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Aufruf zu 'Deutsch statt Denglisch' nun auch in Österreich

Dem wachsenden Überhandnehmen von Anglizismen in der deutschen Umgangssprache will eine in Deutschland gegründete Stiftung jetzt den Kampf ansagen. Als Beispiele werden beispielsweise die Wortschöpfungen "gecancelt" und "Sale" angeprangert.

Nachdem bereits 50.000 Ideen dazu bei der Stiftung "Aktion Lebendiges Deutsch" eingegangen sind, ist nun auch in Österreich ein entsprechender Aufruf zur deutschen Wortfindung erfolgt. Eine Liste von "Beachparty" bis "updaten" liegt vor.

In Deutschland wurden von Befürwortern der deutschen Sprache so manche englische Begriffe, wie etwa "Airbag" ("Prallkissen") oder "Laptop" ("Klapprechner"), ins Deutsche übersetzt. Auf weitere Vorschläge für andere Vokabeln hofft man jetzt.


WebReporter: Luckybull
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Deutsch, Österreich, Aufruf
Quelle: www.nachrichten.at

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39 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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04.07.2007 19:27 Uhr von Luckybull
 
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Auf den Foren von http://www.nachrichten.at/... und auf der Seite der deutschen Stiftung http://www.aktionlebendigesdeutsch.de/...
kann eifrig mitgemacht werden. Für "Downloaden" oder "Smalltalk" muss es doch deutsche Wörter geben...
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04.07.2007 20:09 Uhr von trench
 
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klapprechner: sicher. sonst gehts noch?
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04.07.2007 20:15 Uhr von Hackforce
 
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Downloaden und Small Talk ^^: sicherlich gibts dafür auch deutsche wörter^^ aber das ist eigentlich nicht die art von anglizismen, gegen die man vorgehen muss....

ich habe vielmehr etwas gegen die ausdrücke die bereits etablierte deutsche wörter verdrängen sollen und eigentlich nur dem vortäuschen von kompetenz (sachverstand) dienen.^^

so und jetzt kann der plausch hier weitergehen ^^

wörter wie small talk hingegen sind meiner auffassung nach eher unproblematisch, da sie auf dauer wieder verschwinden werden...

in pseudo-wissenschaften wie der BWL weitet sich das ganze jedoch mittlerweile in vielfavacher beziehung zu einem problem aus...

zum einen haben die anscheinend manglenden englischkenntnisse einiger "experten" dazu geführt, dass einige anglizismen in der "deutschen (denglischen) fachsprache" vollkommen falsch definiert sind... was bei der verständigung zwischen deutschen und englischen fachkräften teilweise zu lustigen und teilweise zu fatalen missverständnissen führt ^^
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04.07.2007 20:20 Uhr von Jimyp
 
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Ich bin für "Denglisch"!
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04.07.2007 21:00 Uhr von kingkollo
 
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naja, teilweise vielleicht sogar richtig. Aber man sollte vielleicht nicht immer versuchen das Rad neu zu erfinden.
Die Amis sagen ja auch Kindergarden und Sauerkraut.

Hardware ist Hardware und nicht "Hartware".
Firwall bleibt Firewall und nicht Brandschutzmauer.
Ein Debugger wird hoffentlich auch nie zu einem "Entfehlernden" oder am besten zur "Person die Fehler in einem programmierten Text ausfindig macht und behebt."

Deutsch kann einfach nichts! xD

Mann kann sich auch anstellen. Wieviele Begriffe sind vom lateinischen ins deutsche übergegangen. Damals wurde auch nicht versucht die Begriffe neu zu erfinden.

Wir könnten ja auch hingehen und alle lateinischen Begriffe "endlich" mal verdeutschen! Wir sind doch hier in Deutschland und nicht im antiken Rom! *rofl*

Echt, wer keine Probleme hat, macht sich welche...
Ne ne...die eine Seite ist echt lustig:

Blaue Stunde anstatt HappyHour! lolstens sag ich nur!

