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2006 gab es trotz aller Skandale enorm viele Schweineschlachtungen

In Deutschland gab es 2006 mehr Schweineschlachtungen als alle Jahre zuvor. Und das, obwohl es so oft im letzten Jahr zu Skandalen um vergammeltes Fleisch in der Republik gekommen war.

2006 wurden 49,8 Millionen Schweine geschlachtet. Dies entspricht einer Steigerung an Schweineschlachtungen von insgesamt vier Prozent.

So eine Bekanntmachung des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden von heute (Dienstag).


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WebReporter: Aguirre, Zorn Gottes
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Skandal, Schwein
Quelle: www.pr-inside.com

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20 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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13.02.2007 11:09 Uhr von Jigsaw
 
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na Bravo: 50 Millionen Leben ausgelöscht......der Mensch ist aber- Gott sei Dank- bald auch dran.
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13.02.2007 11:35 Uhr von heinzepreller1
 
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bitte alle Veganer, Körnerfresser und Pseudo-Gegner des Systems JETZT ihren Senf dazugeben
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13.02.2007 11:40 Uhr von Jigsaw
 
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heinzepreller1: Ich zähle mich ja auch zu den Schweinefressern...deshalb bin ich ja auch dran....:-)
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13.02.2007 11:40 Uhr von meru
 
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Bin zwar kein Körnerfresser, aber ich finde das Schweinefleisch absolut widerwärtig ist es riecht übel und es schmeckt noch schlimmer als es riecht.

Mfg Meru
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13.02.2007 12:39 Uhr von shadow#
 
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Kein Wunder: Irgendwoher muss das Ersatzfleisch ja kommen, nachdem einiges davon vergammelt war und wahrscheinlich zusätzlich eine unbekannte Menge vorbeugend beiseite geschafft wurde...
Mir als Körnerfresser kann das aber ziemlich egal sein ;-)
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13.02.2007 12:44 Uhr von adsci
 
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perverse menschen: töten andere tiere!!!!!!!!11111111 tiere würden soetwas niemals machen!!!!!!111111 und lieber und freundlicher sind sie auch!!! das ist ja ein andauerender weltkrieg für die tiere!!!!!!!!!! der mensch ist kein allesfresser, sondern ein wiederkäuer!!!!!!!!1111 hoffentlich sterben wir alle bald!
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13.02.2007 12:49 Uhr von phalancs
 
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@meru: Gehts noch? So ein Schwachsinn, wohl zu tief im Koran (oder sonstwo) gelesen....
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13.02.2007 13:19 Uhr von H3Nn355Y
 
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hoffentlich: war babe nicht dabei :D
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13.02.2007 14:12 Uhr von diegeschichte
 
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viel zu viel: Es geht ja nicht allein darum, dass getötet wird, sondern auch dass massengetötet wird. Mein Gewissen kann dies schon lang nicht mehr verkraften, ich warte auf die ersten Fleischstücke aus Stammzellenzucht
http://www.3sat.de/...
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13.02.2007 14:38 Uhr von meru
 
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@phalancs: Was hat den der Koran damit zutun das Schweinefleisch wie so schmeckt wie es im Scheinestall riecht.

Nur weil du etwas rechts bist heist das noch lange nicht das jemand Scheinefleisch eklig finde irgendetwas mit Religion zutun hat.
Nur Nazis und Religionen finde ich ekliger als wie Scheinefleisch, Fisch und Pilze.

Mfg Meru
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13.02.2007 14:55 Uhr von lustischagsell
 
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Früher galt Fleisch: als Nahrung der Schwachen. Fleisch essen war unter "Sportlern" verpöhnt.

3 mal Iron Man (Triathlon) hintereinander gewonnen, hat bisher nur ein Vegetarier...das nur mal zudem Thema Fleisch macht ja soooo stark.

FLEISCH = MUSKELFASERN...mehr nicht...Eisweis, noch nicht mal gutes.
Jedes Insekt hat besseres.

Wieso wird um Fleisch so ein Primborium gemacht, es verfettet das Blut, besonders schlecht bei Männern, da die Monatsblutung fehlt, "FLEISCH" hat sogut wie nichts was der Körper brauch, es sei denn man würde ein HERZ, von einem gerade geschlachteten Tier ROH essen.

