Sizilien: Einwohner dürfen im Mafia-Nest Corleone wieder Kapuzen tragen
Zu Ostern dürfen die Einwohner im sizilianischen Corleone, das "berüchtigte Nest der Mafia", wieder die spitzen Kapuzen mit nur zwei Löchern in Augenhöhe tragen. Dies entschied der Polizeipräsident Giuseppe Caruso.
Die Einwohner mussten vier Jahrzehnte auf diese traditionellen Kopfbedeckungen verzichten. Mit dem Verbot der Kapuzen wollte man erreichen, dass sich verfeindete Mafia-Bosse bei solchen religiösen Prozessionen unerkannt Bandenkriege liefern.
"Corleone ist nicht mehr die Stadt des Paten, sondern die Stadt, in der der Pate gefasst wurde," so der Polizeipräsident. Damit deutete er auf die Festnahme des Obermafiosi Bernardo Provenzano im April 2006 hin.