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Berlin: Lehrer wollen sich Tarifverträge erstreiken

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) plant für die kommende Woche bis zu 5.000 Pädagogen streiken zu lassen. So will man vom Land Berlin erzwingen, die Lehrer nach Tarifvertrag zu bezahlen.

So wird GEW-Sprecher Peter Sinram zufolge ab Dienstag "auf jeden Fall ein erstes Signal" gesetzt. Momentan verdienen viele junge Lehrer durch einen Zweidrittel-Vertrag nur 1.300 Euro netto. Das sind zehn Prozent weniger als in anderen Bundesländern.

Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) habe mittlerweile angeblich allen Jung-Pädagogen eine Vollstelle angeboten. Der Landeselternausschuss kritisierte die Streikwilligen: "Der Unterrichts-Ausfall geht eindeutig auf Kosten unserer Kinder."


WebReporter: divadrebew
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Berlin, Lehrer, Tarif
Quelle: www.berlinonline.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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10.06.2007 11:52 Uhr von divadrebew
 
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Hintergründe zum geplanten Streik findet der interessierte Leser hier:
http://www.gew-berlin.de/...
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10.06.2007 12:29 Uhr von opppa
 
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So ist das nun mal, wenn man als Arbeitnehmer auf das Streikrecht verzichtet.

Aber es besteht ja noch immer die Möglichkeit, daß "zufällig" zum Termin des verbotenen Streiks alle Lehrer krank werden; für Privatpatienten dürfte das doch nicht so schwer sein!
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10.06.2007 12:32 Uhr von Stix022
 
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versteh ich nicht: wieso müssen sie immer alle streiken? die sollen froh sein das sie n job haben... es gibt genug leute die an deren stelle treten würde. schade das man die streikenden nicht so einfach kündigen darf
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10.06.2007 13:25 Uhr von roost
 
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ich dachte beamte dürfen nicht streiken, und abgesehn von den junglehrern sind doch alle lehrer verbeamtet... ?
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10.06.2007 14:58 Uhr von Scorpio1284
 
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heutzutage wird nicht jeder verbeamtet: Zumindest hier in BW.
hier dürfen sich die Schulen die Lehrer aufgrund der neuen Autonomie selbst wählen.
die erhalten meist nur befristete verträge
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10.06.2007 15:16 Uhr von no_trespassing
 
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Tolle Eigendynamik! 1300 EUR netto? Und das für eine Amts- und Autoritätsperson mit höherer Verantwortung?
Da sieht man mal, wie weit die Löhne hier runtergedrückt wurden! Selbst 10% mehr wäre ein Witz. Das DOPPELTE müßte gezahlt werden.

Und in zahlreichen Schulen Berlins müßten nochmal dann 50% Gefahrenzuschlag gezahlt werden.

Kein Wunder, daß die Lehrer genauso demotiviert zu Werke gehen, wie die Schüler.

Und das ist die gefährliche Eigendynamik. Wenn schon die Lehrer es nicht mehr schaffen zu vermitteln, daß sich Leistung in der Schule lohnt, weil sie selbst als Akademiker mit Hungerlöhnen abgespeist werden, dann ist es wirklich in diesem Land zappenduster. Wo ist nochmal der Wirtschaftsaufschwung?

Dabei haben die Berliner doch eine sozial(istisch)e, linke Regierung, die für höhere Löhne steht. Sieht wohl eher nach kommunistischer Gleichmacherei aus. Nur keine Eliten!

Entsprechend sieht auch das Berliner Abi aus...wie sagte einer mal zutreffend? Das bescheinigt doch einem nur noch, daß man ein bißchen besser lesen, schreiben und rechnen kann als der Durchschnitt.
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10.06.2007 18:05 Uhr von GLOTIS2006
 
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@tres: das doppelte sollte also gezahlt werden? aus welchem grund denn? wenn ich mich an meine schulzeit zurückerinnere waren die lehrkörfte noch überbezahlt. und 1200 euro halte ich persönlich für absolut genug. man halte sich die ausbildung der lehrer vor augen und deren leistungen und halte sie mal neben die qualifikation von doktoranden aus der wirtschaftswissenschaft mit zusatzqualifikationen. die verdienen nämlich teilweise nur 3000 euro. die lehrer sollten nicht mehr gehalt bekommen, es sollte besser geld in das system investieren, denn das ist es, was die zukunft garantiert. die lehrerschaft sollte froh sein einen job zu haben.
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10.06.2007 20:50 Uhr von opppa
 
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no_trespassing: Hast Du schon mal einen motivierten Beamten gesehen?

