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Schizophrenie: Experten fordern Abschaffung des Krankheitskonzepts

Einer der häufigsten psychiatrischen Diagnosen könnte bald das gleiche Schicksal widerfahren, wie vor 30 Jahren der Homosexualität: die Entfernung aus dem offiziellen Katalog psychiatrischer Krankheiten.

Schizophrenie sei ein unwissenschaftliches, stigmatisierendes und gefährliches Konzept, sagten britische Experten in der vergangenen Woche auf einer Pressekonferenz. Auf die Verwendung der Diagnose solle deshalb in Zukunft verzichtet werden.

Marius Romme, emeritierter Psychiatrieprofessor: "Ich glaube, dass Schizophrenie als Krankheit nicht existiert." Das Konzept verstelle den Blick für die sozialen und emotionalen Probleme der Patienten und verhindere dadurch ihre Bewältigung.


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WebReporter: Breadcrumb
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Krank, Krankheit, Experte, Abschaffung, Schizophrenie
Quelle: www.24dash.com

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22 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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20.10.2006 17:39 Uhr von Breadcrumb
 
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Ich bin gespannt, ob dies der Beginn einer noch weiter reichenden Überprüfung der psychiatrischen Krankheiten ist. Genau genommen trifft ja die hier gemachte Aussage, dass es keine bewiesene körperliche Ursache für die Psychoprobleme gibt, auf alle psychiatrischen Diagnosen zu.
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20.10.2006 19:47 Uhr von touken
 
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Unverständlich: Auch wenn man es anderes nennt, es bleibt letztlich das gleiche, einem Betroffenen hilft das wenig.
Das kommt so rüber nach dem Motto: Gibts nicht mehr, fertig.
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20.10.2006 20:07 Uhr von The_free_man
 
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Hmm Der meint wohl irgendwie, dass das besser wäre, weil die Patienten dann nicht einfach als "Irre" abgestempelt werden, weil Shizophrenie so ein negativ image hat.

Aber ne Krankheit ists doch im Gegensatz zu Homosexualität auf jeden Fall.
Wie soll mans denn sonst nennen?

Für mich ist etwas dann eine Krankheit, wenn der Betroffene darunter leidet.
Und das ist ja meistens der Fall.
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20.10.2006 20:08 Uhr von holzhannes
 
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und eine Beinamputation wird auch nicht mehr als eine Gehbehinderung eingestuft und einer der das Augenlicht verloren hat nicht mehr als Blinder ;-)
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20.10.2006 20:29 Uhr von Deniz1008
 
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weitere kostenersparnis für die krankenkassen es wird gespart wo es nur gespart werden kann, auch bei krankheiten.

demnächst werden auch tod-kranke als gesund bescheinigt.

mfg

Deniz1008
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20.10.2006 21:28 Uhr von Breadcrumb
 
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@touken: > Auch wenn man es anderes nennt, es bleibt letztlich das
> gleiche, einem Betroffenen hilft das wenig.

Die Kritiker scheinen das anders zu sehen. Sie betonen ja gerade, dass es die Probleme, Verhaltensweisen, Gefühle usw., die heute mit dem Etikett "Schizophrenie" versehen werden, tatsächlich gibt. Nur dass es sich bei dieser Feststellung nicht um eine *Krankheit* im medizinischen Sinne handelt, weil eine medizinische Diagnose immer eine Aussage zur Verursachung einschliesst. Und genau das sei in Bezug auf "Schizophrenie" nicht der Fall, weil bis heute kein Beweis für ihre körperliche Verursachung erbracht werden konnte.

Die mit dem Krankheitsbegriff verbundene biologische Sichtweise ("blaim the brain") führe zu einer Mystifizierung der Problem der Patienten wie auch der als Wundermittel angebotenen "atypischen" Neuroleptika. Alles das schade den Betroffenen, statt ihnen zu helfen.

Wer es noch genauer wissen möchte, sollte bitte die angegebene Quelle studieren. Eine short news kann halt nur ganz short berichten. ;)
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20.10.2006 21:48 Uhr von Breadcrumb
 
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@The_free_man: > Aber ne Krankheit ists doch im Gegensatz zu Homosexualität
> auf jeden Fall.

Das sagst du heute so selbstverständlich, wie vor 30 oder 40 Jahren die Leute zum grössten Teil von der Krankhaftigkeit und Behandlungsbedürftigkeit der Homosexualität überzeugt waren.

