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Brasiliens neuer Weg im Kampf gegen Aids: Patentbruch für Medikament

Brasilien geht einen neuen Weg im Kampf gegen Aids. Der lateinamerikanische Staat hat offiziell das Patent eines Medikaments gebrochen, welches im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit helfen soll.

Brasilien ist somit das erste Land weltweit, welches diesen Schritt bis zur Vollendung geht. Bisher hatten Länder wie Thailand - oder auch Brasilien selbst - nur mit Patentbruch gedroht. Betroffen ist das Medikament Efavirenz.

Durch den Patentbruch garantiert Brasiliens Präsident da Silva einen Preisrückgang von 72 Prozent. In Brasilien gibt es über 200.000 registrierte HIV-Patienten, von denen 75.000 Efavirenz auf Staatskosten bekommen.


WebReporter: venomous writer
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Kampf, Brasilien, Medikament, Weg, Patent, AIDS
Quelle: www.spiegel.de

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31 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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04.05.2007 21:41 Uhr von venomous writer
 
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Wenn ich zum Arzt gehe, brauche ich persönlich für meine Medikamente nicht bezahlen. Als ich neulich ohne Umweg den Gang zur Apotheke machte, um mir ein Mittel gegen Bronchitis zu holen, welches mir als Wirksam bekannt war, dachte ich beim bezahlen ich hätte Firmenanteile des Herstellers erworben. Wenn ich Bedenke, dass der Staat Brasilien nach wie vor 1,59 US-Dollar pro Einheit bezahlt, obwohl es auch billiger gehen könnte, dann finde ich den Schritt des Patenbruchs legitim.
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04.05.2007 22:04 Uhr von christi244
 
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Venomous: Ich kann Deinen Kommentar nur unterschreiben. Und, es bleibt zu hoffen, dass auf diese Weise langsam aber sicher die Macht der Pharmaindustrien gebrochen wird, die mittlerweile tatsächlich mit aktiengleichen Preisen ihre Medikamente auf den Markt bringt.
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04.05.2007 22:58 Uhr von Curse
 
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Ihr habt doch gar keine Ahnung, was solch ein Produkt in Forschung und Entwicklung kostet...
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04.05.2007 23:03 Uhr von christi244
 
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Curse: Du irrst ... mir ist schon klar, dass die Entwicklung von Medikamenten ungeheures Geld verschlingt ... aber mir ist auch klar, dass die Pharmaindustrie beinahe preistechnisch eine Monopolstellung hat und dies bedeutet, sie kann kalkulieren, wie sie will.
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04.05.2007 23:32 Uhr von myfurde2
 
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traurige Entwicklung Sollten anderen Staaten folgen werden die Pharmakonzerne die Ausgaben für die Forschung massiv beschneiden und die Leidtragenden sind wir ALLE.

Die Patente auf Medikamente halten doch eh nur 25 Jahre (oder sogar weniger) wer da nicht warten kann und so einen dreisten Diebstahl begeht der sollte auch harte Konsequenzen zu spüren bekommen.

Patentbruch ist Diebstahl und bei Medikamente zutiefst verwerflich.
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04.05.2007 23:43 Uhr von christi244
 
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traurige Entwicklung für wen?

Es geht nicht um Patentklau, sondern darum, Monopolmißbrauch zu knacken. Und, wenn dazu dieser Weg notwendig sein wird ... dann bitte. Es geht um das menschliche Überleben.

Die Monopolisten machen es uns vor, wie es läuft ... von daher ... legitim. Zumindest wird es bedeuten, dass, wenn dieser Weg weiter beschritten würde, Entwicklungsländer auch aus ihren Medikamentproblemen herauskämen ... und wir uns - Internet macht es möglich - auch dort eindecken könnten irgendwann in ferner Zukunft.