Aber wer macht das schon... das wäre allerdings wenigstens gesund...nur das Muskelgewebe zu essen und deshalb auch noch unnötig Viecher zu killen zeigt mir wiedermal nur die unfassbare Dummheit der Menschen.

Fleisch = Fleisch, ob vom Schwein oder Rind, es wird dadurch nicht gesünder, es ist in unserer Gesellschaft leider nur gewohnheit geworden nichts anderes zu essen als Fleisch...überall ist Fleisch oder sind tierische Produkte drin.

Tut mir leid, aber das ganze ist krank, sehr krank..ungefähr so wie seinen eigenen Lebensraum zu zerstören, so auch unsinnig viecher bis zum tot unnötig zu quälen.

Tzja...Der Mensch iss das letzte und leider viel viel viel viel viel dümmer als er glaubt. Für mich sind die Menschen eh mit riesigem Abstand die dümmste Rasse auf diesem Planeten.

Während Ameisen, auf engstem Raum, zu Millionen zusammenleben, können das nicht mal ein paar Wochen eine Handvoll Menschen in einem dämlichen Big Brother Container. Trotz ihres supergeilen Riesenhirns, tztztz..

Nackte Affen, mehr sind wir nicht.
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13.02.2007 16:12 Uhr von Enny
 
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klar: Warum sollten es weniger sein.
Die leute essen nachwievor Rind und Schwein.
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14.02.2007 11:20 Uhr von tuba44
 
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@adsci der Mensch ist ein Wiederkäuer!!???? Leidest Du an einer ekelerregenden Form der Bulimie? Was machen Löwen, Krokodile, Igel, Hunde ....? Lebst du mit freundlichen Reptilien zusammen? Hoffentlich sterben wir alle bald?????? Dein Grosshirn fängt schon an.
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14.02.2007 12:26 Uhr von borgir
 
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vielleicht: sollte man sich mal überlegen, wo das ganze gammelfleisch dann herkommt...überproduktion vielleicht...wäre wohl möglich...
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14.02.2007 14:19 Uhr von metacube
 
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einfach nur ne: schweinerei das ganze
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14.02.2007 17:11 Uhr von El Salvas
 
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Polt sagt dazu : Herr Polt, Sie mögen das Schnitzel nach traditioneller Art aus der Pfanne herausgebacken. Vom Schweinsbraten sprechen Sie kaum ?

Weil der Schweinsbraten selbstverständlicher ist. Er hat ein anderes Ambiente als das Schnitzel. Schon das Wort "Schnitzel" sagt ja, daß es das Feinere ist, das Besondere. Ich würde nicht sagen, daß es mehr Kultur hat, aber es ist das Bessere-Leute-Essen gewesen, was sicher damit zu tun hat, daß ein Wiener Schnitzel aus Kalbfleisch sein muß. Es ist ja eine türkische Erfindung. Es kommt aus dem osmanischen Reich. Wenn ich also vom Schnitzel rede, rede ich indirekt auch von der großen weiten Welt. Während wir uns hier ja in einer Schweinsbratenkultur befinden.

In einer Schweinsbratenkultur?

Selbstverständlich. Bayern, Böhmen und Chinesen sind die großen Schweinefleischesser, während der Lateineuropäer das Schwein nicht so anrührt. Der ißt mehr Kalbfleisch oder Rindfleisch. Die wirklichen Schweinefleischesser sitzen im mitteleuropäischen Raum, wo die Sau im Zenit ihrer Erfüllung ist.

Fangen wir beim Schwein an...

Es ist gar nicht so wichtig, die Sau kulturhistorisch aufzuarbeiten. Der Schweinsbraten als Gericht ist ja mehr ein Ausdruck des Lebensgefühls einer Gesellschaft, die mit dem Schweinsbraten lebt, die sich ihm widmet. Früher war es normal, daß man nicht im Wirtshaus, sondern daheim gegessen hat. In der Wirtschaft hat man sein Bier getrunken und ist dann heimgegangen zum Schweinsbraten. Es hieß nicht, ich gehe jetzt zur Familie, sondern, ich gehe zum Schweinsbraten. Das war eine statische Angelegenheit. Das hatte etwas Rundes, Zuverlässiges.

