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Grass' Aussagen zu seiner Vergangenheit womöglich doch inkorrekt

Das Geständnis des 78-jährigen Günter Grass, er habe als 17-jähriger in der SS-Division "Frundsberg" gedient, schlug in den vergangenen Tagen hohe Wellen. "Der SPIEGEL" hat nun neue Erkenntnisse zu Grass' Aussagen zusammengetragen.

So ist nunmehr die Krankenakte des Literaturnobelpreisträgers durch ihn selbst freigegeben worden, nachdem eine deutsche Sonntagszeitung den Datenschutzbeauftragten Berlins um Herausgabe bat, dieser die Herausgabe jedoch verweigerte.

Dieser Akte zufolge sei Grass erst nach seinem 17. Geburtstag im Jahr 1944 in die SS eingetreten - jedoch auch nicht in die Division "Frundsberg", sondern in die "Panzerjäger-Ausbildungs- und Ersatzabteilung 3", ebenfalls eine Einheit der SS.


WebReporter: DorianArcher
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Aussage, Vergangenheit
Quelle: www.spiegel.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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25.08.2006 22:51 Uhr von DorianArcher
 
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In der Quelle steht dann noch, dass er als "Schütze" vermerkt wurde - ein Wehrmachtsdienstgrad. Das ganze wird immer seltsamer, vielleicht sind Grass' eigene Erinnerungen schon etwas verblasst...
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26.08.2006 11:24 Uhr von Teppichratte
 
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Hab ich mir gedacht. Wenn der Michel erst mal Scheisse gewittert hat, läßt er nicht locker eh er nicht mitten im Haufen sitz wo er sich am wohlsten fühlt.
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26.08.2006 11:34 Uhr von jesse_james
 
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Und am Ende kommt raus, dass G. Grass: überhaupt nicht in der SS, sondern nur in der Wehrmacht war, wie so viele andere auch.

Und das nachdem so viele neue Grassgegner so viele angeblich Beweise über ihn gefunden hätten.
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26.08.2006 11:42 Uhr von Teppichratte
 
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Ich warte viel eher darauf, dass die "Blöd" mit der Schlagzeile kommt, "Grass war Hitlers geheime rechte Hand".
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26.08.2006 12:28 Uhr von SGGWD
 
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könnte es sein das der Spiegel auch nicht richtig liegt?

Bei http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/... ist zu finden, dass es die "Panzerjäger-Ausbildungs- und Ersatzabteilung 3" seit dem 10. August 1943 nicht mehr gab.
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26.08.2006 14:28 Uhr von traveler25
 
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ich warte eigentlich auf sowas wie "Grass ging die Munition aus" - nachdem er ja keinen einzigen Schuss abgegeben hat ... ? mal überraschen lassen ...
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26.08.2006 15:04 Uhr von Paganini
 
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Papier ist geduldig: Manchmal sind die Dinge, die auf ein Papier gekritzelt werden, weniger Wert als das Papier selbst.

Falsche Eintragungen in Krankenakten, weil jemand vielleicht einen Schützen nicht von einem anderen Dienstgrad unterscheiden kann, oder vielleicht sogar ein falsch geschriebener Name, sowas ist bestimmt tausendfach passiert.

Wenn man natürlich nach Beweisen für oder gegen eine Sache sucht, ist man ziemlich schnell gewillt, einem Schriftstück unbedingten Glauben zu schenken - genauso wie der Bildzeitung oder irgendeiner Website, die ihre Informationen wieder nur aus einer einzigen Quelle schöpft usw.

Nicht zu unterschätzen sind Grass´ eigene Gedächtnislücken. Manchmal werden Vorkommnisse, die Jahre zurückliegen, im eigenen Kopf munter durcheinandergewirbelt, insbesondere Zeitpunkte von Ereignissen und die dazugehörigen Zeiträume.
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26.08.2006 17:21 Uhr von clobra
 
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Was vergessen? Vielleicht wurde ja auch nur einfach vor dem Dienstgrad "Schütze" die XX Kürzel vergessen. Obwohl es ja eigentlich egal ist. Laßt doch einfach den alten Mann in Ruhe seinen Lebensabend verbringen(genießen).
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26.08.2006 17:54 Uhr von DorianArcher
 
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@SGGWD: Interessante Anmerkung, wollte ich nur nicht reinschreiben weil es nicht zur Quelle gehört. Stimmt allerdings nur bedingt, da so gut wie alle Einheiten als Reserveeinheiten weitergeführt werden sollten - 1943 war die Wehrmacht ja erst grade auf dem Rückzug.

Trotzdem, traveler25 hat recht, wegen Grass wird wohl nochmal das Nürnberger Kriegsverbrechertribunal zusammentreten müssen und ihn zu 25 Jahren Festungshaft wegen Flakladeschützerei zu verureteilen ;-)
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26.08.2006 22:04 Uhr von alice in the shell
 
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@Autor, wieso "vielleicht": Das steht eigentlich auch in der Quelle, ganz unten:

"Grass selber hatte mehrfach betont, dass seine Erinnerung vage sei."