Sieh Dir allein das Preisgefälle in Sachen Medikamente zwischen D und NL an. Der Weg über die Grenze lohnt in jedem Fall.
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05.05.2007 00:59 Uhr von Curse
 
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@ christi: Nix Monopol... es gibt bedeutend mehr Pharmahersteller, als z.B. Autoproduzenten. Gibt es nun ein Automobilmonopol?
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05.05.2007 02:29 Uhr von Kampfpudel
 
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@Curse: Wenn das erste Auto AIDS oder Krebs heilt, hat dessen Hersteller das absolute Weltmonopol. Das liegt daran, daß den Menschen ihre Gesundheit wesentlich wichtiger ist als ein Auto - oder worauf würdest Du lieber verzichten?
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05.05.2007 08:09 Uhr von christi244
 
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curse: Es gibt auch wesentlich weniger Stromerzeuger als Autohersteller ... und dennoch gibt es ein Monopol und Preisabsprachen. Nichts anderes ist es bei der Pharmaindustrie. Auf Autos sind wir letztlich nicht angewiesen, auf Strom und pharmazeutische Produkte schon.
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05.05.2007 09:05 Uhr von christi244
 
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Update an Curse: Das Monopol der Pharmahersteller ergibt sich nicht aus ihrer "Anzahl" sondern aus ihren Produkten. Was nutzt Dir das tollste Auto, wenn Du krank bist? Und hier ist die Schnittstelle zu den Stromerzeugern. Ebenso übrigens auch zu den privaten Versicherern.
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05.05.2007 09:32 Uhr von phase4
 
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@myfurde2: 25 jahre sind für einen Aids Kranken schon eine lange Zeit...

ich finde den Weg den Brasilien da geht in Ordnung.
Nur sollten sie das Medikament dann auch nach Afrika exportieren...damit die Menschen dort auch was davon haben...

In Afrika stirbt eine ganze Generation weg...
Und die Pharmakonzerne können trotz diesem verlust auch weiter leben.....
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05.05.2007 09:38 Uhr von christi244
 
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Phase: Es könnte zu einer diesbezüglichen Kettenreaktion kommen, wenn sich andere Länder, besonders die der sogenannten Dritten Welt eben dieser Praxis anschließen.
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05.05.2007 09:46 Uhr von phase4
 
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@christi: die Gefahr besteht ..OK
aber nur wenn es billiger ist das Medikament selber zu produzieren....

Die Pharma Industrie produziert doch selber in Billiglohn Ländern wie Brasilien...
also sehe ich da kein Problem....

Ein Beispiel:
Ein Krebs Medikament ( Chemotherapie) ist in der BRD 200 x teurer als in den USA
Nur weil die Kassen hier alles schön bezahlen...
in den USA kann das keiner bezahlen da kaum jemand Versichert ist...
Folglich währe der Bedarf mangels NAchfrage recht gering da die Patienten mangles Kapital weg sterben...

erkläre das bitte ! Die Pharma Riesen beuten aus wo es nur geht....

sorry...
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05.05.2007 10:02 Uhr von christi244
 
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Phase: Stimmt.

Klar produzieren die Pharmariesen in den Billigländern, dennoch aber verhökern sie zu Höchstpreisen.

Wenn ich die News richtig verstehe, so geht es darum, diese Medikamente "erschwinglich" zu machen, und zwar für die jeweilige Bevölkerung in diesen Ländern, was ja, wie Du sehr richtig am Beispiel "USA" schilderst, eben nicht erschwinglich ist für das Gros.

Das Problem könnte aber entstehen, wenn sich nämlich mehr Länder anschlössen und die Entfernungen überbrückt werden könnten. D.h. sich parallel ein entsprechendes Verteilungssystem aufbauen würde.

Von daher denke ich mir, würden diese Länder diese "Patentbrüche" durchziehen, hätte es fast zwangsweise Auswirkungen auf unsere Märkte in Sachen Pharma. Wie ich schon sagte, besorg Dir ein Medikament in D und/oder in NL. Auch hier gibt es bereits ein sehr deutliches Gefälle im Preis.