Seit über 8000 Jahren lebt der Mensch mit dem Hausschwein zusammen...

...was beide ja glänzend überlebt haben...

...aber seit einigen Jahrzehnten ist das Verhältnis gestört, weil der Mensch das einzelne Schwein nicht mehr kennt.

Das liegt zum Teil an der Industrialisierung, zum Teil an der Verordnung Bayerns. Menschen, die aus Paderborn kommen, haben dem Schweinsbraten gegenüber nicht das Gefühl, das die Einheimischen haben.

Aber auch die Einheimischen erleben keine Hausschlachtungen mehr.

Das ist schon richtig, aber sie haben noch eine Vorstellung. Das ist ähnlich wie beim Wurstsalat. Man hat die Grundidee des Wurstsalats im Kopf, den Geruch, wie er ausschaut, die Bestandteile, die Konsistenz. Ich weiß genau, wie ein Wurstsalat ausschaut, wenn er aus Regensburgern gemacht wird, ich weiß, wie er auf dem Teller liegt. Da fangen schon die Geschmackspapillen an; alles, was im Mund ist, weiß, auf was es wartet. Wenn aber ein Wurstsalat zum Beispiel aus einer faden Lyoner Wurst ist, dann ist die erste Enttäuschung schon da. Beim Schweinsbraten geht es einem ähnlich. Man hat einen Urschweinsbraten im Hirn, auf der Zunge, in den Augen. Und dann wird man betrogen, wenn auf einer Speisenkarte ein fotorafierter Schweinsbraten drauf ist. Einen Schweinsbraten zu fotografieren ist lächerlich, weil er illustriert nichts hergibt. Den muß ich mir selber illustrieren. Das ist wie beim Märchen. Wenn man heute im Fernsehen bestimmte Märchen sieht, dann stehlen sie einem die Vorstellungen. Ich habe eine Grundvorstellung vom Schweinsbraten, wie er riecht, wie er ausschaut, auf welchen Tellern er serviert werden muß, ich kenne die Geräusche, die um ihn herum sind. Ich weiß, daß Rock und Pop sich mit Schweinsbraten nicht verträgt. Das ist keine Musik für einen Schweinsbraten, da gehört so ein Mittagskonzert vom Bayerischen Rundfunk drüber...
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14.02.2007 17:12 Uhr von El Salvas
 
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Fortsetzung: Schmecken Sie denn, ob ein Schweinsbraten von einer Hausschlachtung kommt oder aus der Fabrik?

Wenn jemand sein Leben lang vom Schweinsbraten begleitet wurde, dann merkt er natürlich, wie die Rezepte und Gerichte sich verändern und zum Teil verfremdet werden, und drum kann er sagen, das ist ein schlechter oder ein guter Schweinsbraten. Er orientiert sich an den Werten, die er hat. Er erkennt die Varianten, wo mehr Kümmel drin ist oder mehr Knoblauch, aber das Schlimme ist, daß es immer weniger Wirtshäuser gibt, wo Wirtsehepaare drin sind, denen die Wirtschaft gehört. Es sind zunehmend Pächter, die Brauereien haben dadurch mehr Einfluß auf die Gerichte, und es gibt weniger Leute, die einen Schweinsbraten von der Idee her restaurieren können. Man kann in Pompeji alles rekonstruieren, die Geschäftshäuser, die Straßen, aber die Gerüche von Pompeji, die lassen sich nicht rekonstruieren, das heißt, wenn die Idee des Schweinsbratens einmal verloren ist, wird man sie wahrscheinlich nie wieder herbringen.

Das würde bedeuten, daß der Schweinsbraten ausstirbt?

Wenn er weg ist, ist er weg. Das ist ja das Schicksal von vielen Gerichten. Nehmen Sie die Stockwurst. Die Stockwurst ist so gut wie erledigt. Wenn Sie in München sagen, ich möchte eine Stockwurst, dann müssen Sie schon weit laufen, bis Sie einen Außenseiter finden, der Ihnen eine Stockwurst macht, weil die Stockwurst verlorengegangen ist.

Es gibt doch Rezepte, die überliefert sind ?

