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Die ' Zugvogel-Industrie' und die Löhne in Osteuropa

Die Wettbewerbsvorteile Osteuropas schwinden zunehmend durch gewerkschaftliche Forderungen nach Lohnerhöhungen, während die Produktivität nicht mithalten kann. Die Firmen ziehen bereits weiter in den Osten oder kommen zurück nach Deutschland.

Als Beispiel wird das Tochterunternehmen von VW genannt. Mitte letzten Monats führten dort die Beschäftigten Warnstreiks durch und fordern 24 Prozent mehr Lohn. Es wird erwartet, dass sich Beschäftigte anderer Unternehmen diesen Forderungen anschließen.

Erzielt wurden aber nur 13 Prozent. Dies alarmierte die Investoren. In den neuen EU-Staaten stiegen die Löhne schneller als die Produktivität. Es wird sich bereits in Rumänien und Bulgarien umgesehen bzw. eine Rückkehr nach Deutschland wird erwogen.


WebReporter: christi244
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Industrie, Lohn, Osteuropa
Quelle: www.financial-times.de

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44 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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05.05.2007 23:07 Uhr von christi244
 
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Nun ja, im Grunde war es doch klar bzw. ist es, dass sich die Beschäftigten in Osteuropa nicht sehr lange zu Hungerlöhnen benutzen lassen. Was heute für Tschechien, Polen, Ungarn, etc. gilt, wird morgen in Rumänien und Bulgarien ebenso passieren. Zurückbleiben wird "verbrannte" Erde und die kurze Freude über den augenblicklichen Boom wird der Erkenntnis weichen, dass der Zug der Ausbeutung noch sein Ziel noch längst nicht erreicht hat.
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06.05.2007 10:41 Uhr von Mi-Ka
 
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Rumänien??? Die meinen schon das Land, welches zu wenig Arbeiter hat, in der Betriebe bereit sind, die Arbeiter durchs halbe Land zu karren, nur damit sie bei ihnen schaffen (natürlich noch immer für einen Hungerlohn).
Ja, dann sollen sie dort halt noch ein paar Firmen eröffnen und hoffen, dass sich Arbeitnehmermangel nicht auch in höheren Lohnansprüchen umsetzt.
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06.05.2007 10:47 Uhr von christi244
 
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Mi-Ka: Aber auch dort würden sie letztlich nicht länger bleiben ... . Es ist ein Trugschluss, dies zu glauben. Und ... sie wissen es auch. Das Ende der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht.
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06.05.2007 10:55 Uhr von Elvy
 
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Hallo Christi: Mich interessiert es auch, wo die Reise irgendwann zunächst einmal ihr Ende finden wird. Dass die Unternehmen erstmal wandern ist ohnehin klar. Ich glaube aber, wir sollten uns dafür einsetzen, dass deren "Produktivitätsverluste" in EU-Neuland nicht mehr in D steuerlich berücksichtigungsfähig sind. Dann könnte ich mir nämlich vorstellen, dass sie sich derartige Wanderungen erstmal mehr als überlegen würden.
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06.05.2007 11:05 Uhr von christi244
 
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Hallo Elvy: Genau diesen Punkt sehe ich nämlich auch. Allerdings wird dieser Umstand hier im Lande so gut wie totgeschwiegen. Nur ab und zu findet dies sogar in den Medien Erwähnung.

Außerdem läßt sich genau an dieser Geschichte bestens ablesen - für mein Empfinden - wie eng Politik und Wirtschaft miteinander verklüngelt sind.
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06.05.2007 11:13 Uhr von christi244
 
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Mi-KA: Hier hast Du Deine Erklärung für die "niedrige" Arbeitslosigkeit in RU:

>Eine Erklärung für die relativ niedrige Arbeitslosigkeit bei einer gleichzeitig niedrigen Erwerbsquote ist auf der einen Seite die massive Abwanderung erwerbsfähiger Arbeitskräfte in den vergangenen Jahren. Etwa 3 Millionen Rumänen arbeiten in europäischen Nachbarländern. Die meisten von ihnen in Deutschland, Italien und Spanien. <

http://www.europaserviceba.de/...

Hinzu kommt die Korruption im Lande, über die sich nun auch schon einige Länder beschwert haben in der EU. Und die scheint in RU ihr Übriges zu tun, die Arbeitslosenzahlen auf einen guten Stand zu bringen:

>Auf der anderen Seite blüht die Schattenwirtschaft. Offizielle Stellen schätzen, dass etwa 1,2 Millionen Arbeitskräfte in diesem Wirtschaftssektor tätig sind. Der informelle Arbeitsmarkt bietet eine große Anzahl von Arbeitsmöglichkeiten im Niedriglohnsektor für gering qualifizierte Arbeitskräfte, die auf dem offiziellen Arbeitsmarkt keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben.<
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06.05.2007 11:51 Uhr von Troll-Collect
 
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@Elvy: "Mich interessiert es auch, wo die Reise irgendwann zunächst einmal ihr Ende finden wird"

In China offenbar nicht, denn von dort ziehen sie inzwischen weiter nach Vietnam - wegen der Lohnkosten!
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06.05.2007 12:39 Uhr von Malik2000
 
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Und das war so überraschend? Das wäre jedem logisch denkenden Menschen klar gewesen. Polen, Slowenen und Co arbeiten nicht auf alle Ewigkeit für lau und bezahlen trotzdem immer mehr für das tägliche Leben (wie bei uns).

