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Weltweites Uni-Ranking: Keine deutsche Universität in Top 50

In einem weltweiten Ranking der "Times" erreichen deutsche Universitäten nur hintere Positionen. Als beste deutsche Uni landet Heidelberg auf Platz 58, gefolgt von der TU München (82) und LMU München (98). Nur zehn deutsche Unis sind in den Top 200.

Die weltweit beste Uni ist die Harvard-Universität (USA) vor Cambridge und Oxford (beide GB). Die USA und Großbritannien dominieren die Liste, aber auch Frankreich, Japan, China, Kanada, Australien und die Schweiz schneiden besser ab als Deutschland.

Das Ranking stützt sich zu einem großen Teil auf die Einschätzung von Wissenschaftlern. Außerdem wird die Zahl von ausländischen Studierenden und Dozenten, die Betreuungsrelation und die Qualität der Veröffentlichungen berücksichtigt.


WebReporter: eros007
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Deutsch, Top, Uni, Universität, Ranking
Quelle: www.spiegel.de

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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06.10.2006 13:01 Uhr von eros007
 
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Ein weiteres Ranking bestätigt, dass deutsche Universitäten nur einen Platz unter "ferner liefen" erreichen. Leider ist die finanzielle Ausstattung der Unis zu gering, die Zahl der Wissenschaftler zu niedrig und die Vernetzung zwischen Fachbereichen sowie zur Industrie mangelhaft.

Daran wird auch die Exzellenzinitiative, aus der in der nächsten Woche 5 Elite-Unis entsprießen werden, nichts ändern. Die Geldmittel sind einfach zu gering und die besten Forscher unseres Landes sowieso im Ausland.
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06.10.2006 16:25 Uhr von Leporidae
 
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einschätzungen: sagen nicht immer die realität aus.
zum größen teil wird das wohl stimmen, allerdings hätte ich die hub schon weiter vorne in erwartung gehabt.
anderer seits sind die unterstützungen für die harvard z.b. um einiges höher als für die meisten anderen, dass die dann noch nen gewissen vorsprung haben ist ganz klar und auch legitim
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06.10.2006 16:54 Uhr von eros007
 
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@ Leporidae: Natürlich sagen Rankings nicht so viel über die Unis aus. Aber wenn deutsche Unis wiederholt bei allen Rankings, die weltweit gemacht werden, schlecht abschneiden, lässt das doch den Rückschluss zu, dass wir nach keinen Kriterien auch nur annähernd in der Weltspitze agieren.

In Deutschland ist natürlich der Sonderfall zu beachten, dass ein guter Teil der Forschung an Max-Planck-Instituten und weiteren staatlichen Stellen erfolgt, die hier nicht berücksichtigt sind, aber dennoch fallen wir international immer weiter zurück. Ein Zufall, dass wir nun auch wirtschaftlich zurückfallen?

Außerdem ist natürlich klar, dass Harvard schon allein wegen der Finanzmittel in einer anderen Liga spielt. Dann müssen wir uns aber fragen, warum wir so viel sparsamer sind. Zahlt sich die Knausrigkeit wirklich aus? Oder sägen wir damit auf dem Ast, auf dem wir sitzen? Eine Info am Rande: Die TU München als eine der besten Unis in Deutschland verfügt über einen Etat von 420 Millionen Euro. Harvard verfügt über schätzungsweise 20 Milliarden. Vielleicht wäre es angemessen, wenigstens den Etat der besten 10 Unis im Land jeweils auf etwa 1-3 Milliarden aufzustocken. Ohne den Etat der anderen Unis zu kürzen (was nicht sein darf, dass der ganze Rest dann leidet), also mit Bundesmitteln. Das Geld muss natürlich sinnvoll eingesetzt werden und nicht nur rausgeworfen. Aber mit dem Umgang mit knappen Mitteln haben wir Deutschen ja reichlich Übung.

