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Praktikanten ersetzen Vollzeitkräfte - Arbeitsminister will handeln

Um den Missbrauch von Praktikanten als günstige Arbeitskräfte in Unternehmen zu verhindern, will Arbeitsminister Franz Müntefering notfalls das Berufsausbildungsgesetz abändern.

Laut eines vom DGB eingerichteten Internetforums für Hochschüler ist es heutzutage nicht unüblich, dass Uniabsolventen unentgeltlich in Firmen lange Praktika absolvieren und sich die Betriebe somit die Einstellung bezahlter Vollzeitkäfte ersparen.

Dem Arbeitsminister zufolge soll zunächst untersucht werden, wie viele Firmen in letzter Zeit Praktikanten eingestellt haben. Im nächsten Schritt könne man zum Beispiel die maximale Dauer eines Praktikums gesetzlich begrenzen.


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WebReporter: M:H:S
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Arbeit, Praktik, Praktikant, Arbeitsminister, Vollzeit
Quelle: www.spiegel.de

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39 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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13.09.2006 11:18 Uhr von damndude
 
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die Minister sind schlau: als ob es das "Problem" nicht schon seit Jahren gibt!
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13.09.2006 11:26 Uhr von denksport
 
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Und Deutschland wundert sich über zu wenig Akademiker. Tja ewig lang lernen ohne Geld auf die Hand, und als Resultat dann einen lebenslangen Praktikantenjob. Da werd ich doch lieber gleich Arbeitslos.
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13.09.2006 11:30 Uhr von ilhan
 
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Zeit begrenzen??? Wie wenn es nicht schon genug Stellen dafür gibt!
Es wird dann halt im Unternehmen rotiert.
Eine Begrenzung wäre viel sinnvoller, aber was soll man von Politiker halten die nicht ändern wollen.
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13.09.2006 11:43 Uhr von usambara
 
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nicht nur Studenten "Praktikanten" sind doch überall und werden mehr ausgenutzt, als das sie etwas lernen.
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13.09.2006 12:00 Uhr von Teppichratte
 
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Placebos für´s dumme Wahlvieh! So wird uns vorgegaukelt, dass man auch mal auf der anderen Seite aktiv wird.
Wie über mir schon geschrieben, eine Begrenzung wäre wirksam, aber da wird die Wirtschaft nicht zustimmen.

Außerdem wäre es vielleicht mal sinnvoll, wenn sich die verschiedenen ARGEn vernetzen würden. Heute ist es nämlich noch so, dass sich die Firmen Praktikanten bei ARGEn in verschiedenen Städten holen, und die ARGEn das untereinander gar nicht weiter leiten, da weiß wieder einer vom andern nix.

Aber man sagt ja auch nicht umsonst, "da liegt noch eine Menge im argen". *g*
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13.09.2006 12:26 Uhr von Alfadhir
 
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und echte arbeitsplätze werden mit 1 euro arbeiter: n besetzt .
das ist doch das ziel unserer lieben volksverräter die an der macht sind die sind dabei sich ihren eigenen kleinen sklavenstaat zu erschaffen warscheinlich aber auch nur im auftrag anderer.
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13.09.2006 13:18 Uhr von opppa
 
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LOBBY LOBBY LOBBY: Die Lobby wird der Regierung schon vorschreiben, wie diese Ausbeutung weitergehen kann!
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13.09.2006 13:30 Uhr von SunSailor
 
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Mmh, ich habe bisher immer diese Generation: Praktikum als Mythos angesehen, einfach weil sie sich in meinem geographischen Umfeld nicht findet (Ruhrgebiet, Bergisches Land). Wenn ich mir diesen Beitrag so durchlese, relativiert sich da einiges. Kann es sein, dass sich dieses Phänomen primär auf Berlin bezieht (vielleicht noch Hamburg, Frankfurt halte ich schon wieder für recht unwahrscheinlich...)? Und warum? Weil alle in einer stylischen (Ich hasse dieses Wort!) Trendstadt wohnen wollen und alle nur die coolsten (Ich schreibe bewusst cool*sten*) Jobs machen wollen. Die bekommt man nur als Praktikum, weil sie so viele machen wollen. Daher geht, ganz nach dem Modell von Angebot und Nachfrage, der Preis der Leistung Arbeit natürlich in den Keller, bis hin zum Extremfall "unbezahlt". Das geht aber auch nur in Positionen, wo die Leute eh relativ austauschbar sind bzw. nach kurzer Zeit so oder so ausgebrannt sind. In einem nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen (Ok, wird auch immer seltener, aber gibt es noch sehr viel) besteht an soetwas aber überhaupt kein Interesse. Ein Arbeitnehmer ist ja normalerweise nicht nur Arbeitssklave und Kostenträger (Weil Lohnempfänger), sondern auch eine Investition. Ich muss Arbeitszeit - eigene oder bezahlte fremde - in einen neuen Arbeitnehmer investieren, ihn einarbeiten, fortbilden etc. pp. Mein Umfeld zeigt da (zum Glück), dass diese etwas weiter gedachte Form des Wirtschaftens (Also über die nächste Quartalszahl hinaus) immer noch die gewinnbringendste ist. Leider wird diese Form des Wirtschaftens aber nur unzureichend bis gar nicht durch allgemeine Kennzahlen erfasst (Außer vielleicht dem 50 jährigen Firmenjubiläum), so dass für "Montagemanager" (Manager, die sowieso alle zwei Jahre in ein anderes Unternehmen wechseln, um "Karriere" zu machen - auch eine schlechte Investition der Unternehmen, bei denen sie angestellt waren) dadurch keine Profilierungsmöglichkeit geschaffen wird.
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13.09.2006 13:43 Uhr von Jorka
 
