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US-Amerikaner verbrachte sein halbes Leben unschuldig im Gefängnis

22 Jahre musste Pete Williams hinter Gittern darauf warten, dass seine Unschuld endlich zweifelsfrei bewiesen wurde. Ein DNA-Test brachte letztendlich Klarheit, dass der 44-Jährige nicht die Schuld an den zum Urteil führenden Vergewaltigungen trägt.

Nach einer Identifizierung durch zwei Opfer von damals vier Vergewaltigungsfällen wurde Williams für schuldig befunden. Die Jury empfand es damals nicht als merkwürdig, dass ein Teil der Straftaten erst nach der Verhaftung des Verdächtigen stattfand.

Williams verdankt seine Freiheit einem US-weiten Projekt, das sich der Aufgabe verschrieben hat, Justizirrtümer zu klären. 192 Verurteilte konnten durch DNA-Tests nachweisen, dass sie unschuldig sind. Im Schnitt saßen diese Menschen 12 Jahre im Knast.


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WebReporter: cozmixx
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: USA, Leben, Gefängnis, Amerika
Quelle: www.spiegel.de

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25 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.01.2007 08:32 Uhr von cozmixx
 
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Dieser Mensch hat 22 Lebensjahre verloren. 22 Jahre, die mit dem lapidar erscheinenden Wort "Justizirrtum" verschenkt, vergeben, vertan wurden... nichts kann ihm diese Zeit wieder geben.
Ich bin immer wieder froh, dass das Justizsystem in Deutschland nicht wie das amerikanische aufgebaut ist, obwohl auch das nicht von Irrtümern frei ist.
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24.01.2007 09:42 Uhr von muli11111
 
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wie man´s nimmt: nach 22 jahren im knast ... ist man da noch "lebensfähig" in der heutigen gesellschaft?

wenn ich an seiner stelle wäre würde ich den bundesstaat verklagen. paar milliönchen sollten schon rausspringen. und mich dann irgendwohin verziehen wo´s warm ist und die sonne scheint.
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24.01.2007 09:54 Uhr von news_freak
 
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Ich würd abhauen! An seiner Stelle würde ich schleunigst aus diesem Land abhauen, bevor irgendwelche wieder kommen und mich anzeigen sollten oder wenn neue Verdächtigungen (nach all den jahren) auftreten sollten.
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24.01.2007 09:57 Uhr von Rosa_Schlüpfer
 
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@muli: Geld ist nicht alles, und kein Geld der Welt kann 22 Jahre Knast wieder gut machen....der arme Kerl hat so vieles Verpasst ...... Ich muss Cozmixx recht geben, Gut das wir das Amerikanische System nicht haben.....
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24.01.2007 10:05 Uhr von muli11111
 
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@ rosa schlüpfer: hast ja recht. geld ist nicht alles. aber 22 jahre im knast gewesen sein und dann nochmal von neuem anfangen , sich ne existenz zu schaffen, das halte ich für nahezu unmöglich. zur klagegeilheit der amis... in diesem fall würde JEDER von uns ebenfalls auf schadenersatz klagen. der einzige unterschied zwischen hier und dort wäre, daß er vor amerikanischen gerichten sicher ne höhere abfindung erhält. und dem gönn ich´s dann auch, für den rest seines lebens irgendwo auf den bahamas in der hängematte zu liegen. oder zumiondest die möglichkeit zu haben, genau das zu tun.
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24.01.2007 10:07 Uhr von Pattern
 
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Es ist aber schon irgendwie eigenartig. Mein erster Gedanke war: DNS-Analysen sind schon so lange Beweismittel. Wenn es da eine entsprechende Probe gab warum hat er nicht selbst eine erneute Beweisprüfung verlangt? Es kann natürlich sein, dass über eine lange Zeit geprüft wurde.
Worüber ich immer wieder stauen ist die Tatsache, dass solche Urteile Gültigkeit haben und zumindest in den USA offenbar eine Neuverhandlung für den Verurteilten kaum möglich ist.
"Die Jury empfand es damals nicht als merkwürdig, dass ein Teil der Straftaten erst nach der Verhaftung des Verdächtigen stattfand." Da bleibt mir der Mund offen stehn wenn ich sowas lese .... das ist doch bizarr!
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24.01.2007 10:12 Uhr von Spaßbürger
 
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Deshalb keine Todestrafe! Genau wegen solcher dinge bin ich gegen die Todesstrafe.

