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Bundesagentur für Arbeit will Internetportal umbauen

"Vermittelt wird nicht mit, sondern trotz dieses Systems", so das vernichtende Urteil des Leiters eines Jobcenters. Kritik und Widerstand will BA-Chef Weise nun mit einer umfangreichen Renovierung des "virtuellen Arbeitsmarkts" VAM begegnen.

Seit der Einführung vor vier Jahren verschlang das System bereits 163 Millionen Euro. Die Nutzer, Arbeitsuchende, Arbeitgeber und Vermittler, klagen über Unübersichtlichkeit, mangelnde Stabilität und "Eigenleben" von Tools.

Nachdem bisherige "aufwendigste Nacharbeiten" keine markante Besserung brachten, werden für die ausgeschriebene Überarbeitung bis zu 475 Personenmonate angesetzt, was einem zweistelligen Millionenbetrag entsprechen dürfte.


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WebReporter: Besitzstandswahrer
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Internet, Arbeit, Bundesagentur für Arbeit
Quelle: www.ftd.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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22.01.2007 15:33 Uhr von Besitzstandswahrer
 
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Auch eine Methode, Arbeitsplätze zu sichern: Erst für Unsummen ein Produkt mit unzureichender Usability schaffen, danach für ebenfalls große Beträge nachbessern.

Zusammen mit der ALG2 Software reiht sich der VAM nahtlos in die Reihe anderer IT-Desaster ein.
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22.01.2007 15:54 Uhr von Pinok
 
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wie kann das sein: für 10.000€ programmier ich ihnen ein komplett neues system

wie kann sowas über 163millionen verschlingen?
ganz schön korrupt die ganze sache, ich würde auch mal gerne fürn staat arbeiten, da gibt wenigstens noch genug geld zum schaufeln.
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22.01.2007 16:16 Uhr von pokerass
 
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überschätz die Sache mal nicht, pinok: Sicherlich sind 475 Personenmonate recht hoch gegriffen, aber könnten durchaus real sein. Das system ist viel zu aufgebläht und dezentral. ALG I gibts von der Arbeitsagentur (Bundesbehörde), ALG II von der ARGE (kommunale Behörde). Besonderheiten gibt´s en masse.

Diese Zahl bedeutet ja eigentlich nur, dass einer alleine 475 Monate brauchen würde, wenn er von Montag bis Freitag jeden Tag 8 Stunden arbeitet.Oder: wenn 475 Arbeiter vorhanden sind, brauchen die zusammen einen Monat bei den gleichen Arbeitszeiten. Bei einem angenommenen monatlichen Bruttoverdienst eines jeden Programmierers käme man auf eine stolze Summe von 712.500 Euro. (wie um Himmels Willen kommen die auf einen zweistelligen Millionenbetrag, also mindestens 10 Millionen?! Das wäre ja ein Bruttolohn für jeden Programmierer von durchschnittlich über 21.000 Euro!! Selbst wenn man da noch Energiekosten und die Kosten für die Projektleiter rausrechnet wären das meiner Meinung nach weit über 10.000 Euro für jeden.)
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22.01.2007 16:23 Uhr von VoteForChris
 
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Unglaublich Ist schon eine Frechheit wie da mit unserem Geld umgegangen wird. Hatte das ganze kein Limit? Wer hat das System denn überhaupt erstellt? Was rechtfertigt 168 Millionen €....
Sollte man vllt. mal genauer überprüfen.


@pinok 10.000€ ist vllt. etwas untertrieben. Aber 168 Millionen ist ja mal mehr als übertrieben. Also für 10 Millionen lässt sich schon eeeiiiniiges realisieren. Aber 168...unglaublich...
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22.01.2007 17:07 Uhr von ThomasHambrecht
 
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zig-Tausende EDV-Leute waren arbeitslos und hätten das Programm für einen Bruchteil des Geldes teilweise befristet eingestellt oder freiberuflich erstellt.
Diese Kritik bekam auch das Amt zu hören.

