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Ärzte sorgen für Verschwendung in Höhe von 3,5 Mrd. Euro

Dem Arzneiverordnungs-Report zufolge, der jährlich 700.000 Verordnungen auswertet, werden von Ärzten neuartige Medikamente verschrieben, die jedoch verglichen mit den älteren keinen Vorteil mit sich bringen.

Ein Cholesterin senkendes Mittel sei zum Beispiel verglichen mit Schweden oder Großbritannien in Deutschland zehnmal so teuer. Darüberhinaus ließen sich Ärzte zu sehr von Pharmakonzernen beeinflussen.

Außerdem kommt der Report zu dem Urteil, dass weder mit der Gesundheitsreform noch mit dem Arzneimittel-Spargesetz eine Entlastung für den Krankenversicherten einherginge.


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WebReporter: Longen
Rubrik:   Gesundheit
Schlagworte: Euro, Arzt, Höhe, Verschwendung
Quelle: www.welt.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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19.10.2006 20:26 Uhr von Longen
 
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In Zeiten, in denen Ärzte im internationalen Vergleich beinahe beschämend wenig verdienen, und Ansprüche auf höhere Löhne stellen, erscheint ein solcher Vorwurf natürlich sehr erschütternd. Aber Ärzte sind abhängig von Pharmaindustrie und umgekehrt, aber ob da eine Hand die andere ausnutzt, ist die andere Frage.
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19.10.2006 20:39 Uhr von borgir
 
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dann sollte man sich eher mal: gedanken machen, warum das hier zehn mal so teuer ist. die ärzte können nur verschreiben, was die pharmaindustrie anbietet. dass die reform nichts bringt, ist so ziemlich jedem klar, nur der frau merkel nicht.

nochwas: cholesterinsenker sollte eigentlich gar nicht mehr verschrieben werden. a: es ist nicht nachgewiesen dass cholesterin für infarkte jeglicher art verantwortlich ist. b: die nebenwirkungen sind so gravierend, dass man das risiko besser nicht eingehen sollte.

ich kenne übrigens keinen arzt, der cholesterinsenker selbst einnehmen würde (arbeite im krankenhaus, da würde es keiner nehmen. mein hausarzt auch nicht). aber "studien" haben das angeblich zum ergebnis, dass die tabletten helfen. man sollte vielleich mal nachsehen, von wem die "studien" in auftrag gegeben worden sind.

nochwas: geld verschwendet die krankenkasse für vorstandsgehälter, verwaltungsbauten usw.
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19.10.2006 21:09 Uhr von jesse_james
 
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Wer spinnt hier mehr, die Ärzte oder die Schreiberlinge des Report ?

"Darüberhinaus ließen sich Ärzte zu sehr von Pharmakonzernen beeinflussen."

Soso die Ärzte tun das also...und was ist mit all den anderen ? Den Politikern und sonstigen Personen ?
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20.10.2006 01:59 Uhr von Oberhenne1980
 
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Also wenn ich da meine Zahnarzt hör. Der ist quasi gezwungen gewisse Ziele nicht zu über- aber auch nicht zu unterschreiten.

Er bekommt irgendwie nur X Wurzelbehandlungen zugesichert... oder er mus soviele machen, um das und das Zeug weiterhin zu bekommen.
Naja, jedenfalls hat es mich sehr verunsichert.
Meinem ZA vertrau ich aber nachwievor.
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20.10.2006 04:56 Uhr von opppa
 
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Die Erklärung war irgendwann im Fernsehen: Die Ärzte erhalten "Prämien" von den Pharmakonzernen dafür, daß sie bestimmte Medikament häufig verschreiben.

Das gibt es natürlich nur für die Medikamente, derenUmsatz aus Gewinnmaximierungsgründen gepuscht werden muß.

Kombiniert mit den Richtlinien, mit denen die Arzneipreisen kalkuliert werden, ist das für die Pharmaindustrie die Lizenz zum Gelddrucken!
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20.10.2006 08:20 Uhr von blueguy
 
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nur zum Teil richtig, natürlich fahren Pharmakonzerne Gewinne ein, z.T. gar nicht schlecht. Aber vom Drauflegen kann eben kein Industriezweig leben, auch die Pharmaindustrie nicht. Klar muß auch die Pharmazie ihr Scherflein zum Sparen beitragen, ohne wenn und aber. Aber alle wollen Innovationen und immer bessere Medikamente. Leider kostet Forschung richtig Geld (200-400 Mio € pro Medikament) und das kann die Pharmaindustrie halt auch nicht aus dem Hut zaubern sondern wird von deren Gewinn (den sie ja nicht machen sollen) bezahlt. Sollte man sich vielleicht mal durch den Kopf gehen lassen. Desweiteren ist Deutschland eines der ganz wenigen Länder, die den vollen Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel, auch die verschreibungspflichtigen, erhebt. Andere Länder, so die o.g. Schweden und Großbritannien (und andere) erheben auf verschreibungspflichtige bzw. erstattbare Mittel KEINE Mehrwertsteuer.

http://www.evz.de/...