1974 wurde per Beschluss (sic!) Homosexualität aus dem Krankheitskatalog der American Psychiatric Association entfernt. 1992 zog die Weltgesundheitsorganisation nach. Das passierte nicht nach einer neuen wissenschaftlichen Entdeckung, sondern nach einer Änderung der Bewertung bestimmter sexueller Verhaltensweisen, u.a. durch den Einfluss der Emanzipationsbewegungen seit Ende der 60er Jahre. Was heute noch in den Manualen vorzufinden ist, sind z.B. eine "Ich-dystone Sexualorientierung", die dann diagnostiziert wird, wenn der Betroffene mit seinem eigenen sexuellen Verhalten und seinen Wünschen nicht klar kommt.
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20.10.2006 22:09 Uhr von DarkSebman
 
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die sache mit der schizophrenie: gespaltene persönlichkeit?! Was ist das? Wo setzt man das an? Wenn jemand selbstgespräche führt... ist er dann psychisch krank? wenn jemand selsbtreflektierend arbeitet udn sich von außen betrachten kann.... ist er dann schizophren?

wenn jemand 2 grundverschiedene verhaltensmuster an den tag legt... ist er dann schizophren?

Das ist das Problem. Mit der heutigen Definition von Schizophrenie sind mind. 70% aller Menshcen schizophren...
Ich denke da setzt der Herr an.

Ich persönlich bin der Meinung das es da neue Klassifizierungen geben müsste. Denn ein bisschen ist ja noch ok, aber wenn man so gespalten ist das man sich selsbt nicht mehr unter kontrolle hat, dann sollte das schon behandelt werden.

Lg
DarkSebman

Ps alles was sich auf mich bezieht per pm schau hier nemmer rein ;) xd
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20.10.2006 23:02 Uhr von Spaßbürger
 
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Ich bin nicht Schizophren! Ich auch nicht!

;-)
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20.10.2006 23:42 Uhr von karinanina
 
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deiner meinung! Bin Da stimme ich Deiner Meinung zu @Breadcrumb. Ich finde schon, dass Schizophrenie als Krankheit bezeichnet werden kann, durchaus. Es ist eine psychische Erkrankung, an der man nicht einfach rütteln kann. Britische Experten... die sollen sich lieber um andere Sachen gedanken machen
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21.10.2006 09:11 Uhr von picasso2489
 
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für Hartz.-IV Empfänger: war/ist dies eine gute Ausrede wegen psychischer Belastung nicht arbeiten zu müssen.... Da ist dieses Krankheitsbild immer anzufinden, sobald es schlechte/unbeliebte Arbeit zu machen gibt...
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21.10.2006 13:54 Uhr von denksport
 
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Nicht abschaffen sondern umbennen: Wenn man die Quelle liest, klingt das eher nach einer Umbenennung von Schizophrenie und Erfindung von neuen psychischen Krankheiten. Bei Hepatitis unterscheidet man ja auch zwischen a, b und c.
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21.10.2006 17:47 Uhr von borgir
 
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und sie haben recht: aber es sollte nicht nur die schizophrenie entfernt werden. 99 prozent der "erkrankungen" auch, denn sie basieren alle auf annahmen und unwissenschaftlichen konzepten. 99 prozent der diagnosen in der psychiatrie sind schätzungen und vermutungen, mehr nicht. ich finde nicht mal, dass die psychiatrie eine medizinische disziplin sein sollte, eher eine pseudo-wissenschaft, die der phrama-industrie massig geld verschafft und die menschen ungerechtfertigt einsperrt und nicht wie von psychiatrien behauptet, behandelt. wie soll man eine "erkrankung" behandeln, von der man nicht mal weiß, woher sie kommt und ob es wirklich eine krankheit ist.
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21.10.2006 21:35 Uhr von borgloh
 
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Schizo Schizophrene sind auch irre , dass ist so und das kann man nicht wegreden , wenn man Schizophrenie hat , das ist einfach nur schrecklich , es gibt nicht viele Krankheiten die das Leben schwerer machen ...
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21.10.2006 22:32 Uhr von Bilidikid
 
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Szialer Kontrollverlust oder genetischer Defekt: Die Inzidenzraten (Neuerkrankungen) pro Jahr liegen unter denen der Lebenszeit-Prävalenz bei etwa einer Person von 10.000.
Das so genannte Lifetime-Risiko, an einer schizophrenen Psychose zu erkranken, beträgt 1 Prozent, das heißt, statistisch gesehen durchlebt jeder Hundertste mindestens einmal im Leben eine schizophrene Episode. Schizophrenie ist also eine verbreitete Krankheit.
Als Erklärungsmodell geht man derzeit davon aus, dass genetisch-biologische und psychosoziale Ursachen in einem Wechselspiel eine Schizophrenie auslösen können.
Als zentral wird eine Störung der Regulation der Informationsverarbeitung angesehen.

