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Plagiarius 2007: Die Negativ-Auszeichnung für die dreistesten Produktpiraten

Der Plagiarius ist kein Preis, auf den man stolz sein könnte, kürt er doch die dreistesten Produktfälscher-Firmen. Dabei geht es längst nicht mehr um falsche Markenuhren oder -taschen vom Urlaubsstrand. Kopieren ist weiter verbreitet als man glaubt.

Ob Kosmetik, Kinderspielzeug, Lampen, Medikamente oder Werkzeuge oder gar Hochtechnologie - deutsche Hersteller sind an all diesen Stellen betroffen. Auf 200 bis 300 Mrd. Euro Schaden durch Plagiate weltweit schätzt die Europäische Kommission die Summe.

75 Mio. gefälschte Gegenstände wurden 2005 an den EU-Grenzen einkassiert. Der Negativpreis Plagiarius, 1977 initiiert vom selbst betroffenen Designer Rido Busse, soll den Konsumenten für das Thema sensibilisieren. 58 Vorschläge wurden 2007 eingesandt.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Produkt, Auszeichnung, Negativ
Quelle: www.sueddeutsche.de

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10 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.02.2007 18:48 Uhr von Psyman2
 
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Unglaublich: Wie gut manche Fälschungen sind, das Schmuckkästchen hätte sicher niemand als falsch identifizieren können der es nicht näher kennt...

Absolut identes Aussehen.

Daran reichen die 15 (!) Container mit RUMA Schuhen die eigentlich von Puma kommen sollten natürlich nicht ran ;)

(kürzlich entdeckt in Norddeutschland)
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09.02.2007 20:59 Uhr von Mr.Gato
 
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Ist der Preis nur symbolisch oder ist er auch materiell?

Ne Kopie vom Oscar oder sowas wär doch ma was^^
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09.02.2007 22:31 Uhr von CarbonBird
 
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Wenn ich mit Plagiaten Millionen verdienen würde, wäre ich für die Existenz eines solchen Preises dankbar. Denn er hält eine Menge Leute "in den Pantoffeln". Motto: Da tun ja schon welche etwas dagegen.
Und würde mich buntblasig lachen über den heiligen Ernst der "Juroren".
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10.02.2007 07:30 Uhr von H5N1
 
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plagiat ist nich gleich plagiat: ich höre immer das firmen durch fälschungen geschädigt werden usw das trifft sicher auch bei manchen produkten zu anderer seits warum sollte ich mir nicht eine falsche rolex kaufen die firma wird dadurch sicher nicht geschädigt da ich das geld für eine echte eh nicht aufbringen könnte bei autoteilen sieht das allerdings schon anders aus da ist es definitiv betrug der auch auf die sicherheit geht auch bei software bin ich mir nicht ganz sicher wer geschädigt wird aber das thema ist zu umfangreich ums in ein par zeilen zu dokumentieren
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10.02.2007 10:26 Uhr von ManuelDoninger
 
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@h5n1: es geht nicht nur um den reinen materiellen schaden, sondern auch um den imageverlust. wenn jeder depp mit ner gefälschten rolex rumrennt, sind die originalen auch nix besonderes mehr. und dann hat die firma ein problem.
es geht hier auch um gewährleistung etc. die produkte werden ja mit herstellerinformationen von den originalherstellern versehen, so geschehen bei meiner firma, ein autozulieferer. in hamburg ist ein fensterhebermotor aufgetaucht, mit exakt der beschriftung eines werkes in süddeutschland.
wenn jetzt im autofenster jemand eingeklemmt wird, weil die schutzfunktionen nicht vorhanden sind, was glaubst du dann, wer bezahlen muss? mit sicherheit nicht die fälscher weil man die nicht findet.
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10.02.2007 13:01 Uhr von Das Allsehende Auge
 
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Ja ist doch klar: Und kann ich voll verstehen. Denn die Produkte sind für die meisten zu teuer, deshalb müssen die günstiger hergestellt werden.

Wie ich schon mal schrieb

"Ich hab mich auch mal damit beschäftigt raus zu finden was so die Kosten eines paar Sportschuhe sind.

Also da sind die Arbeiterkosten von 0,4%, für Material 8,0%, 8,5% für Werbung und
Sponsoring, die wichtigen 11% für Forschung und Entwicklung, die 50% für Handelsmarge und Mehrwertsteuer und die 5,0% für Fracht und Steuern nicht vergessen. (der Gewinn liegt nur bei 2,0% und 13,5 % für die Auftragsfirma)

Also da kann ich das mittlerweile verstehen und akzeptiere jetzt auch u.a. Kinderarbeit. Denn wollen wir denn alle Barfuss rumlaufen, weil wir uns die Schuhe nicht mehr leisten können. Nein, Also.

Wer hier irgendwo Ironie findet darf se behalten oder weitergeben."

---------------------------------------------------------------------------

Und wie man das an den Arbeiterkosten (0,4%), Materialkosten 8,0% und den 2% die die Firma, die die herstellt bekommt - noch nicht mal Gewinn ist das, sehen kann. Muss man ja wie hier jemand schrieb, das mit den "Zwei Ausgängen" die jede Firma hat bzw. haben muss, um z.B. auch den heimischen Markt zu beliefern. Denn wer kann sich das dort leisten (Arbeiterkosten 0,4%, [wie auch hier, aber dazu später]) die selbst hergesellten Produkte zu leisten, genau wie davon zu leben. Deshalb gibt es immer (oft) zwei Produktionsstränge in den Firmen. Der eine der für Auftragsfirma und der andere für den gemeinen "einheimischen" Pöbel. Das wäre ja eigentlich nicht so schlimm, wenn nicht diese Produkte auch auf dem "unseren" Markt kommen würden, aber so ist das nun mal, auch Asiaten wollen leben, genau wie auch einige hier sich so was leisten wollen.

