17.10.06 16:35 Uhr
 627
 

Umfrage: Armut in Deutschland wird zunehmen

Laut einer Umfrage von Emnid sind über 90 % der Bundesbürger der Ansicht, dass die Armut unter den Menschen hierzulande weiter zunehmen wird.

Während aber die persönliche Angst vor Armut bei den älteren Menschen nur zu etwa einem Drittel vorhanden ist, trifft dies bei den jungen Leuten schon auf nahezu zwei Drittel zu.

Mit rund 84 % der Befragten machte sich eine große Mehrheit dafür stark, dass der Staat hier durch gesetzgeberische und steuerliche Initiativen eingreifen soll, 45 % plädierten für eine Erhöhung der Sozialausgaben.


WebReporter: Gelassener
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Deutschland, Deutsch, Umfrage, Armut
Quelle: www.n24.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Post bei Rabattzahlungen betrogen - Schadenshöhe bis zu 100 Millionen Euro
Haushaltsplan 2018: EU streicht mehr als 100 Millionen Euro für Türkei
Nach Steuerskandal: Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon gibt Rücktritt bekannt

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
17.10.2006 16:51 Uhr von aidzdotnet
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Na diese 45% sind ja dann wohl die, die ausschlieslich von den Sozialausgaben leben.
Kommentar ansehen
17.10.2006 17:07 Uhr von Moralfetischist
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Tja - selbst Schuld! Wer zu faul zum Arbeiten ist, kann auch kein Geld verdienen! So!
Kommentar ansehen
17.10.2006 17:11 Uhr von grandmasterchef
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
lol: zu faul? wasn faul? wenn man nich 10 std. bei lidl arbeiten kann/will Oo

jeder der nicht néuzeitsklave is = faul..

und bald wird der adel eingeführt. bla bla
Kommentar ansehen
17.10.2006 17:21 Uhr von opppa
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Regt Euch doch nicht auf! "Unsere" (nicht meine) Regierung ist doch schon dabei, das Problem zu verschärfen.

Die Maßnahmen:

1) Die Steuern für die Wirtschaft werden gesenkt. Das stärkt die Kapitalflucht!
2) Die Steuern und die Sozialabgaben für die Arbeitnehmer werden erhöht. Das killt die Motivation und die private Nachfrage.
3) Die Diäten der dafür Verantwortlichen werden erhöht. Das stärkt den Haß auf die Regierung!
Kommentar ansehen
17.10.2006 17:26 Uhr von eros007
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Bevor die Sozialausgaben erhöht werden: Bevor die Sozialausgaben erhöht werden, müssten zunächst mal die Steuern erhöht werden. Der Staat kann nur Geld ausgeben, das er einnimmt.

Erst gestern las ich hier bei Shortnews, dass Deutschland in der EU an vierter Stelle steht, was die Aufwendungen für Sozialleistungen (Rente, Arbeitslosigkeit, Gesundheit) betrifft. Wir geben also am viertmeisten für diese Bereiche aus - gemessen am Anteil am BIP. Gleichzeitig liegt der Steuer- und Abgabenanteil am BIP unter dem EU-Schnitt (D: 38,7%, EU: 39,3%) und erst recht unter dem Schnitt der meisten Nachbarländer.

Man sieht also, dass wir (d.h. unser Staat) anteilmäßig sehr viel für Sozialausgaben ausgeben. Bei genauerer Betrachtung liegt bei uns der Anteil der Sozialausgaben an den gesamten staatlichen Ausgaben EU-weit am höchsten. Gleichzeitig entwickelt sich bei uns die Wirtschaft EU-weit am schlechtesten. Besteht hier ein Zusammenhang oder ist das Ganze nur Zufall?

