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Erste weibliche "Wirtschaftsweise” bestätigt: Die Armen werden weltweit immer ärmer

Beatrice Weder di Mauro wurde im Jahr 2004 als erste Frau zur Wirtschaftsweisen und damit in den Kreis der fünf Auguren der deutschen Wirtschaft berufen (sn berichtete). "Faz.net" hat sie auch zum Thema Entwicklungs- und Schwellenländer interviewt.

Die in einem Entwicklungsland aufgewachsene Sachverständige bestätigt, dass das wirtschaftliche Ungleichgewicht in der Welt zunähme und somit die Armen immer ärmer, dagegen aber die Reichen immer reicher würden.

Sie erklärt das Phänomen unter anderem damit, dass in den vergangenen Jahren in manchen Entwicklungsländern deren Importsubventionen die Entwicklung gebremst, und so das Wohlstandsgefälle zwischen armen und reichen Ländern verstärkt hätten.


WebReporter: la_iguana
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Wirtschaft, Welt, Wirtschaftsweise
Quelle: www.faz.net

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20 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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15.04.2007 16:42 Uhr von la_iguana
 
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Obwohl es sich um ein komplexes Thema handelt, wer davon profitiert, ist klar: Die exportierenden Produzenten, also die erste Welt. Und das, obwohl viele der dabei eingesetzten Rohstoffe aus den Schwellenländern kommen.
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15.04.2007 17:01 Uhr von Cpt.Proton
 
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Daher: Handelsbeschränkungen und Zölle abbauen, damit auch ärmere Länder Zugang zu den reichen Märkten bekommen und auch dort ihre Produkte verkaufen können.
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15.04.2007 17:08 Uhr von la_iguana
 
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Dummerweise: verhandeln die jetzt überall darüber, die "Freihandels"zonen auszubauen.

Und die Schwellenländer ziehen mit, weil angenommen wird, dass einiges in ihren Ländern investiert werden würde.
Das das nicht geschehen wird, ist grade in Guatemala zu sehen. Das Land sollte eine Raffinerie bekommen - jetzt weigert sich Mexiko die notwendige Rohölquote beizusteuern. das Projekt scheitert am (teilweise berechtigten) Protektionismus Mexikos.
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15.04.2007 17:24 Uhr von Cpt.Proton
 
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Na ja: ob der berechtigt ist....

Beim Protektionismus ist immer schlecht, daß die Konsumenten immer pro Kopf so wenig an Handelsvorteilen verlieren, weils halt so viele Köpfe sind. Wenn der Bananenpreis auf Grund von Handelsbeschränkungen sagen wir mal 200% höher ist als Weltmarktpreis, dann verliert jeder bei Plus an der Kasse vielleicht 30 Cent. Dafür geht keiner auf die Straße.

Die Produzenten, weils nur eine Hand voll gibt, ziehen sich aber höhere Margen rein, und nehmen sich das was jeder an der Kasse zusätzlich mehr zahlt.
Im Prinzip gehen den Verbrauchern mehr verloren (weil die Handelsmenge zurückgeht) als die Produzenten gewinnen.
Und das ist das Problem. Daher ist der Freihandel zuzulassen, über Verteilungsfragen muss geredet werden!!
Aber es geht nicht, wie im Moment, daß die EU-Bauern die Hälfte des EU-Haushaltes an Subventionen bekommen, nur um den europäischen Markt zu versiegeln. Da zahlt der Steuerzahler Subventionen um später an der Kasse mehr zu zahlen.
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15.04.2007 17:30 Uhr von HolyLord99
 
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Proton: "Aber es geht nicht, wie im Moment, daß die EU-Bauern die Hälfte des EU-Haushaltes an Subventionen bekommen, nur um den europäischen Markt zu versiegeln. Da zahlt der Steuerzahler Subventionen um später an der Kasse mehr zu zahlen."

Doch das geht und das ist gut so, denn es geht nicht darum, den Markt zu versiegeln, sondern im Falle eines Krieges eine gesicherte Nahrungszufuhr zu haben. Und dafür bezahle ich gerne Subventionen. Stell dir mal vor wir würden landwirtschafltiche Produkte importieren und der Exporteur ist im Krieg auf der anderen Seite...
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15.04.2007 17:31 Uhr von Cpt.Proton
 
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@Holy: Ich kenn diese Argumente, die hat Franco auch immer benutzt...

Españoles... todos.... unser Land muss autark sein...

Diese Logik hat Spanien ruiniert.
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15.04.2007 17:33 Uhr von HolyLord99
 
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Naja: autark hat ja keiner behauptet...nur muss im Notfall die Nahrungsversorgung gewährleistet sein. Ich beziehe das ausdrücklich nur auf diesen Sektor.
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15.04.2007 18:50 Uhr von la_iguana
 
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Der Selbstschutz: Mexikos hängt mit der mangelhaften Versorgung neuer Ölfelder zusammen. Also kümmert sich das Land erst einmal um sich selbst, bevor es hilft, andere "zu entwickeln". Schwellenländer befinden sich relativ selten in solch einer Position, da sie die Ausbeutung ihrer Rohstoffe privatisiert haben.
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15.04.2007 19:12 Uhr von Peter_Pils
 
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Ist doch logisch, dass wenn die reichen immer reicher werden, die Armen dadurch "ärmer" werden...
Das ist so wie Ingo, Jens und Tim repräsentieren die Weltbevölkerung und haben alle 5 €.
Jens und Tim bekommen nun 5€ dazu, haben also 10€, nun sind 2/3 der Weltbevölkerung reich und der arme arme Ingo ist mit seinen 5€ sehr arm.
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15.04.2007 19:19 Uhr von la_iguana
 
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@Peter_Pils: nettes Beispiel, die 5€ haben sich schon , vor mehr als 500 Jahren, nach der Entdeckung Amerikas die Spanier bei ihrer Eroberung des Kontinents geholt.
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15.04.2007 20:52 Uhr von christi244
 
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Und was ist jetzt daran so wirklich neu, dass Arme immer ärmer werden?

