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Eichstätt: Universitätsbibliothek überlässt 80 Tonnen Bücher dem Reißwolf

Die in Bayern beheimatete Kapuzinerbibliothek war nicht mehr in der Lage, sich um ihre rund 350.000 historischen Bücher aus kirchlichem und staatlichem Besitz zu kümmern. Daher wurde der gesamte Bestand an die Universität Eichstätt abgegeben.

Doch die Universitätsbibliothek hat stattdessen 80 Tonnen der Bücher (etwa 90.000 Stück), die sich in 17 Container befanden, ungesehen dem Reißwolf überlassen. U.a. Bände aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Das Altpapier wird u.a. zu Schulheften oder Toilettenpapier verarbeitet. Vielleicht raunt es einem beim Gebrauch zu: "Ich war einmal ein historisches Klosterbuch."


WebReporter: rheih
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Buch, Universität, Tonne
Quelle: www.br-online.de

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34 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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18.02.2007 16:15 Uhr von Bibip
 
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das zeigt wieder, dass auch an Unis Geistesgestörte arbeiten.
Der Schaden geht in die xx Millionen. Unersetzbare Literatur.
Grüße
Bibip
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18.02.2007 16:22 Uhr von evilboy
 
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Man muss aber auch bedenken: dass die Pflege dieser alten Medien extrem kostspielig ist. Wären diese zum Beispiel auf Mikrofilm gespeichert worden, wäre nichts z.B. gegen Weiterverkauf einzuwenden gewesen.
Aber die Vernichtung ohne vorherige Einsicht ist etwas ganz anderes...
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18.02.2007 16:32 Uhr von Bibip
 
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nichts gegen einen Verkauf nachdem alles verfilmt ist.
Doch vernichten?
Stellt Dir vor, die hätten die Bücher verkauft!!!
Die Uni wäre reich gewesen!
So reich, dass sie um keine Zuschüsse hätte betteln müssen.
Aber wie gesagt: manchen fehlt es an Verstand.
Grüße
bibip
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18.02.2007 16:46 Uhr von hammer27
 
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Sofort entlassen sollte die zuständige Bibliotheksleiterin werden!

Das jemand so dummdreist sein kann, ist echt schwer vorzustellen und dann auch noch die zuständige Bibliotheksleiterin...

Wäre schön, wenn so eine Frau nie wieder in verantwortungsvoller Position mit Büchern arbeiten würde.
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18.02.2007 16:59 Uhr von Bibip
 
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hallo hammer27: vielleicht waren ein paar Bücher dabei, die nicht ihren religiösen Vorstellungen entsprachen?
Ludwig der Fromme hat auch tonnenweise Bücher verbrennen lassen, weil sie germanisch waren und nicht zur Huldigung des einzig wahren Gottes taugten.
Denke an die Taliban, die die Buddhastatuen vernichtet haben, weil Allah Abbildungen von Menschen verboten hat.
Solche Menschen gibt es immer wieder.
Grüße
Bibip
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18.02.2007 17:15 Uhr von marshaus
 
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passt: zu unserer gesellschaft....verkaufen...gibt mit dem staat probleme...verschenken....macht der staat probleme...aber verarbeiten zum klopapier....da ist der staat voll dafuer.....traurig...aber wahr
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18.02.2007 17:37 Uhr von fritze bollmann
 
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Skandal: Unglaublich sowas. Da werden historische Bücher vernichtet, welche teilweise kaum ersetzbar sein dürften. Mich würde interessieren wie diese Kulturrevolution begründet wurde!
Vielleicht damit das die Areale mit den Werken des so genialen späten 20.Jahrhunderts vollgepfropft sind? Dass die geschichtswissenschaftliche Abteilung bereits mit den medialen Ergüssen eines Guido Knop überfüllt sind, der das 16. und 17. Jahrhundert eh nur als Wegbereiter des Nationalsozialismus ansieht. Also - kein Verlust.

Darum verschlinge Flamme auch du die Werke eines....
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18.02.2007 19:15 Uhr von MarcoRe
 
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is schade.. aber ich denk mal wir werden es schon überleben. Ich hab in letzter Zeit eh eher selten 200 Jahre alte Bücher gelesen... manchmal übersteigt der idealistische wert den sachlichen ein wenig.
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18.02.2007 19:29 Uhr von JR-Europe.de
 
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Bei der nächsten Supernova ist eh alles weg MFG JR-E
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18.02.2007 20:55 Uhr von jsbach
 
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Gerne hätte ich mir 100 kg oder: mehr "einverleibt", würde meiner Bibliothek gut zu Gesicht stehe.
Mal Ernst:Egal welche Thematik die Bücher hatten,
ein Antiquariat oder mehrere hätten bestimmt mehr als den Altpapierwert bezahlt und dafür hätte man die sowieso klammen Unis mit aktuellen wissenschaftlichen Bücher neu bestücken können.
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18.02.2007 21:29 Uhr von no_trespassing
 
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Ein unglaublicher Skandal: Aber das kommt davon, wenn irgendwelche Minderbemittelten das Sagen über verantwortungsvolle Bereiche bekommen. Oder der Überfluß in dieser völlig überladenen Gesellschaft zu groß wird.