Insbesondere die Tatsache, dass selbst China vor uns liegt, müsste zu denken geben. Wir wollen die billigen Chinesen mit Qualität ausstechen. Was aber, wenn die Chinesen nicht nur billiger, sondern auch besser als wir sind? Heute sind sie es erst in der Forschung, schon bald könnte es auch anderswo so laufen.

Im Übrigen möchte ich zum Ranking noch eines dazusagen. Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Bildung an deutschen Unis (immer noch) hoch geschätzt. Deutsche Absolventen aus München, Karlsruhe oder Aachen genießen einen ähnlichen Ruf wie jene aus Harvard. In den USA wie in Deutschland. Die Bildung ist nicht so sehr das Problem. Die Forschung ist unser blinder Fleck...
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06.10.2006 19:15 Uhr von Der Erleuchter
 
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@eros007: Jeder hätte gern ein paar Milliarden mehr für die Hochschulen - blos woher nehmen? Betrachtet man die Höhe des Bundeshaushaltes sieht man sofort ein, dass so etwas illusorisch ist. Auch hat unsere Wirtschaft nicht annähernd die Potenz die Universitäten in dem eigentlich notwendigen Maße zu unterstützen. Die einzige Idee die mir vorschwebt , ist eine Erhöhung der Alkohol- und Zigarettensteuer und dieses Geld direkt an die Hochschulen zu leiten.
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06.10.2006 19:50 Uhr von borgloh
 
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lächerlich Wieso machen wir nicht einfach weiter Schulden ?

1.5 Billionen Schulden ? Ist doch nen Witz ...

Amerika zum Vergleich hat 8.5 Billionen Schulden ... und wenn man davon ausgeht , dass die jedes Jahr 500 Milliarden oder mehr in den Krieg investieren sollte das wohl schnell steigen ...

Wieso können wir denn nicht bitte ein bisschen Geld in die Bildung stecken ?
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07.10.2006 00:17 Uhr von P. Panzer
 
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eros007: "aber dennoch fallen wir international immer weiter zurück. Ein Zufall, dass wir nun auch wirtschaftlich zurückfallen?"

WO?

Das Problem was wir haben, hat jedes weiterentwickelte Land auch England und Frankreich! Auch Australien oder die USA!

Und so ein Bauernstaat wie die Volksrepublik China, hat natürlich so ein ernormes Wirtschaftswachstum, weil dort vorher nichts ernstes war.

"Außerdem ist natürlich klar, dass Harvard schon allein wegen der Finanzmittel in einer anderen Liga spielt. "

Aber Havard ist eine Elite-Uni, sowas in der Form gibt es in D nicht wirklich.


Desweiteren sind die Studenten bei solchen Einrichtungen auch die Kunden, was bei uns hier eigentlich nicht ist/war da alles vom Staat finanziert wurde und die finanzielle Unabhängigkeit der unis von den Studenten garantiert werden konnte.

Wer würde schon an einer Uni studieren und viel Geld bezahlen,wenn sie ein Ruf der schlechten Zensuren hätte und es zudem noch andere alternativen gibt?

"Was aber, wenn die Chinesen nicht nur billiger, sondern auch besser als wir sind? "

Dann könnten die auch teurer werden.

Ausserdem sind die NICHT billiger als wir! Zumindest nicht was Hoch-Technologie angeht, frag mal bei BMWnach, Stichwort "3er BMW".

"Deutsche Absolventen aus München, Karlsruhe oder Aachen genießen einen ähnlichen Ruf wie jene aus Harvard. In den USA wie in Deutschland. Die Bildung ist nicht so sehr das Problem."

