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Russland möchte bis 2030 etwa 58 neue Atomkraftwerke bauen

Um seinen wachsenden Energiebedarf zu decken, werde Russland bis 2030 etwa 58 neue Reaktoren bauen, so der Chef der russischen Atomenergiebehörde, Sergej Kirijenko.

In den Jahren 2007 bis 2015 möchte Russland jährlich mit dem Bau von zwei Kernkraftwerken beginnen. Diese sollen dann eine Kapazität zwischen 1150 und 1200 Megawatt haben. Demnach soll die Kernenergie direkte Konkurrenz zum Gas werden.

Es werde mit einer selbstständigen Finanzierung der Kraftwerke nach 2015 gerechnet, denn ab diesem Zeitpunkt sollen die Zuschüsse der Regierung wegfallen.


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WebReporter: ringella
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Russland, Atomkraftwerk, Atomkraft
Quelle: www.20min.ch

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20 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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09.09.2006 08:24 Uhr von ringella
 
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Ich hoffe nur das Russland dann auch den Sicherheitsstandart sehr hoch schrauben wird, denn noch einige Unfälle (Tschernopyl)wie vor einigen Jahren wäre für die ganze Welt sehr schlecht!
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09.09.2006 13:28 Uhr von virtualnonsense
 
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@Autor..: Tschernobyl -> Ukraine ..
Und Atomsprengtests sind auch nicht gerade gesund für die Welt.. beschwerst du dich darüber ?
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09.09.2006 14:06 Uhr von ferry73
 
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Atomkraftwerke in Russland: Der Himmel stehe uns bei.
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09.09.2006 15:02 Uhr von Schwertträger
 
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Und irgendwann können wir dann Strom von ihnen kaufen, wenn zur Vorweihnachtszeit wegen der ganzen Beleuchterei der Windkraftstrom wieder mal nicht ausreicht.

Hoffe nur, dass wenigstens deutsche Firmen an den Dingern mitbauen, wenn wir sie schon nicht hier bauen können, wo sie wenigstens deutschen Standards unterliegen würden.

Diese ganze blöde Ausstiegsidee!
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09.09.2006 15:12 Uhr von Jesus4GangBang
 
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Nuke! nuklearenergie ist geil :D
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09.09.2006 15:50 Uhr von Gabriel80
 
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Naja vielleicht fallen ja die Strompreise wenn wir erstmal mit billig Strom ausm Osten unsere Billigprodukte ausm Osten betreiben... :)
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09.09.2006 19:18 Uhr von Clemens1991
 
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gegen atomenergie! ich denke, das es besser ist, auf erneuerbare energie umzusteigen und alle atomkraftwerke abzuschalten.

allein schon die folgen des kühlwassers, das in einen nahe gelegenden fluss geleitet wird sind verhärend für die tiere in dem fluss.

außerdem ist solar energie sicherer als atomenergie.

gruß clemens
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09.09.2006 19:56 Uhr von Schwertträger
 
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@Clemens: Nur leider kostet die Herstellung eines Solarpanels bislang noch mehr Energie, als es lebenslang liefert. :-(

Man muss in der Richtung sicher weiter forschen, aber momentan haben wir definitiv keine Alternative zur Atomkraft, die eine sichere Versorgung - und darum geht´s ja in erster Linie - gewährleistet.



p.s.
Gezeitenkraftwerke sind auch schön.
Noch schöner wäre die Kernfusion.
Alles zusammen am schönsten.
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09.09.2006 20:01 Uhr von alexolaf
 
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das: ist ja wirrklich außergewöhnlich. die ganze Welt spricht vom Abbau und die Russen wollen aufbauen?
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10.09.2006 00:37 Uhr von traveler25
 
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die ganze welt: spricht ganz sicher nicht vom abbau. hört man doch immer wieder. deutschland kann es sich einfach nicht leisten auszusteigen, sonst machen wir uns nur noch abhängiger von anderen staaten. und die umwelt ist doch wurscht, wenns um energie für einen industriestaat geht.
so ist unsere welt.
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10.09.2006 01:29 Uhr von jesse_james
 
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@Schwertträger: Kernfusion mag zwar schön sein aus Sicht der Energieausbeute, aber ganz bestimmt nicht aus der Sicht des nuklearen Abfalls und der Sicherheitspolitik !