Das Programm ist ausserdem nicht anpassungsfähig. Änderungen am Harz4-Gesetz können kaum in dies Software umgesetzt werden.

Das System kann keine Daten aus der ALG1-Datenbank in die ALGII-Datenbank übernehmen, sollte jemand nach einem Jahr Arbeitslosigkei nach Hartz4 werden. Auch die Übernahme der daten in Stellenausschreibungen des Arbeitsamtes geht nicht.

Vond en Machern, die früher die Software fürs Sozialamt geschrieben haben.
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22.01.2007 17:21 Uhr von Justinius
 
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Kann mich erinnern, daß es früher: sogar noch viel schlimmer war. Spätestens nach fünf Minuten konnte man aufgeben. Nervtötend langsamer Seitenaufbau und ständig sind die Fenster abgestürzt.
Dabei frage ich mich, was das überhaupt noch soll, auf den Seiten der Jobvermittlung sind sowieso nur noch professionelle Vermittler die ohne Vermittlungsschein gar nicht arbeiten. (Habe gehört, pro erfolgreicher Vermittlung gibt es 2000 euro vom Arbeitsamt).
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22.01.2007 20:30 Uhr von Malik2000
 
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Die Internetseite ist ein WItz: Irgendwann kam mal ein Bericht, dass die Seite mit zig Millionen Euro finanziert wurde. Und wer die mal angeklickt hat - Sie ist eine totale Katastrophe!
Suchfunktion in allen Belangen Mangelhaft, Bedienungsfreundlichkeit mangelhaft und Design .........

Versucht mal eine ortsbezogene Suche nach Jobs :) Ihr werdet Ortsnamen lesen aus "Eurer Umgebung" von denen Ihr nie zuvor gehört habt :)

Bei mir kam mal ein Angebot aus Oberhausen bei ortsbezogener Suche. OK, sind ja nur knapp über 100 km bis dahin ......
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22.01.2007 21:07 Uhr von jensonat0r
 
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Hmm: ob das was bringt ... das arbeitsamt iss nach wie vor einfach die zeit nicht wert die man dort verbringt ...
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22.01.2007 21:19 Uhr von vnna
 
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naja nun kommt 160 Mill. sind zwar schon happig, aber wie hier genannt, so ein System für 10.000Euronen zu "basteln" ist noch lächerlicher.

Es sit ja leider nicht nur das Layout und ein wenig Lamp im Himtergrund. Man vergisst mal schnell den "Background".
Welche da auch wären:
- Schulung der 35.000 Mitarbeiter in den bundesweit 180 Arbeitsämtern
- Migration von über zwei Milliarden Datensätzen
- Servertechnik und Anbindung (die Seite muß zeitweise mit 1mio User gleichzeitig klarkommen)

Was kommt noch zu? Finanzielle Absicherung des Unternehmens welche den Auftrag erhält!
Warum? In der freien Wirtschaft muss irgendwer irgendwann den Kopf dafür hinhalten, beim Staat nicht, zumindest häufig nicht! Läuft irgendwas schief oder gegen den Baum, geht man auf Dauer pleite.

Dann also los..das ganze für 10.000 Öhren ..*gg*
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22.01.2007 23:56 Uhr von christi244
 
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Es ist doch wohl klar, dass hier wieder irgendein Amigo einen Auftrag zugeschoben bekommen soll. Mal abgesehen von der Internetseite, die eh seit immer beschissen funktioniert hat ... wie hoch sind denn tatsächlich die Vermittlungszahlen außerhalb der 1Dollar-Geschichten?

Tatsache ist doch, dass derjenige, der sich über Arbeitsamt oder Arge bewirbt, schon einmal von vorneherein die Ar...-Karte gezogen hat. Meiste werden - wenn überhaupt - die Leute den Zeitarbeitsfirmen zugeführt und ... die Mauschelei beginnt erst richtig.