So jetzt zu dem, was ich oben andeutete ;-) *g*

Hyänen-Preis

Einkaufskorb „CARRYBAG“

Original: Reisenthel Accessoires, Puchheim
Plagiate:
1) Xin Hang Wujin Tools Dongyang Zhejiang Co., Ltd., Zhejiang, P.R. China
2) Arbor Handels GmbH, Leonding, Österreich
3) Edwards Trade Company B.V., Mljdrecht, Niederlande
4) Berni Irio & Co. S.n.c., Luzzara, Italien
5) Bed Bath & Beyond Inc., New York, U.S.A.
6) KODI – Diskontläden GmbH, Oberhausen
7) TOP Marketing, Taipei, Taiwan
8) Shanghai Light Industrial Products Import & Export Corp., Ltd.,
Shanghai. P.R. China
9) Xiamen Helen Industry & Trade Co., Ltd., Xiamen, P.R. China
10) Yilmaz Güntekin, Gelsenkirchen

Aus der Photostrecke
http://www.sueddeutsche.de/...

So jetzt zu den Firmen. Tja, selbst schuld, wenn ihr dort herstellen lässt, jeder will leben bzw. sich das auch leisten können und nicht nur es sich ansehen oder herstellen.

Ende. Jetzt dürft ihr auch wieder Posten
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10.02.2007 13:31 Uhr von Das Allsehende Auge
 
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Klein, klein Korrektur: Ist natürkich doch Firmengewinn, also muss der Satz so heissen (Dämlack)

Und wie man das an den Arbeiterkosten 0,4%, Materialkosten 8,0% und den 2% die die Firma gewinnt, die die Produkte herstellt, bekommt, sehen kann.
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11.02.2007 18:35 Uhr von jsbach
 
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Das ist wie mit Raubkopien: wie CD, SoftwareProgrammen, Key-Schlüsseln zu Premiere etc.?
Ich gebe schon vielen Vor-Postern Recht, aber das
Übel auszurotten ins fast wie "Don Quixote von la Mancha`s Kampf gegen die Windmühlen".
Was nützen Chinas "Zugeständnisse" an die WTO, dagegen vorzugehen?? Gar nix.
Naja, wenn ich mir den Aktienkurs von Adidas so im Chart ansehe.... bei den Herstellungspreisen die
ihr vorrechnet, trotzdem noch ein guter Schnitt.
Obwohl ich die Angelegenheit nicht auf die leichte
Schulter nehme!!
Man könnte endlos darüber diskutieren, aber mit den technischen Plagiaten, wird die Sache doch
sehr heikel....
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11.02.2007 23:28 Uhr von Eastman
 
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manchmal lernt sogar der Originalhersteller Gelegentlich kmmt es allerdings auch zu skurilen Effekten, bei denen sogar einmal der Originalhersteller vom Kopierer lernen kann:
Vor einigen Jahren arbeitete ich im Labor für Kunststofftechnik in der FH Hamburg. Hier berieten wir aucgh DFirmen in Kunststofftechnischen Problemen. Ein Hersteller von Roll-Hundeleinen kam zu uns und legte einige seiner Produkte, sowie äußerlich und in der Verpackung gefälschte Produkte vor. Nach aufbrechen der Verschweißten Rollengehäuse war allerdings das Plagiat sofort erkennbar: War die Seilrolle des deutschen Produkts in einem Maschinell gefertigten Werkzeug gefertigt, so war die Handarbeit beim Werkzeugbau der vermutlich Chuina-Kopie überdeutlich sichtbar. Das seltsame allerdings: beliefen sich die "Garantiefälle" beim Plagiat nur auf Montagefehler (schlecht verknotete Seile, nicht richtig eingehängte Federn etc.) hatte der Originalhersteller erhebliche Probleme mit zerbrechenden Seilrollen. Eine Materialuntersuchung brachte zunächst keine Lösung, denn der Plagiator hatte exakt die gleichen Werkstoffe verwendet. An der schlechteren Oberflächenqualität der hatbareren China-Rollen kanns auch nicht liegen. Erst die angerosteten Federn der Plagiate brachten Klarheit:
Die Rollen waren aus Polyamid (Nylon) und dieser Werkstoff ist ohne besondee Maßnahmen relativ spröde, wenn er die Spritzgießmaschiene verläßt, erst wenn ein wenig Feuchtigkeit in den Kunststoff eingedrungen ist, ist er so schlagzäh, wie man es von diesem Werkstoff eigentklich erwartet. Eine zusätzliche Zwischenlageerung der Seilrollen in einer feuchten Klimakammer erledigte dann auch das Garantieproblem des Originalherstellers. Offensichtlich warwen die Plagiate in feuchtem Tropenklima in Heimarbeit mit den Seilen bewickelt.Daher hatten sie genügend Zeit, schlagzäh und genügend feucht zu werden.
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12.02.2007 14:53 Uhr von opppa
 
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Wir könnten dach auch mal ´nen Preis: vergeben!

Und zwar für den dreistesten Politik-Lügner.

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