04.12.06 21:14 Uhr
 244
 

Totalitarismusideologie: Estland will Sowjetsymbole verbieten

In Estland scheint die Totalitarismusideologie westlicher Prägung zu erleben. Demnach will die Regierung ein Gesetz einreichen, das die öffentliche Darstellung von Symbolen der UdSSR wie der Nazis unter Strafe stellen soll.

Russland zeigt sich darüber empört. Dieses Gesetz käme einer Gleichstellung zwischen den "Errungenschaften der Sowjetbürger", so das Außenministerium, und den Verbrechen der Nazis gleich. Immerhin habe mitunter die UdSSR Europa vom Faschismus befreit.

Diese Entwicklung wird auch mit dem Hintergrund betrachtet, dass in Estland der starken russischen Minderheit seit dem Ende der Sowjetunion die rechtliche Gleichstellung mit den Esten weiterhin verweigert wird.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: lukiluke
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Estland
Quelle: www.jungewelt.de

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Donald Trump kippt Verbot von Plastifkflaschen in US-Nationalparks
Melania und Donald Trump gehen nicht zu traditioneller Künstler-Gala
USA: Demokratin beantragt, Donald Trumps Geisteszustand medizinisch zu prüfen

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
04.12.2006 21:30 Uhr von terrordave
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
mitunter zwar von nazis befreit: mitunter hat der sowjetkommunismus auch genausoviele menschen umgebracht wie hitler. wenn man sich allein mal stalins leben anschaut - ich finde das gesetz gerechtfertigt, auch wenn die udssr einiges zu bieten hatte, was nicht schlecht war. außerdem haben die esten unter den russen wohl nicht das beste leben gehabt. verherrlichen kann man die sowjetunion wohl nicht wirklich.
Kommentar ansehen
04.12.2006 21:55 Uhr von Susi Sorglos
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ terrordave: Die UdSSR hat noch viel mehr Menschen ermordet als das Hitler Regime, und wenn man sich die Anzahl der Morde durch das Hitlerregime (meines Wissens nach ~6 Mio Juden und noch etliche andere Gesellschaftsgruppen) ansieht, wird klar, dass das jetzige Russland sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert wenn sie behaupten man solle die "Errungenschaften der Sowjetbürger" nicht mit dem Hitlerregime vergleichen.
Kommentar ansehen
04.12.2006 23:03 Uhr von CHR.BEST
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Nunja es gibt zweifellos einige Gemeinsamkeiten zwischen Faschismus und Stalinismus. Beides waren besonders brutale Diktaturen und produzierten einen ausgeprägten Personenkult. Außerdem ist Estland ein souveräner Staat und darf daher durchaus ein solches Gesetz erlassen, genauso wie in Deutschland Hakenkreuze auch verboten sind.
Das mit der rechtlichen Gleichstellung der russischen Minderheit ist da schon ein weitaus heißeres Eisen. Das ist in etwa diesselbe Situation wie in Deutschland mit den geduldeten Flüchtlingen. Wobei Estland die Russen allerdings nicht freiwillig aufgenommen hat sondern Rußland hier Kolonisation betrieb - in bester Imperialistenmanier.
Kommentar ansehen
05.12.2006 01:14 Uhr von rivezhead
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Mord bleibt Mord: Stalin hat soviele Menschen ermorden lassen, da wäre sogar Hitler blass vor Neid geworden.
Allein die ca. 23 Mio Bauern in der Ukraine die man absichtlich hat verhungern lassen...
Ob die Mörder "rot" oder "braun" waren ist egal.
Mord bleibt Mord.
Kommentar ansehen
05.12.2006 08:48 Uhr von Superfrank
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@rivezhead: Wer keine Ahnung hat, Klappe halten.
In Rußland gab es in der Historie immer mal wieder Mißernten und Hungersnöte, auch unterm Zaren und seinen ach so armen Töchtern. Natürlich gab es Umstellungs- schwierigkeiten. Und daß Stalin ein Irrer war steht auch außer Frage. Nur hat die SU über 70Jahre bestanden, und das war nicht nur Stalin.
Daß die Esten Apartheid betreiben, scheint in "Europa" auch keinen zu interessieren. Genausowenig wie die SS-Veteranen, die dort offen marschieren dürfen und sich als Freiheitskämpfer feiern lassen.