In Ländern mit englischen Wurzeln, denken die sogar das die Ingeneure aus D was zeigen können:-) siehe Australien!
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07.10.2006 03:28 Uhr von savra
 
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Die Sprache: Ich behaupte, daß sich daran auch nichts mehr ändern wird, wenn man die Sprache so sehr vernachlässigt, wie man es in Deutschland tut. Hierzulande hält man es für besser, die deutsche Sprache, in der man denkt und kreativ ist, in der Wissenschaft aussterben zu lassen. Hierzulande hat man eben gerade keine lebendige und sich verändernde Sprache mehr, sondern wirft sie weg, als wäre sie Abfall.

Ich behaupte, daß Deutsche Unis weiter im Ansehen sinken werden, so lange sich deutsche Politiker und Botschafter sich anscheinend dafür schämen, in ihrer Muttersprache zu reden -- dies sogar nicht tun, obwohl es von ihnen erwartet wird. (In der EU wird sehr schlechtes Englisch beklagst, das teils gar unverständlich war, weshalb man darum bat, daß man Vorträge in seiner Muttersprache halten soll.) Deutsche Unis werden so lange im Ansehen sinken, wie man sich anbiedert und nachläuft, indem man ganze Studiengänge nur auf Englisch anbietet. Kaum ein Chinese wird nach Deutschland kommen, um hier auf Englisch zu studieren -- sie kommen, um ihr gelerntes Deutsch zu hören und zu sprechen. Wer studiert in Deutschland auf Englisch, wenn er nach England oder in die USA gehen kann?

Wem nicht einmal seine Sprache etwas wert ist, wieviel wert kann ihm Bildung, kann ihm Wissen und kann ihm eine Hochschule sein?

Und wer glaubt, er würde gutes Englisch sprechen, die Kultursprache Englisch, der ist meistens auf dem Holzweg. Und wer meint, er könne seine Ideen, seine Gedanken, seine Forschungen und seine Ergebnisse besser mit Englisch weitergeben als in seiner Muttersprache, dem ergeht es nicht anders mit dem Holzweg.

Daß die Bildungs und Hochschulen in Deutschlands den Politikern und dem Volk kaum noch etwas wert sind, sieht man auch daran, daß das Diplom abgeschafft wird. Das Diplom, im Inland gerne gesehen, im Ausland gefragt und Diplomanten gesucht -- ersetzt durch Bachlor und Master, von dem noch kaum jemand etwas wissen will.

Solange man mit den höchsten Güter, die Deutschland hat – mit der Sprache, der Wissenschaft und der Bildung – so umgeht, wie man es momentan hat, wird Deutschland immer ärmer, immer unbedeutender. Globalisierung, das heißt nicht, sich selbst aufzugeben, sondern der Welt etwas bieten zu können. Das es das nicht kann, zeigt das sinkende Interesse an Deutschland.
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07.10.2006 03:31 Uhr von savra
 
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Hui Mir ist bewußt, daß sehr viele Fehler in meinem Text sind. Ich bitte, darüber hinwegzusehen -- und nehme sie als Zeichen dafür, daß ich ins Bett gehen sollte. :-)
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07.10.2006 18:31 Uhr von michael-fischer
 
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stolz: na dann bin ich aber auf unsere schweiz stolz, die mit der eth gut vertreten ist :)
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08.10.2006 11:51 Uhr von borgir
 
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bald keine uni mehr: unter den ersten 1000. die gez sorgt schon dafür, dass die unis keine kohle mehr für vernünftige ausbildung haben. (oder es kann sich kein mensch mehr leisten zu studieren)
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09.10.2006 10:17 Uhr von eros007
 
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@ Der Erleuchter: Du hast dir den Gesamthaushalt der BRD (also Bund, Länder, Kommunen, Sozialversicherungen) wirklich genau angeschaut? Zum Beispiel auf http://www.destatis.de/... auf Seite 8, unten, Tabelle 23.1.2?

