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China warnt vor Sanktionen gegen den Sudan

Wie der kürzlich nominierte Gesandte Chinas bei seiner Reise im Sudan feststellte, würden die Sanktionen der westlichen Staaten nur den Friedensprozess verlängern und das Leid der Flüchtlinge erhöhen.

Während seines Aufenthaltes traf er örtliche Offizielle in der Hauptstadt Dafur, bevor er sich über die Lage in den Flüchtlingscamps Abu Shouk und As-Salam informierte, die zusammen 100.000 Menschen beherbergen.

China wurde im Vorfeld kritisiert, da man als Haupthandelspartner die sudanesische Regierung nicht dazu drängt, die Gewalt im Land zu unterbinden. Menschenrechtsgruppen forderten sogar dazu auf, die Olympischen Spiele in Peking zu boykottieren.


WebReporter: banani
Rubrik:   Politik
Schlagworte: China, Sanktion, Sudan
Quelle: english.aljazeera.net

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.05.2007 19:48 Uhr von cyhyryiys
 
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Schön: das Darfur ab und an auch mal bei SSN Thema ist. Vor allem da alle welt sich über G8 aufregt, den Völkermord in Darfur jedoch blindlinks ignoriert.
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23.05.2007 23:19 Uhr von Nobunaga
 
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Im Sudan gibts halt Öl. Aber da die rassistische Regierung dort nicht von den pösen pösen USA protegiert wird, regen sich viel weniger Leute darüber auf.
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24.05.2007 11:18 Uhr von JCR
 
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Ist ja auch Quatsch. Es wäre ziemliche Heuchelei, einerseits gegen ein Land wie Sudan Sanktionen zu verändern, während man ganz offiziell andere Krisenherde in der Redion mit Waffen beliefert.

Es gibt nunmal keine "guten Extremisten".
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24.05.2007 11:53 Uhr von Bleifuss88
 
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Sind die Chinesen: nicht die, die am Sudan so viel Geld verdienen? Würde mich nicht wundern, wenn die gegen Sanktionen sind. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.
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24.05.2007 19:34 Uhr von Nobunaga
 
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@Bleifuss88: Da liegst du leider vollkommen richtig. Die Regierung der USA und andere haben auch schon mehrfach versucht, bei dem Genozid in Darfur einzugreifen. Viel herausgekommen ist bislang noch nicht.
Übrigens wäre es auch von europäischer Seite sinnvoll, sich gegen die Kriege und Massenmorde in Afrika zu engagieren, denn ratet mal, wo sonst die ganzen Flüchtlinge hinkommen?
Richtig, zu uns.
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25.05.2007 14:16 Uhr von cyhyryiys
 
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Naja, bei den Pazifisten liest sich der Konflikt: so:

"S u d a n / D a r f u r : Der inszenierte Konflikt
Das Spiel mit der Weltöffentlichkeit

von STEFAN KRÖPELIN *

In Konkurrenz mit dem neuen »Global Player« China zielt die Strategie der gegenwärtigen US-Regierung auf den Zugang zu den afrikanischen Ölreserven. Im Sudan wurden hierfür die durch Bevölkerungswachstum und Unabhängigkeitsbestrebungen eskalierten Regionalkonflikte in Darfur instrumentalisiert. Die in den Medien sträflich einseitig dargestellte humanitäre Krise scheint dabei als Vorwand für militärische Interventionen benutzt zu werden, die – egal unter welcher Ägide – das bereits eingetretene Debakel verschlimmern, die Region weiter destabilisieren und wirkliche Hilfe für die leidende Bevölkerung behindern.

Im September 2004, kurz nach dem Folterskandal im Abu Ghraib – Gefängnis und als endgültig klar wurde, dass die Irak-Invasion auf einer absoluten Lüge aufbaute, schickte Präsident Bush den damaligen Außenminister Colin Powell in den Sudan, um der Welt zu verkünden, dass dort systematischer Völkermord und das Verbrechen des Jahrhunderts stattfände – für die US-Regierung eine willkommene Ablenkung von dem Irak-Debakel, bei dem nachweislich Hunderttausende von Irakern getötet und verstümmelt wurden.