Blaue Stunde? wo macht das denn Sinn? Blauer Montag, blaumachen... das hat alles nichts mit einer Stunde günstiger trinken gemeinsam! Da wäre selbst die wortgetreue Übersetzung "LustigeStunde" sinnvoller!

Wenn Anglizismen nicht die deutsche Sprache versauen:
So tolle Kreationen auf jeden Fall!

Naja, ich werd dann jetzt mal meine andere Rechenmaschine anschmeißen und hoffen das da nicht so viel Dosenschinken drauf ist....

Vielleicht werden einfach immer mehr Anglizismen verwendet weil die englische Sprache bessere Möglichkeiten bietet sich kurz auszudrücken.

Deutsch ist einfach...naja...unzureichend...
Deutsch und Englisch haben dieselben geschichtlichen Wurzeln, warum sollten sie auch nicht wieder nach und nach verschmelzen? Wir hätten ja auch direkt beim keltischen bleiben können. XD

Naja, aber wir können uns natürlich auch so anstellen wie die Franzosen... die alten "Sprach-Nazis" xD

Also lasst uns die manigfaltigen Begriffe der englischen Sprache neuentwickeln damit manche Leute endlich wieder ruhig schlafen können. :)

Und lasst uns ja nicht auf die Idee kommen unsere Sprache weiter zu entwickeln und vielleicht irgendwann
denglisch als Weltsprache zu haben! Das wäre natürlich fatal!

Deutsch vor 200 Jahren war was anderes als es jetzt ist, und in 200 Jahren wird es wieder was ganz anderes sein!

Ihr "ärgert" euch über Anglizismen?
Ärgert euch doch lieber über die Rechtschreibereformen!
Die zerstören die deutsche Sprache!! Es werden geschichtliche Wurzeln einzelner Wörter außer acht gelassen damit auch ja jeder Pisa-Schüler endlich mal Delphin richtig schreibt. Wenn es dann heißt, wie ist das Wort enstanden kann man dann sagen: Geschichtlich hat es den und den Hintergrund. Aber weil die deutschen immer dummer wurden hat man es irgendwann so geschrieben wie die Masse es früher falsch geschrieben hat...

Das ist definitiv schlimmer, da es wirklich die Sprachgeschichte außer acht lässt.

Aber wenn neue Wörte "entstehen" ist das doch gut so!
HappyHour ist halt die Stunde in der Getränke nur die Hälfte kosten.
Eine blaue Stunde hingegen gibts es unmittelbar nach der happy hour wenn die Leute abgefüllt sind und nur noch stundenlang blau in der Ecke liegen! ;)

In diesem Sinne:

Goodnight and have a wonderful evening!

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04.07.2007 21:24 Uhr von Dr. Colossus
 
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sprachen entwickeln sich stetig: schon mal was davon gehört? durch die anglizismen nehmen wir wörter in unsere sprache auf, die ihre wurzeln in verschiedenen sprachen haben, sogar in alten germanischen sprachen. englisch war nicht von anfang an englisch, es hat sich aus latein, keltischen, germanischen und französisch dialekten und sprachen entwickelt. startet doch mal nen aufruf, alle frankizismen aus der deutschen sprache zu verbannen. wir könnten ja damit anfangen, uns ein tolles wort anstelle von "garage" auszudenken.
lol, manche leute haben echt nichts besseres zu tun.
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04.07.2007 21:32 Uhr von Köpy
 
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So ein Schwachsinn. Daran wird sich eh keiner halten. Es sei denn nen Politiker aus Bayern hat wieder ne Gedankenejakulation und will uns diese Wörter verbieten, weil es die Jugend gefährdet.
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04.07.2007 21:40 Uhr von LeNoX_1987
 
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find ich gut: allerdings sollte man bei Computerzeug und so einfach die englischen Bezeichnungen lassen.

und auf Flughäfen natürlich, sind ja International

aber bei deutscher Werbung find ichs einfach dumm wenn dann kommt "feel the difference"

und *englisch* downloaden = *deutsch* runterladen ganz einfach
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04.07.2007 21:41 Uhr von meisterthomas
 
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Das gute ist, das ist gewiss, das Schlechte das ma: Das gute ist, das ist gewiß, das Schlechte das man läßt!