Wahrscheinlich hat die Pseudo-Bibliothekarin keinen Buchstaben entziffern können und deshalb entsorgt.

Bücher aus dem 17. Jahrhundert zu vernichten! Das sind die Jahre 1600-1699. Die Werke haben alles denkbare überstanden, u.a. zwei Weltkriege. Man kommt so selten an solche Werke, dabei wäre es mal interessant gewesen zu lesen, was die Leute damals geschrieben haben. Man hätte alles damit machen können, bei eBay wären die Bücher zwar in alle Welt verstreut worden, aber sie wären wenigstens erhalten worden.

Der Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek war schon eine Katastrophe, aber da konnte man nichts zu.
80.000 Werke aber einfach zu entsorgen, das ist an Bodenlosigkeit nicht zu überbieten.

Diese Idiotin sollte nie wieder (!) in diesem Bereich arbeiten. Soll sich etwas suchen, was ihrem Niveau entspricht.
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18.02.2007 21:39 Uhr von no_trespassing
 
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Hier sind wohl noch mehr Skandale dazu: Hätten die Kapuzinermönche mal gegoogelt, dann wüßten sie, daß die UB Eichstätt kein gutes Pflaster für antiquarische Übereignungen ist. Offenbar sitzen da nur Dillettanten:

"UB Eichstaett verhoekert Kapuzinerbuecher"

http://www.ub.uni-dortmund.de/...

"UB Eichstätt vernichtet Kulturgut"

http://archiv.twoday.net/...

Die scheinen überhaupt keine Wertschätzung dafür zu haben. Verhökern und schreddern das Zeug, wie es ihnen paßt!

Interessant ist aus dem zweiten Link der Satz:

"...und wies zugleich darauf hin, dass die Universitätsbibliothek unter Platzproblemen leide. "Unsere Magazine sind bis obenhin voll", sagte sie. Und: "Geschenkt ist geschenkt, und mit Geschenken kann die Bibliothek machen, was sie will."

Tolle Einstellung!
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18.02.2007 22:55 Uhr von Cybertronic
 
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Schlimmer als Hitlers Bücherverbrennung !!! Geld Schaft und Geldnot vernichtet !
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18.02.2007 23:03 Uhr von guaranajones
 
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ehm: eventl. hat die bibliothek der uni eine liste zukommen lassen, was für inhalte in den büchern waren?

mal ehrlich, aber eine kochbuch xy bzw. tagebuch abcd von efgh aus dem 17. jhr. muss nicht immer interessant/wertvoll sein zwingend. :D
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18.02.2007 23:31 Uhr von no_trespassing
 
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@guarajones: >>mal ehrlich, aber eine kochbuch xy bzw. tagebuch abcd von efgh aus dem 17. jhr. muss nicht immer interessant/wertvoll sein zwingend. :D>>

Doch! Es gab damals noch nicht so einen industrialisierten Druck wie heute. Jedes Buch ist im Prinzip ein Unikat.
Allein schon daß es so alt ist, macht es zu etwas ganz besonderem. Um frühere Zeiten und Begebenheiten zu verstehen, sind diese Bücher immens wichtig. Man begreift historische Zusammenhänge durch diese Hinterlassenschaften. Fotos gab es damals noch nicht.

Wer diese Schätze vernichtet, zerstört damit unwiederbringlich einen Teil unserer Kultur.
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19.02.2007 05:15 Uhr von jesse_james
 
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Sollte man nicht eher sagen das die Deppen in der: Kapuzinerbibliothek saßen ?!


Einfach die Bücher wegzugeben weil man selbst nicht in der Lage ist sich um diese zu kümmern und dann zu erwarten das andere sich darum kümmern ist doch schon eine Frechheit sondergleichen.
Die Millionen die es gekostet hätte diese historischen Werke am Leben zu erhalten (ja auch bevor man diese hätte digitalisieren können) hätten vom STEUERZAHLER getragen werden müssen.

Die Kirche hat kein Geld ? Sie hätten einen Teil der Werke selbst verkaufen und mit dem Gewinn den Rest selbst pflegen können.

Warum also sollen es andere tun ?!?


"Von den 350.000 Werken, die schließlich nach Eichstätt kamen"

350.000 Bücher ?!? Einfach mal so jemand anderem aufdrücken ?!

"Aus diesem Grund wurde die Bibliothek der Uni Eichstätt überlassen, die sich ebenfalls aus kirchlichen und staatlichen Mitteln finanziert."

Dann hätten sie es auch gleich am vorherigen Ort belassen können und hätten die "KIRCHE" selbst gefragt, schließlich waren es Kapuziener oder haben die keinen Draht mehr nach oben ?!