Und mehr steckt vermutlich nicht dahinter, was solls - über 60 Jahre her, nicht grad *ganz* stressfreie Zeit damals und da soll er sich noch an die ganzen Details erinnern?

Da gibts ganz andere Erinnerungslücken/fehler, z.B. Leute, die ernsthaft glauben, bei Ereignissen dabei gewesen zu sein, von denen sie eigentlich später erst gehört haben usw usf...
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26.08.2006 22:39 Uhr von Fussl
 
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Ich hab mal das Buch "der Kessel von Halbe" gelesen. Das kann ich übrigens nur jeden empfehlen der sich neutral über das Kapitel dunkelster deutscher Geschichte im April 45 beschäftigen möchte. geschrieben und formuliert wie es war und nicht wie es die Nazis von heute so gerne lesen würden. Ich habs getan weil die Gegend meine Heimat ist und wollte alles ganz genau wissen.

Na, jedenfalls wurde in diesem Buch u.a. auch diese Einheit genannt in der Grass rekrutiert war. Ergänzend dazu kam neulich eine überarbeitete Version von "Die Waffen $$" in einem SpiegelTV (?) Bericht im Fersehen. Demnach waren diese letzten Einheiten noch im März-April 45 aufgestellt und nur noch zum verheizen an der Front vorgesehen, hatten ausser den Abzeichen wohl nicht mehr viel gemein mit den typischen $$ Truppen der frühen und mittleren Kriegsjahre und deren Verbrechen gegen so ziemlich alles. Evtl. hat Grass noch Standgerichte gegen Deseteure usw. "mitbekommen". Und mit 17 sowie gerade erst rekrutiert wird er wohl kaum schon diese grausamen Methoden entwickelt haben durch die seine "Kollegen" in den Lagern oder im Partisanenkrieg hinter den Linien (die gabs ja nicht mal mehr zu Grass Zeiten) zu schrecklicher Berühmtheit gelangten.

Wenn die Angaben stimmen gehörte Grass seine Einheit zur 12. Armee vom General Wenck die Berlin entsetzen sollte, sich aber ab Mitte März 45 eigentlich nur noch auf der Flucht Richtung Westen befand um sich in Tangermünde am 07.Mai 45 mit über 200.000 zivielen Flüchtlingen über die Elbe in die Hände der Amerikaner zu begeben.

Darüber könnte man Bücher schreiben. Ich glaube Grass hat das nun erwähnt weil er wenigstens mit sich selbst ins Reine kommen wollte bevor er ins Grab hopst. Der jüngste isser ja nich mehr. Und so eine offene Rechnung mitzunehmen... Er ist doch Nobelpreisträger in Literatur oder? Kann man ja mal sehen wie der den Leuten den Spiegel vorgehalten hat.

*Gegen das Vergessen, auf das sowas nie wieder passiert*
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26.08.2006 22:43 Uhr von Fussl
 
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Kleine Ergänzung: In dem o.g. Buch wird die Division "Frundsberg" erwähnt, nicht dieses Ausbildungs dingsda
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27.08.2006 01:02 Uhr von *Flip*
 
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@Fussel: "Wenn die Angaben stimmen gehörte Grass seine Einheit zur 12. Armee vom General Wenck die Berlin entsetzen sollte, sich aber ab Mitte März 45 eigentlich nur noch auf der Flucht Richtung Westen befand um sich in Tangermünde am 07.Mai 45 mit über 200.000 zivielen Flüchtlingen über die Elbe in die Hände der Amerikaner zu begeben. "

Man sollte noch erwähnen, dass zwar die 12 Armee den Auftrag hatte Berlin zu entsetzten aber Wenck diesen Auftrag entsagte. Seine Armee vereinigte sich im Raum Berlin mit den Resten der 9 Armee und bildete einen Brückenkopf über die Elbe, so wurde 1000 Flüchtlingen und Soldaten die Überquerung der Elbe ermöglicht, um in die Obhut der Amerikaner zu gelangen.

Tschau
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27.08.2006 11:46 Uhr von Borgir
 
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Ich weiß echt nicht: wo das Problem ist. Er ist eingetreten in eine Spezial-Einheit der Wehrmacht. Das macht ihn weder zum Verbrecher noch zum Killer oder sonstwas. Waffen-SS und Totenkopf-Schwadronen der SS müssen endlich in den Köpfen getrennt werden. Mein Opa hat auch in der SS in Russland gekämpft. Und der war kein Kindermörder oder Judenhasser. Sicher nicht.
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27.08.2006 23:45 Uhr von DorianArcher
 
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Ich weiss nicht: Dinge die so weit in der Vergangenheit liegen, werden schnell mal umgedeutet.
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28.08.2006 17:52 Uhr von *Flip*
 
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Sind die Medien überhaupt interessiert an einer Trennung zwischen einer Eliteeinheit (Waffen-SS) ähnlich, den "grünen Teufeln" und einer politischen SS ?

Ich glaube, dass steht gegen die Interessen der Medien, denn die wollen Schlagzeilen, um ihre Blätter zu verkaufen.

Alles, was mit SS zu tun hat, ist sowieso ein Garant für horente Absätze.

Jedenfalls traue ich den knoppschen History - Guckern nicht unbedingt viel zu.

Tschau

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