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Ich finde diese Ausnutzung: von Praktikanten auch eine Sauerei die zum Himmel stinkt,
hoffentlich wird dagegen mal gesetzlich vorgegangen!
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13.09.2006 13:51 Uhr von opppa
 
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Arbeitsminister will handeln: Wahrscheinlich will der Arbeitsminister, so sozial, wie er eingestellt ist, mit seinen Beamten niedrigere Löhne aushandeln!
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13.09.2006 14:40 Uhr von Python44
 
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@ SunSailor: Das Problem betrifft inzwischen alle größeren Städte und zig Branchen querbeet. Extrem ist es in den Bereichen Tourismus, Werbung und Publizistik. Um die Lohnnebenkosten zu sparen werden da zum Teil komplette Abteilungen mit Praktikanten bestückt. Der Lohn reicht dann in der Regel nichtmal für die normalen Lebenshaltungskosten eines Studenten aus...

Durch kürzere Praktikumszeiten wird wird aber nicht das Problem verbessert, sondern nur die Rotationsgeschwindigkeit erhöht !
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13.09.2006 14:46 Uhr von M:H:S
 
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ich musspython44 dazu stimmen.: also ingenieursstudent kriege ich die meisten praktika noch gut bezahlt, für geisteswissenschaftler sieht es da aber ganz düster aus. bei den ganzen start-up klitschen im designbereich ist es inzwischen gang und gäbe, dass sich die praktikanten gegenseitig anlernen dürfen. da ist es keine seltenheit, wenn uni-absolventen mit 32 immer noch nicht sozialversicherungspflichtig arbeiten.
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13.09.2006 15:12 Uhr von wounds
 
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Es muss nicht immer Ausbeutung sein. Wie haben ne Firma gegründet (mit zwei Mann), aber wir hatte kein Geld für mehr Angestellte die das eigene Produkt herantreiben. Also was macht man? Man zieht sich einen Studenten ran.

Ich finde, dass man bei Start-Ups sowas ohne probleme erlauben sollte, die haben eh schon genug Probleme am Anfang.
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13.09.2006 15:20 Uhr von wounds
 
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Nicht zu vergessen: Auch im Studium MÜSSEN die meisten Studenten noch ein Praktikum machen (so einen hatte ich unentgeldlich "eingestellt").

Und bei etwa 2 Millionen Studenten sind das eine Menge "Arbeistplätze".
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13.09.2006 15:27 Uhr von Geater125
 
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interessant, nur: Ich bin selber Student und würde NIEMALS unentgeltlich arbeiten. Woher das kommt? Hmm, wahrscheinlich weil ich in einer anderen Branche tätig bin als Design, Promotion etc., also all diese Berufe die als "Traumberufe" gesehen werden. Das die Leute dort ausgebeutet werden, geht nicht an, aber seien wir mal ehrlich: War das nicht schon immer so? ich meine, das Fernsehen macht es doch vor: Verliebt in Berlin sei dank! Hauptsache noch mehr Träume schüren, wenn man Glück hat greift man dadurch noch weitere Praktikanten bei Sat 1 ab ;)

Von einer Regulierung halte ich auch nichts, wounds und phyton haben es bereits ausgeführt. Ich bin eher für eine Vergütungsverpflichtung von Praktikanten die mindestens 2-3 Monate (genaue Zeit lasse ich mal dahin gestellt) sind, weil wenn die Leute kürzer im Betrieb sind lohnt sich deren Einarbeitung nicht mehr! Wie hoch das Gehalt sein soll? Hmm...30-60% eines "normalen" Arbeitnehmers, wenn man ein wenig rumtrixt kommt auf der anderen Seite mehr für den Praktikanten raus, so das sie vllt. 40-80% eines normalen Arbeitnehmers verdienen können.
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13.09.2006 15:30 Uhr von JenseBub
 
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@wounds: selbst bei start-up unternehmen finde ich es nicht in ordnung. mach dein zeug selbst, wenn du dir keinen angestellten leisten kannst. sorry, aber das ist meinen meinung...
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13.09.2006 15:59 Uhr von Zuuleiman
 
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genau Wir sind ein kleines Medienunternehmen und müssen leider alle Praktikanten ablehnen, da die Auflagen und Kosten der IHK und der Genossenschaft zu hoch gesteckt sind.