Zum Glück gibt´s die EU-Wettbewerbshüter, glaube nicht daß die mit nem Verbot von Heineken-Bier und San Pellegrino-Wasser einverstanden sind.

[ ???; gimmick]
Kommentar ansehen
05.12.2006 11:10 Uhr von Johnny Cash
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Ich: habe eine einfachere Lösung. Jede Art von Symbolen legalisieren und irgendwann interessieren sie keinen mehr. Wer will denn mit einem Hkreuz T Shirt "schocken" wenn man es überall kaufen kann.

Ich freue mich schon auf die politisch korrekten Empörungen die jetzt folgen werden.
Kommentar ansehen
05.12.2006 12:20 Uhr von Superfrank
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@one of three: Ok, der Satz war daneben. Da ist das Temperament mit mir durchgegangen, kann ich mich nur für entschuldigen.

Zum Rest: Stell Dir vor ich bin hier zu Hause. Wenn auch östlich der Elbe.
Kommentar ansehen
05.12.2006 12:30 Uhr von One of three
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ Superfrank: Ok - dann entschuldige ich mich auch bei Dir, da ja auch mein Temperament mit mir durchgegangen ist.

Eine stark ähnliche Aussage wie Deine habe ich vorgestern von einem "Russlanddeutschen" gehört - allerdings in gebrochenem Deutsch. Den habe ich allerdings noch ärger gefaltet...

Sorry
Kommentar ansehen
05.12.2006 12:48 Uhr von Superfrank
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@one of three: Schön, daß wir uns wieder vertragen.
Mir geht halt Geschichtsverdrehung gegen den Strich.
Im 2. WK haben auch Esten in der Sowjetarmee gedient, denen spuckt man auf die Gräber. Zu SU Zeiten spielte die Volkszugehörigkeit keine große Rolle, dementsprechend gab es in jeder Teilrepublik Minderheiten. Aber alle hatten die gleichen Rechte. Jetzt gibt es in Estland eine 2-Klassen
Gesellschaft, daß riecht nach Apartheid.
Und schlußendlich geht es mir gegen den Strich, wenn ein Land immer nur auf eine Epoche reduziert wird, z.B. Deutschland nur aufs 3. Reich, die SU nur auf Stalin oder auch Amerika nur auf den Irakkrieg.

Im ersten Beitrag hatte ich schon was zu estnischer SS geschrieben. Nach der deutschen Besetzung warb die SS überall nationalistische Freiwillige an, auch in Estland. In Nürnberg würde die SS als verbrecherische Organisation verurteilt, in Frankreich oder Belgien alle SS-Freiwilligen unabhängig von individueller Schuld in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
Und im Baltikum dürfen die offen marschieren und werden unkritisch als Freiheitskämpfer gefeiert.
Da geht mir der Hut hoch!
Kommentar ansehen
05.12.2006 13:45 Uhr von Davor
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
werden auch Sheriffstern und Südstaatenflagge (Genozid an Indianern und Sklaverei der Schwarzen) verboten? Oder alles was man sonst irgendwie in Zusammenhang mit Völkermord (Aborigines - AUstralien, alles aus ex-YU) oder Imperialismus (so ziemlich alles Europäische) bringen kann?

Ich denke es geht wieder einmal nur um billigen Revanchismus aus verletzten Nationalismus heraus und so etwas vergibt dieser kleinmütige Menschenschlag eben selten

Ohne die Verbrechen des Stalinismus oder Hitlerdeutschlands beschönigen zu wollen
Kommentar ansehen
05.12.2006 13:53 Uhr von One of three
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ Superfrank: Hast Du Dich mal näher mit den Beweggründen der Esten in Sachen 2WK beschäftigt?
In der Hauptsache dienten die Esten in der 20. Waffen-Grenadier-Division der SS (estnische Nr. 1) - es gab auch lettische und andere fremdländische Divisionen.
Es gab damals im damaligen Russland viele Menschen, die die Deutschen als Retter gegen die Gefahr des Bolschwismus sahen - und ihnen helfen wollten.
Das waren damals also durchaus Menschen, die für die Freiheit (nach ihrer Definition) ihres Volkes kämpften.
Es war (und ist!) in vielen Kriegen üblich, sich der "befreienden" Macht anzuschließen. Es mag also durchaus sein, das manche Esten diese damaligen SS-Kämpfer als "Freiheitskämpfer" ansehen. Es ist halt deren Blickwinkel - da will ich ihnen keinen Vorwurf machen.