Das verzerrte Bild

Seither zeichnet sich die Berichterstattung über Darfur durch Schwarzweiß-Malerei, Übertreibung und einseitige Schuldzuweisungen aus, anstatt objektiv die komplexen Ursachen und Akteure des Konflikts und die Konsequenzen der humanitären und militärischen Einsätze darzustellen. Geführt von den US-Medien und der BBC ist eine Vereinheitlichung der öffentlichen und politischen Meinung entstanden, die zumindest für Europa nicht zu erwarten war. »Sudan Reeves«, ein frei gestellter Literatur-Professor in Massachusetts, schreckt in seinen Artikeln und Aussagen vor dem US-Kongress selbst vor Vergleichen mit Auschwitz nicht zurück. Zurzeit gipfeln die Sudan-kritischen Aktivitäten in großformatigen Anzeigenserien und Demonstrationen mit Auftritten des Gouverneurs Schwarzenegger und Hollywood-Schauspielern und »Raus aus dem Irak – rein nach Darfur« – Parolen. Ein Blick auf die Unterstützer der »Save Darfur« – Kampagne zeigt die prominente Rolle neokonservativer, evangelikaler und Israel-naher Organisationen.

Anscheinend war auch Wole Soyinka, der kürzlich beschwor, dass sich »die Heere des sudanesischen Staates zum Endkampf in ihrem seit langem beschlossenen Vorhaben rassischer Vernichtung des Volkes von Darfur sammeln «[1], nie im Sudan, geschweige denn in Darfur. Aber warum sollte es bei dem nigerianischen Literaturnobelpreisträger von 1986 anders sein als bei den meisten Politikern, Journalisten, vorgeblichen Sudan-Experten und Fernseh-Moderatoren. Im besten Fall gründen sich die Nachrichten auf »Helikopter-Reportern«, die mit bereits vorgefasster Meinung für ein paar Tage angereist kommen. Es scheint die Regel zu gelten: Je weiter entfernt, oder je kürzer der Aufenthalt im Lande, desto einseitiger die Schuldzuweisungen, desto maßloser die Übertreibungen, desto unhaltbarer die Vereinfachungen. Selbstverständlich muss der Anblick unterernährter und leidender Kinder jeden Besucher und Fernsehzuschauer entsetzen, doch ist der suggerierte kausale Zusammenhang mit den ausgemachten Feindbildern längst nicht so gegeben wie es scheint. Seit Langem gab es Armut in Darfur, nur interessierte das erst mit dem Konflikt wahrgenommene Elend bis vor kurzem kaum jemanden, am wenigsten die US-amerikanische Regierung.

Die vereinheitlichten Schwarz-Weiß-Bilder verfehlen nicht ihre Wirkung mit einem identifizierten Feind, der »Dschandschawid« heißt und aus berittenen »Arabermilizen « besteht, die ethnische Säuberungen an der schwarzen afrikanischen Bevölkerung begehen und von einer »islamistischen « Regierung in Khartum gesteuert werden, die für alles verantwortlich gemacht wird. Der Sudan, der sich als erstes Land südlich der Sahara die Unabhängigkeit erkämpft hat, eignet sich als negative Projektionsfläche von jeher besonders gut. Der mutige Widerstand gegen die militärtechnisch grenzenlos überlegende Kolonialmacht Großbritannien am Ende des 19. Jahrhunderts wird bis heute als Gräueltat dargestellt.

Versuche, von der einförmigen Meinung abweichende Beiträge, Leserbriefe oder nur sachliche Richtigstellungen in deutschen Medien wie der Zeit, Spiegel, Stern oder Tageszeitung unterzubringen, blieben mit Ausnahme der Frankfurter Rundschau und der Süddeutschen Zeitung erfolglos. Ebenso in den Online-Diensten von CNN oder bei »Have Your Say« der BBC, wo sonst jeder noch so unbedarfte Kommentar ins Netz gestellt wird, und trotz wiederholter Beschwerden gegen solche Zensur. Lediglich im freien Internet lassen sich differenziertere Informationen und Meinungen finden, in Deutschland insbesondere auf den Seiten der Friedensforscher an der Universität Kassel [2]. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, UN-Personal und Diplomaten vor Ort, die schon länger mit der komplexen Situation in Darfur und
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25.05.2007 14:17 Uhr von cyhyryiys
 
