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Danzig: Schriftsteller Grass bekundet Bedauern um Kontroverse nach Geständnis

In einem Schreiben an den Bürgermeister der Stadt Danzig hat der Schriftsteller Günter Grass ausgedrückt, wie sehr er die aktuelle Diskussion um seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS bedauert. Der Brief wurde am Dienstag in Danzig vorgelesen.

Die Nachricht über seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS habe eine Debatte ausgelöst, die "die Bürger der Stadt Gdansk verunsichert und die zugleich für mich existenziell bedrohliche Ausmaße angenommen hat", so Grass in dem Brief.

Auch der polnische Friedens-Nobelpreisträger und Ex-Staatspräsident Lech Walesa hat den Brief gelesen und findet jetzt, dass Grass die Ehrenbürgerwürde nicht zurückgeben braucht - er würde das Eingeständnis als Beichte und nicht als Werbung sehen.


WebReporter: ciaoextra
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Geständnis, Schriftsteller, Schrift, Kontroverse
Quelle: www.abendblatt.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.08.2006 14:40 Uhr von ciaoextra
 
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Der komplette Brief im Wortlautkann man auf folgender Seite finden: http://www.ftd.de/...
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23.08.2006 15:57 Uhr von vst
 
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als Beichte und nicht als Werbung: ach nee, jetzt auf einmal?
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23.08.2006 19:19 Uhr von _BigFun_
 
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Nun sollte er die Ehrenbürgerschaft auf jeden Fall zurückgeben. Wobei das sicher auch der falsche Weg währe...

Wie ich schon früher Schrieb, war es zu erwarten, dass er auf diese Zeit nicht Stolz war - und aus den Fehlern gelernt hatte, leider sind so Leute wie Friedmann und Walesa schneller beim Säbelwetzen als beim Denken.

Allerdings find ich den Wortlaut "Beichte" sehr herrablassend - für mich liest sich der Brief wie eine Richtigstellung und nicht wie eine Beichte.
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23.08.2006 19:36 Uhr von mäckie messer
 
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so ein heuchler: "es steht mir nicht zu,[...] auf all das hinzuweisen, was während fünf jahrzehnten mein lebenswerk als schriftsteller [...] ausmacht"

richtig, steht ihm nicht zu - aber allein mit dieser erwähnung tut er es dennoch, und zwei kommas später, im selben satz, schon wieder: "meine bücher zeugen davon"
und im nächsten satz schon wieder...

sowas scheinheiliges habe ich lange nicht mehr gelesen. der mensch hat mit seiner reue millionen gescheffelt und tut jetzt noch so, als wäre diese ganze pr nicht geplant und er nur ein armes opfer.
"existenziell bedrohliche ausmaße" hat nur die frechheit dieses mannes, im letzten absatz seines briefes schon wieder den moral-apostel zu spielen, anstatt sich zu fragen, ob er dem gedenken der opfer des dritten reiches nicht schon genug schade zugefügt hat.
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23.08.2006 19:55 Uhr von ciaoextra
 
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Grass: soll den Mund halten oder alles auf den Tisch legen. Er hat zwar verraten, das er bei der Waffen-SS war, aber hat nicht verraten, wo die Amis ihn (und den Rest seiner Einheit) am 8. Mai 1945 gefangen genommen haben: Marienbad - Tschechien. Dort kamen am 27. April 1945 etwa 1.000 KZ-Häftlinge aus dem Lager Rehmsdorf um´s Leben. Die Umstände sind nachwievor unklar, da sich bis heute drei Feindseiten die Schuld geben, das Massaker veranstaltet zu haben (war übrigens auch großes Thema bei den Nürnberger Prozesse).

Warum berichtet Grass also nur die Hälfte. Er hätte den Mund halten sollen und sein Geheimnis mit ins Grab nehmen sollen oder ein komplettes Geständnis ablegen. Nur die Mitteilung, dass er in der Waffen-SS war, kann so oder so gedeutet werden und sagt eigentlich null aus. Wenn beichten, dann auch alles beichten.
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24.08.2006 23:37 Uhr von DorianArcher
 
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Grass: Ist nach wie vor einer der profiliertesten Deutschen Schriftsteller die es gibt, daran wird das nix ändern.
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24.08.2006 23:44 Uhr von Skyscraper2006
 
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@Ciaoextra: Ich gebe dir vollkommen recht! Entweder er hält komplett den Mund - Was ich in seinem Fall sogar für vernünftiger gehalten hätte - oder er packt ganz aus!!
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24.08.2006 23:47 Uhr von md2003
 
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also meiner Meinung nach ist die Sache schon zu lang her....... außerdem damals nichts außergewöhnliches.....

das kann man ihm doch nicht ankreiden!!!
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24.08.2006 23:51 Uhr von mäckie messer
 
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@dorian archer: hmmm... michael jackson ist auch irgendwie ziemlich profiliert. oder du könntest sagen, "adolf hitler ist der profilierteste deutsche politiker". aber was heißt das? profil allein sagt nichts über den charakter aus. und günther´s nobelpreis nichts über die qualität seiner bücher. die finde ich nämlich unter aller kanone, genau wie seine bilder. aber bei uns zählt ja alles an kunst, was uns irgend eine autoritätsperson als "kunst" vorgestellt hat. (vielleicht kennst du den harpe kerkeling-sketch, bei dem er das lied "hurz" singt. das hat in meinen augen etwa die gleiche qualität, wie grass´ texte)
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24.08.2006 23:52 Uhr von Tyfoon
 
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@ mäckie messer: dem ist nix hinzu zu fügen
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25.08.2006 00:45 Uhr von Cenor_de
 
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Die Literatur der Trümmergeneration: ist vom ästhetischen Standpunkt betrachtet eher Schrott.
Böll, Grass - fein, haben sie also Literatur Nobelpreise bekommen.
Ist nen politischer Preis an Hinz & Kunz. Zeitgeist.

Selbstverliebte Glorifizierung eines Besserwissers im Zahnarztstuhl, örtlich betäubte Fäkalsprache in unappetitlichen Details zum Schocken der eigen Art, des moralinsauren Kleinbürgers.

"Much ado about nothing" - Ein PR Gag eines in die Maßlosigkeit abgeglittenen Dummschwätzers, dessen einzige Rebellion die gegen die Rebellion war.

Unappetitlicher Stallgeruch des Sozialdemokratismus:
Uniform aus, Pfeife ins Maul, Schiffermütze auf, oranges Fähnchen ans Reverrs und endlich einmal laut "Ficken" rufen, denn das war nicht gern gesehen in der HJ.

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