Dann weißt du, dass die Ausgaben für "Schulen, Hochschulen, übriges Bildungswesen" seit 1997 stagnieren bzw. sogar leicht gesunken sind (2003: 77 Milliarden). Die Ausgaben für außeruniversitäre Forschungen haben sich zwar um 8% erhöht, aber von niedrigem Niveau (2003: 9,4 Milliarden). Gleichzeitig sind die Ausgaben für "Soziale Sicherung" um 80 Milliarden oder um 16% gestiegen (2003: 566 Milliarden). Insofern sehe ich hier ein gewisses Ungleichgewicht. Liege ich falsch?

Ich weiß, dass an den Unis durchaus sinnvolle Sparmaßnahmen erfolgten - einfach weil durch verkrustete Strukturen viel Geld verschwendet wurde und deshalb eigentlich zu viel Geld in den Bereich floss, wenn man die Leistung berücksichtigt. Aber ab einem bestimmten Punkt bringen Effizienzsteigerungen eben nichts mehr für die Qualität, sondern dann bringt eben nur mehr Geld etwas. Bei den Hochschulen sind wir meiner Meinung nach an dem Punkt angekommen. Sie wurden entschlackt (was richtig und wichtig war), aber jetzt müsste zur weiteren Verbesserung eben mehr Geld fließen. In den Schulen andererseits gibt es sehr wohl noch Platz für Verbesserungen, auch noch ohne mehr Geld. Aber mehr Geld würde auch dort kleinere Klassen und moderneren Unterricht ermöglichen.

Nun aber zum eigentlichen Punkt. Ich schrieb, dass ich mir wenigstens für die 10 besten Unis einen Finanzhaushalt von 1-3 Milliarden wünschte. Sagen wir, im Schnitt sollen diese 10 Unis 2 Milliarden kriegen. Das macht Zusatzausgaben von etwa 15 Milliarden Euro. Ich habe einen Vorschlag, wo man die hernehmen kann: Man kürze die Leistungen für "Soziale Sicherheit" um 2,3% oder 13 Milliarden (was nicht viel ist) und verwende 2 Milliarden oder 6% aus dem Bereich der "Wirtschaftförderung" für die Vernetzung zwischen Unis und Wirtschaft. Die Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr und eine hoffentlich weiterhin positive wirtschaftliche Entwicklung sorgen - ganz abgesehen von der Mehrausgaben, die ich ja von anderen Ausgabenpunkten abgezogen habe - für den Gesamthaushalt für eine Nettokreditaufnahme von 1-1,5% vom BIP...

Du siehst also: Kleine Summen vom Gesamthaushalt (1,5% - ist das wirklich illusorisch?) können bei Universitäten (wenn das Geld auch sinnvoll eingesetzt wird, natürlich) durchaus viel bewirken. Man muss sich nur trauen. Und natürlich sinnvolle Konzepte haben.

Nun möchte ich noch kurz anmerken, dass ich die aktuelle Exzellenzinitiative der Bundesregierung nicht sehr sinnvoll einschätze. Das Verhältnis zwischen dem, was die Unis an Vorschlägen reinstecken, und dem, was sie dann bekommen, stimmt einfach nicht. Ich sprach mit Leuten von der TU München. Die forschen seit über einem Jahr nur mehr auf Sparflamme, da man sich ja mit Elitekonzepten für Geld bewerben muss, das vorher gestrichen wurde. Wenn man am kommenden Freitag (13.10.2006) nicht zu den auserwählten 5 Unis zählt, wird man demnächst also weiter vorwiegend an Konzepten arbeiten (es gibt im nächsten Jahr eine neue Auswahlrunde) und kaum forschen. Ist das sinnvoll? Und selbst wenn man genommen wird. Die Förderung ist einerseits dürftig (40 Millionen pro Uni und Jahr) und andererseits auf 5 Jahre beschränkt, d.h. man muss in spätenstens 4 Jahren die Forschung wieder abstellen, um mal wieder ein Konzept zu erarbeiten. Super Prinzip! :-(