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Part 2 der Relativierer: den angrenzenden Regionen vertraut sind, geben im privaten Gespräch freizügig ihre realitätsnähere Sicht der Dinge wider, scheuen sich aber, diese öffentlich zu wiederholen, um nicht gegen die Wände der Politik und der Medien zu laufen, bei ihren Vorgesetzten in den westlichen Hauptstädten anzuecken oder gar den eigenen Job zu riskieren. Doch jeder, der den Sudan und die Sudanesen aus eigener Anschauung kennt und mit jedem Aufenthalt mehr zu schätzen gelernt hat, ist durch die realitätsfremde Medienmeinung und Politik zur Gegendarstellung herausgefordert.[3] Auch auf die Gefahr der Unterstellung, das Unglück des Konflikts klein zu reden, die Schuldigen zu rechtfertigen, der sudanesischen Regierung gefällig sein zu wollen, Verschwörungstheorien anzuhängen oder Anti-Amerikanismus zu betreiben.

Hintergründe der Darfur-Krise

Will man den historischen, ökologischen, infrastrukturellen, demographischen und politischen Ursachen des Konflikts näher kommen, muss man weiter zurückgehen als die drei Jahre, seit denen der Darfur ins Bewusstsein westlicher Politiker und Medien gerückt ist. Der Sudan ist mit der siebenfachen Größe der Bundesrepublik Deutschland nicht nur das größte Land Afrikas, sondern auch das vielfältigste. Um die vorletzte Jahrhundertwende teilten sich die britischen und französischen Kolonialmächte auch den Nordosten des Kontinents ohne Rücksicht auf Bewohner, Stammesgebiete, Sprachen und landschaftliche Einheiten. Die höchst lehrreichen Werke der frühen Forscher Heinrich Barth und Gustav Nachtigal wurden kaum berücksichtigt. Als sich die bis heute wenig gelittene englische Kolonialmacht 1956 aus dem Sudan zurückziehen musste, verblieb das wohl künstlichste Staatengebilde Afrikas mit einer Vielzahl vorprogrammierter Probleme, die durch die zwiespältige christliche Missionierung in den südlichen Landesteilen um eine wesentliche Konfliktquelle erweitert war.

In Darfur herrschen von jeher für Europäer kaum vorstellbare Lebensbedingungen, die durch das extreme demographische Wachstum in den letzten Jahrzehnten noch erheblich verschlimmert wurden. Seit Ende der 1950er Jahre ist von einer Verfünffachung der Bevölkerung von ca. 1,3 Millionen Einwohnern auf sechs bis sieben Millionen auszugehen, also einer Verdopplung in weniger als 20 Jahren – eine fatale Entwicklung angesichts der begrenzten ökologischen Tragfähigkeit der Sahel-Zone und ihrer Anfälligkeit für Desertifikation, die vom Mensch verursachte Wüstenbildung. Durch den unaufhaltsam steigenden Bevölkerungsdruck nahmen Konflikte und Verteilungskämpfe um immer spärlicher werdende Ressourcen wie Wasser, Brennund Bauholz, Wild, und vor allem Ackerflächen und Weideland in drastischer Weise zu. Dazu kam eine Verschlechterung der Sicherheitslage durch immer mehr umherziehende Umweltflüchtlinge, Diebe und Räuber.

Neben anderen infrastrukturellen Defiziten liegt ein Hauptproblem der Marginalisierung des Darfur in der nach wie vor völlig unzureichenden Verkehrsanbindung an die anderen sudanesischen Landesteile. Schon die britische Administration übernahm keine Anstrengungen, den Darfur durch einen Anschluss an das Eisenbahnnetz aus seiner Isolation zu befreien. El Fasher, das Zentrum des westlichen Sudan, ist auf dem Landweg nur mit geländegängigen Fahrzeugen und über unbefestigte Pisten zu erreichen. Für die 1 500 Kilomenter lange Anfahrt von Khartum benötigt man bis zu einer Woche, während der Regenzeit sind die meisten Strecken unbefahrbar. So ist es in den letzten 200 Jahren auch keiner Macht gelungen, den entlegenen Darfur faktisch zu regieren.