Auch diese Kraftwerke produzieren MÜLL.

Und auch diese Kraftwerke sind nicht sicher vor einem Reaktorunfall.

Wenn ein Fusionsreaktor verunfallen würde, dann wäre die Wirkung von Tschernobyl ein Witz dagegen.

Ja die sonnigen Seiten der Kernfusion werden uns allen gezeigt und schmackhaft gemacht, weil es unsere Energieprobleme lösen würde.
Aber die andere Seite der Medaille sollte man besser nicht verheimlichen !
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11.09.2006 17:14 Uhr von eros007
 
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@jesse_james: >>> "Wenn ein Fusionsreaktor verunfallen würde, dann wäre die Wirkung von Tschernobyl ein Witz dagegen."

Du kannst mich sicher darüber aufklären, was bei einem Unfall in einem Fusionsreaktor passieren würde. Mit Quelle, versteht sich.

Meiner Meinung nach (die ich mit den meisten Physikern teile, wegen Sicherheitsaspekten konsultiere man beispielsweise http://de.wikipedia.org/...) passiert bei einem Unfall in einem Fusionsreaktor im schlimmsten anzunehmenden Fall Folgendes (oder gibt es was Schlimmeres?):
Das Gleichgewicht im Plasma ist gestört. Im schlimmsten Fall tritt das 100-150 Millionen Grad heiße Plasma auf die Reaktorwand, die daraufhin schmilzt. Durch den Schmelzvorgang wird dem Plasma aber Energie entzogen, sodass das Plamsa abkühlt. Bei den geplanten Plasmadichten reichte jedoch ein größerer Kontakt mit der Wand aus, um die Temperatur unter die Schwelle zu senken, bei der Energie frei wird. Folglich wird - wenn keine Energie mehr von außen zugefügt wird, wovon wir bei einem Störfall ausgehen - das Plasma erstickt (abgekühlt!). Baut man die Reaktorwände entsprechend stark, kann kein Plasma austreten. Der Reaktor wäre zwar wegen der Strahlung für gut 100 Jahre unzugänglich (Halbwertszeit von Tritium: 12,3 Jahre), aber alles in allem immer noch ungefährlicher als heutiger Kernspaltungs-Müll.

Ohne Quellen sollest nämlich auch du nicht über eine Energiequelle urteilen, die du anscheinend nicht sehr gut kennst. Aber am besten verteufelt man alles Neue zunächst mal. Vor Jahrhunderten war die Erde in den Augen ihrer Bewohner auch eine Scheibe.

Kernfusion ist sicher nicht risikolos (es entsteht definitiv radioaktiver Abfall), und es ist überhaupt fraglich, ob wir sie in den nächsten Jahrzehnten überhaupt so weit bringen, dass Energie gewonnen werden kann (ITER -> http://de.wikipedia.org/... ).

Fazit: Kernfusion wäre eine sinnvolle Alternative, wenn es sich herausstellt, dass sie "klappt". Allerdings ist bis 2040 nicht mit Strom aus Kernfusion zu rechnen, in Deutschland nicht vor 2050 (also erleben es viele von uns nicht mehr). Was gibt es für Alternativen? Kernspaltung ist meiner Meinung nach immer noch besser als Kohle, Öl und Gas. Sie liefert zwar radioaktiven Müll, welcher aber bei entsprechender Nachbereitung (wir hatten mal was Vielversprechendes in Karlsruhe, bevor Rot-Grün neben dem Kernspaltungs-Ausstieg auch beschloss, sich nicht weiter um den bisher angefallenen Müll zu kümmern) deutlich kleiner wäre als heute. Der Betrieb eines Reaktors beinhaltet natürlich gewisse Risiken (die sich klein halten lassen). Die umstrittene Endlagerung relativiert sich insofern, als dass wir schon jetzt eine recht große Menge an radioaktiven Müll haben und diesen schon Jahrtausende sicher lagern müss(t)en. Ob nun aber noch mal so eine Menge hinzu kommt, spielt keine überragende Rolle. Sollte aber berücksichtigt werden in jeder Diskussion.