Es gibt auch Textbücher von Theaterstücken, aber das ist keine Garantie, daß das Stück gut gespielt wird. Die Frage ist, wer macht den Schweinsbraten ? Nur aus dem Buch heraus, das ist zu theoretisch. Ohne Erfahrungswerte, ohne selber einen tradierten Schweinsbraten jemals probiert zu haben, geht´s nicht.

Dann wären alle Kochbücher überflüssig ?

Das habe ich nicht gesagt. Ein Textbuch ist ja auch nicht überflüssig, weil ich mir den Text vom Shakespeare nicht merke, aber jede einzelne Aufführung auf dem Theater ist verschieden. Wenn man einem Neuseeländer die Chance gäbe, über das Kochbuch einen Schweinsbraten zu machen - also, ich wäre sehr skeptisch, ob er es schafft. Der tut mir direkt leid, der Neuseeländer.

Dann wäre jeder Fortschritt unmöglich ?

Fortschritt als Dekadenz ist möglich. Das erleben wir ja am Schweinsbraten. Wir erleben einen Zerfall, ein Weitergehen, ein Sich-Entwickeln; aber der Schweinsbraten im konservativen Sinn, der Uridee ähnlich, den trifft man immer seltener.

Wie muß er denn zubereitet sein, wenn er dem Idealzustand nahekommen soll?

Ich würde ihn nie definieren. Es gibt ja viele Möglichkeiten. Beim Hamburger wird behauptet, daß er an jedem Ort und zu jeder Zeit gleich schmeckt. Es wird sogar behauptet, daß er mir überall und zu jeder Zeit gleich schmeckt, egal, ob ich krank oder gesund bin. Das Schöne am Schweinsbraten aber ist, daß er an jedem Ort, zu jedem Zeitpunkt und bei jeder Familie anders schmeckt. Ich esse ja nicht im luftleeren Raum, ich esse zu einem bestimmten Zeitpunkt, und der Schweinsbraten beeinflußt mich. Er gibt mir ein gewisses Gefühl - und umgekehrt: Wenn ich einen Schweinsbraten esse, will ich menen Ausdruck mit dem Schweinsbraten zu einer Einheit bringen. Ich esse ja bewußt einen Schweinsbraten und nicht einen Quick-Snack. Ein Schweinsbraten, der seinen Namen verdient, muß unter würdigen Bedingungen zu sich genommen werden.

Unter welchen Bedingungen?

Wenn man sich auf einen Schweinsbraten einläßt, darf man nicht hektisch sein oder unkonzentriert. Der Bewegungsablauf ist wichtig. Der Gesichtsausdruck, die Art, wie man vorm Teller sitzt. Ich würde zum Beispiel, wenn ich einen Wahlkampf führen müßte, meine Spitzenpolitiker nur einen Schweinsbraten essen lassen, drei Minuten lang, und dann beobachten, wie sie den Schweinsbraten essen. Dann würde ich wissen, welcher der beste Politiker ist. Die Überzeugungskraft, wie sie ihn zu sich nehmen, ist entscheidend. Das ist freilich ein Experiment, das die meisten fürchten, deshalb setzen sie sich dem Schweinsbratenessen nicht aus. Drum reden sie lieber, da können sie sich leichter rauswinden. Ein Mensch, der öffentlich einen Schweinsbraten ißt, während man ihm zuschaut, der muß ja zugeben, wer er ist. Der wird ziemlich privatisiert.

Das ist aber nur in Bayern möglich?

Dem Björn Engholm würde ich nicht unbedingt zuschauen wollen, wie er einen Schweinsbraten ißt. Oder dem schwedischen Ministerpräsidenten Carlsson. Der kann vielleicht ein Knäckebrot essen.

Wenn Sie Schauspieler nebeneinander setzen, würden Sie dann auch erkennen, wer der beste ist?

Ich spreche von Politikern, weil Politiker naturnotwendig durch den Schweinsbraten....
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14.02.2007 17:14 Uhr von El Salvas
 
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Fortsetzung 2 charakterisierbar sind?