Die sind genauso selten, wie schwarze Schimmel!
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10.06.2007 21:34 Uhr von MWDEU
 
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Hmm Tja, wenn man es ganz genau sieht, sind 1300 Euro, wohlgemerkt, bei 2/3 Arbeitszeit, doch ´ne ganz schön Menge Holz. Zumal man sagen muß, das sich das nach den Jahren ja auch noch steigert. Es kann ja nun nicht sein, daß man für 2/3 Arbeit, 3/3 Bezahlung möchte. Für die 10 % zu anderen Budnesländern sehe ich das aber ähnlich wie oben, obwohl in anderes Branchen in Berlin z. T. auch weniger verdient wird, als woanders...
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10.06.2007 21:36 Uhr von MWDEU
 
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Fehlerteufelchen: Soll natürlich "Bundesländer" heissen, und statt "anderes Branchen" anderen Branchen...
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10.06.2007 23:33 Uhr von no_trespassing
 
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@Glotis: >>das doppelte sollte also gezahlt werden? aus welchem grund denn?

In Polen und Tschechien sind die Netto-Gehälter teilweise schon bei 700 EUR/Monat angelangt. Dafür, daß wir das zehnfache BIP erwirtschaften ist das Gehalt pro Nase teilweise verdammt gering.


>>wenn ich mich an meine schulzeit zurückerinnere waren die lehrkörfte noch überbezahlt.

Ich kann mich erinnern, daß Lehrkräfte (Studienräte) zu meiner Zeit schon 5200 DM (2600 EUR brutto) verdienten.

>>und 1200 euro halte ich persönlich für absolut genug.

Ach du lieber Himmel. Wenn man Miete und Lebenshaltungskosten bestreiten muß, was bleibt einem denn dann noch unterm Strich?

>>man halte sich die ausbildung der lehrer vor augen und deren leistungen und halte sie mal neben die qualifikation von doktoranden aus der wirtschaftswissenschaft mit zusatzqualifikationen. die verdienen nämlich teilweise nur 3000 euro.
>>

Dann verdienen die Wirtschaftsdoktoranden auch zu wenig! 4500 EUR wäre das mindeste. Ein Jahresgehalt von 36000 EUR für einen promovierten Akademiker? Erzähl das mal einem Engländer oder Amerikaner. Die lachen sich darüber kaputt. Ich habe vor kurzem eine Lohnliste von einem mittelgroßen Technik-Unternehmen in einer boomenden Branche direkt eingesehen, gestaffelt nach der Betriebszugehörigkeit und der Position im Unternehmen. Mit 25.000 US-Dollar stiegen schon junge Leute ein, Wirtschaftswissenschaftler mit Promotion verdienten laut Abrechnung netto ab 60.000 Pfund. Kein Wunder, daß unsere guten Leute abwandern. Mit "Lohnzurückhaltung" hat selbst rot/grün die Leute nach unten gedrückt.


>>die lehrer sollten nicht mehr gehalt bekommen, es sollte besser geld in das system investieren, denn das ist es, was die zukunft garantiert. die lehrerschaft sollte froh sein einen job zu haben.
>>

Gute Leute könnten auch anderweitig beschäftigt sein. Im Ausland werden diese Leute gern genommen. In Skandinavien, England und den USA sind die Gehälter wie gesagt teilweise viel höher für qualifizierte Arbeit.
Natürlich sind die Lehrer in einer privilegierten Position, aber 15000 EUR netto pro Jahr ist für mich "working poor" in Deutschland.
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13.06.2007 10:49 Uhr von linkman4
 
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Lange Ausbildung und kein Geld: Man darf bei dieser Diskussion zum einen nicht aus dem Blick verlieren, dass die Lebenshaltungskosten in anderen Ländern auch komplett anders aussehen können. Da ist nicht nur wichtig, wieviel ich absolut verdiene, sondern auch, was dies relativ in Bezug auf meine Miete usw. bedeutet.

Zum anderen muss man bedenken, wie lange ein Lehrer unbezahlt seine Ausbildung absolviert. In anderen Berufen verdient man ebensoviel und macht sich dabei nicht tot - hat aber zudem bereits in der Ausbildung Geld verdient. Das ist vielen Studenten nicht vergönnt.
Staatliche Zuschüsse müssen meist zumindest teilweise zurückgezahlt werden. Arbeitet man neben dem Studium noch, um Geld zu verdienen, wird man den Abschluss wahrscheinlich später als andere machen, da das doch viel Zeit frisst. Naja, von Studiengebühren will ich gar nicht anfangen...
Aber ist denn das fair? Lange Ausbildung, in der man nichts verdient in einem Job, in dem man dauernd mit Kritik rechnen muss (nicht nur der Chef, nein, eine ganze Schar besorgter Eltern) und dann nicht mehr Geld als mancher Handwerker?

Als Lehrer ist man sich schon im Studium dessen bewusst, dass es das schöne Sofa dann eben erst einige Jahre später gibt. Aber wenn es dann soweit ist, sollte man es sich auch zulegen können ;)

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