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Australien: 600.000 Euro Entschädigung für Mobbing-Opfer

Der Australier Benjamin Cox wurde während seiner Grundschulzeit Opfer regelmäßiger und harter Mobbing-Attacken eines anderen Schülers. Dieser peitschte ihn beispielsweise mit Ästen oder versuchte ihn sogar zu erdrosseln.

Obwohl die Behörden um die Zustände wussten, griffen sie nicht ein. "Mobbing stärkt den Charakter", kommentierte ein Beamter des Bildungsministeriums einen hilferufenden Brief der Mutter. Heute ist Benjamin 18 Jahre alt - und bekam endlich Recht.

Ihm wurde vom obersten Gericht eine Zahlung in Höhe von 132.000 Euro zugesprochen. Weiterhin erhält er eine lebenslange Rente, was ihm letztendlich eine Entschädigung von 600.000 Euro einbringen dürfte. Die Behörden möchten Widerspruch einlegen.


WebReporter: madasa
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Euro, Opfer, Australien, Entschädigung, Mobbing
Quelle: www.spiegel.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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16.05.2007 10:35 Uhr von madasa
 
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Einfach unfassbar. Nicht nur die Tatsache, wie die Behörden die Fürsorgepflicht vernachlässigt haben - jetzt wollen sie auch noch gegen das Urteil Widerspruch einlegen. Für diese Dreistigkeit sollte die Zahlung geradewegs verdoppelt werden - auch wenn der Junge so oder so sein Leben lang Probleme haben wird.
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16.05.2007 11:09 Uhr von Hugo Tobler
 
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Mobbing ist Mord: Ich war selber ein Mobbingopfer. Wenn man das erste Mal gemobbt wird, weiss mann eigentlich gar nicht was einem wirklich passiert. Nach dem Selbstmordversuch und in der Anschliessenden psychiatrischen Behandlung wurde klar festgestellt, dass ich ein Mobbingopfer war. Ich habe in der zwischenzeit viele Mobbingopfer kennengelernt die durch das ihnen zugefügte Mobbing 100% invalid geworden sind. Viele machen Selbstmord. Die mehrzahl der Gerichte stufen Mobbing härter ein als Vergewaltigung (wobei ich das persönlich nicht richtig finde). Es ist auch interessant, dass, wenn Mobbing im Betrieb nachgewiesen werden kann, die Firmen hohe Strafen erhalten. Dies ist auch richtig so. Ich habe von Studien gelesen, dass der Wirtschaft duch Mobbing Milliardenbeträge verlustig gehen. In dieser Zeit mit viel Arbeitslosigkeit ist auch das Mobbing in Betrieben im zunehmen begriffen, Viele wollen sich dadurch, dass sie die Arbeitskollegen Mobben die Stelle sichern. Ich habe persönlich auch festgestellt, dass es meistens die Streber und die besseren Arbeiter sind die gemobbt werden. Es scheint so, dass die Durchschnittlichen nicht so gefährlich erscheinen, weil man von ihnen sich nicht bedroht fühlt.
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16.05.2007 14:15 Uhr von Hugo Tobler
 
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An mr. science: Lieber Leser und Kommentator. Es scheint auf den ersten Moment nicht nachvollziehbar zu sein warum man es beim ersten Mal nicht merkt wenn man gemobbt wird. Aber keiner der dich mobbt kommt und sagt dir: Hey, ich werde dich jetzt mobben! Nein, es werden dir wichtige Informationen vorenthalten, wenn du etwas wissen willst, hat keiner eine Ahnung, du läufst ständig ins Messer und weisst nicht warum, wenn etwas schiefläuft kommt man zu dir und macht dich dafür verantwortlich, aber alle sind verdammt nett zu dir. Du merkst plötzlich, dass deine Arbeit immer wieder ins leere läuft. und du erhälst keine unterstützung, aber wenn du aufmuckst, dann trösten dich alle. Es ist wie ein unsichtbarer kompltt gegen dich. Wenn mich heute jemand versucht zu mobben merke ich das blitzartig, aber das erste Mal begreift man einfach die Welt nicht mehr. Derjenige der mit besagtem Mobbing angefangen hat, war damls (noch) mein bester Freund. Er hatte es auf meine Stelle abgesehen, die er nach meiner Kündigung auch promot erhalten hatte. Es war ihm aber gelungen die ganze Belegschaft hinter meinem Rücken gegen mich zu mobilisieren. Als spätfolge bin ich heute durch die Medikamente die ich gegen die Depression nehmen musste Übergewichtig und habe meine Fröhlichkeit und Selbstsicherheit verloren. Ich wünsche niemandem so etwas zu erleben.
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16.05.2007 15:42 Uhr von fabiannet
 
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Traurig: Es ist echt traurig, wie dir Behörden dort reagieren.
Für mich wäre das Urteil noch zu milde! Der Seelische Schaden ist unbezahlbar. Ich hoffe das in der Revision das Urteil noch verschärft wird. Drückt dem Australier die Daumen!
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16.05.2007 19:18 Uhr von Hugo Tobler
 