Selbstverständlich. Weil der Schweinsbraten mit Tradition verbunden ist, mit Heimat, mit Stabilität; mit wenig Experimenten und wenig Experimentierfreudigkeit; jedenfalls auf bestimmten Sektoren. Und der Schweinsbraten ist tatsächlich, das ist meine Überzeugung, kein Objekt großer Experimentierfreudigkeit, er ist ein Objekt für konservatives Verhalten. Der Schweinsbraten sollte bewahrt werden, aber ich fürchte, durch die zunehmende Verfremdung in unserem Land wird der Schweinsbraten ein Exot im eigenen Lande, sozusagen im eigenen Bratrohr.

Sie haben mal gesagt, wenn Sie sterben, soll´s einen ordentlichen Leichenschmaus geben. Mit einem Schweinsbraten?

Das wäre ein würdiger Abschluß. Zuerst die Grießnockerlsuppe, dann ein Schweinsbraten und hinterher eine kleine Nachspeise.

Gibt´s auch Gelegenheiten, die einem Schweinsbraten nicht so entsprechen?

Ich hab noch nie einen Schweinsbraten in einem Intercity gegessen, ich würd auch drauf verzichten. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß der Schweinsbraten jemals von der Lufthansa eingeführt wird. Aber man scheut ja vor nichts zurück.

Der Schweinsbraten braucht Beachtung.

Er braucht Beachtung, und er braucht Leute, die wissen, worum es geht. Der Schweinsbraten ist ja ein Mittagsgericht, man ißt ihn nicht am Abend. Wenn jemand am Abend Schweinsbraten ißt, fragt man sich, warum macht er das ?

Essen Sie ihn lieber mit Kartoffelknödel oder lieber mit Semmelknödel?

Das kommt auf den Knödel an.

Sie wollen sich nicht festlegen.

Weil ich keine Lust hab, mir irgendwelche Präkonditionen zu schaffen, unter denen ich den Schweinsbraten esse. Ich bin ja offen. Leute, die wissen, was ein guter Schweinsbraten ist, sind keine Missionare.

Das heißt, ein durchschnittlicher Schweinsbraten kann gut schmecken, wenn das Ambiente stimmt?

So wie ein gutes Theaterstück durch einen furchtbaren Raum sehr beeinträchtigt werden kann. Wenn die Bestuhlung so miserabel ist, daß das Zuschauen ein orthopädisches Problem wird, macht´s keinen Spaß. Und wenn ich in einem Ambiente bin, wo es grauenhafte Plastiktische gibt oder einen überpoppten Raum, dann esse ich dort ungern einen Schweinsbraten. Der kann in einem neorustikalen Raum noch glaubwürdig sein, aber es gibt Räume, da gehört er einfach nicht hin.

Könnte man ihn im Freien essen?

Einen Schweinsbraten in gleißender Sonne essen: das macht man nicht. Er braucht gedämpftes Licht. Ein Licht, das den Schweinsbraten nicht bloßlegt. Man sollte ihn auch nicht mit einem Spot anstrahlen. Das wäre gemein.

Würden Sie ihn an diesem Tisch zu sich nehmen?

Lieber dahinten.

Warum dahinten ?
Weil´s da ruhiger ist. Zwei Schritte weiter kann sich das Lebensgefühl total verändern.

Der Schweinsbraten braucht Ruhe?

Ich würde sagen, keine Stille, aber Ruhe.

Könnte man ihn auch allein essen?

Für Singles eignet er sich weniger. Er braucht Gesellschaft.

Kann man ihn nur mit Freunden essen oder auch mit Leuten, die man nicht von vornherein einschätzen kann ?

Ich würde ihn nicht mit Geschäftsfreunden essen. Ich würde ihn nur mit Leuten essen.

Mit Leuten?

Mit Leuten.

Die Sie kennen?

Die muß ich noch nicht kennen, aber es stellt sich ja heraus, ob es einen Sinn gehabt hat, mit diesen Leuten einen Schweinsbraten gegessen zu haben. Das kann ja gut ausgehen, das kann aber auch sehr schlecht ausgehen.

Eignet er sich für Verliebte?

Solange man verliebt ist, konzentriert man sich nicht auf den Schweinsbraten.

Der Schweinsbraten ist wählerisch.

Er erzieht einen. Man kann einen Schweinsbraten nicht zwischen zwei Fernsehsendungen essen.