Abschließend möchte ich allen User was zum Nachdenken geben:
Was ist besser? Wenn 10 von etwa 80 deutschen Unis auf den Plätzen zwischen 51 und 200 liegen oder wenn 35 von geschätzten 300 US-amerikanischen Unis auf den Plätzen 1-50 liegen? Von den restlichen über 80 US-Unis auf den folgenden Plätzen mal ganz abgesehen.
Die USA mögen für ihre "Leuchttürme" bekannt sein, aber de facto bieten sie auch in der Breite ein weit besseres Angebot als wir. Das, was wir oft abschätzig eine Provinz-Uni in den USA nennen, ist meistens besser als unsere "Leuchttürme".
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09.10.2006 10:33 Uhr von eros007
 
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@ P. Panzer: Wir fallen wirtschaftlich schon zurück. Unsere Wirtschaft wächst deutlich schwächer als jene in anderen Ländern. Unsere Wirtschaft schafft weniger Arbeitsplätze als jene in anderen Ländern. Ich will jetzt nicht darüber diskutieren, dass wir auch mit Daten wie sie die USA aufweisen noch lange sehr viele Arbeitslose haben könnten, sondern mal an anderer Stelle ansetzen.

Beleuchtet man das ausbleibende Wachstum genauer, stellt man fest, dass die Löhne zu schwach steigen. Man könnte dies auf die Raffgier der Unternehmen zurückführen. Schaut man genauer hin, erweist sich das als Fehleinschätzung. Die Unternehmen in GB oder den USA weisen im Schnitt mindestens ebenso hohe Gewinne auf wie unsere. Daran liegt´s also nicht.
Nun, die Löhne stiegen nur schwach. Ich schrieb, dass wir wirtschaftlich eher absteigen. Halt, wird man da denken. Wir sind doch Exportweltmeister und exportieren ständig mehr. Da können wir doch nicht absteigen. Ich behaupte, dass wir das dennoch können. Unser Exporterfolg in den letzten Jahren ist zu hoher Wahrscheinlichkeit unserer Lohnzurückhaltung zu verdanken. Wir sind also wettbewerbsfähiger nicht wegen steigender Qualität (oder nur unwesentlich), sondern wegen stagnierender Löhne geworden. Wir sind über den Preis wettbewerbsfähiger geworden, nicht über die Qualität. Und genau aus dem Grund glaube ich, dass wir "absteigen". Wir bieten kaum mehr "mehr Qualität", die moderat steigende Preise rechtfertigen würde, sondern liefern stagnierende Qualität zu gleichbleibenden Preisen (unter Berücksichtigung der Inflation bedeutet dies, dass unsere Produkte billiger wurden/werden).

Wenn wir aber weiter besser würden, dann könnten wir uns auch steigende Löhne mit all den positiven und von uns so schmerzlich vermissten Effekten leisten. Ein typisches Beispiel für ein auf dem Gebiet erfolgreiches Land ist Schweden. Schweden verzeichnet ähnliche Exportsteigerungen wie wir, hat pro Kopf einen höheren Leistungsbilanzüberschuss als wir. Trotzdem steigen dort die Löhne um 3% und mehr pro Jahr, während unsere Löhne nur um 1% steigen. Konsequenz: Wir feiern es als Jahrhunderterfolg, wenn unsere Wirtschaft geschätze 2-2,5% wächst. Schweden wächst im laufenden Jahr um mehr als 4% und das Volk ist trotz sinkender Arbeitslosigkeit und steigender Vollzeitbeschäftigung dennoch so unzufrieden, dass es die Regierung abwählt.

Aus diesen Zusammenhängen schließe ich, dass mehr Qualitätssteigerungen mit besseren Unis, besserer Forschung und besser Bildung allgemein möglich wären und das auch gesamtwirtschaftlich sehr vorteilhaft wäre.
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09.10.2006 10:41 Uhr von eros007
 
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@ michael-fischer: Du bist zu Recht stolz auf dein Land. Kein anderes Land von vergleichbarer Größe schafft es so weit oben rein. Mein Glückwunsch und Respekt den Schweizern. Sie machen aus ihren Möglichkeiten das Beste und ernten die verdienten Früchte.