Kann auch sein, dass ich jetzt voll daneben liege in meiner Sichtweise.

Bis dato jedoch kann die Pharmaindustrie fordern, was sie will.
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05.05.2007 11:06 Uhr von d-fiant
 
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@christi: Private Krankenversicherer kalkulieren auf Basis der Risikogrundlage. Das hat nichts mit Wucher zu tun sondern orientiert sich an realistischen Zahlen. Was glaubst Du warum die gesetzliche Krankenversicherung seit Jahren so vor sich hin kränkelt während die privaten als innovativ und solvent gehandelt werden?

Das liegt nur an der realitätsnahen Beitragsberechnung und einer vernünftigen Leistungspolitik.
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05.05.2007 11:26 Uhr von MitHanDir
 
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@myfurde2: Von wegen! Patente bei Medikamenten halten nur 5 Jahre bis max. 10 Jahre. Ich denke das der Bruch des Patentes ein Eigentor wird. Denn dann wird halt weniger geforscht.
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05.05.2007 11:31 Uhr von damagic
 
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Medikament durch Reg.-Behörde schätzen lassen: Das wäre vielleicht noch eine Mittellösung, wenn eine unabhängige Kommission unter Berücksichtigung der Entwicklungskosten und der benötigten Stückzahlen international, den reellen Preis dieses Medikamentes zzgl. einer 10 prozentigen Gewinnmarge festlegt und dieser weltweit gültig ist. Das wäre die fairste Alternative meiner Meinung nach.

Nur so´n Gedanke...
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05.05.2007 11:40 Uhr von guaranajones
 
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Pharmaunternehmen: das finale ziel eines medikamentes bzw. einer medizinischen behandlung sollte eigentlich sein, den menschen zu heilen und genau hier liegt doch das eigentlich schizophrene problem pharmafirmen.

man kann sie schlichtweg nicht mit herstellern alltäglich gebrauchter güter vergleichen. will ich mir ein auto kaufen (was ich nicht muss) entscheide ich mich sowohl nach persönlicher vorliebe als auch nach finanziellen möglichkeiten.

bei medikamenten habe ich diese wahl fast nicht. im bereich chronischer/akuter/schwerer erkrankungen gibt es nunmal schlichtweg nicht eine solche vielfalt an unterschiedlichen produkten welche dieselbe leistung, bei stark differierenden preisen, anbieten.
ich muss also ein spezifisches produkt "konsumieren" welches im schlimmsten fall von einem, im besten fall von einer kleinen hand voll, unternehmen angeboten wird wobei sich die preise dann garnicht bis sehr wenig unterscheiden.

dazu kommt, dass pharmahersteller garnicht das interesse haben können, menschen dauerhaft von den schlimmsten krankheiten weltweit zu heilen.
allerhöchstens sie chronisch krank und mit hilfe der medikamente ein quasi-gesundes leben führen zu lassen.
was wäre denn, wenn es heilende behandlungen gegen jegliche krebserkrankungen, herz/gefäßerkrankungen, malaria, aids und weitere massenkrankheiten z.T. sogar mit vorbeugender/immunisierender wirkung, gäbe?

genau, die pharmafirmen würden langsam zugrunde gehen.
man kann ja schließlich nicht (was dennoch überall praktiziert wird) neue krankheiten erfinden die vielleicht garkeine sind und nur darauf abzielen, weitere absatzmärkte für eigene (unnötige) produkte zu erschließen.

das forschung und entwicklung sehr teuer sind im bereich pharmazeutischer forschung ist wohl jedem klar.
nur sollte dieser umstand den kranken nutzen und nicht den kassen der pharmafirmen.
leider ist es meistens umgekehrt.

darum sollte auch ein großteil wichtiger forschungsprojekte großzügig vom staat betrieben und bezahlt werden. wer sonst sollte ein maximales, altruistisches interesse an der gesundheit seiner bürger haben als der staat. (theoretisch wenigstens)

da wird auch ein turbokapitalist wie curse nichts gegen sagen können.
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05.05.2007 12:02 Uhr von opppa
 
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Es geht doch nur darum, die G e w i n n e zu maximieren!

