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Forschungsgemeinschaft: Mehr als drei Elite-Unis in Deutschland nicht machbar

Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Winnacker, bezeichnet es als illusorisch zu glauben, Deutschland könne sich zehn Elite-Universitäten leisten. Er sprach von zwei bis drei Unis, die international bedeutsam sein könnten.

Für die so genannte "Exzellenzinitiative" hatten sich diverse Universitäten beworben, nur zehn kommen allerdings in den Genuss der Fördermittel für die verstärkte Forschung. Dafür bekommen diese ausgewählten Unis jährlich 30 Millionen Euro vom Bund.

Genügen würde dieser Betrag aber nicht, sagte Winnacker und verwies auf Universitäten im Ausland, die bei weniger Studenten erheblich höhere Etats zur Verfügung hätten.


WebReporter: Gelassener
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Deutschland, Deutsch, Forschung, Elite
Quelle: www.handelsblatt.com

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.10.2006 20:12 Uhr von Nessy
 
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nur: 30 Millionen ??? Nett wie man mit den Steuergelder umgeht. Man sollte mal ins Ausland schauen.
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08.10.2006 21:41 Uhr von Cpt.Proton
 
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Und ? Besser 30 Millionen in Bildung, als 30 Millionen für faule Sozialschmarotzer.
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08.10.2006 22:12 Uhr von firestormtiger
 
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@ Cpt.Proton: Ich bin echt erstaunt, dass "die Lobby" hier dich für das ´asoziale Schmarotzertum´ noch nicht gelyncht hat :) !

Liegt daran, dass die lieben Leute sich für Forschung und Zukunft ausserhalb ihrer kleinen, kulturpessimistischen Welt nicht im Mindesten interessieren.
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08.10.2006 22:13 Uhr von Cpt.Proton
 
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ich bin auch überrascht, dabei war der Beitrag trolltechnisch gar nicht so schlecht oder :D ?
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09.10.2006 15:12 Uhr von firestormtiger
 
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@ Cpt. Proton: Immer noch nichts, bin schwer enttäuscht. Wo bleiben die Gutmenschen? Is ja ein Ding, sonst stürzen sich die Retter der Unterdrückten und die Allesversteher wie die Fleischfliegen auf Aas bei sowas. Nee, dabei haben viele von ihnen doch Tagesfreizeit.Nun denn - Back to work
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10.10.2006 23:39 Uhr von DorianArcher
 
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Sinnvoller: Es ist auch durchaus sinnvoller, mehr Akademiker zu haben als nur ein paar Spitzenkräfte.
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11.10.2006 11:58 Uhr von eros007
 
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@DorianArcher: >>> "Es ist auch durchaus sinnvoller, mehr Akademiker zu haben als nur ein paar Spitzenkräfte."

Es wäre sicher sinnvoller, mehr Akademiker zu haben, die insgesamt auch noch besser qualifiziert sind. Jede Maßnahme in diese Richtung ist auf das Wehementeste zu unterstützen und jede Maßnahme, die in die entgegengesetzte Richtung abzielt, abzulehnen.
So weit stimme ich dir zu.

Allerdings braucht man auch Spitzenkräfte, und für diese die Infrastruktur und die Möglichkeiten, neben den Vorteilen für die Masse eben auch Vorteile für die "Klasse". Das ist sozusagen das zweite Standbein. Wir brauchen beides.

Heute ist es ja so, dass die besten Köpfe zu einem großen Teil in den USA oder anderen Ländern (Schweiz, GB, Frankreich) promovieren oder dort eine Post-Doc-Stelle antreten. Das ist alles Wissen, das uns direkt verloren geht und indirekt unseren direkten Konkurrenten zugute kommt. Auch wenn diese Jungakademiker nach vollendeter Ausbildung zurückkommen, haben sie z.T. viel Arbeit für die "Konkurrenz" geleistet. Aber, schlimmer noch, viele bleiben nach dem Ende der Ausbildung in den Gastländern und machen dort weiter, gründen dort Unternehmen und schaffen dort Arbeitsplätze.

Diese Entwicklung gilt es zu entschärfen und, wenn möglich, sogar umzukehren. D.h. dass wir im Austausch zwischen den Industrieländern ein Netto an Zuwanderung von Spitzenkräften verzeichnen. Aber bis dahin ist noch ein langer Weg.

Für den ersten Punkt, also die Verringerung/Vermeidung des Brain Drain ins Ausland, müssen wir bei uns genügend Stellen (und vor allem gut bezahlte) für Doktoranden und Postdocs schaffen. Wir müssen für so und so viele Plätze Bewerbungen aus aller Welt entgegennehmen und dann die besten Leute einsetzen. Sie müssen gute Bedingungen haben und durch gute Professoren betreut werden. Gute Bedingungen für Forscher kommen dann auch den Studenten zugute, da ihre Ausbildung durch mehr Betreuer (mehr Personal an der Uni) und weniger stark belastete Betreuer dann besser wird.

Zur Meldung: Natürlich wären mehr als 3 Elite-Unis machbar. Aber man müsste dann einfach den Mut haben, auch ordentlich Geld in diese reinzustecken (vor allem in Personal) und nicht nur Peanuts ausschreiben wie derzeit bei der Exzellenzinitiative. Wir brauchen nicht 3 Top-Unis, sondern am besten 10 oder 15. Natürlich könnte das schätzungsweise 15 Milliarden Euro zusätzlich im Jahr kosten (die Elite darf nämlich nicht auf Kosten der Masse geschaffen werden) - aber verglichen mit den gesamten Staatsausgaben von etwa 1.000 Milliarden Euro ist diese zusätzliche Summe gering - 1,5%. Das müsste es uns eigentlich wert sein, die besten Leute im Land zu behalten bzw. die besten ins Land zu holen.

Herr Winnacker hat natürlich Recht. Um ernsthaft konkurrenzfähig zu sein, brauchen unsere Unis höhere Etats. Wir brauchen sowieso viel höhere Anstrengungen bei Bildung, Forschung und Entwicklung. Das ist wohl mit ein Grund, warum es wirtschaftlich so schlecht läuft bei uns. Wo nix Neues erfunden wird, entstehen natürlich auch keine Arbeitsplätze. Qualifizierte Arbeitskräfte sind rar, während Millionen von Unqualifizierten nicht aus der Arbeitslosigkeit rauskommen.

Am Ende noch was zum Nachdenken: Ich schrieb, dass wir zu wenig Geld für Bildung und Forschung ausgeben. Wo geben wir das Geld denn dann aus? Ein nüchterner Blick auf die Zahlen zeigt: Unsere Steuern (inkl. Sozialabgaben) liegen europaweit oder auch unter den Industrieländern nur im Mittelfeld. Nicht besonders hoch, aber auch nicht besonders niedrig. Unsere Sozialausgaben (Rente, Gesundheit, Arbeitslosigkeit) liegen aber im oberen Drittel der Industrieländer. Die Differenz zwischen mittlerem Staatseinkommen und hohen Ausgaben auf der einen Seite hat die logische Folge, dass an anderer Stelle das Geld fehlt: Bei der Bildung und Forschung. Kein Wunder, dass wir uns schlechter entwickeln als die meisten anderen Länder. Kaum ein Land gibt weniger für Bildung aus als wir. Pisa bestätigt die schlechten Leistungen unserer Schüler. Und Akademiker haben wir auch zu wenige. Man muss schon blind sein, um diesen Zusammenhang nicht zu sehen. Oder am Schaden für unser Land interessiert.

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