Der Blödsinn das pflegenden Angehörigen nur die Hälfte
der Entlohnung erhalten wie Fremde u. Pflegedienste führt auch nicht gerade dazu das die eigentlich günstigere Hauspflege gefördert wird.
Die neue 10 Tagesregelung ist Augenwischerei und bringt so gut wie gar nichts.Sie hilft höchstens Gutbegüterten ihre Eltern komfortabel mit Entlohnung innerhalb von 10 Tagen in´s Heim abzuschieben.
Das der MDK nur nach Voranmeldung in den Heimen prüft hat doch auch System. So werden weniger Misstände aufgedeckt weil sich die Heime vorbereiten können.In Folge steht die Politik nicht so in Zugzwang weil weniger Misstände aufgedeckt werden.Nun da werden einige sagen, so ist das doch nicht gedacht/geplant.Fakt ist so wird es gehandelt und die Ergebnisse sind zumindest genehmer als die täglichen Umstände.
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06.09.2007 16:54 Uhr von opppa
 
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Ulan: Das ist kein Schwachsinn!

Die Träger der Heime wollen doch schließlich "nur" Geld verdienen! Sie bekommen j e d e n einzelnen Handgriff bezahlt. Und für ein Gespräch mit den alten Leuten gibt´s im Leistungsverzeichnis nun mal keine Position. Daher kann man das natürlich auch nicht abrechnen!

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