Wenn aber das Schlechte erst einmal zur Ungangssprache geworden ist, helfen auch keine klugen Wortschöpfungen mehr.

Englisch ist heute Weltsprache, aber auch das ist kein Grund, um an anglikanischen Titzen zu saugen und die eigenen zu vernachlässigen.

Englisch spricht der Kaiser in seinen neuen Kleidern, oder wie war das noch .....
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04.07.2007 21:42 Uhr von Nobunaga
 
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@Dr. Colossus: Es geht aber vor allem um solche Begriffe, wie sie Hackforce in seinem Beitrag beschreibt: englische oder englisch klingende Wörter/Floskeln/Euphemismen, die vorwiegend von dummen und verantwortungslosen Unternehmern und Werbefachleuten in Umlauf gebracht werden. Diese sollte man sehr wohl bekämpfen.

Übrigens: Je besser man Englisch kann, desto mehr tun einem die Anglizismen in der eigenen Sprache weh. Jedenfalls ist das meine Erfahrung.
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04.07.2007 21:52 Uhr von datenfehler
 
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Verschwendete Zeit Die Menschheit will doch zusammenwachsen. Jedenfalls behaupten das die meisten Leute. Eine GEMEINSAME Sprache ist für dieses Zusammenwachsen unabdingbar. Betrachtet man die Tatsache, dass viele Leute ihre eigene Muttersprache nicht beherrschen (und das sind keine Anglizismen schuld), braucht mir niemand damit kommen, dass man eben viele Sprachen lernen muss. Und die Anglizismen sind lediglich der Vorreiter der gemeinsamen Weltsprache. Sicher dauert das nich viele viele viele Jahrzehnte, aber es wird passieren (vorausgesetzt wir bomben uns nicht in die Steinzeit zurück oder verursachen so dramatische Klimakatastrophen, dass die Menschheit ersäuft). Aber sicher beisse ich mit dieser Meinung auf Granit, da viele Leute immer noch in ethnischen, religiösen oder sprachlichen etc. etc. etc. Gruppen denken... Schade eigentlich. Wir könnten schon viel weiter sein...
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04.07.2007 22:39 Uhr von jsbach
 
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Also einige Worte sind: schon fast nicht mehr aus der Umgangssprache zu verbannen. Wer den Ausdruck "Sale" noch nie gehört hat, wird wohl noch keinen Urlaub im Südlichen Europa verbracht haben. Viele meinen das Wort "Handy" käme aus dem Englischen...
nene, das ist eine rein deutsche Erfindung!
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04.07.2007 23:29 Uhr von usambara
 
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kindergarden das ganze. Sprachen ändern sich immer (weiter).
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04.07.2007 23:32 Uhr von denksport
 
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Klapprechner Das ist so lame, dass es schon wieder cool ist
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04.07.2007 23:40 Uhr von Götterspötter
 
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deutsch-tümmeln in Östereich :): jetzt fangen die auch mit diesem "shit" an ....

Ich stelle mir solche Typen die krampfhaft "unseren" Kulturkreis schützen wollen immer als irgendwelche Hinterwäldler vor die mit dem modernen Leben nicht klar kommen und zu faul sind sich (hier sprachlich) weiterzuentwickeln.

Also ? ich werde mir bestimmt nicht "meine" Kultur von irgendwelchen Kultur-Egoisten verbieten lassen, weil ich die Zukunft nicht ablehne und gerne in der Gegenwart leben :)
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04.07.2007 23:43 Uhr von McCantor
 
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Klapprechner finde ich klasse, sodass ich es selbst benutze.

Aber Fakt ist, dass es einfach für bestimmte "denglische" Wörte kein adäquates "deutsches" Wort gibt.

Wer nennt mir einen guten Ersatz für "Event"?
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04.07.2007 23:53 Uhr von Nobunaga
 
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HAAAALLO LEUTE: "Kindergarten", "überflüssig", bla bla

1) Die gemeinsame Weltsprache als einzige Sprache ist eine ILLUSION aufgrund gewisser im Menschen verankerter Gesetzmäßigkeiten.