Überlegen wir uns nun, was das bedeutet, dass der Anteil der Sozialleistungen an den Staatsausgaben so hoch ist. Das heißt, dass weniger Geld für andere Bereiche übrig bleibt. Was sind andere Bereiche? Zunächst wären die Zinszahlungen zu nennen, die man aber nicht steuern kann. Deutschland mit seinem ausufernden Defizit muss zwangsläufig eine gewisse Summe dafür hinlegen. Sie wird wegen des Schuldenmachens natürlich Jahr für Jahr größer. Was gibt es sonst für staatliche Bereiche? Nun, die Bildung, die Forschung, die Infrastruktur, die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und die Kulturförderung. Wenn viel Geld für Soziales verpulvert wird, dann bleibt zwangsläufig weniger für diese Bereiche übrig (jedenfalls weniger als in den anderen EU-Ländern). Warum wohl ist die Bildung bei uns so schlecht? Warum müssen Studenten neuerdings Studiengebühren zahlen? Warum zahlen LKW Maut auf den Straßen und bald wohl auch PKW? Weil der Staat die Ausgaben an anderer Stelle zu hoch hat, ist kein Geld für diese Maßnahmen da. Bei den Sozialausgaben liegen die Ausgaben - gemessen an der Einnahmeseite - zu hoch.

Ich will hier nicht beurteilen, was jetzt besser ist. Lieber Sozialleistungen senken und Steuern gleich belassen oder aber Steuern erhöhen und Sozialleistungen gleich belassen. Oder ob man für die Erhöhung von Sozialleistungen die Steuern erhöhen sollte oder noch mehr an den anderen Bereichen (Bildung, Infrastruktur, Forschung) sparen sollte.

Ich möchte nur darauf hinweisen, was diese 45% der deutschen Bevölkerung eigentlich wollen. Sie wollen also mehr Steuern (natürlich nicht bei sich selbst) oder weniger Geld für Bildung, Forschung usw. Da sich beides nur schwer realisieren lassen wird (erhöhe Steuern für Unternehmen -> sie wandern aus/investieren im Ausland; erhöhe Steuern für Gutverdiener -> sie wandern aus und mit ihnen die Unternehmen, die noch Arbeitsplätze schaffen; senke Bildungsausgaben -> noch mehr Ungelernte, noch mehr Arbeitslose, noch mehr Mangel bei Fachkräften, erhöhe Sozialabgaben -> Lohnnebenkosten steigen weiter, Arbeit wird noch unattraktiver), sehe ich ein Problem.

Genau diese Umfrage zeigt nur allzu deutlich, dass die Deutschen keine bessere Regierung verdient haben als die derzeitige. Eine, deren Leistungen bestenfalls als durchwachsen bezeichnet werden können. So eine passt zu unserem Volk. Wer leistungsbereit ist und sich eine gute Zukunft wünscht, muss sich wohl ein anderes Land (und andere Mitbürger bzw. jedenfalls eine andere Mehrheit) suchen, mit mehr Sachverstand. Oder aber in gewisse Gebiete des Landes gehen, den unverstehenden Rest von dort vertreiben und sich von Deutschland abspalten (z.B. Bayern, BW, Südhessen, Thüringen und Sachsen oder auch ohne die drei letzteren)...
Kommentar ansehen
17.10.2006 17:41 Uhr von nickmck
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
komischer titel ´umfrage: armut wird zunehmen?´

hört sich an, als ob die befragten da eine entscheidung getroffen haben.

"woist, sepp, loss uns mol die leit a bisserl ärmer mochn!"

gruß
Kommentar ansehen
17.10.2006 17:52 Uhr von baba2004
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
habt keine Angst deutschland würde nie sein Volk verhungern lassen!
Von daher kann man sich in Europa zu den Glücklichen schätzen!
Kommentar ansehen
17.10.2006 19:27 Uhr von exekutive
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Moralfetischist: na der herr

immer schön rumhetzen näch?
da braucht man auch garnicht groß nachdenken irgendwas gescheites zu schreiben bzw zu argumentieren

auch wenn ich dir es nicht wünsche... vielleicht hast du ja in nicht altzuferner zukunft das glück, deinen arbeitsplatz zu verlieren um dir eine neue perspektive zu ermöglichen..

