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"Freiwillige" Arbeitszeitverlängerung in Schweinfurter Betrieb: Arbeitnehmer erpresst?

In einem Betrieb in der Nähe von Schweinfurt hat sich die Belegschaft ohne Zustimmung des Gesamtbetriebsrates und der Gewerkschaft "freiwillig" von der 35- auf die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich festgelegt. Die Hoffnung: Erhalt der Arbeitsplätze.

Die Gewerkschaft geht allerdings von perfiden und subtilen Methoden der Geschäftsführung aus, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter Druck zu setzen. Klaus Ernst von der IG Metall Schweinfurt spricht gar offen von "Erpressungsszenarien".

Im Gegensatz dazu stehen Meldungen, dass die Belegschaft aus vorauseilendem Gehorsam den Vorschlag der unbezahlten Mehrarbeit zugestimmt habe, nachdem die Produktion um etwa 20 Prozent zurückgegangen sei.


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WebReporter: lukiluke
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Arbeit, Schwein, Betrieb, Arbeitnehmer, Arbeitszeit, Schweinfurt
Quelle: www.jungewelt.de

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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04.12.2006 11:59 Uhr von gadthrawn
 
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@wok: Wobei das Schwachsinn ist.

Es wird 20 % weniger produziert, dafür 20 % mehr gearbeitet.

Also kurz: die Firma hat weniger zum verkaufen, dafür mehr Arbeitszeit.

Oder: Hallo, jetzt könnten wir ja fast 40% entlassen, und damit eine Vollbeschäftigung haben ;-)
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04.12.2006 12:19 Uhr von Der dritte Versuch
 
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@gadthrawn: Nicht links denken. Wenn ich 20 % mehr produziere, kann ich die Preise senken. Das führt in der Regel zu einem Verkaufsanstieg. Dann habe ich wieder einen sicheren Arbeitsplatz.
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04.12.2006 12:21 Uhr von hady
 
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@ wok: Richtig!
Aus der Selbstbeschreibung der "Junge Welt" (=Quelle) auf ihrer Internetseite:
"Die junge Welt ist eine linke, marxistisch orientierte, überregionale Tageszeitung mit einem hohen Anteil an Hintergrundberichten und umfassenden Analysen."
Klar dass die den Gewerkschaften bis zum Anschlag reinkriecht.

Zum Thema: Es handelt sich bei der Firma um eine Kugellagerfabrik und das Werk in Elfershausen ist ein Zweigwerk der in Schweinfurt ansässigen FAG Kugelfischer Georg Schäfer AG.
Soweit ich durch glaubhafte (und auf jeden Fall unparteilichere Berichte aus der Lokalpresse) über dieses Thema informiert bin, hat sich die Belegschaft der Filiale wirklich freiwillig und ohne Druck dazu bereit erklärt, fünf Stunden ohne Lohnausgleich zu arbeiten, um so die vorhandenen Arbeitsplätze zu erhalten.
So ein Aufbegehren gegenüber die IG Metall hat es noch nie gegeben. Logisch dass die Gewerkschaft davon nicht begeistert ist. Sie fürchtet um ihre Macht. Aber deren sture Haltung und ständiges Streiken ist auf die Dauer schließlich auch keine Lösung.
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04.12.2006 12:28 Uhr von SchlachtVati
 
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was soll das geier ? "um so die vorhandenen Arbeitsplätze zu erhalten."


arbeitsplätze egal in welcher form , gibt es für alle und jeden
vom hilfsarbeiter bis zur indelögensch ! nur das geld ebend fehlt !
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04.12.2006 12:45 Uhr von Muta
 
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Tatsächlich hady? - Artikel Schweinfurter Volkszeitung 22.10.05: „220 Stunden unbezahlte Mehrarbeit?“
- Artikel Schweinfurter Tagblatt 22.11.05: „Was tun gegen Belegschafts- Erpressung?“
- Artikel Main- Post 13.12.05: „Mit Solidarität gegen die Angst“
sagen da aber etwas Anderes und bestätigen eher die IG Metall-Version, die sich ja auch auf Zeugen der "Gespräche" der Geschäftsführung mit den Mitarbeitern beruft.
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04.12.2006 13:05 Uhr von Alfadhir
 
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diese "freiwillig" dinge gibt es doch schon in so: gut wie allen betrieben das ist nichts besonderes.
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04.12.2006 13:47 Uhr von ArrowTiger
 
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War Erpressung (@wok! & Co.): wok! schrieb: "Endlich mal ein paar Angestellte, die nicht so dumm sind, sich vor den Karren der Gewerkschaften spannen zu lassen, sondern selber denken."