Psychiater sehen deren Ursache jedoch nicht im Vorhandensein eines genetisch-biologischen Defektes, sondern vielmehr darin, dass die Individuen, welche an einer sogenannten "Schizophrenie" leiden, das gesellschaftliche Gleichgewicht durch ihr Unter- oder Überschreiten der Norm stören. Dabei werden Begriffe wie der der "sozialen Kontrolle" verwendet.
-ENDE-!
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22.10.2006 12:31 Uhr von borgir
 
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@borgloh: definiere mir den begriff normal. und dann den von krankheit. und dann sage, dass psychisch auffällige menschen krank sind. das wirst du nicht schaffen, denn die sind nicht krank. anders vielleicht, aber nicht krank. sie als "irre" zu bezeichnen ist geschmacklos und bescheuert.
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22.10.2006 18:56 Uhr von borgloh
 
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naja kam von einer Bekannten und die ist Psychotherapeutin.
Guck dir mal an , was Schizophrenie alles sein kann ... du wirst dich erschrecken ...

Mfg borgloh ....
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23.10.2006 16:50 Uhr von Breadcrumb
 
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@billidikid: Da hast Du ein schönes Beispiel für das übliche inhaltslose Geschwätz geliefert, das im Zusammenhang mit Schizophrenie selbst in den sogenannten Fachkreisen die Regel darstellt.

Es gibt keine Erklärung für Schizophrenie. Die Aussage, es handele sich um genetisch-biologische und psychosoziale Ursachen in einem Wechselspiel, ohne sie jeweils zu benennen und einzugrenzen, ist wissenschaftlich wertlos, wenn diese "Ursachen" oder auch die Art ihres "Wechselspiels" nicht präzise, das heisst objektiv im Sinne von nachprüfbar, gefasst werden.

Genau daran ist aber die psychiatrische "Wissenschaft" bisher gescheitert. "Bio-psycho-sozial bedingt" ist alles und nichts.

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25.10.2006 09:51 Uhr von fpanyre
 
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Schizophren ist, wer gleichzeitig den schwachen konsum der buerger beklagt und die
mehrwertsteuer erhoeht.
...die schwarzarbeit beklagt, aber renovierer, gaertner,
fensterputzer, putzfrau etc. schwarz beschaeftigt (und nicht
zahlt).
...die klimaveraenderung beklagt, aber im stau steht und
gegen geschwindigkeitsbeschraenkung ist.
...den zusammenbruch deutschlands beklagt, aber sein geld
in emerging markets anlegt.

wenn das eine krankheit ist, sind wir fast tot.
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25.10.2006 13:21 Uhr von Breadcrumb
 
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@fpanyre: Was Du da aufgeführt hast, sind alltägliche Beispiele für Heuchelei, nicht für Schizophrenie.

Und trotzdem bist Du damit gar nicht so weit vom Thema weg, denn die "Diagnose" "Schizophrenie" wird von Psychiatern wie von Nicht-Psychiatern gern für alles benutzt, was in ihren Augen als unerwünscht zu gelten hat. Früher nannte man sowas "Ketzer" oder "Hexe".

BC
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27.10.2006 07:46 Uhr von meisterthomas
 
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Krankheitserfahrung: Bleibt anzunehmen, daß die Kommentatoren hier aus eigener Krankheitserfahrung sprechen und nicht nur über die Krankheiten anderer mutmaßen.
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27.10.2006 20:10 Uhr von ciaoextra
 
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Vielleicht wäre es nützlich, da: man als Betroffener dann nicht mehr gleich in die Ecke der Geistigbehinderten abgestellt wird. Bis vor 20 Jahren galt manische Depression auch noch als Geisteskrankheit - heute weiß man, dass es eine "nur" Stoffwechselstörung ist und nennt es Bipolare Störung.

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