Fossile Energieträger stellen aber faktisch Bedrohungen durch den CO2-Ausstoß dar. Ein weiterer Ausbau kann nicht zielführend sein, vor allem, wenn man zusätzlich den hohen Importanteil berücksichtigt (Uran ist in Deutschland verfügbar, wenn auch derzeit nichts abgebaut wird; im befreundeten Frankreich ebenfalls). Alternativ bleiben erneuerbare Energieträger, die meine vollste Unterstützung haben (ich wäre auch bereit, die Mehrwertsteuer auf 20% zu erhöhen, würde der letzte Prozentpunkt zusätzlich in die Erforschung erneuerbarer Energieträger gesteckt). Wir müssen effizientere Windkrafträder entwickeln, bessere Solarzellen (übrigens schaffen auch heute übliche Solarzellen, in Deutschland ein Vielfaches der reingesteckten Energie wieder in Form von Strom zu liefern!) entwickeln und Biomasse stärker in die Überlegungen einbeziehen. Es gab doch kürzlich eine Veröffentlichung des Max-Planck-Instituts von Potsdam, das eine Umwandlung von Biomasse in Kohle vorschlug. Das wäre eine gute Möglichkeit. Weitere Erforschung dringend geboten.

Wichtig ist aber für den kleinen Mann immer noch die Versorgungssicherheit. Wenn mir andere Energieträger eine sichere Versorgung für unser Land versprechen können, verzichte ich gerne auf die gefährliche Kernspaltung. Aber solange die nicht gegeben ist, sehe ich es als falsch an, hier auszusteigen. Russland sieht es wohl ähnlich. Der Rest der Welt übrigens auch. Welches Land außer Deutschland will noch aus der Atomkraft aussteigen (abgesehen von Ländern, die noch nicht drin sind; da ist ein Verzicht in der Tat sinnvoller, da sie ja noch keinen Müll haben)? Man nenne mir Länder inklusive Quellen.
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11.09.2006 23:05 Uhr von jesse_james
 
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@eros007: "Ohne Quellen sollest nämlich auch du nicht über eine Energiequelle urteilen, die du anscheinend nicht sehr gut kennst."


Es ist ja schön und gut das du lange Texte schreiben kannst, dennoch solltest besser du einmal darüber nachdenken wem du vors Schienbein tritts, statt Menschen aus diesem Bereich ihr Wissen abzusprechen.


Das was von der Kernfusion an Wissen in der Öffentlichkeit bekannt ist, ist das was jeder kennt.
Aber das ist noch lange nicht alles bekannte.


Du gehst schlicht weg nur davon aus das ein Störfall das ausbleiben von Energie nach sich zieht.

Eine Kernfusion soll aber OHNE stete Energiezuführung von außen, selbstständig ablaufen.


Und was dir offenbar nicht eingefallen ist, wir nutzen bereits Kernfusionswaffen.
Die Wirkung ist gigantisch im Gegensatz zu einer Kernspaltungswaffe.


"Ungesteuerte Fusions-Kettenreaktionen laufen in Kernwaffen (Wasserstoffbombe) ab"

Die Energie die benötigt wird um eine solche Reaktion zu starten liefert eine Kernspaltungswaffe.

Was wenn der Störfall im Reaktor nicht das ausbleiben von Energie sondern die stete Zuführung von Energie wäre oder gar die Abnahme der Energie der Kernfusion nicht mehr steuerbar wäre und somit eine UNGESTEUERTE Fusion abläuft.