Nun, dumm ist eher, wer sich erpressen lässt. Im Gegensatz zu den Angestellten hat die Gewerkschaft i.d.R. nämlich Einblick in die Geschäftszahlen, und orientiert sich bei ihren Aktionen auch daran. Zudem: wer garantiert denn den aufgesessenen Arbeitnehmern, daß das Unternehmen nicht doch noch in Billigländer auslagern wird? Schau´n wir mal in einem halben bis einem Jahr wieder nach...

Hier für Interessierte einmal das Schreiben des DGB an den Autor des Spiegel-Artikels, der mit keinem Wort die, im übrigen belegbaren, Erpressungsversuche erwähnt:

http://www.nachdenkseiten.de/...

Wer hier noch das Verhalten der Unternehmensleitung und die unterstüzende ideologische Propaganda des Spiegels für gut heissen kann, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Nichts gegen Überstunden oder Arbeitszeitverlängerung! Aber nicht ohne entsprechenden Lohnausgleich...
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04.12.2006 14:11 Uhr von pippin
 
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"Interessante" Quelle: Befasst man sich mal mit der "Jungen Welt" stößt man auf interessante Details:

> Der jungen welt wird Verfassungsfeindlichkeit und Sympathie für antidemokratische Bewegungen vorgeworfen. So urteilt der Verfassungsschutz, dass ein Großteil der Redaktion dem linksextremistischen Spektrum zugeordnet werden kann. Seiner Ansicht nach wird in Beiträgen der jW Gewalt als Mittel im Kampf gegen Kapitalismus und Imperialismus anerkannt. <

Da kann man hier im speziellen Fall nicht unbedingt von neutraler Berichterstattung reden.

Nicht dass ich die angeprangerten Vorwürfer gutheißen würde, aber unter den gegebenen Umständen betrachte ich das durchaus skeptisch.
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04.12.2006 14:42 Uhr von ArrowTiger
 
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@pippin: -- "Da kann man hier im speziellen Fall nicht unbedingt von neutraler Berichterstattung reden."

Mit genügend Grips in der Birne wird man nicht die Quelle als das Wesentliche einer Aussage betrachten, sondern die Nachricht selbst, oder? Wenige Mausklicks genügen im INet in der Regel, um entsprechende Bestätigungen oder Widerlegungen von (Achtung: subjektiv) seriöseren Quellen zu finden.

-- "Nicht dass ich die angeprangerten Vorwürfer gutheißen würde, aber unter den gegebenen Umständen betrachte ich das durchaus skeptisch."

Lies einfach den Brief des DGB an den Spiegel, den ich oben verlinkt hatte. Deutlicher geht´s eigentlich kaum! Das Unternehmen hatte es absolut nicht nötig, auf kostenlose Zusatzarbeit zurückzugreifen. Denen geht es nämlich blendend. Gier war hier die wohl die einzige Motivation der Geschäftsleitung...
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04.12.2006 15:42 Uhr von mcgrasi
 
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@dritter versuch: #1: bei 100% steigerung der arbeitszeit 100% billiger? geht nicht linear, bei 20% steigerung wären es maximal 16% billiger (6/5 arbeit --> 5/6 preis). "maximal", weil die verkaufskosten auch noch steuern, rohstoffe usw. beinhalten
#2 würde auch nur dann funktionieren, wenn genügend nachfrage besteht. ansonsten zieht die konkurrenz nach und fertig ist das lohndumping
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04.12.2006 15:43 Uhr von rezay
 
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Witzig das: @lukiluke: Gestern Sabrine Christiansen geschaut oder wie?
Geht übrigens auch an die JungeWelt.

Wie kann eine Person so viel Bullshit reden wie dieser Stammtischredenschwingende linke Ernst?

So ein Schmarrer...unglaublich
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04.12.2006 15:51 Uhr von ArrowTiger
 
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@hostmaster: -- "Leider ist der Artikel im "Spiegel", einer im Vergleich mit der "Jungen Welt" neutralen Quelle, [...]"

