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Bundesagentur für Arbeit will keine weiteren Ansprüche wegen Software stellen

Die Hartz-IV-Software, die vom Softwareproduzenten T-Systems an die Bundesagentur für Arbeit (Nürnberg) geliefert wurde, ist fehlerhaft. Die Bundesagentur hat daraufhin 28 Millionen Euro Schadensersatz beim Lieferanten geltend gemacht.

T-Systems hatte bereits einen Nachlass von fünf Millionen Euro gewährt. Obwohl die Verfügbarkeit der internetbasierten Hartz-IV-Software "A2LL" rückläufig ist, will man jedoch keine weiteren Schadensersatzansprüche stellen.

Dies gab die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion bekannt.


WebReporter: rheih
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Arbeit, Software, Bundesagentur für Arbeit, Ansprüche
Quelle: www.heise.de

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12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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17.04.2007 21:11 Uhr von Troll-Collect
 
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Skandal: Bei Arbeitslosen wird jeder cent rausgequetscht, bei jedem noch so kleinen Schiss gegen Regeln werden Sanktionen verhängt - und hier läßt man großzügig Schadenersatz für Millionenschäden sausen.
Es geht ja nur um Vermittlungschancen für Arbeitslose, ist ja nicht so wild. Dann hetzt man halt ein bißchen gegen Schmarotzer und die Kosten holt man über weitere Leistungskürzungen wieder rein.

Und mal wieder T-Systems, die Produzenten von Toll-Collect.


P.S. in der Quelle ist eine Artikelsammlung zum Software-Skandal
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17.04.2007 21:24 Uhr von luthienne
 
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Dem ist... nichts mehr hinzuzufügen.
Da wundert man sich, wenn immer mehr Arbeitslose in Depressionen verfallen.
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17.04.2007 21:52 Uhr von Xan
 
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Bei aller Vernunft: wären weitere Ansprüche doch nur schlecht durchsetzbar, da die 28 Mio. schon ewit über dem liegen, was der BA vertraglich zusteht. Wo kämen wir da denn hin, wenn sich selbst eine BA sich einfach über abgeschlossene Verträge hinwegsetzen könnte?
Wenns nach den meisten ginge würde die T-Systems für diese #?*$% Software ohne Ende bluten, aber ich glaube die haben momentan sowieso genug andere Probleme.
Realistisch betrachtet gäbe es sowieso keine alternative Firma mit genug Entwicklungspotential für eine derartige Software. Ergo muß man wohl in den sauren Apfel beißen bevor die BA mit nichts dasteht.
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17.04.2007 21:58 Uhr von Troll-Collect
 
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@xan: Warum schließt man denn solche Verträge ab, die quasi ne Blanko-Vollmacht für Schlamperei sind?
Ist doch das selbe Spiel wie bei Toll-Collect und zahlreichen anderen Projekten.
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17.04.2007 22:00 Uhr von Ralph_Kruppa
 
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@troll: Da will ich doch gerne noch einen drauf setzen.
Die 28 Millionen sind nur die Spitze eines Eisbergs. Schon vor Jahren (Anfang oder Mitte 2005) kann ich mich an einen längeren Spiegel-Artikel erinnern.

Soweit mich mein Gedächtnis nicht verlässt, soll sich der bezifferbare Schaden bereits auf deutlich mehr als 100 Millionen Euro belaufen haben. An einer Lösung des Problems der ARGEs und Agenturen, Job-Centern und Modellkommunen und einer gemeinsamen Datenverarbeitung ist aber auch so was von komplex. Soll keine Ausrede sein, aber ich glaube auch, dass die Projektverantwortlichen schon mehrfach gewechselt haben - kein Wunder!
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17.04.2007 22:32 Uhr von Xan
 
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@troll: In jedem Penner kann man einfach nicht drinstecken. Ich schätze mal, daß einfach die Komplexität, die Ralpha anpricht, bei weitem unterschätzt wurde, entsprechend niedrig wurden die SE-Forderungen angesetzt. Gibts doch ein Murphy´s Law zu: Alles kostet mehr und dauert länger.
Schlamperei triffts eigentlich gut, aber die dürfte nicht nur auf Seiten der T-Systems vorhanden sein. Ich habe den Ablauf der Einführung nicht so detailliert verfolgt, aber die Testphasen erschienen mir dann doch etwas Kurz wenn man den Umfang der zu erbringenden Leistung anschaut. Die ARGes und alle anderen Beteiligten hätten gut daran getan, auf ausführlicheren Tests vor dem "Go-Live" zu bestehen, auch wenns dann mit entsprechenden Korrekturen etwas länger gedauert hätte. Wir führen auch gerade neue ERP-Software ein(und das schon seit zwei Jahren), daher weiß ich da wovon ich rede. Und 28 Mio sind doch recht ordentlich, daß es nicht mehr werden kann ist allerdings bedauerlich.
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17.04.2007 22:46 Uhr von Troll-Collect
 