Es muss nur heiss genug werden, dann nützt dir auch das beste Magnetfeld nichts mehr.


Du denkst das ist alles ganz easy da passiert nix. Wenn diese Fusion unkontrolliert und ungesteuert abläuft, dann sollte man schnellstens anfangen zu beten, denn weglaufen wird nichts mehr bringen.

Die stärksten Kernfusionswaffen detonieren mit einer Sprengkraft von 67 Megatonnen (die Hiroshimabombe hatte knapp 18 Kilotonnen), das entspricht ca. der 4000-fachen Sprengkraft.

Ein Fusionsreaktor würde nicht mit 67 Megatonnen detonieren, sondern mit wesentlich mehr Sprengkraft !

Man könnte es an Tschernobyl hochrechnen, dieser Reaktor wäre fast detoniert als atomare Bombe.

Und bevor du mich jetzt des Unwissens über Tschernobyl bezichtigen möchtest, im Gegensatz zu vielen kenne ich einen der letzten noch lebenden Wissenschaftler die dort die Katastrophe abgewendet haben und das nicht nur vom hören sagen.
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11.09.2006 23:59 Uhr von Extr3m3r
 
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Was?? Hilfe die kommen mit dem was sie jetzt haben kaum klar.
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12.09.2006 10:49 Uhr von jesse_james
 
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@Extr3m3r: Das was sie jetzt bauen wollen entspricht schon europäischem Standard, die werden keine Reaktoren wie Tschernobyl mehr bauen.
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12.09.2006 23:44 Uhr von md2003
 
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boah krasse Sache! 58 AKWs - das ist nicht von schlechten Eltern!!! Überrascht mich schon, dass die so drauflos legen!!!
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12.09.2006 23:50 Uhr von mäckie messer
 
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und die Rohstoffe? Haben die Russen sich eigentlich auch überlegt, wo das ganze spaltbare Material her kommen soll? Wissenschaftler gehen nämlich davon aus, dass schon bei dem derzeitigen Verbrauch, Uran schneller alle sein könnte, als Öl und Erdgas.
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13.09.2006 10:36 Uhr von jesse_james
 
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@mäckie messer: Hast du schon mal an den Iran gedacht ?

Die könnten rein zufällig nicht nur Öl in Massen, sondern auch Uran (sogar bereits angereichertes) in Massen liefern !

Die sitzen schließlich auf einem sehr großen Vorkommen.

Darüber hinaus natürlich haben die Russen auch noch Kapazitäten.
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13.09.2006 11:26 Uhr von mäckie messer
 
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@jesse: Es geht hier nicht um die Aufbereitung von Material, sondern um das reine Vorkommen von Rohstoffen auf der Erde. Und es gibt verdammt wenig Abbaustellen für Uran.

"Deutschland ist bei der Atomenergie zu 100 Prozent abhängig von Uranimporten. Nach aktuellen Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) gibt es weltweit etwa 4,7 Millionen Tonnen wirtschaftlich abbaubare Vorkommen von Uran. Diese Vorräte reichen beim gegenwärtigen Jahresverbrauch noch etwa 65 Jahre. Angesichts der aktuellen Nutzungspläne ist eher von 30 bis 40 Jahren auszugehen. Uran wäre dann schon früher erschöpft als Erdöl und Erdgas."

Das stammt von der Homepage des Bundesumweltministeriums http://www.bmu.de/...

30 Jahre - das würde bedeuten, die Russen hätten ihre Kraftwerke grade fertig gebaut, und dann ist das Uran alle - schön doof kann ich da nur sagen. Das wirft natürlich auch ein gewisses Licht auf die Behauptungen des Irans, die Atomenergie ausschließlich friedlich nutzen zu wollen.
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13.09.2006 16:35 Uhr von eros007
 
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@ jesse_james: >>> "Es ist ja schön und gut das du lange Texte schreiben kannst, dennoch solltest besser du einmal darüber nachdenken wem du vors Schienbein tritts, statt Menschen aus diesem Bereich ihr Wissen abzusprechen."