Die "armen" Pharmaunternehmen werden den ihnen dadurch entgehenden Monopolgewinn kurz und (für sie) schmerzlos einfach in die Preise reinrechnen, die die deutschen Krankenkassen zahlen müssen!

Die Preisfindung der Pharmaindustrie geht doch immer nur danach, wieviel man den Kunden noch mehr abnehmen kann! Und dabei wird sogar darauf Rücksicht genommen, wie hoch die Einkommen der Verbraucher in den einzelnen Ländern abgeschöpft werden können!

Solange die Gier von Aktionären und Managern, die ja auch am Gewinn beteiligt werden, besteht, werden die Preise für Medikamente und die Aktienkurse steigen!

Wenn die Pharmaindustrie auf hohe Entwicklungskosten verweist, kann ich mich nur fragen, warum trotz dieser immensen Kosten die Gewinne immer noch steigen!
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05.05.2007 14:59 Uhr von christi244
 
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d-fiant: In diesem Punkt sind wir uns sehr einig.

Zum Thema gesetztliche KK und Leistungspolitik stimme ich Dir ebenso zu. Allerdings wissen wir hier auch, dass über die gesetzlichen KKs seitens der Ärzteschaft so einiges an Mißbrauch getrieben wird. Und, während die privaten KKs einzig über die Prämien bzw. Beiträge leben, kommt bei den gesetzlichen Kassen, wie z.B. AOK hinzu, dass diese auch für Nichtzahler bzw. eingeschränkt Zahlende leisten müssen.
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05.05.2007 17:39 Uhr von arclite01
 
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auch wenn ich: die brasilianische regierung verstehen kann, finde ich es ne sauerei!! schließlich dauert die entwicklung eines neuen medikaments 10 jahre bis es zugelassen werden kann und kostet mehr als 10 Mrd euro! ist doch klar, dass in den folgenden jahren des patentschutzes die firmen ihr investiertes geld wieder zurück wollen. wenn sie es nicht tun würden wären die schnell pleite und neue medikamente würde es nicht mehr geben. aber daran denkt mal wieder fast keiner.
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05.05.2007 17:46 Uhr von arclite01
 
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außerdem: nach 25 jahren kann dann jede andere pharmafirma sogenante generika produzieren, und zwar ganz legal, oder was glaubt ihr was firmen wie hexal oder ratiopharm sind? etwa entwickler von medikamenten? von wegen!! die sind es die sich wirklich bereichern!! die haben nur produktionskosten sonst gar nix! deswegen können die auch ihr zeug zu billigpreisen verhökern. und zum thema wieso kosten die medikamente in nl weniger als hier. stichwort steuern!! und dort gilt auch je preiswerter das medikament desto eher wird es kostenfrei verschrieben - sowas wird aber auch derzeit in deutschland eingeführt.
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05.05.2007 17:52 Uhr von christi244
 
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Arc: Was kriegen wir hier unten immer so schön vorgebetet, wenn wir abgezockt werden: Gemeinwohl geht vor Individualrecht!!!

So ... und genauso sehen es die Brasilianer oder ... wer auch immer noch in diese Geschichte einsteigen wird.
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05.05.2007 20:35 Uhr von opppa
 
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christi244: Das wird die deutsche ReGIERung aber nicht so einfach hinnehmen, daß die Interessen ihrer Pharmalobby so mißachtet werden!
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05.05.2007 20:54 Uhr von christi244
 
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Oppa: Eben ... sie hängen ja alle in deren Aufsichtsräten! Und von daher wird keiner von denen die Hand beißen, die ihn füttert. Von daher wäre "frischer" Wind diesbezüglich aus den Entwicklungsländern recht hilfreich.

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