ich wette wenn du erst einmal nen jahr arbeitslos bist, wird sich deine meinung um 180° ändern..

und glaub blos nicht, das du davor geschützt bist..


aber du willst hier eh nur provozieren... glaube noch keinen einzigen gescheiten post von dir hier auf ssn gelesen zu haben..

sowas kennt man sonst nur von politikern
Kommentar ansehen
17.10.2006 20:15 Uhr von viperun
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
eros007: Ist es nicht so, dass man bereits alles dransetzt, um den Unternehmen "Steuergeschenke" zu liefern, damit im Gegenzug Arbeitsplätze in D erhalten werden?
Was diese einfach gestrickte Logik bewirkt, sieht man ja.
Konzerne und Co bedanken sich für diese Geschenke herzlich und outsourcen weiter.
Die Steuerpolitik hindert sie ja auch nicht dran.
Durch die EU können die Firmen wesentlich günstiger umherspringen.
Selbst das fördert man teilweise.
Damit andere EU Länder sich schneller entwickeln, müssen halt Länder wie Deutschland zurückstecken.
Irgendwer muss das doch mit bezahlen.
Das betrifft auch die Arbeitsplätze.

Ich hab irgendwie das Gefühl, dass die EU wesentlich dem Großkapital dient.
Vermögen wird von unten nach oben geschoben.
Wir konkurrieren mit anderen Ländern bei den Unternehmens-Steuersätzen.
Man buhlt sozusagen darum, dass die im eigenen Land investieren und die verdienen sich dumm und dämlich dran.
Wo es Gewinner gibt, da gibts auch Verlierer.
Bildung, Gesundheit und andere Scherze stehen halt hinten an.
Klar, sollte man vorallem Bildung fördern, aber dieser Aufgabe entziehen sich Unternehmen lieber und jammern nun rum, dass es nicht genügend Fachkräfte gibt. Soll der Staat mal machen.
Gesundheit ist gleich das nächste. "Ihre forschenden Pharma-Unternehmen" - na das passt ja. Die "forschen" auch nur insoweit, um neue Märkte zu schaffen und alte zu erhalten. Ein Medikament, dass mehrere Krankheiten gleichzeitig behandeln würde, wäre ja ein riesiger Verlust. Aber Medikamente, die Nebenwirkungen erzeugen, so dass weitere Medikamente nötig sind - prima Sache...

Um noch mal auf die Steuern zurückzukommen, diese Steuern sind wenig gerecht verteilt bzw ist die Tendenz da, dass es nur noch ungerechter verteilt werden wird.
Da sagt auch ein Schnitt der Steuern nicht viel aus.

Im letzten Jahr sind die Gewinne bei 20DaxKonzerne um mind. 30% gestiegen. (Korrigiert mich, wenn ich falsch liege)
Ich glaube auch nicht, dass durch Senkung der KöSt auf 12,5% (USA hat 35%, Frankreich 33,3%) es Deutschland besser gehen wird.
Wie du schon sagtest, muss das ja an andere Stelle wieder bezahlt werden.
Aber ja nicht groß den Adel antasten.
50% der Deutschen besitzt nur 4% des Geldvermögens!
Und 10% gehören 47% des Geldvermögens.
Ich find das ned mehr normal.
Da funktioniert doch was nicht ganz.
Kommentar ansehen
17.10.2006 20:29 Uhr von rubbledi.cats
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Und der Beck, der mit der Weisheit, hat diese Studie schon seid Wochen in der Schublade schlummern lassen...

Leute lasst euch keinen Sand in die augen streuen. Die Hatz geht wieder gegen die faulen Sozialleistungsempfänger. Die sind aber in wirklichkeit nur zu einem geringeren Teil daran beteiligt. Der größere Teil sind die qualifitierten unterbezahlten Facharbeiter. Die Verantwortung liegt nicht mehr nur am Staat, sondern bei denen deren Rahmenbedingungen rigoros Richtung Ausbeutung beschlossen wurden, die aber nicht bereit sind auch nur einen Cent in die Volkswirtschaft zu investieren!