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Lieber mr. science: Wie in einem der Kommentare klar festgestellt worden ist, wird der Begriff "Mobbing" inflationär benutzt. Das Heisst, es wird vieles Mobbing genannt was gar kein Mobbing ist. Ich bin in einer religiösen Randgruppe gross geworden und ich musste mich immer gegen Ausgrenzung bis hin zu tätlichen angriffen wehren. Ich hatte sogar aus diesem zweck Karate und Judo gelernt um mich (erfolgreich übrigens ) zu verteidigen. Das war mir nie ein Problem, das war aber auch kein Mobbing. Ich wusste, dass mir von meinen intoleranten Mitmenschen sehr viel Schaden zugefügt wird, aber eben, es war nie existenziell und heimtückisch. Es ging auch um die Religion und nicht um mich. Aber beim Mobbing ist es immer Existenziell und auf die Person bezogen. Ich glaube das ist der grosse Unterschied. Im weiteren bedanke ich mich für Ihre anständige Kommunikation, was in diesen Foren nicht immer selbstverständlich ist.
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16.05.2007 20:11 Uhr von Nobunaga
 
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Zur Diskussion: Außerdem kommt noch hinzu, dass Menschen, denen ihr ganzes Leben lang eingeredet wird, sie seien Dreck, dies auch irgendwann selber glauben (siehe Frauen in gewissen Ländern, aber das ist ein anderes Thema). Dadurch wird die Aufklärung und Beseitigung solcher Zustände zusätzlich erschwert, und es entwickelt sich oft ein Teufelskreis.
Wenn die misshandelte Person hochintelligent ist, kommt es oft vor, dass sie sich zu einem Verbrecher entwickelt (Achtung an alle Klugscheißer und alle diejenigen, die nie Mobbingopfer, sondern immer nur Täter waren: dies ist KEINE Rechtfertigung irgendwelcher Gewalttaten!). Die Täter picken sich bevorzugt solche Leute heraus, die es schwer haben sich zu artikulieren (unabhängig vom Intelligenzniveau). Diese neigen dann manchmal dazu, entstandene, scheinbar anderweitig nicht lösbare Probleme mit Gewalt anzugehen. Dabei treffen sie natürlich hauptsächlich Unschuldige. Und sofort geht das scheinheilige Geschrei der Gesellschaft wieder los und die Killerspiele oder irgendwas anderes sinds gewesen.
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16.05.2007 21:10 Uhr von rundes3eck
 
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Meiner Meinung nach sollte der Widerspruch klar abgelehnt und der Beamte mit dieser Aussage entlassen werden.
Außerdem: Wer versucht jemanden zu erdrosseln gehört eh weggesperrt!
Zur Diskussion würde ich acuh gerne sagen, dass mr.sience vlt. grade deswegen, weil er in einem harten Umfeld aufgewachsen ist, sich acuh dagegen abgehärtet hat. Ich selber bin acuh Mobbingopfer und da ich aus sehr ruhigem Umfeld komme habe ich auch lange nichts unternommen und habe auch überhaupt nicht verstanden "worum" es ging. Erst nach langer Zeit, in der ich auch Selbstmordgedanken hatte fange ich nun an endlich wieder Kraft zu schöpfen und wieder mein Leben aufzubauen. Trotzdem hat alles einen großen Schaden hinterlassen und ich denke, dass solche Taten niemals gerechtfertigt werden können. Und das schlimmste ist wirklich, dass die meisten Täter niemals bestraft werden und da kann ich schon ein Stück weit verstehen warum manche Leute sich an denen rächen - wobei das keine Rechtfertigung ist und niemals sein wird!!! - nicht das dass wieder falsch verstanden wird -.-
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16.05.2007 23:39 Uhr von jsbach
 
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Sowas habe ich: auch noch ni´cht gelesen. Und dann noch Widerspruch?
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16.05.2007 23:46 Uhr von Bleifuss88
 
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War auch Mobbingopfer: Hätte man das damals in der Klasse nicht zur Sprache gebracht hätte wohl längst einen Amoklauf mehr gegeben. Dieses Thema darf nicht togeschwiegen werden. Die ach so bösen Killerspiele sind gar nichts dagegen. Und ganz klar: Als Mobbingopfer wird man auch erst sämtliche Täter zuerst bestrafen (harmlos wäre direkt erschießen, schlimmer eine längere Quälerei) bevor man sich selbst tötet. Ich habe wirklich selber mal mit diesen Gedanken gespielt.
Zum Glück kam alles noch rechtzeitig raus und die Sache wurde geklärt. Aber ganz klar: Solche Mobbingaktionen dürfen nicht einfach so leichtfertig hingenommen werden. Da kommt einem wirklich die galle hoch, wenn man von diesen Behörden liest. "Mobbing stärkt den Charakter" - so weit, bis das Opfer zu Täter wird.

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