Hier auf SSN schreit der Mob ja auch immer bei jeder Vergewaltigung gleich "Kopf ab".

22 Jahre schuldlos im Knast.

Meiner Meinung nach sollten die Geschworenen jetzt für 22 Jhare in den Knast!

Ist doch offensichtlich das da was nicht passt wenn ein teil der Taten nach der Verhaftung passiert sind!
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24.01.2007 10:16 Uhr von Muta
 
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Sehr wissenswert dazu: ist dieser Artikel, der untersucht warum die Anzahl Unschuldig Verurteilter in den USA so erschreckend hoch ist http://www.freitag.de/...

(meiner persönlichen Meinung nach sind unschuldig in Haft sitzende auch noch schlimmere "Justizirrtümer" als nicht in Haft sitzende Schuldige)

Das Ganze ist auch leider eng hiermit verknüpft:
http://www.heise.de/...
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24.01.2007 10:19 Uhr von toffa
 
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Beitrag: "Die Jury empfand es damals nicht als merkwürdig, dass ein Teil der Straftaten erst nach der Verhaftung des Verdächtigen stattfand."

Hat jemand dazu evtl noch ne andere Quelle? zB eine, welche die näheren Umstände dieser seltsamen Entscheidung näher beleuchtet? Weil das klingt selbst für amerikanische Verhältnisse reichlich merkwürdig.

"ich möchte nicht wissen, wieviele Menschen noch unschuldig hinter US-Amerikanischen Gittern schmoren oder gar schon hingerichtet wurden. Soweit mir bekannt ist, ist es extrem schwierig, einen Prozess neu aufzurollen, insofern hat Pete Williams sogar noch "Glück" gehabt, wenn man das so nennen will..."

Naja, ich weiß nicht ob wir Deutschen uns da so sehr über die USA erheben sollten ...
Justizirrtümer gibt es in Deutschland genauso, gibt es überall. Da haben die Amerikaner kein Patent drauf.

Und ein Wiederaufnahmeverfahren in Deutschland anzuleiern ist auch in Deutschland extrem schwierig
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24.01.2007 10:47 Uhr von young_bu
 
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jeder: würde hier auf schadensersatz klagen leute...
ich meine, überlegt mal, NIEMAND kann ihm diese 22 verlorenen jahre wieder geben und das nur wie shcon tira2 erwähnt hat weil ein paar laien entscheiden ob derjeinge shculdig is oder nicht...
klar gibts bei uns in d-land sowas auch aber sichelrich nicht so häufig wie in amiland.....
und wo wir grad shcon bei dem thema amiland sind....die sollten sich auch mal nen neuen präsidenten wählen!!
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24.01.2007 11:11 Uhr von jp_walker
 
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es ist immer wieder dasselbe: wie bekannt ist ist das bei weitem ja nicht der einzige fall.
man sollte ein urteil nicht von einer jury fällen lassen von denen mindestens die hälfte keine lust hat und die andere keine ahnung von recht und unrecht. einem menschen kann man viel erzählen solange es sich richtig anhört.
deshalb schafft die jury ab und nehmt die deutschen tv richter. die sind alle mal besser als das was da abgeht ^^
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24.01.2007 11:16 Uhr von toffa
 
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@ Tira: "Das ist schon richtig, aber ich denke das ist wegen des völlig anderen Rechtssystems hier viel seltener (wie cozmixx schon schrieb), denn hier entscheiden Richter über Schuld oder Unschuld und nicht eine Jury aus Laien, welche vom jeweils besseren Anwalt überzeugt werden muss, außerdem sollte hier der Grundsatz „In dubio pro reo“ gelten, im Zweifel FÜR den Angeklagten..."