Wenn ein Familienvater, Facharbeiter in der Fabrik 1800 Euro bekommt ist er schon auf der Abschussliste des Unternehmens. Gleichzeitig trägt er einen unerbittlichen Überlebenskampf gegen überteuerte Artikel des täglichen Bedarfs = Er hat schwierigkeiten seine Familie zu ernähren!

Das ist das Resultat von lean Production. Es wird nur noch nach Kapitalinteressen produziert. Mensch und Produktqualität sind zu Gunsten des Ertrags auf der Strecke geblieben. In zwei Jahren wird das Produkt, das Patent die Fa. nach Amerika verkauft, der Staat bezahlt die Freigesetzten Arbeiter.

Das Volk bemerkt so langsam das da was schief läuft? Der Erklärungsnotstand wird mit angepassten Gesetzen und deren Diskussionen kaschiert siehe hier: Hatz4...
Kommentar ansehen
17.10.2006 20:59 Uhr von annabell
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Wir sind bereits im Staat pleite, warum will das eigentlich keiner begreifen? Haben, Haben, Haben...noch mehr vom Staat und noch mehr Schulden machen geht doch garnicht!
Wir müssen langsam daran denken, die Verschwendung zu stoppen, Bürokratie abzubauen, zu sparen, evtl auch preussische Tugenden entwickeln und dann anfangen, die Schulden erstmal wieder zu tilgen.
ALLE sollten sich daran beteiligen, und nicht nur die, die für ihr Geld sowieso schon schwer arbeiten müssen und mit immer höheren Abgaben und Steuern bestraft werden!
Freiwillige und Progressive bitte vor...keiner will?
Kommentar ansehen
17.10.2006 22:04 Uhr von kuemmel1
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
traurig: find ich es, das Leute wie Moralfetischist sich anscheinend nicht informieren, nicht nachdenken, und außerdem kein Verständniss für andere aufbringen können.

Die mehreren Millionen Arbeitslosen sidn nicht Arbeitslos weil sie nicht wollen sondern weil es zuwenig Arbeit gibt.
Das ist ein Fakt und wenn unter diesen Leuten auch mancher nicht mehr nach Arbeit ucht dann meistens weil er es einfach irgendwann aufgegeben haben.
Außerdem finde ich es besser von den paar hundert Euro der Sozialhilfe zu leben ohne zu Arbeiten, als die Firmenbosse die auch nicht arbeiten aber dafür Millionen kassieren und andere Leute zu Arbeitslosen machen um noch mehr Kohle zu scheffeln.

Und mir kann keiner sagen das unser Staat sein Geldproblem nicht bekämpfen kann, wenn die Leute die in ihren Villen auf den Bahamas liegen für ihre Faulheit noch mit Steuervergünstigungen belohnt werden.
Kommentar ansehen
18.10.2006 07:11 Uhr von opppa
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Der Lopez-Effekt geht weiter! Seit Lopez die Einkaufspolitik bei Opel und VW auf ein frühkapitalistisches System eingenordet hat, hat die Wirtschaft dazugelernt, wie man die Gewinne - und das jetzt nicht nur zu Lasten der Arbeitnehmer - noch weiter maximieren kann.

Zuerst wurde nur auf Kosten der Lieferanten gespart. Inzwischen hat die Wirtschaft gelernt, daß sich beim Staat (niedrigere Steuern) und bei den Arbeitnehmern noch sehr viel holen lässt.

Dazu kommt noch, daß die hohen Arbeitslosenzahlen den Arbeitgebern immer bessere Argumente zur Lohnsenkung (oder kostenlose Erhöhung der Arbeitszeit) liefern. Daher kann die Wirtschaft doch garnicht daran interessiert sein, swie Arbeitslosenzahlen zu senken.