Braucht er bestimmte Lokale?

Meine Erfahrung ist, daß immer weniger Wirte in der Lage sind, das einzulösen, was sie versprechen. Wenn ein Lokal, das noch vor zwanzig Jahren ein biederes, normales Lokal war, ein bißchen unhygienisch, mit ein paar Silberfischchen drin - wenn ein solches Lokal umgestaltet wird, und der neue Pächter nennt es Bistro und will trotzdem seine Klientel nicht verlieren, dann macht er Zugeständnisse und verkauft einen Schweinsbraten, weil er meint, da deckt er noch was ab an Bedarf. Dann mißtraue ich diesem ganzen Vorhaben. Denn ich nehme diesem neuen Bistroinhaber nicht ab, daß es ihm um den Schweinsbraten geht. Das ist der Punkt. Während es früher Wirtsehepaare gab, denen das Schweinsbratenmachen ein selbstverständlicher Ausdruck ihres Lebens war. Die haben nicht über Qualitätsprobleme diskutiert, sondern höchstens über Portionen.

Die Qualität stand außer Frage.

Nehmen Sie die Instantsoße. Die Packerlsoße war ja noch ehrlich. Die ist zwar nicht toll, aber die Instantsoße ist nun wirklich der Todesstoß für den Begriff "Soße". Den Schweinsbraten kann man normalerweise gar nicht verarbeiten, ohne daß er eine Soße abwirft. Jetzt fragt man sich natürlich, was machen die Wirtshäuser mit der normalen Soße ? Die wird anscheinend weggeschüttet.

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14.02.2007 17:15 Uhr von El Salvas
 
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Fortsetzung 3: Das ist ein handwerklicher Fehler.

Das ist kein Fehler, das ist ein Verbrechen. Jede Form von Lieblosigkeit ist eine Schweinerei.

Und warum schreit niemand auf?

Weil man den Schweinsbraten als selbstverständliches Kulturgut betrachtet. Das ist die Gefahr. Es gibt jede Menge Feinschmecker, die über den Lachs reden und wie man ihn zubereitet, aber beim Schweinsbraten kommt keiner drauf. Da erlebe ich Menschen, die ihn wortlos einnehmen und sich nicht beschweren. Weil übers Essen nur in bestimmten Restaurants geredet wird, nicht in normalen Wirtschaften. Ich kann heute alles bekommen, in höchster Qualität, nur das Normale nicht. Einen Lachs à la weiß der Teufel was kann ich jederzeit kriegen.

Man wird ja schon schief angeschaut, wenn man einen Schweinsbraten bestellt.

Vielleicht ist es so, daß der Schweinsbraten in seiner Karriere als öffentliches Gericht nie gut bedient war. Vielleicht ist er wirklich ein familieninternes Gericht und sollte es bleiben. Er läßt sich nicht vermarkten.

Er ist sperrig.

Er ist grundsätzlich obstinat.

Würden Sie denn einem Norddeutschen absprechen, jemals in seinem Leben, auch wenn er noch so interessiert wäre, in die Geheimnisse des Schweinsbratens einzudringen ?

Ich würde es nicht jedem Norddeutschen absprechen, aber ich würde mir erlauben, prinzipiell zu glauben, daß es nicht zu den Möglichkeiten des Norddeutschen gehört, den Schweinsbraten und die damit verbundenen Imponderabilien herzustellen. Wenn ich daheim ein Gericht mache und nenne es à la provençal und haue Thymian und Rosmarin rein oder irgendwas, dann habe ich noch lange kein provençalisches Lebensgefühl.

Dann könnte sich ja nie eine nationale Speise über die Landesgrenzen hinaus verbreiten ?

Sicher gibt´s x Haushalte, die sagen, sie machen eine gute Spaghetti. Nur weiß ich nicht, ob der Italiener das auch so sieht. Natürlich steht in "Essen & Trinken", in "Satt & mager" und wie solche Zeitschriften heißen, genauestens drin, wie man einen Schweinsbraten macht. Er ist perfekt fotografiert. Die Fassaden stimmen. Auch die Altstädte werden ja immer perfekter. Die stimmen mehr, als sie jemals gestimmt haben. Wenn Sie heute in irgendeinen Stadtteil gehen und ein Haus betreten, da ist alles wunderbar auf alt gemacht. Aber der Geruch ist nicht mehr drin, weil die Gesellschaft nicht mehr drin wohnt, die bestimmte Gerichte kocht. Die gibt es nicht mehr. Die ist unwiderruflich vorbei.