Ich glaube nicht, dass die Urteilsfindung durch eine Jury grundsätzlich ein Grund dafür ist, dass es, falls es so sein sollte, in den USA zu mehr Justizirrtümern kommt.
Wie ich schon geschrieben habe, mich würde eine Quelle interessieren, die etwas genauer beschreibt, wie es passieren kann, dass jemand für etwas verurteilt werden kann, zu dessen Tatzeitpunkt er bereits im Knast saß. So etwas darf weder bei Berufsrichtern noch bei einer Jury passieren. Und da sehe ich das Hauptproblem eher darin, dass mutmaßliche Straftäter bzw. Angeklagte in den USA (zu) oft von unterbezahlten, unmotivierten und unqualifizierten Pflichtverteidigern vertreten werden, und in diesem Fall muss der Verteidiger des zu Unrecht einsitzenden Mannes wohl entweder während des ganzen Prozesses geschlafen haben, oder er war hirntot oder aber betrunken.

Die Tatsache, dass in den USA leider oft der eloquentere und sympathischere Anwalt gewinnt, ist denk ich das Hauptproblem, nicht die Jury an sich.
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24.01.2007 12:43 Uhr von sacratti
 
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Und trotzdem wird die Todesstrafe weiter: verhängt und vollstreckt, auch von Schwarzenegger, der es als Bürger eines rel. aufgeklärten Landes doch eigentlich besser wissen müsste.
Zwar dauert es i.d.R. von der Verurteilung bis zur Vollstreckung zig Jahre, aber nur, weil das perverse System damit eine Art Folter ausüben kann, ohne damit in der Weltgemeinschaft anzuecken. Daher wird auch gegen das Bandenwesen in den Gefängnissen überhaupt nichts unternommen, Vergewaltigungen udn andere Demütigungen sind eh an der Tagesordnung dort. Die Gefängniswärter sind zwischenzeitlich teilweise von priv. Firmen, die soclhe Aufträge sicher nicht ohne Einflussnahme - Bakschisch etc.- erlangen können.
Es gibt kaum Meldungen aus USA, die einen nicht zum kotzen bringen.
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24.01.2007 12:51 Uhr von 666leslie666
 
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Alle Amis sitzen im Knast: die meisten merken es nur nicht. ;-)

Mlg
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24.01.2007 12:58 Uhr von ciaoextra
 
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Mr. Pete Williams: befindet sich übrigens derzeit noch in Haft - die Freilassung steht allerdings kurz bevor (Papierkram).

Gestern wurde jedoch Roy Brown in New York aus der Haft entlassen - er wurde 1992 wegen Mord und Vergewaltigung zu 25 Jahre Haft verurteilt. Auch er ein Unschuldiger. (Pikantes Detail: Brown hatte in der Haft den wahren Mörder ermitteln können (2003), schrieb dem Täter einen Brief, dass dieser sich stellen sollte - der Täter beging daraufhin Selbstmord)

Statistik:
In den letzten 13 Monaten mußten alleine im Staat New York 8 Menschen aus der Haft entlassen werden, weil sie unschuldig verurteilt wurden. Durchschnittlich (undschuldig) verbüßte Haftdauer: 12 Jahre.

http://www.innocenceproject.org/...
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24.01.2007 13:46 Uhr von Serinas
 
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tragische sache: nicht nur sein halbes leben ist im arsch ,sondern der rest wirds doch auch sein , 22 jahre keinen kontakt zum normalen leben mehr gehabt , der weiss nich wie man nen computer bedient , der weiss gar nix mehr, was will der mit 22 jahre altem wissen für nen job finden ?
Entweder der Staat spricht ihm dafür eine entschädigung zu die ihn für den rest seines Lebens absichert ( nach 22 jahren unschulig im knast wäre dass das mindeste was sie tun müssten) , oder die gefahr ist sehr hoch das er irgendwo in der gosse landet.
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24.01.2007 13:55 Uhr von Delphic666
 
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*pfeiff* wusste gar nicht, dass wir so hübsche Web-Reporterinnen haben ;D

zum Thema:
Die 22 Jahre sind WEG. Soll er sich ´ne Entschädigung holen (was sicher trotzdem nicht so ganz easy ist) und die nächsten 22 Jahre oder länger besonders glücklich davon leben.