Ich habe dir keineswegs das Wissen abgesprochen. Ich habe geschrieben, dass du "anscheinend" (d.h. nach dem, was du im ersten Kommentar von dir gegeben hast) nicht vollständig über das Thema informiert bist. Ich bin gerne bereit, von diesem Standpunkt abzurücken, wenn du wissenschaftlich oder mit logischem Verstand nachvollziehbare Gründe darlegst, warum Kernfusion gefährlicher sein sollte als Kernspaltung.

Ich weiß ja nicht, wie genau du dir einen Fusionsreaktor vorstellst. Die meisten Forscher stellen ihn sich ja so vor: Man fügt _von außen_ schweren Wasserstoff (Deuterium) und Lithium zu, welches im Plasma schließlich zum radioaktiven Tritium verwandelt wird. Tritium und Deuterium reagieren unter Freiwerden beträchtlicher Energiemengen zu Helium und einem freien Neutron. Das freie Neutron ist nicht ungefährlich, das stimmt (es trägt nämlich den Großteil der freigewordenen Energie -> fliegt es in die Reaktorwand, wird diese erwärmt -> Energiegewinnung). Eine Frage habe ich aber: wie soll es bei der sehr geringen Menge an den verwertbaren Materialen Deuterium/Lithium, die sich im Reaktor befinden, zu einer (unkontrollierten) Kettenreaktion kommen? Wenn eine Störung passiert, wird doch sichergestellt, dass keine neuen "Brennstoffe" mehr in den Reaktor gelangen (im Unterschied zum Kernspaltungs-Reaktor, wo das Material ja nur langsam zerlegt wird, aber eben vorhanden ist, ist dieser Zufluss ja abbrechbar). Wo keine neuen Brennstoffe nachkommen, kann meiner Meinung nach keine unkontrollierte Kettenreaktion ablaufen. Andere Reaktionen im Plasma sind auch nicht so energiebringend (überzeuge mich vom Gegenteil, wenn es nicht so ist), dass sie die Reaktorwand schmelzen und auf Plasmatemperatur bringen können, sodass die Wandmaterialen an der Fusion mitmachen. Eine Reaktion wie in einer Wasserstoffbombe ist deshalb - meiner Meinung nach - ausgeschlossen. Dort liegt, dicht gepackt, eine Menge Fusionsmaterial bereit. Im Fusionsreaktor aber nicht. Und das ist der wesentliche Unterschied und der Grund, warum ich eine Explosion für unmöglich halte.

Ich weiß nicht, was genau du im Umfeld dieses Bereiches machst. Aber ich kann dich beruhigen, auch ich habe mal in genau diesem Gebiet gearbeitet. Zwar nur, was die Beschichtung der Reaktorwände (damit sie den Neutronenbeschuss möglichst gut aushalten) angeht, habe aber beim Projekt dennoch mit Physikern, die mit der Umsetzung von ITER beauftragt sind, gesprochen. Es kann sein, dass die mich anlügten und es so ist, wie du es beschreibst. Aber der gesunde Menschenverstand lässt mich eher den Physikern glauben, mit denen ich sprach, als dir, da du nur mit möglichen Gefahren ("eine Fusionsbombe ist schließlich stärker als Uran- oder Plutoniumbomben") geantwortet hast, aber nicht, warum das denn auch wirklich so sein kann. Ich bin gerne bereit, dir zu glauben. Aber von einem Ingenieur kannst du nicht erwarten, dass er dir blindlings auf irgendwelche Untergangsszenarien folgt, sondern du ihm auch Beweise liefern kannst, warum es so ist wie du es sagst (warum bei einer ungestörten Fusion immer mehr Brennstoff zugefügt wird -> kann mir das nur vorstellen, wenn man den Reaktor vorsätzlich in die Luft jagen will).

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