Wir bekommen im Monat ca. 50 Bewerberungen für unentgeltliche Praktika. Es tut uns wirklich leid dass die Jungend die nicht einmal richtig schreiben, lesen und rechnen kann keine Chance bekommt dies zu ändern.

Danke liebe Bundesregierung!
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13.09.2006 16:05 Uhr von wounds
 
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@JenseBub: Ich kann kein Java und wenn sich ein Student anbietet für ein unentgeltliches Praktikum der Java kann... warum soll ich den ablehnen?

Ich stell dir nen Porsche vor die Tür und halt dir den Schlüssel hin und sag "Hier, ist deiner. Schenk ich dir"... lehnst du dann auch ab und sagst "Ne, nehm ich nicht, den hab ich nicht bezahlt"

Das ist absoluter Schwachsinn...

Und ja, die IHK-Auflagen sind gewaltig, darum nimmt man auch lieber einen Studenten der auch weiterhin als Student gilt und nicht einen angestellten.
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13.09.2006 16:45 Uhr von JenseBub
 
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@wounds: wenn du jemanden brauchst, der Java programmieren kann, dann stell so jemanden ein. wenn du dir das nicht leisten kannst, dann bezahl wenigstens dem studenten so viel du kannst. das nennt man dann fairness.
wie oft musstest du für lau arbeiten?
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13.09.2006 16:54 Uhr von wounds
 
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@JenseBub: Oft genug in meinem Leben, und noch öfter viel zu Unterbezahlt.

Ich bin zwar im Medienbereich tätig (unterbezahlt) habe aber meistens mein Geld mit körperlicher Arbeit verdient.

Ausserdem: der Student hat ja gesagt, wir haben ihn zu nichts gezwungen, er hatte noch genug andere Möglichkeiten. Er hat sogar eine bezahlte Stelle ausgeschlagen, weil er das Geld nicht brauchte und unser Projekt für ihn viel interessanter war.

Er hat mitlerweile sein Bachalor-Arbeit aufgrund der Arbeit geschrieben die er bei uns getan hat und mit einer guten Note bestanden.
Wenn ich könnte, würde ich ihn jederzeit gegen Bezahlung einstellen.

Aber du scheinst nicht zu wissen, dass man sich und seine Firma schon fast Prostituieren muss und mal grad das nötigste an Geld verlangen kann um zu überleben. Es gibt immer Firmen, die einen zu unzumutbaren Konditionen unterbieten, es gibt auch abzocker.

Und ich hatte auch zwei Angestellte zwischenzeitlich, ich habe auch einem Langzeitarbeitslosen die Chance gegeben.
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13.09.2006 18:11 Uhr von Alchemistin
 
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Zum Thema ´beliebte Branchen´: kommt mir dann einfach in den Sinn:
wenn´s zu viele hat, sind doch die Studenten bis zu einem gewissen Grad einfach selber schuld, wenn sie genau in diesen Bereichen studieren und dann keinen Job finden, für den sie auch Geld fordern können...

Grundsätzlich finde ich es nicht in Ordnung, dass Praktikanten nur Hungerlöhne bezahlt werden.
Gerade bei grossen Firmen, Banken etc. ist es ein Armutszeugnis, wenn jährlich ein grosser Gewinn auf dem Buckel von Studenten erwirtschaftet wird.
Im sozialen Bereich (Kinderheime etc.) sieht das schon ein bisschen anders aus.

Aber wie schon jemand über mir geschrieben hat: Angebot und Nachfrage... gefragte Leute werden auch gegen Geld engagiert, wenn man sie braucht.
Und als Manager (knallhart erfolgsorientiert und mit dem Kopf voller Theorien vom Shareholder Value direkt von der Uni in eine leitende Position) wäre man ja schön blöd, das Kontingent an Billigarbeitskräften nicht auszunutzen.

Sozial war gestern.
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13.09.2006 18:39 Uhr von dreamcatchergo
 
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Zeitlich begrenzt ? Was soll das bringen?
Dann kommt der nächste Praktikant anch 3 monaten.

So wie bei den 1 euro jobbern, die werden auchd urch neue 1 euro jobber ersetzt wenn die Zeit abgelaufen ist.

Warum Teuer jemanden einstellen, wenn man auch billige 1 euro jobber bzw. praktikanten einstellen kann?
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13.09.2006 19:35 Uhr von DER_Schnupfen
 
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Es gab mal eine Petition: dazu!
Hier der Link:
http://itc.napier.ac.uk/...

Es musste sogar eine zweite Liste geöffnet werden weil sich zuviele Leute dort eingetragen haben

Hier der Stand der Bearbeitung:
http://itc.napier.ac.uk/...

Wenn wird sowieso nur etwas anderes als das Volksbegehren von unseren angeblichen Volksvertretern eingeführt!

Demokratie?
Hier steht, das diese Petitionen nur ein Seismograph sind, somit sowieso nicht zum gesetzbildenden Prozess beitragen.
Traurig is das
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13.09.2006 19:36 Uhr von DER_Schnupfen
 
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hier: (Link vergessen): http://www.bundestag.de/...
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13.09.2006 20:41 Uhr von Cpt.Proton
 
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