Spiegel, und neutraler als die jW? Wenn, dann aber nur minimal! *g*

Lies doch einfach mal den öffentlichen DGB-Brief an den Spiegel und den verantwortlichen Redakteur. Dann weisst Du sofort, wie "neutral" der Spiegel berichtet, und welche ideologische Zielsetzung dieses Blatt heute offenbar hat.

Der Spiegel _war_ mal gut, aber das ist leider schon ein Weilchen her...
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04.12.2006 17:38 Uhr von Davor
 
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3. Versuch: oder auf Lager produzieren - was natürlich Lagerkosten treibt

du kommst nicht um 20% runter da du nur die Personalkosten siehst -
da gibts noch Materialkosten, Stromkosten etc etc etc - macht in der Produktion üblicherweise mehr aus als die Personalkosten (kommt natürlich auch auf den Automatisierungsgrad an)

du legst den Ansatz zugrunde daß selbstverständlich verkauft würde bei billigeren Preisen - was aber nicht stimmen muß. Wie gesagt, v. a. werden die Preise wg. 20% Mehrarbeit um 20% fallen können (d.h. die Produktionskosten)

ich denke mal dein neoliberaler Ansatz taugt auch nicht viel.

genausowenig wie das wirtschaftsfeudalistische Kanonenfeuerwerk unseres Woks aus dem Manchester des vorletzten Jahrhunderts...
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04.12.2006 19:09 Uhr von gadthrawn
 
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@dritter Versuch: Das ist nicht links.

Überleg mal, du verkaufst nur 80% von dem was du normal produzierst, mehr Markt ist momentan nicht da.

Der Arbeitgeber drosselt die Produktion deswegen auf 80% (Lager ist sehr teuer).

Arbeitnehmer arbeiten 20% Zeit mehr. Wofür?

Ohne Abnehmer brignt es jetzt mal nichts, dass die mit 120% der Zeit 80 % Leistung erbringen.

Gerade Kurzarbeit ist etwas, was für viele Unternehmen in der Krise gewinnbringend ist. Nämlich dann Leute (mit Lohnverzicht) auf weniger Stunden zu setzen, wenn nichts produziert wird.

Hält mehr Arbeitsplätze wie auf höhere Stundenzahlen zu gehen. Höhere Stundenzahlen lohnen dann, wenn der Motor schnurrt und Geld rein kommt.

Mal als Rechnung für Dumme:

10 Leute arbeiten 35 Stunden = 350 Arbeitsstunden

Kaufen tun die Leute Leistungen in Höhe von 80 % = 280 Stunden.

Also kannst du entweder jetzt probieren die Arbeitszeit mit Lohnverzicht runter zu bringen ( 28 Stunden Kurzarbeit) und alle Mitarbeiter halten, oder einige entlassen.

9 Leute arbeiten 40 Stunden = 360 Arbeitstunden

Wundersamerweise können nun 7 Leute mit ner 40 Stundenwoche die ganze bisherige Produktion decken... halt mit 3 neuen Arbeitslosen (so etwas ähnliches ist bei VW beim Hochdrehen der Stundenzahlen passiert).

Was möchtest du mit der kurzfristigen Mehrproduktion machen?

Im Normalfall hast du ein Produkt bei dem es Fixkosten und variable Kosten gibt. Fixkosten sind so etwas wie Maschinen, Mietzinsen etc.pp. Variable sind teilweise so etwas wie arbeit, Energie etc.pp.

Fixkosten: Der Grundgedanke ist richtig, dass die Fixkosten bei steigender Menge auf mehr Stück umgelegt werden, und damit diese per Stück abnehmen.Nur bleiben diese normal bei höherer Produktion nicht gleich, sondern stufenweise rauf. Neue Lager müssen gemietet werden, Maschinen aufgerüstet etc.pp. Damit hast du so ne Art Welle bei den Fixkosten/Stück. Die auch teilweise wieder dazu führen kann, dass in bestimmten Bereichen die Fixkosten/Stück erst einmal an einer Schwelle steigen.

Variable Kosten können runtergehen oder linear bleiben. D.H. Normal wird davona usgegangen, dass die variable Gesamtkosten pro Stück gleichbleiben. Nur wenn sich Sachen eben nicht proportional verhalten (Wartungskosten können bei Überbelastung enorm steigen), erhöhen sich diese pro Stück auch leicht.

Mehr Produktion heißt daher nicht automatisch, dass etwas billiger wird. Dass etwas billiger wird, heißt nicht, dass es günstiger wie die Konkurenz wird, oder von Kunden gekauft wird.

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