25.10.06 10:40 Uhr
 883
 

Charité: Strafanzeige wegen Missachtung einer Patientenverfügung

Der auf Patientenrechte spezialisierte Rechtsanwalt Wolfgang Pütz hat im Namen des Humanistischen Verbandes Anzeige gegen die Charité wegen vorsätzlicher und fahrlässiger Körperverletzung erstattet.

Trotz einer eindeutigen Patientenverfügung und der eindringlichen Aufforderung durch eine bevollmächtigte Verwandte hätten es Charité-Ärzte abgelehnt, die künstliche Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen einer 86-jährigen Patientin einzustellen.

Dies sei "Euthanasie" und "in Deutschland verboten", so die Ärzte. Dagegen hat das Landgericht Berlin zuletzt 2004 klargestellt: Die Unterlassung einer Behandlung ist keine aktive Sterbehilfe, wenn die Behandlung vom Patienten abgelehnt wird.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: Breadcrumb
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Patient, Strafanzeige, Patientenverfügung
Quelle: www.taz.de

Jetzt Deinen
Kommentar abgeben!

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Chester Bannington (Linkin Park) geht Selbstmord in seiner Villa
Masturbieren in Zelle könnte O.J. Simpson frühzeitige Haftentlassung kosten
Berlin: Polizist wegen Tragens des Spaß-Party-Wappens entlassen

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
25.10.2006 10:58 Uhr von mistake
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Der letzte Satz ist falsch dies wird durch einfaches Umstellen der Satzteile deutlich:

"Wenn die Unterlassung einer Behandlung vom Patienten abgelehnt wird, ist sie (die Unterlassung der Behandlung) keine verbotene aktive Sterbehilfe."

Manchmal ist die deutsche Sprache wirklich schrecklich kompliziert - trotzdem darf so etwas nicht passieren, da in diesem Fall der Sinn nicht nur ein wenig entstellt wird.
Kommentar ansehen
25.10.2006 11:08 Uhr von Schwertträger
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Mistake: Wurde die News jetzt schon geändert? Darin steht´s nämlich jetzt sinngemäss richtig.

Bei dem Zitat in Deinem Posting hiesse es ja, dass der Patient verfügt hätte, dass die Behandlung nicht unterlassen, demnach also auf jeden Fall weitergeführt werden soll.
DAS wäre dann logischerweise erst recht keine Sterbehilfe. ;-)
Kommentar ansehen
25.10.2006 11:29 Uhr von Breadcrumb
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Heute (25.10.) Klartext-Sendung im RBB dazu: Mittwoch, 25.10. um 21.30 Uhr, KLARTEXT, RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg):
http://www.rbb-online.de/...

u.a.: Patientenverfügung ohne Wirkung – Kliniken ignorieren letzten Willen
Kommentar ansehen
25.10.2006 11:48 Uhr von Breadcrumb
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Der letzte Satz war missverständlich und ist jetzt korrigiert. Ich hoffe, mit der jetzigen Formulierung ist der Punkt eindeutig ausgedrückt.

BC
Kommentar ansehen
25.10.2006 12:03 Uhr von Spot the Cat
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Meines Wissens kann ein Arzt aber auch nicht gezwungen werden passive oder gar aktive Sterbehilfe zu leisten. Den unabhaengig davon ob in diesem konkreten Fall die Sterbehilfe juristisch legal gewesen waere kann es wohl kaum gerecht sein das jemand deswegen verurteilt wird wenns gegen seine moralische Ueberzeugung spricht zu toeten. Zudem halte ich es fuer sehr bedenklich wenn man jemand dazu verpflichten will zu toeten. Was kommt danach? Mal ein, zugeben hypothetisches, Szenario: Ein Polizist schiesst einen Straftaeter nur kampfunfaehig obwohl ein toedliche Schuss ebenso gerechtfertigt waere. Der Straftaeter begeht spaeter einen Mord und der Polizist wird von den Hinterbliebenden verklagt weil er den Moerder nicht erschossen hat als er die Gelegenheit hatte.
Kommentar ansehen
25.10.2006 12:04 Uhr von mistake
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@schwertträger: siehe kommentar des autors - jetzt ist der satz in ordnung - vorher stand halt sinngemäß das, was du aus meinem posting verstanden hast.
Kommentar ansehen
25.10.2006 12:34 Uhr von Breadcrumb
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@spot the cat: Der Arzt *tötet* nicht, wenn er nicht behandelt, weil der Patient nicht behandelt werden will. Vor allem dann nicht, wenn er dies vorher ausdrücklich in einer Patientenverfügung und gegenüber Zeugen zum Ausdruck gebracht hat.