Eine ganze Truppe pauschal als Verbrecher zu verurteilen ist einfach falsch, weil es gegen jede Moral und gegen jedes Rechtsempfinden verstößt. Das soll diejenigen, die Verbrechen begangen haben, nicht freisprechen oder deren Taten mildern. Allerdings passierten viele Verbrechen auch außerhalb der Waffen-SS. Nur konnten die Allierten damals nicht alle Deutschen pauschal als Verbrecher anklagen und sie verbieten ...

Warum nun die Esten eine Art Apartheit anstreben oder in Zügen schon verwirklichen entzieht sich meiner Kenntnis. Ich kann mir allerhöchstens vorstellen, das sie sich ein Feindbild in den ehemaligen "Herrschern" aufgebaut haben und nun übersteigert ihr Selbstwertgefühl ausleben.
Das ist im Laufe der Menschheitsgeschichte oft zu beobachten - die ehemals Unterdrückten wandeln sich zu Unterdrückern. Der Mensch ist einfach schlecht.
Kommentar ansehen
05.12.2006 14:57 Uhr von Superfrank
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Apartheid: Nun ja, in der Quelle ist ja zu lesen, daß Russen immerhin ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Diesen wird der Erwerb der estnischen Staatsbürgerschaft verwehrt, ebenso eine russische Schulbildung. Soweit ich weiß haben sie auch kein Wahlrecht.
Dazu muß man wissen, daß in der SU Nationalität und Staatsbürgerschaft getrennt wurden. Man war Russe, Este oder irgendwas anderes, aber in jedem Fall Sowjetbürger.
Scheinbar wurde nach der Trennung von der SU nur Bürgern
estnischer Nationalität auch die estnische Staatsangehörigkeit zuerkannt, womit eine Diskriminierung der Minderheiten vorliegt.
In Deutschland gibt es z.B. ein paar Regelungen zum Minderheitenschutz, man denke an den Südschleswiger Wählerverband (Dänen) oder die Sorben in Südbrandenburg.

Solche Phänomene gibt es im ganzen Baltikum, man läßt die russische Minderheit für die Fehler der SU büßen. Hatte da ein Erlebnis mit Feuerwehrleuten aus unsrer litauischen Partnerstadt. Deutsch, Englisch oder Französisch konnten sie nicht richtig und wir kein litauisch. Nun spricht mein Vater leidlich russisch; 1-2 haben sich dann auch mit uns unterhalten, einige aber weigerten sich partout russisch zu sprechen.

@one of three: wenn ich Bolschewismus durch Stalinismus ersetze, geb ich Dir recht
Kommentar ansehen
05.12.2006 19:53 Uhr von la_iguana
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
die Macht der Symbole: schüchtert mancheinen (+mancheine) ein. Aber wieso die alles über einen Kamm scheeren wollen kapiere ich nicht.
Wenn dort bloss bals nicht symbolisch gestreckte Finger verboten werden...
Kommentar ansehen
06.12.2006 00:07 Uhr von rivezhead
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ Superfrank: Danke, dieses Kompliment kann ich nur zurück geben.

Es mag sein, dass es einige "bedauerliche" Umstellungspannen gab.
Das erklärt aber nicht, wieso in der Ukraine damals Rekordernten eingefahren wurden, während die Bauern ALLES (!) abgeben mussten. Das war geplant, denn einige hatten doch die "Frechheit" sich gegen ihre neue sowjetische Freiheit zu beschweren.

Im übrigen lehne ich es ab mich von dir beleidigen zu lassen.
mfg

Refresh |<-- <-   1-14/14   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Seilbahnen können das Verkehrsproblem lösen
USA: Mann möchte wie ein geschlechtsloses Alien aussehen
Israel: Experten warnen vor Heinz Ketchup


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?