Die Arbeitslosenzahlen können erst sinken, wenn bei der nächsten Wahl eine Partei an die Macht kommt, die den Firmen einmal kräftig ans Porteminaie geht, wenn sie zu wenig Arbeitskräfte beschäftigen.

Vielleicht könnte das ein kleiner Österreicher mit Bärtchen sein!
Kommentar ansehen
18.10.2006 14:27 Uhr von eros007
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@viperun: Ein Schnitt der Steuern und Sozialabgaben, mag nicht viel aussagen (soweit bin ich mit dir einer Meinung), aber ein Vergleich der Ausgabenposten tut dies schon. Wenn wir - ganz unabhängig davon, woher die Steuern eigentlich kommen - den größten Teil der Staatseinnahmen für Soziales ausgeben, bleibt offensichtlich weniger Geld etwa für Bildung übrig. Das ist wie mit einem Kuchen. Wenn sich der eine ein größeres Stück nimmt, bleibt für den anderen ein kleineres.

In Deutschland ist es so, dass sich das Soziale ein sehr großes Teil vom Kuchen nimmt und für die Bildung wenig übrig bleibt (proportional weniger als in allen anderen EU-Ländern). Da bleiben eben nur zwei Möglichkeiten. Man gewährt dem Sozialen ein kleineres Stück vom Kuchen, oder man vergrößert den Kuchen. Tertium non datur.

Du sprichst dich dafür aus, den Kuchen zu vergrößern, indem die Unternehmenssteuern steigen. Das ist überlegenswert, das stimmt. Aber wie du richtig sagst, wir konkurrieren mit anderen Staaten bei den Unternehmenssteuersätzen. Wenn wir nun besonders hohe haben, sind wir unattraktiv (weil das Unternehmen etwa mehr von seinem Gewinn abgeben muss) und die Unternehmen investieren lieber anderswo. Wie können wir dem abhelfen? Entweder Protektionismus (also uns abschotten, was für einen Exportweltmeister natürlich besonders schädlich wäre), oder wenigstens EU-weite Regeln für die Unternehmenssteuern. Dieser zweite Punkt wäre in der Tat überlegenswert. Das ständige Senken der U-Steuern führte bei wenigen, ähnlich großen Ländern zu fatalen Folgen: Man würde sich gegenseitig ruinieren, da den Staaten das Geld wegbliebe. Nun besteht die EU aber nicht aus wenigen Staaten und schon gar nicht ähnlich großen. So ist es für kleine Länder vorteilhaft, die Steuern zu senken, um Unternehmen aus dem Ausland anzuziehen. Das Mehr an Unternehmen macht die Ausfälle an Einnahmen mehr als wett. Für ein großes Land wie Deutschland ist diese Methode allerdings nicht praktikabel. Man wird nie so viel Geld reinbekommen, wie man durch die niedrigen Sätze verlöre. Wir können also - wie du richtig sagst - nur verlieren. Haben wir hohe Steuern, hauen die Unternehmen ab. Haben wir niedrige, fehlt eben Geld.

Solange EU-weite Regeln fehlen (und die werden wegen des Widerstandes der kleinen Länder noch lange, lange ausbleiben), können wir Deutschen allerdings nur verlieren. Die Frage ist, womit wir weniger verlieren. Wenn wir die Unternehmenssteuern senken und dafür an anderer Stelle die Steuern erhöhen (Einkommen, Umsatz), oder wenn wir die Unternehmenssteuern weiter erhöhen und noch mehr Arbeitsplätze verlieren.

Momentan sind die Standorte in Deutschland im Europavergleich ziemlich unattraktiv. Hohe Unternehmenssteuern spielen da zwar eine Rolle, aber sicher nicht die herausragende. Auch der Markt schwächelt (schwache Binnennachfrage), die Zahl der verfügbaren qualifizierten Arbeitskräfte ist gering und noch weiteres mehr.

Wir müssen eben alles versuchen, um hier attraktiver zu werden. Dass sich so eine Strategie auszahlt, sieht man am respektablen Wachstum in Großbritannien oder erst recht Irland. Niedrigere Steuern für Unternehmen könnten in die richtige Richtung weisen.