Falsche Zeit, Falscher Ort... wie oft ist sowas schon zum Verhängnis geworden? Manche zahlen sogar mit dem Leben dafür (unverschuldete Autounfälle)... Williams hat es nun auf diese Art und Weise getroffen. Andere sitzen im Rollstuhl... sind blind... oder was weiss ich. Niemand kann sich auf "Gerechtigkeit" verlassen. ...that´s life.
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24.01.2007 13:58 Uhr von Jorka
 
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Sauerei sowas! Selbst wenn die Mann Milliarden von Dollar bekäme könnte man die 22 verlorenen Jahre nicht zurückholen...

Verdammter blöder Sch**** Richter!
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24.01.2007 14:14 Uhr von kxell2001
 
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@Jorka: eher wohl blödes scheiss amerikanisches Rechtssystem. Ich frage mich auch von wem, wie oder wann dieses Jurysystem eingeführt wurde - obwohl..... der Richter kann doch das Urteil von der Jury revidieren, oder irre ich mich da?
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24.01.2007 14:20 Uhr von toffa
 
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@ kxell2001: "eher wohl blödes scheiss amerikanisches Rechtssystem. Ich frage mich auch von wem, wie oder wann dieses Jurysystem eingeführt wurde"

das Jurysystem wurde eingeführt als Reaktion auf die Erfahrungen in den europäischen Monarchien, wo man zwar dem Richter vorgeführt wurde, diese aber dem Angeklagten praktisch nur den Willen des Monarchen verkündeten (ist umständlich ausgedrückt, man meinte halt, dass von einem König oder sonstwem ernannte "Berufs"richter nicht unvoreingenommen gegenüber dem Angeklagten seien)

Daher kam man eben auf die Idee, einen Straftäter von seinen eigenen Mitbürgern aburteilen zu lassen, um staatlicher Willkür vorzubeugen.

"der Richter kann doch das Urteil von der Jury revidieren, oder irre ich mich da?"

in einigen Bundesstaaten ja, in einigen anderen nein.
aber ein Todesurteil zB darf laut Rechtsprechung des obersten Gerichsthofes der USA nur von einer Jury gefällt werden, nicht von einem Richter
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24.01.2007 15:42 Uhr von h0pe
 
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ich würd: den staat verklagen, da kommen mit sicherheit einige millionen bei rum und dann auf irgendne südseeinsel...

btw: soviel zum amerikanischen system
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24.01.2007 18:26 Uhr von intruder1400
 
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Wenn auch ein kleiner Trost: wird die Entschädigung sein.Hier würde er ca.22 bis 25
Tausend kriegen,aber da werdens erheblich mehr.
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24.01.2007 20:53 Uhr von ciaoextra
 
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Auf die: Entschädigung warten viele der unschuldig Verurteilten vergeblich. Hier bekommt man dieses Geld zugepsorchen - dort muß man es sich selbst einklagen. Die meisten der unschuldig Verurteilten konnten sich nie einen (guten) Anwalt leisten, sondern nur einen Pflichtverteidiger - einer der Gründe für diese Verurteilungen. Die Leute haben derart die Nase voll von der Justiz (und noch weniger Geld als vor der Verurteilung), dass sie die Entschädigung meist erst gar nicht einklagen. Seit Jahren versucht man dies zu ändern, aber der Staat will angeblich kein Geld verschenken und darum muß eine Haftentschädigung nach erwiesener Unschuld weiterhin eingeklagt werden. Freiwillig rückt der Staat das nicht raus.
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24.01.2007 22:01 Uhr von Troll-Collect
 
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Pro Todesstrafe: Was nun wieder an Entschädigung gezahlt werden muss. Dann lieber Kollateralschäden in Kauf nehmen.