Aber es ist doch jetzt sowie so egal ES IST ALTPAPIER !
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19.02.2007 06:00 Uhr von liselchen
 
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Verkaufen: Ja, vermutlich hätte es rechtliche Probleme gegeben, hätte man die Bücher z-B. auf EBAY verkauft, so müsste man wohl alle Bücher von einem Anwalt durchlesen und auf Jugendschutz usw prüfen.
Und so alte Bücher versstossen bestimmt geben viele Sachen, Abmahnungen im Millionenbereich wären denkbar(Pro Buch)
Also, besser die Bücher in diesem kranken Land verbrennen.
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19.02.2007 06:46 Uhr von scuba1
 
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Bücher: Da kann man doch mal wieder sehen daß hier in Deutschland so einiges nicht mit rechten dingen zugeht.Und unsere überbezahlten Sesselpfurzer in Berlin schauen bei diesem Treiben tatenlos zu.
Da ist es doch kein wunder wenn viele junge Paare keine Kinder mehr in die Welt setzen wo Deutschland doch langsam aber sicher verdummt und geistig verarmt, dabei waren wir doch mal das Land der Denker und Dichter.
Aber die Denker sitzen jetzt in Berlin und denken nur daran wie sie sich die Taschen füllen können.
Armes Deutschland !!!!!!!!!!!!!!!
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19.02.2007 07:49 Uhr von Mr.Gato
 
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Hatte davon nix hab davon nix und werde und will davon nix haben.

Ergo: Mir Latte. Naja, zumindest hätte man die Dinger als Grill- oder Kaminanzünder verwenden können.

Naja, oder gegen den Verkauf an Privat spräche sicher auch nix.

Aber wie gesagt, mir egal. In meinen Augen (ja, bin kein Geschtlicher Freak. Mir reicht das, was man jetzt übers Mittelalter weiss und das ist ne ganze Menge) nur altes Papier.

Und evtl. haben sie die Bücher auch nach wichtigkeit ausgewählt und die vernichteten waren nahezu allesamt Schrott.
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19.02.2007 11:36 Uhr von Kernspecht
 
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auuuaa: da bekommt man doch lust nach eichstätt zu fahren und den verantwortlichen prügeln. ich bin ein großer bücherfreund jeglicher art, aber sowas tut nur noch weh. denkt denn keiner an die historischen werte??? in 5 jahren kommt hier ne news dass sich einer umgebracht hat weil ihm genau diese bücher hier fehlen um dem letzten rätsel der menschheit auf die spur zu kommen oder. auuuuuuaaaaa!
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19.02.2007 11:42 Uhr von Animal Farm
 
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"wissen ist macht": und damit wischt man sich also zukünftig den arsch ab... verdrehte welt...
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19.02.2007 13:19 Uhr von Mi-Ka
 
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10 Jahre: Ich gehe mal davon aus, dass man sich schon ein paar Gedanken in der Zeit gemacht hat.
Und ganz so ungesehen können sie nicht gewesen sein, wenn der damalige Uni-Bibliothekar die 350 000 Bücher ausgewählt hat und den Rest vernichtet hat.
Nach irgendeinem Kriterium wird er auch entschieden haben und ungesehen funktioniert das recht schlecht.

Es können doppelte Ausgaben gewesen sein, schlechter Zustand.

Ah ja, Einscanne ist verdammt teuer und bei alten Büchern nicht leicht.

Natürlich erscheint es einem das Verschenken als bessere Lösung aber letztendlich landen die Bücher dann auch im Altpapiercontainer und irgendeiner verdient Geld damit.
Und ich denke, dass dann vermutlich der Aufschrei genauso gross wäre, wenn ein Privatmensch sich daran bereichern würde.

Ah ja,
ich habe beim Ausmisten einer Unibibschenkung geholfen und das ist kein Spass.
Dabei handelte es sich nicht einmal um einen einzigen Container sondern um drei volle Anhänger.
Von dem einen Anhänger, den die Uni aussortiert hat, haben wir noch einem 80-90% sofort aussortiert, 5-10% versucht zu verkaufen und 5-10% wurden behalten.
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19.02.2007 14:24 Uhr von EvilDevil33
 
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Einfach nur traurig..
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19.02.2007 15:03 Uhr von kirsten_sux
 
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wie kann man bücher überhaupt wegschmeißen, verbrennen, oder zerschreddern. das ist jawohl das beste indiz dafür, dass das land der dichter und denker augehört hat zu existieren.
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19.02.2007 16:19 Uhr von LadyWanda
 
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Schade drum es gibt mittlerweile genügend mittellose geistig Interessierte, die sich - Hartz sei Dank - nicht einmal mehr ein Spiegel-Abo leisten können. Die wären garantiert happy gewesen über eine nette Gratis-Bücherspende. Aber das kommt dabei raus, wenn man ALLES in diesem Lande den Bürokraten überlässt...*seufz*

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