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@xan & Ralph: "In jedem Penner kann man einfach nicht drinstecken. Ich schätze mal, daß einfach die Komplexität, die Ralpha anpricht,"

Deshalb sichert man sich normalerweise vertraglich ab. Und wenn der Kunde (hier die Bundesregierung) mit unrealistischen Vorgaben (terminlich usw.) kommt aus politischen Gründen, dann muß der Anbieter halt sagen geht nicht. Nimmt er den Auftrag trotzdem an, ist es seine Schuld. T-Systems hat gesagt wir können und hat das bestellte nicht geliefert. Punkt.
Wenn der Vertrag den Ersatz des tatsächlich entstandenen Schadens ausschließt, ist es ein doppelter Skandal.
Und der dreifache Skandal ist, dass es laufend wieder vorkommt, siehe TC, siehe Polizeifunk und andere Projekte.
Hier spielen mit Sicherheit Verflechtungen zwischen Politikkreisen und den Unternehmen eine Rolle, die Bahn macht es gerne, dass sie einschlägigen Entscheidungsmitwirkern nach ihren Ausscheiden aus der Politik lukrative Posten im Konzern anbietet. Würde mich wundern, wenn es hier anders ist.
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17.04.2007 23:35 Uhr von TheJack86
 
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in 90% aller fälle: sitzt der fehler etwas 60-90cm vor einem monitor ;)

wenn es ein software fehler gab, dieser dem arbeitsamt bekannt war ist vom hersteller je nach agb garantie zu leisten.

da es in solchen fällen keine-selten eine AGB gibt ist dies der Vertrag. Und ich wette da gibt es ein punkt "ausberserungen" -
keine software ist 100%ig fehlerfrei
keine software muss 100%ig fehlerfrei sein

die anwender müssen diese testen und schwächen finden - der hersteller kann ja nur unter labor-bedingungen testen und im realen anweden sieht das ergebniss unter umständen anders aus.
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18.04.2007 06:36 Uhr von Xan
 
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genau so ist es: Für Software existiert nach wie vor keine gesetzliche Produkthaftung. Ergo kann man Regressansprüche nur über solche Verträge festhalten. Und wenn dann die Käufer zu wenig einkalkulieren, kann man das der T-Systems nicht vorhalten. Was man ihr vorhalten kann ist u.U. eine Herabspielung des zu erwartenden Aufwandes, wäre ja nicht das erste Mal. Aber dafür kann man dritte Fachleute hinzuziehen, welche das Angebot dann prüfen und ggf. auf Stolperfallen hinweisen.
Alles in allem ist es natürlich eine Sauerei, was man sich mit genug politischem Kapital erlauben darf.
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18.04.2007 08:38 Uhr von opppa
 
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Ist doch ganz einfach: Da hat man sich in Berlin (Haupteigentümer T-COM und Verantwortliche der ARGE) darauf geeinigt, daß die Beitragszahler der ARGE diese Kosten übernehmen dürfen!

Das wird die Gewinnbeteiligung der T.COM-Manager und die Zuwendungen der Firma an die Koalitionsparteien steigern!
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18.04.2007 12:07 Uhr von flecher
 
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Dieser Software Fehler kommt denen doch zu gute: Was glaubt ihr denn wieviel Milliarden die dadurch eingespart haben!
Man muß auch sehen das der Software Fehler zum Nachteil der Arbeitslosen ist.
Die Bundesargentur hat dadurch keinen Schaden gehabt.
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18.04.2007 20:09 Uhr von jsbach
 
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Und der Leidtragende ist na wer wohl: die gebeutelten H4 (keine Ersatzbirne)
Empfänger und sonstige die eigentlich Anspruch auf dieses Geld haben. Nicht mehr und nicht weniger.
Von den Schmarotzern schweige ich lieber...

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