Die meisten Länder erheben den ermäßigten oder einen nochmals reduzierten ermäßigten Satz. Deutschland hält dagegen richtig die Hand auf: Pornographie wird mit 7% besteuert, Arzneien mit 16%. Allein die Reduktion auf den ermäßigten Satz ergäbe ein riesiges Einsparpotential für Medikamente. Warum wird darüber praktisch nicht diskutiert ????? Ach ja, Steinbrück bekäme dann nen Koller...
P.S.: Jetzt wird wieder auf den Anwendungsbeobachtungen herumgehackt. Keiner schreibt aber dazu, daß im Zuge der Nachbeobachtung nach Zulassung eines Mittels (Phase IV) diese im Arzneimittelgesetz vorgeschrieben sind. Wie sollen denn sonst Erkenntnisse in der breiten Anwendung eines Mittels erzielt werden ??? Daß manche Firmen da übers Ziel hinausschießen weiß ich auch. Aber schwarze Schafe gibt´s halt leider in jeder Branche.
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20.10.2006 13:55 Uhr von opppa
 
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blueguy: Und ich werde weiterhin behaupten, daß die in Deutschland überhöhten Preise für Medikamente nur dadurch zustandekommen, daß der Bundestag unter tätiger Beihilfe der Pharma- und Apothekerlobby die Richtlinien für die "Preisermittlung" festgelegt hat.

Der Erfolg:
Die Kurse der Pharmaaktien steigen genauso steil an, wie die Beiträge der Krankenversicherung! (Über die Zuwendungen der Industrie an die Regierung wollen wir garnicht reden!)
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20.10.2006 14:14 Uhr von cheini
 
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Egal: ob Ärzte, Benzin oder sonstwas...am Ende wird man immer feststellen dass diese verkorkste und weltfremde DDR Politik in Deutschland Schuld an allem ist. Wenn das Volk nicht langsam wieder regiert, ist dieses Land maximal noch 10 Jahre so wie es jetzt ist...Bin nur zu froh nicht mehr dort zu sein und in diesem System Steuern zu bezahlen!
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20.10.2006 16:16 Uhr von blueguy
 
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@ opppa: Volle Zustimmung, opppa !!!
Trotzdem sollte man nicht einseitig nach Sparmöglichkeiten suchen, zumal die Medikamentenkosten nur ca. 15% an den Gesamtkosten der Krankenkassen ausmachen. Was ist mir den anderen 85% , wie Verwaltungskosten der Krankenkassen, zuviele und z.T. unnütze Untersuchungen im Krankenhaus etc.? Sind das alles heilige Kühe ? Das Senken der Medikamentenkosten ist absolut richtig und notwendig, aber leider nicht das oft von den Medien propagierte Allheilmittel zur Senkung der Kassenbeiträge. Grund: s.o., der Anteil an den Gesamtkosten ist vergleichsweise nicht so hoch.
Natürlich verdienen Pharmakonzerne Geld und natürlich haben die, wie alle großen Industriezweige, ihre Lobby im Bundestag, da hast Du vollkommen Recht. Aber bei dieser Diskussion habe ich das Gefühl, daß man hier eine Sau gefunden hat, die man durchs Dorf treiben kann. Nicht zuletzt um vielleicht von anderen Einsparmöglichkeiten (die ebenso sinnvoll wären) abzulenken... Wozu brauchen wir z.B. hunderte von gesetzlichen Krankenkassen, jede mit Vorständen, deren Lakaien und allerlei trallalla ? Schlimm sind da v.a. die großen, bekannten Kassen. Was da Beitragsgelder verschleudert werden geht nicht mehr auf die sprichwörtliche Kuhhaut. Wird in den Medien kaum angesprochen, obwohl ein riesiges Einsparpotential da ist.
Wichtig ist, daß alle Sparmöglichkeiten tangiert werden, leider ist dies bei weitem nicht der Fall. Auch die Kassen haben ihre Lobbyisten im Bundestag, z.T. auf höchster politischer Ebene...
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20.10.2006 16:50 Uhr von opppa
 
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blueguy: Die Kostensteigerung bei den Krankenhäusern liegt daran, daß die Planstellen in den 50er und 60er Jahren definiert wurden, als es wegen Personalknappheit sowieso klar war, daß nicht alle Planstellen besetzt werden konnten.

Heute werden in Krankenhäusern die Krankenschwestern so eingeteilt, daß immer mindestens 25% der Arbeitszeit für Kaffetrinken und ähnlich wichtige Sachen eingeplant ist.

Dazu kommt, daß die "armen" Klinikärzte (ich meine nicht den kleinen Assistenzarzt, der Überstunden ohne Ende schieben muß) immer noch meinen, kurz vor dem Verhungern zu stehen und daher Im Vergleich mit den anderen Arbeitnehmern fette Lohnerhöhungen durchgesetzt haben. Von den für Arbeitnehmer untopisch hohen Entgelte der obersten Ärztehierarchie will ich hier garnicht anfangen.

Aber Parkinson läßt grüßen, gerade im Krankenhaus ist derjenige am Besten angesehen, der die größte (kostentreibende) Horde Fußvolk befehligt. Und dem ist es dann auch egal, was das kostet, denn er zahlt das ja nicht.
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20.10.2006 23:15 Uhr von swald
 
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Ich finde es sollte klare Listen geben welche Medikamente verschrieben werden dürfen, wird ein teureres mit gleicher Wirkung bevorzugt kann der Aufpreis j avom Patienten übernommen werden.

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