2) Wer Sprachen vernichtet, vernichtet auch Kulturen. Wollt ihr das? Ich dachte, ihr seid für Multikulti und nicht für Vorherrschaft einer Sprache und Kultur.

3) Hand hoch, wer von euch kann wirklich Englisch? Und damit meine ich nicht "small talk", das kann jeder.

4) Es ist erwiesen, dass Leute, die mehrere Sprachen lernen, dadurch intelligenter werden. Sollte also kein Problem sein, dass jeder die eigene Muttersprache spricht. Englisch kann man ja als globale Zweitsprache etablieren (ist es ja im Prinzip schon). Das reicht vollkommen aus.

5) Schaut euch mal um. Es gibt schönere Sprachen als Englisch.

6) Was soll an dem Wort "Klapprechner" so schlimm sein? Es trifft die Funktion von der Bedeutung her viel eher als "Laptop".
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04.07.2007 23:55 Uhr von burzelmann
 
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Egal ob es wen interessiert Ich bin für englisch als verpflichtende Weltsprache und die Sprachen der jeweiligen Länder, als Regionalsprache.
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05.07.2007 00:15 Uhr von datenfehler
 
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Englisch als Hauptsprache JA, aber nicht als Zweitsprache.
Definitiv wäre die Weltsprache dann wesentlich wichtiger als die lokale sprache.
Ich spreche sehr gutes Englisch und nicht nur Small-Talk und auch relativ vernünftig Französisch (aber da eher nur small-talk*g*) und einige brocken italienisch bringe ich auch zusammen. Sicher wird man hirnmäßig fixer, wenn man Sprachen lernt, aber die breite Masse des Volkes hat mit einer Sprache schon Probleme (der Muttersprache!!!), da ist es unmöglich von denen zu verlangen, mehrere Sprachen zu lernen...
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05.07.2007 01:27 Uhr von McCantor
 
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@Gedeon: Das sind schon zwei deutsche Wörter. Würdest Du auch den Computerkurs für Senioren als "Event" bezeichnen?

Für mich ist ein "Event" eine Veranstaltung als Publikumsmagnet mit einem gewissen Unterhaltungsfaktor.

Sorry, ich habe schon des öfteren ein deutsches Wort für "Event" gesucht, aber bislang kein brauchbares gefunden. Sollte ich eins finden, werde ich das Wort "Event" zukünftig vermeiden, so wie ich mittlerweile "Klapprechner" für "Laptop", "Notebook" sage.

Genauso suche ich noch ein passendes Wort für "Trainer".
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05.07.2007 01:38 Uhr von Nobunaga
 
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@Gedeon: Genau, und wer versucht, seinen "laptop" tatsächlich auf dem Schoß zu halten, verbrennt sich sowieso nur die Eier. Von daher eine ziemlich doofe Bezeichnung :D
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05.07.2007 03:27 Uhr von wombie
 
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Teilweise nachvollziehbar: Das "ersetzen" bereits existierender deutscher Begriffe finde ich auch voellig unmoeglich. Krampfhaft Begriffe uebersetzen zu wollen die dagegen Wortneuschoepfungen darstellen ist dermassen bescheuert.

Speziell die Herren Betriebswirtschaftler und Politiker sind da ueberaus nervtoetend mit ihren pseudowissenschaftlichen Englisch-Importen. Statt intelligent zu klingen machen sie sich nur laecherlich.
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05.07.2007 05:50 Uhr von savra
 