Dann müßten alle guten Speisen irgendwann verschwinden ?

Natürlich gibt´s in Japan ein Hofbräuhaus. Und sicher wird da ein Schweinsbraten verkauft. Und vielleicht schmeckt er den Japanern sogar ausgezeichnet. Vielleicht gibt´s auch eine Schweinsbraten - Pizza, wo man Schweinsbraten auf die Pizza draufschmeißt. Das ist alles möglich. Die Frage ist nur, ob das mit dem, was ich in Erinnerung habe, noch zu tun hat.

Also, wenn Sie nach Schweden fahren und ein Knäckebrot bestellen, dann sagt Ihr Tischnachbar: Dem kann das Knäckebrot gar nicht so schmecken, wie einem Schweden ein Knäckebrot schmeckt ?

Genau. Der hat das ja als Kind gegessen. Der hat als Kind schon bestimmte Situationen mit Knäckebrot erlebt. Das war ein Teil seiner Kultur. Wenn Sie nicht ministriert haben als kleines Kind und den Katholizismus um 6 Uhr in der Frühmesse erlebt haben und den Weihrauch gerochen haben, als Sie noch nüchtern waren: das sind Erfahrungen, die Sie nicht weitergeben können.

Der Schweinsbraten lebt vor allem in der Erinnerung ?

Ganz klar. Der Schweinsbraten ist auch eine große Saga. Ein großes Epos. Und die Auflösung des Schweinsbratens hat mit der Auflösung einer ganzen Gesellschaft zu tun. In Ludwig Thomas Erinnerungen gibt es ein Gespräch, da streiten sich seine beiden Onkel. Der eine war stark bayerisch - nationalpatriotisch eingestellt, der andere Bismarckianer. Und der eine hat behauptet, ab 1866 hat die Schweinshaxe oder der Schweinsbraten verloren, von der Portion wie von der Qualität, und zwar aufgrund der Schlacht bei Königgrätz. Weil damit der nordische Einfluß gekommen ist. Er wollte sagen, die Menschen und die Politik, die jetzt da waren, provozierten eine andere Essensweise, eine andere Aufmerksamkeit dem Essen gegenüber.

Eine andere Aufmerksamkeit?

Wenn Sie in einen Biergarten gegangen sind, dann war es üblich, daß das Publikum gemischt war. Da sind Leute reingegangen, die ihr Essen mitgebracht haben, vielleicht einen Rettich oder zwei Regensburger, auf alle Fälle etwas Bescheidenes. Aber wenn Sie die Genußfähigkeit dieser Leute beobachtet haben, wenn Sie selber Zeuge waren, mit welcher Andacht jemand mit dem Messer ein Radl Wurst runterschneidet, wenn Sie dann sehen, wie er das langsam zum Munde führt, den Blick irgendwohin gehen läßt und sich mit Aufmerksamkeit dieses Radl reinschiebtl. Wenn Sie sehen, wie die Leute ihr Bier genommen haben, es im Zeitlupentempo bedächtig zum Munde führen, jeder Schluck eine Persönlichkeit.
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16.02.2007 18:28 Uhr von adsci
 
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an alle hater: da ich von mehreren wegen meinem post in dem thread hier angepöbelt wurde, nochmal für die dummen: mein post war sicher alles andere als ernstgemeint... ich hab mir echt mühe gemacht, dass kenntlich zu machen. krass, dass das soviele nicht kapieren :( ich hab eigentlich pöbelei von der vegetarierfront erwartet (und herausgefordert)...

das mit der stammzellenfleisch sache ist interessant... aber das würde, wenns billiger als normale schweine züchten ist eventuell dazu führen, dass das gemeine hausschwein vom aussterben bedroht ist, oder? auch keine schöne sache... das sind ja keine tiere die man sich als haustier in der mietwohnung hält. hausschweine im zoo?

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