Wenn jemand in Deinen Körper eindringt oder ihn verletzt, ohne dass Du darum gebeten hast oder Du Dich vorher einverstanden erklärt hast, dann ist das eine vorsätzliche Körperverletzung. Aus diesem Grunde unterscheiden sich S-M-Praktiken juristisch von einer Vergewaltigung, auch wenn praktisch die selben Handlungen vollzogen werden.

Im vorliegenden Fall sollten die Ärzte nicht "gezwungen werden, passive oder gar aktive Sterbehilfe zu leisten". Die Patienten hat ihnen schlicht verboten, sie mit medizinischen Maßnahmen am Leben zu erhalten. Über dieses Verbot haben sich die Ärzte hinweg gesetzt.

BC
Kommentar ansehen
25.10.2006 12:42 Uhr von delauer
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Öhmm: Ist nicht auch passive Sterbenshilfe in irgendeiner Weise strafbar? Oder irre ich mich da.

Und noch was. Müssen nicht alle Ärzte einen Eid ablegen, dass sie sich verpflichten, in jeder Situation Leben zu Retten? Wäre da denn doch auch der Fall und die Ärzte hätten gegen den Eid gehandelt.
Hab ich mal in der Schule gelernt^^
Kommentar ansehen
25.10.2006 13:08 Uhr von Breadcrumb
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Passive Sterbehilfe (@delauer): Unter bestimmten Umständen wird "passive Sterbehilfe" als "Tötung durch Unterlassen" bestraft.

In keinem Fall trifft das aber zu, wenn dies auf ausdrücklichen Wunsch einer einwilligungsfähigen Person, oder durch Patientenverfügung bei einer einwilligungsunfähigen Person geschieht. Letzteres war bei der Charite-Patientin der Fall.

Schau Dir auch auch mal den Wikipedia-Beitrag dazu an: http://de.wikipedia.org/...

BC
Kommentar ansehen
25.10.2006 13:29 Uhr von mistake
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@delauer: gerade doch auch wegen dieser eid-angelegenheit gibt es mittel wie die patientenverfügung - um ärzte von einer verpflichtung, die der patient in seinem speziellen fall für ungewollt erklärt, befreit werden.
Kommentar ansehen
25.10.2006 18:47 Uhr von nw051653
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Der hippokratische Eid: besagt unter anderem, dass Ärzte auch auf Verlangen kein tödliches Medikament ausgeben und auch keine Abtreibungen vornehmen (hab ich mir nicht ausgedacht, steht da), dass sie ihr Wissen zum Nutzen der Patienten einsetzen und Schaden von ihnen abwenden. Da steht nirgends, dass sie Leben gegen den Willen der Betroffenen erhalten müssen - denn wenn für den Patienten der Schaden im Wachkoma besteht (z.B.), also wenn der Patient vorher verfügt und bestimmt hat, dass er Schaden auf diese Art definiert, dann muss der Arzt ihn in diesem Willen unterstützen. So ist dann passive Sterbehilfe mit dem h. Eid vereinbar. Wie gesagt, da steht auch sonst eine Menge Quark drin (z.B. die Kinder deiner Dozenten unterrichten und sowas), an den sich keine Sau mehr hält, also sollte man sich nicht so oft auf diesen Eid berufen...
Kommentar ansehen
25.10.2006 19:36 Uhr von Stieges
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
man muss das schon auch verstehen: man muss die ärzte aber auch verstehen. Sie behandeln jemanden undkämpfen um sein leben und manche Ärzte können halt nicht einfach die Maschinen abschalten und den Menschen dadurch "töten".
Natürlich versteh ich auch die Seite des Patienten. Er will in Ruhe sterben.
Aber wenn es zu einer Strafe kommt dann sollte die meines Achtens sehr klein ausfallen.

Refresh |<-- <-   1-12/12   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Hamburg: 40 Millionen Euro für G20-Geschädigte
Polen: Umstrittenes Justizgesetz verabschiedet
Chester Bannington (Linkin Park) geht Selbstmord in seiner Villa


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?