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@Dr. Colossus: Völlig richtig, Sprache entwickelt sich stetig, und daher sind inbesondere die folgenden beiden Punkte bedeutsam:
1) Man sollte auf seine Sprache achten und sie pflegen, denn Wandel und Entwicklung bedeutet nicht automatisch den Wandel zum Guten und eine Weiterentwicklung; und negativen Wandel und negative Entwicklung gilt es, zu vermeiden.
2) Was macht Sprachentwicklung im positiven Sinne aus? Zum ganz großen Teil sind es der Bedeutungswandel und die Bedeutungserweiterung von Wörtern. Die Engländer und Amerikaner haben damit kein Problem, deren Sprache entwickelt sich vorbildlich, und uralte Wörter, Jahrhunderter oder Jahrtausende alt, werden für Technik aus dem 21. Jahrhundert benutzt, ihre Bedeutung also erweitert. Die Deutschen hingegen tun sich seit einigen Jahren sehr schwer damit, sie nutzen ihre Wörter nicht mehr, sie erweitern nicht deren Bedeutung und ändern sie nicht, und das ist ein Merkmal einer toten, einer sich nicht mehr entwickelnden Sprachen! Um der Not, die durch den Sprachstillstand entsteht, zu entgehen, müssen daher zwangsläufig Wörter aus anderen Sprachen aufgenommen werden. Du verdrehst hier Entwicklung mit Stillstand, denn es ist eben genau umgekehrt der Fall.

Zudem übersiehst Du, daß es drei Klassen der Anglizismen gibt: die verarmenden, worunter weit über 90% aller Anglizismen fallen; die differenzierenden Anglizismen; die sprachbereichernden Anglizismen. Sprachverarmende Anglizismen damit zu begründen, daß es Sprachentwicklung gäbe, ist schlicht Dummheit.

Und noch eine Sache übersiehst Du: Wie schon Goethe sagte, sollte eine Sprache Wörter in sich aufnehmen, kneten und formen, bis zu zum Teil der Sprache werden. Diese Anpassung hast Du etwa bei Wörtern wie Gurke, Zucker, Bank, Keks, während seit etwa einem Jahrzehnt Anglizismen nicht nur verarmend und verdrägend sind, sondern vor allem Fremdkörper bleiben. Sprachentwicklung ist heute vor allem eine Sache der Medien, sie wird vorgesetzt von Fernsehen, Radio, und Informationen werden mit ihr im Internet verbreitet, das heißt: Die heutige Situation ist eine ganz andere, als sie noch vor hundert Jahren war. Diese Situation gab es noch nie in der Geschichte, und ein Vergleich ist schon deswegen daher nur mit Vorsicht und Bedacht zu führen!
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05.07.2007 06:02 Uhr von savra
 
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@kingkollo: Es gibt einige tausend verarmende Anglizismen in der deutschen Alltagssprache, und denen stellst Du Kindergarden und Sauerkraut entgegen, die noch dazu sprachbereichernd sind? Vielleicht ist Dein Text Ironie, aber für den Fall, daß er es nicht ist: Hardware ist schlicht Ware, Teile, Geräte, Technik; die Firewall wird hier an der Hochschule Brandmauer genannt, nicht aber Brandschutzmauer; der Debugger liest sich als Fehlerfinder sehr viel einfacher denn als Entfehlernden, und letzteres läßt jeglichen Sinn für die deutsche Sprache missen.

Aus dem Lateinischen stammen viele Wörter, das stimmt, aber Du verkennst drei Dinge:
1) Wörter aus dem Lateinischen lassen sich in ihrer Laut-Buchstaben-Zuordnung und Grammatik sehr viel einfacher an die deutsche Sprache anpassen.
2) Sie wurden eingedeutscht, was bei verarmenden Anglizismen nicht der Fall ist.
3) Es gab auch damals Widerstand, beispielsweise von Campe, Wolff oder Zesen, und wenn Du heute Abstand statt Distanz sagst, dann verwendest Du so eine „Erfindung“, wie Du sie nennst. Oder nimmst Du Dich davon aus? Sagst Du Moment oder, lateinisch, m?mentum? Oder vielleicht sogar doch das von Zesen vorgeschlagene Augenblick? Schreibst Du Natur oder Natura, Becher oder Bacarium, Engel oder Angelus?

> Wir könnten ja auch hingehen und alle lateinischen
> Begriffe "endlich" mal verdeutschen!