Ein wenig mehr sollte von dieser Dame schon erwartet werden, nämlich Ideen, wie dieser Umstand zu ändern ist.
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15.04.2007 21:21 Uhr von Bjoern68
 
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Scheiss Manager sind Mitschuld !!! Weil die scheiss Manager schiss haben das sie ein paar Euro weniger im Geldbeutel haben, weil sie korrupt und abgezockt sind und das letze Pack auf Erden sind, weil Parteien wie die SPD nur noch EUROzeichen in den Augen haben, weil sich jeder nur noch der Nächste ist und nur noch bis zu seiner Rente denkt und nach ihm die Sinflut kommt...weil...ect...

Hauptsache solche Manager wie bei Siemens können sich 30% aufstocken und Betriebsräte fliegen in den Puff nach Brasilien...
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15.04.2007 21:27 Uhr von christi244
 
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Bjoern: Die auch ... aber in erster Linie die Politik, denn die schaffte die gesetzliche Basis dazu!
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15.04.2007 23:29 Uhr von vorGebrauchschütteln
 
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Problem am freien Handel: Es wäre zwar schön und billig, wenn wir alle unsere Lebensmittel unverzollt hier in Europa kaufen könnten. Ich vermute mal, dass auch sich die Landwirtschaft nach einiger Zeit darauf einstellen würde (tut sie ja schon zum teil).

Subventionen sind aber nicht nur dazu da, um blöde Bauern, die zu dumm sind was anderes anzubauen, zu finanzieren. Diese Subventionen müssen aufgebracht werden, damit Europa ein unabhängiger Selbstversorger bleibt.

Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn man alle Landwirtschaftsprodukte aus dritte Welt Länder importieren würde. Wenn es dann eine Krise in diesen instabilen Ländern geben würde und der Nahrungstransport dadurch nicht funktionieren würde, dann würde Europa hungern.

Aber vielleicht habe ich den Sinn der Landwirtschaftssubventionen falsch verstanden.
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16.04.2007 02:13 Uhr von la_iguana
 
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Europa würde hungern? Europa würde dann sehr genau darauf achten, dass die Interdependenz funktionierte und die Länder stabile Regierungen und eine stabile Wirtschaft hätten - bis heute geschieht genau das Gegenteil - mit Subventions- und Produktpolitik (z.B. "verbessertem, also in der Produktion effizienterem Genmais) wird eine einseitige Abhängigkeit der Entwicklungsländer von Erst-Ländern geschaffen.

Die Landwirtschaftssubventionen bei uns sind Protektionismus durch Steuergelder.
Die Sachverständige weist im Interview auch darauf hin: "Die Gefahr des Protektionismus besteht eigentlich mehr in den reichen Ländern der Welt."
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16.04.2007 08:09 Uhr von Cpt.Proton
 
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@iguana: Ganz genau!
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16.04.2007 12:54 Uhr von opppa
 
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Für diese "Erkenntnis" brauchen wir keine: s o g e n a n n t e n Wirtschaftsweisen!

Das hätte sogar unsere Oma ohne größere Recherchen gewußt!
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16.04.2007 17:50 Uhr von ArrowTiger
 
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Wieder ein(e) Wirtschaftsvertreter(in) im Rat: Prof. Beatrice Weder di Mauro sitzt übrigens im Aufsichtsrat der ERGO-Versicherungsgruppe und im Verwaltungsrat von Roche, falls es jemanden interessiert... ;-)

Wie soll dieser Rat der WW denn die Wirtschaft je neutral bewerten und steuern können, wenn die Mitglieder fast ausschließlich aus Vertretern der (Versicherungs-)Wirtschaft bestehen? Das ist ja, nur unter umgekehrten Vorzeichen, als wenn ausschließlich die Gewerkschaften hier das wirtschaftliche "Raten" hätten - wobei ich letzteren noch weit eher ökonomischen Weitblick und Ausgewogenheit zuzugestehen bereit bin, trotz der inzwischen hohen Zahl an "Gärtnerböcken" in deren Führungsreihen. Das kann ja nur schief gehen. Na, wenigstens ist Bofinger noch dabei...
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16.04.2007 18:16 Uhr von ArrowTiger
 
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Zur Erinnerung/Erläuterung: Zitat Wikipedia:

"Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, umgangssprachlich die fünf Wirtschaftsweisen genannt, ist ein Gremium, das im Jahr 1963 eingesetzt wurde. Es befasst sich wissenschaftlich mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Ziel ist die unabhängige Beratung aller wirtschaftspolitisch verantwortlichen Instanzen und der Öffentlichkeit in Deutschland."

Man beachte den letzten Satz! Nicht, daß jemand auf die Idee käme, da müssten doch logischerweise nur Leute aus der Wirtschaft (mit entsprechenden Steuerungsinteressen) drin sitzen... ;-)
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16.04.2007 21:20 Uhr von Cpt.Proton
 
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Der SVR: ist ziemlich unabhängig und berät oftmals gegen den Trend der Bundesregierung. Die Zusammensetzung, bzw. die Ergebnisse die in den Gutachten festgestellt werden, spiegeln nun mal den Tenor der Forschung wider. Man sollte mehr auf den SVR hören. Deutschlands ökonomischer Sachverstand wird zu wenig genutzt.

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