P.S. Ich überlege mir, ob wir aufgrund des relativen Erfolgs der Schweizer deren direktdemokratisches System (Bürgerentscheide) übernehmen sollten. Wobei bei uns wohl das Problem wäre, dass die Leute dennoch nicht einsehen würden, dass man für Bildung halt auch mal beispielsweise an der Rente sparen müsste. Aber was soll man von einem Land, in dem die Rentner die einzige Bevölkerungsgruppe ist, die noch deutlich wächst, erwarten? Einen Rentner interessiert die zukünftige Entwicklung des Landes nur wenig, sondern in erster Linie der persönliche Vorteil in den nächsten 10 Jahren. Erst recht nicht, wenn er - wie immer häufiger der Fall - keine/kaum Kinder oder Enkel hat.
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09.10.2006 10:55 Uhr von eros007
 
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@ savra: Du hast sicher nicht unrecht mit deiner Einschätzung von der deutschen Sprache. Sie wird absichtilich und unabsichtlich geschleift, wo es nicht sein müsste und sogar kontraproduktiv ist.

Ich persönlich sehe es als durchaus notwendig, wenn Fachartikel in englischer Sprache im internationalen Raum veröffentlicht werden. Ein gewisser internationaler Austausch ist nämlich unbedingt nötig und als solcher auch erwünscht. Auch zum Vorteil in Deutschland. Schließlich muss ein deutscher Forscher ja auch in der Lage sein, die Texte aus dem Ausland vollständig zu verstehen (wenigstens sprachlich :-)) und deshalb ist es schon in Ordnung, wenn er auch hin und wieder in der Sprache was abfasst.
Problematisch wird es dann, wenn das Englische das Deutsche verdrängt, wo es absolut nichts bringt außer Verständnisproblemen. Etwa, wenn in einem Gremium alles Deutsche sitzen und dann in gebrochenem Englisch aneinander vorbeireden... "häff juh sihn se problem? - Ai sink juh ar se one huhs not sihing se problems..." :-) schon einige Male selbst miterlebt...

Andererseits wäre es sehr wichtig, wenn wir in unserem Land viele junge Forscher aus dem Ausland anziehen könnten (und unsere zusätzlich zum "Hierbleiben" bewegen könnten). Da kann das Englische durchaus das Einleben erleichtern.

Ich sehe es so: Jeder an einer deutschen Uni sollte englisch fließend beherrschen. Aber sprechen sollte man es nur, wo es nötig ist. Leider sind beide Punkte nicht unbedingt gegeben. :-)

Noch was zu Bachelor-Master: Ich sehe es nicht so negativ. Die Umstellung wäre durchaus mit Chancen verbunden (gewesen). Aber man hat sie nicht genützt. Im internationalen Vergleich kann ein deutscher Diplom-... eben schon deutlich mehr als ein engl/amerikanischer Master. Bei meinen internationalen Erfahrungen hatte ich den Eindruck, dass man in Deutschland nach 3 Jahren das Niveau zum Promovieren erreicht hat. Sprich, man hätte die Umstellung nutzen können, um den Forschernachwuchs (Doktoranden also) schneller an den Titel (Dr.) zu bringen. Wer sich für die Industrie interessiert, hätte die zwei Jahre Master noch anhängen können und wäre damit "hoch qualifiziert". Aber man es nicht gemacht. Gefährlicherweise wird die aktuelle Entwicklung leider dazu führen, dass das Niveau eines Masters auf das internationale Niveau sinkt und somit die Deutschen eben nur mehr älter, aber nicht mehr entsprechend besser sein werden als die internationale Konkurrenz.

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