Ich wage mal zu behaupten, dass diejenigen, die das Glück hatten, nach langer Arbeitslosigkeit und im zarten Alter von 50 seiend, dies mitnichten durch das Arbeitsamt oder die Arge geschafft haben.
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23.01.2007 08:09 Uhr von Bjoern68
 
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Das war pure Korruption damals ! Als das System eingeführt wurde, gab es kurz danach Berichte mehrerer Anbieter die das Ganze für weit weniger als 1/4 des damaligen Anschaffungspreises und der fortlaufenden Kosten angeboten haben. Diese hatten wesentlich bessere Suchfunktionen und Möglichkeiten und sich damals beschwert das es wie üblich eine vernünftige Ausschreibung nicht gab.

Wer weiss wer mit wem wieder korrupte Geschäfte getätigt hat ? So wird es jetzt auch ablaufen. Es werden wieder Kosten, Kosten reingebuttert und dann müssen die Arbeitslosengelder ect. wieder gekürzt werden weil ja alles sooooo teuer ist.

Solche Leute gehören sofort in den Knast, mit samt dem Apparat der dahinter steckt.
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23.01.2007 08:17 Uhr von christi244
 
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Bjoern: Was heißt, das WAR Korruption? Das ist es noch heute. Hier werden nur wieder Gelder an Amici verschoben und sonst passiert gar nichts. Die ARGE ist doch im Plus ... also werden mal wieder Boni fällig.
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23.01.2007 10:30 Uhr von christi244
 
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Bleissy wahrscheinlich je nachdem, wie groß der "Liebesdienst" zu sein hat ... ;-)
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23.01.2007 11:17 Uhr von jesse_james
 
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@Vorredner zu 163 Mio. Euro: Habt ihr schon mal was von Bürokratie gehört ?!

Wenn ja müsste euch doch klar sein, wie man auf 163 Millionen Euro kommt !
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23.01.2007 13:09 Uhr von pokerass
 
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Klaus Ch. Wein: Das war nur ein Beispiel mit angenommenen Beträgen. Ich hab das ja auch noch mal umgekehrt gerechnet. Aber 10.000 Euro pro Monat brutto (ca. 5.000 nett) sind schon ein wenig viel, findest du nicht?
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23.01.2007 14:36 Uhr von vincentgdg
 
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Von wegen teure Schulungen: Als ich mich in FFM arbeitslos gemeldet hatte, habe ich die Dame gleich nach der verantwortlichen Person für die Homepage gefragt.

Sie schaute dann nervös einen Stapel Faxe durch.
Am Ende meinte sie: "Damals wurde nur eine Frau zur Schulung geschickt, und drei Monate später wurde sie versetzt. Seitdem kennt sich hier Niemand mehr mit dem System aus. Und nächstes Jahr werden wir gezwungen, alle damit zu arbeiten, auch im Büro."

Mit anderen Worten: Die Standardsoftware wird ersetzt durch eine Online-Version. Es kann ja nur noch schlimmer werden!

NIEMAND weiß dort, wie man vernünftig plant und wirtschaftet. Die Leute sind seit Generationen daran gewöhnt, Etats zu beantragen und möglichst vollständig auszugeben, egal ob gerechtfertigt oder nicht. Denn tun sie es nicht, bekommen sie das nächste mal weniger Geld.

Dass es sich dabei um das Geld der Bürger handelt, ist der Mehrheit dort sch..egal, zumindest aber allen Entscheidern.

50 Mios waren damals im Etat für das neue Webportal eingeplant, aber gekostet hat es am Ende locker das Doppelte. Der damalige verantwortliche Politiker hat ohne mit der Wimper zu zucken die Rechnung bezahlt, ohne jede Prüfung oder Einspruch. Ich glaube, das hat ihn damals seinen Posten gekostet.

Er wird der ausführenden Firma das ganze Projekt zugeschustert und selbst Kohle mit eingesteckt haben.

Das sind die Politiker, die wir gewählt haben!
Sollte uns das nicht zu denken geben?

Ich kämpfe gerade auf Kommunalebene gegen totale Ignoranz von Seiten des Rates und des Bürgermeisters, das kommt also auf allen Ebenen vor.

Grüße
Thomas

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