Fairerweise muss erwähnt werden, dass jede sudanesische Regierung wegen der rasanten Bevölkerungszunahme vor riesigen Problemen steht, die naheliegenderweise zunächst in der durch massiven Zuzug rapide wachsenden Großregion Khartum angegangen werden. Die erst seit wenigen Jahren verfügbaren Erträge aus Erdöl, Gold und anderen Rohstoffen kommen in der boomenden Hauptstadt – im Gegensatz zu anderen afrikanischen Ländern – offensichtlich einer breiten Bevölkerungsschicht zugute, doch reichen sie bei weitem nicht zur Beseitigung der immensen regionalen Disparitäten im größten afrikanischen Flächenstaat.

Der Darfur wurde 1994 in drei administrative Einheiten aufgeteilt. Der subsaharische Teil von Nord-Darfur ist die Heimat kamel- und viehzüchtender Nomaden und Halb-Nomaden, die in ihrer großen Mehrheit den Stämmen der Zaghawa angehören. Der West-Darfur zu beiden Seiten des vulkanischen Djebel Marra wird hauptsächlich von sesshaften Ackerbauern, den Fur, Massalit, Daju und Berti, bewohnt. Der Süd-Darfur ist das Gebiet der Baggara, Vieh und Kamele züchtender Nomaden, die im 18. Jahrhundert eingewandert sind. Insgesamt gibt es über 80 Stämme in Darfur, die ihrerseits in unzählige Clans aufgeteilt sind. Kein Teil Darfurs war jemals ethnisch homogen und die Identitäten sind fließend.[4] Alle Bewohner des Darfur sind dunkelhäutig, sunnitische Muslime und sprechen Arabisch. »Sudan« bedeutet nicht ohne Grund
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25.05.2007 14:18 Uhr von cyhyryiys
 
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part 3: »Land der Schwarzen«.

So basiert schon die gängige Aufteilung in »Afrikaner« und »Araber« auf einem etymologischen Missverständnis. Von den Bewohnern Darfurs werden traditionell alle berittenen Viehzüchter als »Araber« bezeichnet. Auch die dämonisierten »Dschandschawid«, deren Name – ursprünglich durchaus in bewunderungsvollem Sinn – etwa als »Teufelskerle, die alle Grenzen überschreiten« zu übersetzen wäre, sind eigentlich nomadische Hirten und nicht von der Zentralregierung gesteuerte Killer. Schon leiden »arabische« Gemeinschaften in der Region unter der Stereotypisierung, dass sie alle Dschandschawid seien. Bei dem gängigen Vokabular darf natürlich auch das Unwort »islamistisch« nicht fehlen, das allgemein unreflektiert an Stelle von »fundamentalistisch« gebraucht wird (was allerdings für die gegenwärtige sudanesische Regierung kaum zutrifft) und eine Beleidigung für alle Muslime darstellt, solange man nicht auch von »christianistisch« spricht.

Zusammenbruch der Konfliktlösungsmechanismen und Eskalation der Regionalkonflikte

Der Darfur-Krise liegt der seit prähistorischen Zeiten bestehende Konflikt zwischen Nomaden und Sesshaften zu Grunde, welcher seit der Dürreperiode der 1980er Jahre kontinuierlich eskalierte. Aufgrund der Verknappung der Ressourcen und einer Ausweitung der Anbauflächen wurden seitdem von sesshaften Stämmen wie den Fur die Durchzugs-, Wasser- und Weiderechte der Kamel- und Rinderzüchter zunehmend eingeschränkt.