A propos Kollateralschäden:

"Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe konnte im US-Bundesstaat Illinois bei mehr zum Tod Verurteilten die Unschuld bewiesen werden als Straftäter hingerichtet wurden. Der scheidende Gouverneur George Ryan wandelte daraufhin im Jahre 2003 die Strafe aller 167 Todeskandidaten in Illinois in lebenslange Haft um. Zudem gilt in Illinois seit Januar 2000 ein Vollstreckungsmoratorium. Diesem ging unter anderem ein Bericht der Chicago Tribune voraus, in dem von falschen Beweisen, skrupellosen Prozessabsprachen und juristischer Inkompetenz die Rede war. Im Fall des Todeskandidaten Anthony Porter konnte der Journalistik-Professor David Protess ein Fehlurteil nachweisen. Porter wurde daraufhin im März 2000 aus der Todeszelle entlassen."
http://de.wikipedia.org/...

Auszüge aus der Rede von Rede Ryans, in der er seine Beweggründe für die Generalamnestie schildert:

>>
...
Nach Mr. Porters Fall war da der Bericht der Chicago Tribune Reporter Steve Mills und Ken Armstrong, die die systematischen Fehler in unserem Todesstrafensystem dokumentierten. Die Hälfte der beinahe 300 Kapitalfälle in Illinois führten zu einem neuen Prozess oder einer neuen Urteilsfindung. Beinahe die Hälfe!
...
Das ist absolut peinlich. 17 entlastete Todessträflinge sind nicht weniger als ein katastrophaler Fehler. Doch die dreizehn - jetzt siebzehn Männer, sind gerade der Anfang unserer traurigen Arithmetik im Verhandeln von Kapitalfällen. Während der Zeit, in der wir in Illinois die Todesstrafe haben, wurden zumindest 33 andere Menschen fälschlicherweise wegen Mordes verurteilt und später entlastet. Seit wir die Todesstrafe wieder eingeführt haben gab es weitere 93 Menschen - 93! - wo unser Kriminaljustizsystem die schärfsten Sanktionen nutzte und später die Strafe widerrief oder die Menschen aus der Haft entließ, weil sie unschuldig waren.
...
Und in beinahe jedem einzelnen Fall der entlasteten siebzehn, hatten wir nicht nur Pannen im System bei Polizei, Anklage und Richtern, wir hatten auch furchtbare Fälle von minderwertigen Verteidigungsanwälten. Es gibt keine Möglichkeit, das zu vertuschen. Da sind Verteidigungsanwälte, die sich nicht mit ihren Klienten beraten, den Fall nicht untersuchen und die komplett unqualifiziert waren, einen komplexen Todesstrafenfall zu behandeln. Sie steckten oft keine großen Anstrengungen in den Kampf gegen ein Todesurteil. Wenn Ihr Leben auf dem Spiel steht, sollte Ihr Anwalt für Sie zu kämpfen. Wie ich schon zuvor sagte, ist da mehr als genug was falsch läuft.
<<<
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25.01.2007 04:55 Uhr von TheRoadrunner
 
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der liebe Spiegel hat wohl mal wieder ein Fressen gefunden. Dass aehnliche Taten nicht unbedingt alle vom selben Taeter begangen werden muessen, hat sich wohl nicht herumgesprochen?

Seit der Spiegel vor einiger Zeit versucht hat, seiner Leserschaft anhand von drei Beispielen zu vermitteln, dass Amerikaner generell Deutsche hassen, kann ich dieses Blatt nicht mehr ernst nehmen. Ich lebe seit ueber 5 Jahren in den USA und bin kein einziges Mal wegen meiner Herkunft angefeindet worden - schon komisch, oder?

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