Ich vergleiche uns ja gerne mit den skandinavischen Ländern. Die haben alle noch höhere Steuerquoten als wir, aber auch mehr Sozialstaat. Es lohnt sich ein Blick auf die Verteilung der Steuern. Man sieht, dass die Unternehmen recht wenig Steuern zahlen (weniger als bei uns), dafür aber die Hauptlast auf den Arbeitnehmern (über 50% Spitzensteuersatz) und den Konsumenten (12% reduzierte Ust., 25% Normalsatz). Versucht man, den Erfolg dieser Länder auf Deutschland anzuwenden, müsste man die Einkommenssteuer (besonders auf Einkommen ab 60.000 Euro im Jahr) deutlich erhöhen, die Umsatzsteuer ebenso schrittweise auf 25%, wenigstens auf Luxusgüter wie große Autos, Schmuck, Alkohol usw.. Gleichzeitig müssten die Unternehmenssteuern sinken. Unsozial wäre das nicht unbedingt. Oder?


Du schreibst auch, dass sich die Unternehmen lieber aus der Bildung zurückziehen. Auch das kann man nicht so stehen lassen. Es ist zwar so, dass die Unternehmen wohl zu wenig weiterbilden (ihre Mitarbeiter). Die Ausbildung von Azubis geht derzeit allerdings über den Bedarf hinaus. Muss hier noch mehr passieren? Außerdem ist es ja so, dass bei den Unternehmen ja eine gewisse Fluktuation herrscht: Das eine bildet weniger aus/weiter, kann sich aber auf anderem Wege gute Leute von anderen Unternehmen beschaffen, etwa durch höhere Löhne. Auf der Strecke bleiben zu häufig Unternehmen in neuen Sparten, die nicht auf gut gebildete Leute zurückgreifen können. Somit entstehen oft Arbeitsplätze erst gar nicht. Der Staat müsste eben Unternehmen mit guten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen belohnen. Der Markt tut das nur bedingt.
Kommentar ansehen
18.10.2006 14:28 Uhr von eros007
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@viperun, die Zweite: Übrigens sind wir Deutschen auch im internationalen Kampf um die besten Köpfe. Und auch da schneiden wir nur schlecht ab. Wir haben zu starre Gesetze, zu viel Bürokratie. Aber wenn mal was abgebaut wird und dann alle schreien, kommt man eben nicht voran. Jeder muss sich auch an die eigene Nase fassen, wenn er will, dass es vorwärts geht. Wenn die Energie, die ins Jammern fließt, tatsächlich in die Ersinnung neuer Ideen fließen würde, hätten wir wohl weit weniger Probleme. Also sind wir eben doch selbst schuld, jedenfalls zu einem gewissen Teil.

Deine Zahlen zum Geldvermögen betreffend: Wenn die oberen 10% "nur" 47% des Vermögens besitzen, ist das doch nicht so ungerecht wie es scheint. Sie besitzen zwar knapp fünfmal so viel wie der Schnitt, aber so himmelschreiend ist das jetzt auch nicht. Oder? Übrigens ist Geldvermögen nicht die einzige Art von Vermögen.
Kommentar ansehen
24.10.2006 12:02 Uhr von fpanyre
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
armut macht die autobahn frei! keine jobs = keine staus = umweltschutz.
und fuer graupensuppe braucht man auch keine zaehne.
geglueckte gesundheitsreform.
eure ewige neiddebatte ist wirklich laestig.
geschaeftsidee: tigermantel-verleih.

Refresh |<-- <-   1-16/16   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

"Minions"-Macher arbeiten an "Super Mario" Animationsfilm
Hamburg: 18-jähriger G20-Gegner bleibt trotz Haftverschonung weiter in U-Haft
Post bei Rabattzahlungen betrogen - Schadenshöhe bis zu 100 Millionen Euro


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?