Ich warte ja noch auf die ersten Forderungen der Wirtschaft, China in die EU aufzunehmen.
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06.05.2007 12:40 Uhr von Malik2000
 
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Nachtrag: Geschieht diesen Heuschrecken übrigens Recht. Sie haben wegen dem Preis schlechtere Qualität in Kauf genommen. Bald haben sie schlechte Qualität zum gleichen Preis wie vorher. Das kauft dann keiner mehr und die Firmen sind im A.....
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06.05.2007 12:54 Uhr von JCR
 
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Ja, könnte sein, dass sich die Investoren wieder auf das Gütesiegel "Made in Germany" besinnen.

Bleibt zu hoffen, dass besagte Investoren sich nicht nur in der EU niederlassen, um reichlich Subventionen zu kassieren (siehe "Dow Chemical" im Osten).
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06.05.2007 13:02 Uhr von christi244
 
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Troll: Klar, dass China nicht das Ende der Fahnenstange sein wird, denn auch die Chinesen werden nicht lange mitspielen. Ich glaube eher, dass diesbezüglich erstmal kräftig abgegrast wird, solange es irgend machbar ist bis wir dann - hoffentlich genauso weltweit - dahin zurückkehren können, dass jeder Mensch sich von seinem Lohn selbständig in Würde ernähren kann. Vorher aber wird sicherlich auch noch der afrikanische Kontinent abgegrast werden ... obgleich sich dort ... am Beispiel Ghana ... auch bereits Richtungswandel bemerkbar machen.
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06.05.2007 13:06 Uhr von christi244
 
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Malik: China wäre für diese Heuschrecken eher fatal. Denn die Chinesen machen ihnen Beine. Zwar noch bewegen sich dort die Lohnkosten auf niedrigem Niveau ... siehe Beitrag Troll. Hinzukommt, die Chinesen sind so drauf, dass Du in China nichts verkauft bekommst, wenn Du nicht eigene Produktionsstätten errichtest. Also quasi doppelte Absicherung. Und hier bewegen wir uns dann zu einer zweiten Geschichte: Know How ;-).
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06.05.2007 13:08 Uhr von christi244
 
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P.S. Malik: Insofern könnten wir von den Chinesen einiges lernen in Sachen Absatz und Produktion.
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06.05.2007 13:16 Uhr von christi244
 
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JCR: Ich würde das nicht so sehr auf das Gütesiegel jetzt beziehen. Wichtig wäre es letztlich, dass wir uns nicht mehr gegeneinander ausspielen liessen, wie bisher und unseren jeweiligen Politikern Dampf machten, denn sie sind es die diesen Heuschrecken Tür und Tor öffnen. Mein Traum wäre es, eine Welt, in der niemand zu Sklavenlöhnen arbeiten und davon leben muss.

Und speziell hier im Lande, wenn wir natürlich weiterhin diese Türöffner wählen, so werden wir sicherlich noch lange darauf warten können, bis diese Reise ENDLICH ihr Ende findet.
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06.05.2007 13:38 Uhr von Malik2000
 
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@ Christi: Aber selbst die Chinesen wissen, dass die Qualität, die sie produzieren ein Haufen AA ist.

Ich kann Dir entweder einen Tonkrug in einer Stunde formen oder ich mache Dir 10. Der eine sieht dann gut aus. Die 10 ... naja, sie halten dicht, aber sonst .... aber die 10 verkaufe ich Dir dann trotzdem für 80% des Preises, als wenn ich einen guten gemacht hätte. Gutes Geschäft?
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06.05.2007 13:50 Uhr von christi244
 
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Malik: Soll sein, aber ich denke einmal auch diesbezüglich wird ein Umdenken erfolgen, denn sie müssen letztlich auch verkaufen. Und zum Thema "Autos" aus Asien ... also, ich seh da keinerlei relevante Unterschiede zwischen einem Kia und einem Golf.
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06.05.2007 14:21 Uhr von Elvy
 
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Troll Collect: Das Traurige daran ist, dass es zu viele "Hungerländer" gibt, über die diese Unternehmen herfallen können.