Das sind sie bereits. Du würdest Dich wundern und ungläubig umsehen, sprächen und schrieben wir die Wörter aus anderen Sprachen, aus dem Griechischen, Arabischen, Lateinischen, Hebräischen, Französischen, Italienischen, Polnischen usw., die wir ins Deutsche übernahmen, nicht angepaßt. Der Einfluß auf die deutsche Sprache ist durch die zentrale Lage des deutschen Sprachraumes nämlich nicht unerheblich gewesen.

> Deutsch und Englisch haben dieselben geschichtlichen
> Wurzeln, warum sollten sie auch nicht wieder nach
> und nach verschmelzen?

Weil die beiden Sprachen nur noch wenig gemein haben. Das Englische nähert sich dem Chinesischen an, wird eine einsilbige Sprache und enthält von seinem ursprünglich Wortschatz nur noch wenige Wörter. Die Schreibung und Aussprache entwickeln sich zudem, anders als Deutsch, bereits seit einigen hundert Jahren auseinander. Außerdem hat das Englische nahezu alle Flexionen verloren, wodurch Wörter zwar oft eine Silbe kürzer werden, dies aber durch längere Satzstrukturen ausgeglichen werden muß, und auch darin ähnelt es dem Chinesischen. (Wobei das Chinesische in der Regel deutlich kürzer ist, beispielsweise tian yuan für origin of heaven. Das Englische hier ist auch noch nicht Einsilbig, aber ein Entwicklung dahin ist erkennbar.)

> Ärgert euch doch lieber über die Rechtschreibereformen!

Oh, das tue ich zu genügend, sorge Dich nicht darum.

> Aber wenn neue Wörte "entstehen" ist das doch gut so!

Wenn sie sich aber nicht deutscher Syntax und Grammatik fügen, wenn sie nur noch schwer handhabbar und flektierbar sind, also Fremdkörper und sperrig bleiben, dann hat man ein Problem.
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05.07.2007 06:21 Uhr von savra
 
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an verschiedene Leute: @burzelmann: Es interessiert nicht nur nicht, es paßt auch nicht zum Thema. Englisch ist nicht Denglisch, denn Denglisch versteht und spricht so gut wie niemand auf der Welt. Unrealistisch ist die Vorstellung zudem auch, daß sich Englisch nämlich zu Globisch entwickelt, zeichnet sich schon jetzt ab, so hat jede Kultur seine eigene Vorstellung von Wörtern und deren Bedeutung, wirkt mit ihrem eigenen Einfluß auf die Sprache und ihren Feinheiten.

@Nobunaga:
> Es gibt schönere Sprachen als Englisch.
Schönere, was subjektiv ist, und, je nachdem, was man sagen möchte, mächtigere – und davon gibt es tausende. Englisch als Kultursprache gibt es freilich auch noch, und es gibt auch in Großbritannien Sprachpflege, um diese zu erhalten. Mit dem internationalen Englisch oder gar unserem Denglisch hat das natürlich wenig gemein.

@Götterspötter:
Einer dieser Hinderwäldler ist zumindest Informatiker, Schwerpunkt Telekommunikation, der mit dem „moderenen Leben“ ganz gut zurechtkommt. Er ist bereit, sich sprachlich weiterzuentwickeln und beschäftig sich mit dem Thema als Hobby, wenn er auch nicht so viel Zeit dafür aufbringen kann, wie er gerne möchte. Derjenige denkt auch, daß Du Deine Vorstellung überdenken solltest. Daß verarmende Anglizismen, der Verlust von Wortschatz und Differenzierung – was nicht nur mit Anglizismen zusammenhängt – und das Vorsetzen und Machen von Sprache eigentlich nur noch von den Medien ausgeht, also kommerziell geprägt ist, eine Weiterentwicklung darstellt, mußt Du demjenigen allerdings erklären, denn das kann er nicht nachvollziehen.

@datenfehler:
Ob Monokultur – und Sprache und Sprachkultur gehören zur Kultur, sind eine Grundlage – ein Fortschritt ist? Die Geschichte lehrt uns anderes.

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