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Dresdner Forscher enthüllen das Geheimnis der Damaszener Klingen

Bereits 2001 will der Materialwissenschaftler John Verhoeven (Iowa State University) das in Vergessenheit geratene Verfahren zur Erzeugung der legendären Damaszener Klingen wiederentdeckt haben, konnte deren ungewöhnliche Schärfe aber nicht erklären.

Nun will der Dresdner Physik-Professor Peter Paufler dem Geheimnis einer mittelalterlichen Nanotechnologie auf die Spur gekommen sein: Eisenkarbidfädchen, womöglich in Kohlenstoff-Nanoröhrchen eingelagert, machen die Schneide im Nanobereich zur Säge.

Während ihre europäischen Nachahmer z.B. bei den Merowingern stets nur mechanisch gefaltete Stähle schmiedeten, erzeugten die Araber in tagelangen thermomechanischen Verfahren aus indischem Wootz die sich quasi im Gebrauch selbst schärfenden Waffen.


WebReporter: ChristaWolf
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Forscher, Geheimnis
Quelle: www.spiegel.de

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3 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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16.11.2006 10:21 Uhr von ChristaWolf
 
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16.11.2006 10:41 Uhr von 666leslie666
 
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Damaszener Klingen: Da haben wir hier im Norden noch einen Schmied der diese Klingen herstellt,
und wären diese
Stücke nicht so teuer,würd ich mir sowas als Deko aufstellen,denn sieht absolut geil aus.. :-))

Mfg jp
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16.11.2006 18:38 Uhr von OHa_Do
 
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Der Artikel ist einfach nur schlecht: Schlecht recherchiert und schlampig geschrieben. Ich zitiere mich etwas angepasst aus einem anderen Forum:

Der Spiegel-Artikel beschäftigt sich mit original Damaszener-Stahl. In Europa wurde feuerverschweisster "pattern-welded"-Stahl, der heute "damasziert" genannt wird, wegen einem ähnlichen Muster (auch "wurmbunt" u.ä. genannt) schon benutzt, als von dem Damaszener-Stahl praktisch nichts bekannt war. Er wurde später weitgehend aufgegeben, als er schlicht aus metallurgischen Gründen nicht mehr nötig war. Neue Verhüttungs- und Schmiedeverfahren und neuerschlossene Erzvorkommen mit besserer Rohstoffqualität machten es unnötig, derartig zu verfahren. Ähnlich wie das Falten eines Katanas ist diese Form der Damaszierung schlicht eine Notwendigkeit um aus einem schlechten Rohstoff eine gute Waffe zu machen. Die Damaszierung ist also kein "Imitat" und kein Versuch "Damaszenerstahl" nachzumachen -auch wenn es solche Versuche nach den Kreuzzügen mag, sie wurden eher aus ästhetischen Gesichtspunkten gemacht und weil man sich erinnerte, dass auch die legendären europäischen Waffen derartige Muster hatten -dazu wurde zum Teil eine Schicht "damaszierter" -also feuerverschweisster- Stahl wie ein Furnier auf die Fläche von Waffen gelegt. Qualitativ war das unnötig.

Dass der "original"-Damaszernerstahl auf Einschlüssen beruht ist seit einiger Zeit bekannt ( siehe z.B. http://www.tms.org/... ) Der neue Spiegel-Artikel präsentiert, aus "Nature" zitiert, eine neue Hypothese. Auch wenn Nature im naturwissenschaftlichen Bereich praktisch das Non-plus-ultra ist, bei solch exotischen Themen verfallen auch dort die Redakteure ab und zu ins Coolness-Fieber.

Ich glaube nicht, dass sich die Verantwortlichen beim Spiegel-Artikel allzu intensiv mit der Thematik über die materialwissenschaftlichen Aspekte hinaus auseinandergesetzt haben. Berichte über fantastische Schärfe gibt es bei uns auch zu genüge. Nur sollte man sich hüten, das selbst wenn es theoretisch möglich war, für bare Münze zu nehmen. Sinn und Zweck eines Damaszener-Säbels war es nicht, Seidentücher in der Luft zu durchtrennen, sondern Leute umzubringen. Wir haben auch Berichte, über Kavallerieangriffe, so eng dass kein Handschuh dazwischen zu Boden fallen könne und Berichte über angeblich komplett in Eisen gehüllte Franken vor den Toren Pavias. "Klappern gehört zum Handwerk" ist seit Anbeginn der Schriftlichkeit ein Faktum und auch wenn etwas häufig geschrieben wird kann es trotzdem übertrieben sein.

Was den Spiegel-Artikel schließlich vollends jeder Glaubwürdigkeit beraubt ist die Tatsache, dass er einerseits schreibt:
"Die Antwort auf die Frage, warum genau die Klingen so biegsam und zugleich so scharf waren, blieb er jedoch schuldig." (zu Verhoeven, von dem der Autor offensichtlich nur eine einzige Publikation kennt), andererseits aber schreibt: "Die kleinen, aber sehr harten Fäden verleihen den Damaszener Klingen nicht nur ihr ästhetisches Wellenmuster, sondern auch ihre unvergleichliche Schärfe, glaubt Paufler - eine Hypothese, die noch nicht in dem "Nature"-Artikel verraten wird." Genau dieser Punkt ist also NICHT im Nature-Artikel und mithin nicht Peer-Review. Diesen nicht klarer abzugrenzen liefert ihm Glaubwürdigkeit und einen Mehrwert gegenüber Verhoeven, die schlicht nicht gerechtfertigt sind -zumal auch Verhoeven schon auf das Carbid hingewiesen hat. Mehrwert liegt also einzig in der Entdeckung der Kohlenstoff-Nanotubes und dem Erhalt des Zementits -nicht etwa in der Erklärung der Schärfe, wie der Artikel suggeriert.

Dazu muss man aber auch sagen, dass man sich auch fragen muss, inwieweit die Untersuchung einer Klinge eines Schmiedes wirklich Aussagen auf Damaszenerklingen insgesamt erlauben. Verhoeven hat sich für seine Analysen immerhin mehrere Schwerter vorgenommen und sie verglichen.

Der Autor begreift offenbar noch nicht einmal was Schärfe ist -und warum übermässige Schärfe bei Waffen gar nicht erwünscht ist. Je schärfer die Waffe desto dünner die Schneide -und desto leichter nimmt sie Schaden, wenn sie NICHT auf etwas Weiches trifft, sondern auf einen Panzer, eine andere Waffe etc. Schärfe ist etwas für den Einsatz gegen ungerüstete Ziele -im Kampf gegen in Metall gehüllte Kreuzritter ist sie so sinnvoll wie ein Kropf. Weder ein Schwert aus Damaszenerstahl noch ein Katana schneiden durch Metall als ob es Butter wäre. Rüstungen werden aus einem ganz bestimmten Zweck gebaut, und wenn sie den nicht erfüllen entwickelt man bessere.

Viel Lärm um nichts -und in den Kommentaren leider mal wieder das übliche esoterische Gerede ohne Verständnis von der Materia.

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