Vom Empfinden geht es mir ähnlich wie Christi, aber zunächst einmal glaube ich nicht an eine solche Gleichstellung aller. Allerdings, und das sehe ich schon, wir hätten die Möglichkeiten, unseren Politikern den von uns gewollten Weg zu zeigen. Und das bedeutet, ihnen klar zu machen, dass wir mit dem Aushebeln unserer sozialen Strukturen keineswegs einverstanden sind, dass die migrationswilligen Unternehmen, gerne gehen können, aber dann in unseren Bereichen auch keinen Absatz mehr finden können, ganz zu schweigen von steuerlichen Vergünstigungen in Bezug auf ihre ausländischen Töchter.
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06.05.2007 15:03 Uhr von georgebush
 
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Heuschrecken: Hoffentlich gehen diese Heuschrecken alle Pleite
und nehmen diese Lobbyistenbande gleich mit.
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06.05.2007 15:53 Uhr von chaoslogic
 
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In 200 Jahren um die Welt: Da zieht eine Firma Richtung Osten um die Lohnkosten zu senken, baut dort Werke auf, sorgt dafür das Leute in Lohn und Brot stehen und für eine Erhöhung des Lebensstandards.
Unweigerlich beeinflußt das auch die Wirtschaft dieses Landes durch erhöhung der Lebenshaltungskosten.
Wird der Firma die Lohnforderung zu hoch werden die Zelte abgebrochen und ein Großteil der Arbeiter ist Arbeitslos.
Die Firma zieht weiter östlich und hinterläßt verbrannte Erde.
Eine Erdumrundung in nur 200 Jahren ist damit sicher möglich.
In 200 Jahren ist es auch gut möglich das die Lebenshaltungskosten dann in Deutschland so im Keller sind das wir hier das Billiglohnland sind.
Nur allerdings wird dann wirklich keiner mehr Wert auf das Siegel "Made in Germany" legen.


P.S.: Eins wird aber wohl dann noch existieren, Ost- und Westdeutschland.
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06.05.2007 17:49 Uhr von christi244
 
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200 Jahre? Chaos, ich glaube, es sind keine 200 Jahre dazu notwendig, um verbrannte Erde zu produzieren.

Das einzig Notwendige bleibt die kontinuierliche Erweiterung der EU in jedwede Richtung. Und ... wenn ich mich nicht so ganz täusche ... wir werden uns noch sehr wundern, was so alles zu Europa gehören wird.

Die Heuschrecken werden schon klar sagen, was sie wollen. Solange wir uns nicht darum kümmer, ein EU-intern einheitliches Steuersystem zu schaffen und vor allem bei uns derartige Praktiken steuerlich praktikabel machen, so lange wird sich nichts ändern und die Ausbeutung kann weiterhin ihren Laufe nehmen.
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06.05.2007 19:03 Uhr von vorGebrauchschütteln
 
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Normale Entwicklung: Es ist doch normal, dass Betriebe dorthin umziehen wo es die billigsten Arbeitskräfte sind. Das nennt man wirtschaftliches Denken.

Ich sehe die Zukunft eher darin, dass die Betriebe irgendwann einen festen Standort finden und dafür die Mitarbeiter aus der ganzen Welt kommen werden. Die Welt wird nunmal kleiner und ich kann mir vorstellen, dass es in einigen Jahren nichts aussergewöhnliches sein wird täglich mehrere hundert Kilometer zur Arbeitsstelle zu fahren.

In diesem Fall sehe ich die Globalisierung nicht schnell genug voranschreiten.

Immerhin verschwenden die Unternehmen viele Ressourcen durch die ganzen Umzüge.
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06.05.2007 19:27 Uhr von christi244
 
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Gebrauch: >Es ist doch normal, dass Betriebe dorthin umziehen wo es die billigsten Arbeitskräfte sind. Das nennt man wirtschaftliches Denken.<

Dagegen ist gar nichts zu sagen, im Grunde. Aber eine Menge ist dazu zu entgegnen, wenn diese Unternehmen ihre etwaigen Verluste hier im Lande steuerlich berücksichtigen können.

Wanderst Du aus, so kannst Du etwaige Verluste hier durchaus nicht mehr steuerlich berücksichtigen. Es ist ausschließlich Dein Risiko. Darum geht es.
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06.05.2007 19:45 Uhr von Elvy
 
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Christi: Das ist richtig. Und ich würde sogar noch eine Stufe weitergehen, nämlich jeden bewusst zerstörten Arbeitsplatz durch Auslandsverlagerung besteuern.
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06.05.2007 19:47 Uhr von christi244
 
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Ja Elvy: in diese Richtung gehen meine Gedankengänge ebenso. Was aber ebenso wichtig wäre, politische Korruption unter Strafe stellen, und zwar glasklar definiert.
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06.05.2007 21:49 Uhr von Elvy
 
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Christi: Ich fürchte aber, die Bestrafung von politischer Korruption wird es in diesem Lande niemals geben. Es wäre sicher erreichbar, wenn die augenblicklichen Nichtwähler einsteigen würden und ihr Mißfallen über die Zustände im Lande per Wahlzettel zum Ausdruck brächten.

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