Traditionell lösten die Stämme ihre Konflikte um Zugangsrechte zu Brunnen und Landbesitz mit Hilfe lokaler Friedensschlichtungen (»mu ‘tamarat as-sulh«) oder zum Beispiel auch durch Heiratsschließungen, wodurch ein relativ friedliches Zusammenleben von Kamelzüchtern, Rinderhirten und Bauern gewährleistet wurde. Diese Konfliktlösungsmechanismen brachen Mitte der 1980er Jahre zusammen, als die (gewählte) zentralistische Numeiri-Regierung die lokalen Sultanatshierarchien zerschlug und der damalige Premierminister Sadiq al-Mahdi beschloss, seine Anhänger unter den Baggara mit Kalaschnikovs zu bewaffnen, um der sudanesischen Armee Hilfstruppen in ihrem Kampf gegen die von John Garang geführte südsudanesische SPLA (Sudan People’s Liberation Army) an die Seite zu stellen. Auch die in Süd-Darfur beheimateten Rizaigat kämpften zunächst im Süden, um ihre Waffen später in Land- und Wasserkonflikten gegen ihre nördlichen Nachbarn, die Fur, Massalit und Zaghawa, einzusetzen.

Kaum wahrgenommen von der westlichen Öffentlichkeit folgten daraufhin mehrere Regionalkonflikte, die schließlich in die heutige Situation mündeten. So kämpften 1990 die mit Regierungstruppen verbündeten Beni Halba gegen die die SPLA unterstützenden Fur. 1996 führten die Rizaigat einen Regionalkrieg gegen die Zaghawa und 1997 bis 1999 folgte der Konflikt zwischen den Massalit und Umm Jullul. Nachdem sich Anfang 2003 in den Verhandlungen zwischen Regierung und SPLA eine Annäherung abzeichnete, mussten die Fur und andere Stämme wie die Massalit und die wirtschaftlich einflussreichen Zaghawa befürchten, vom Prozess der nationalen Versöhnung und den Einkommen aus der Ölforderung im Zentralsudan ausgeschlossen zu werden.

Dies führte zur Bildung der »Sudanese Liberation Army « (SLA), die im Frühjahr 2003 im Jebel Marra den allgemeinen Aufstand ausrief, und später zur Gründung des »Justice and Equality Movement« (JEM). Mit ihren Toyota- Pickups mit aufmontierten Maschinengewehren, Granatwerfern, Panzerfäusten und koordiniert über Thuraya- Satellitentelefone griff die SLA unter Führung eines erfahrenen Kommandeurs mit großem Erfolg Polizei- und Armeeposten an. Dieser hatte schon 1990 mitgeholfen, den Zaghawa Idriss Déby von Darfur aus in der tschadischen Hauptstadt N’Djamena an die Macht zu bringen. Die relativ bescheidenen Regierungstruppen erlitten eine Reihe von Niederlagen, die in der Besetzung des Flughafens von El Fasher gipfelten, wobei zahlreiche Soldaten getötet, mehrere Helikopter und Flugzeuge zerstört und ein Luftwaffengeneral gefangen genommen wurden. Die so herausgeforderte Zentralregierung in Khartum reagierte – wie wohl jede andere Regierung in solchen Fällen – mit militärischen Vergeltungsmaßnahmen, die leider auch (wenig zielsichere) Bombardierungen vermuteter Rebellenstandorte einschlossen.

Das Ausmaß der Gewalt

Worauf stützen sich die allseits wiederholten Angaben von 200 000 bis 400 000 Opfern? Natürlich wird niemand annehmen, dass ein Konflikt wie in Darfur ohne furchtbares Leiden der Zivilbevölkerung ausgetragen würde. Niemand wird bestreiten, dass es in diesem wie in allen kriegerischen Auseinandersetzungen zu schrecklichen Menschenrechtsverletzungen, Brandschatzungen, Morden und Vergewaltigungen gekommen ist. Jedes einzelne Verbrechen ist zu beklagen und zu sühnen. Doch ist die Frage illegitim, ob es sich um Tausende oder um Hunderttausende Opfer handelt? Und ob die Täter allein auf einer Seite stehen? Vergeblich sucht man in den Medien und in den Bildsuchdiensten des Internets
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25.05.2007 14:20 Uhr von cyhyryiys
 
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Rest: auf der Seite der Friedensbringer

http://www.uni-kassel.de/...

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