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"Keine große Sache" - Historiker relativiert Günter Grass' SS-Vergangenheit

Derzeit erhält Günther Grass viel Schelte und Unverständnis für seine frühere SS-Mitgliedschaft. Der Jenaer Historiker Norbert Frei, seines Zeichens Professor für neuere Geschichte, relativierte die Vorwürfe gegen den Literatur-Nobelpreisträger.

Er hält Grass' Mitgliedschaft in der Waffen-SS für "keine große Sache". Im Jahre 1944 sei die Waffen-SS schon weit davon entfernt gewesen, eine Eliteeinheit zu sein.

"Da war man nicht mehr wählerisch, da wurden auch die ganz jungen Leute in den Krieg hineingezogen", sagte der Historiker am Montag in einem Interview mit dem Deutschlandradio.


WebReporter: rudi2
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Sache, Vergangenheit, SS, Historiker, Günter Grass
Quelle: www.otz.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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14.08.2006 12:56 Uhr von rudi2
 
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Insbesondere erfüllt es mich mit unbehagen, wie die Bildzeitung diese Geschichte instrumentalisiert- da läuft ja momentan eine regelrechte Grass-Hetzkampagne- ob er denen wohl das eine oder andere Exclusivinterview verweigert hat, und dies nun die Rache ist.....
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14.08.2006 13:47 Uhr von wounds
 
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Jeder war doch früher irgendwo Mitglied warst du nicht in irgendeinem von den Hitler-Kasper-Vereinen Mitglied hattest du nunmal keine Chance in Deutschland.

Ja klar, nun kommen bestimmt wieder "Ja, wenn alle..."... ja eben... alle... das wäre nie passiert da es immer welche gab die wirklich an die Sache geglaubt haben... und die meisten sind eh aus Angst zu Mitläufern geworden... ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass alle die heute beteuern sie hätten nie was damit zutun gehabt wirklich nichts damit zutun gehabt haben?
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14.08.2006 14:04 Uhr von kwikkwok
 
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Darum geht es aber nicht: Den ernstzunehmenden Kritikern Grass´ geht es keineswegs um diese bloße Mitgliedschaft. Es geht ihnen um den späten Zeitpunkt seines Bekenntnisses, nach dem er jahrzehntelang gerade auch im Kontext von Vergangenheitsbewältigung die Moralinstanz gegeben hatte.

Das kann man nicht für unproblematisch halten.
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14.08.2006 14:08 Uhr von Gabriel80
 
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Der Grass: War ja wie der Friedmann schon immer der Moralapostel der Nation.

Und DAS allein macht die Sache so brisant...erst Nazi-keule schwingend Karriere gemacht und dann am Ende wenns nochmal um nen Buch zu verschachern gilt ÄTSCHI BÄTSCH ich war auch in der Waffen-SS...
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14.08.2006 14:12 Uhr von msi999
 
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Wir machen es uns gerne einfach WaffenSS und NSDAP = schwarz, sonst weiß
Stasi = schwarz, sonst weiß

So einfach ist es nunmal nicht. Aber den Einzelfall zu betrachten ist anstrengend. Zwei allgemeine Punkte:

1. Ohne Millionen Mitläufer keinen Hitler, keinen Stalin, keinen 13. August. (Achtung: Ich vergleiche hier diese drei Dinge nicht, sondern zähle sie lediglich als Beispiele auf!). Eine Diktatur kann nur entstehen, weil es über 90 % Mitläufer gibt!

2. Wer nie in einer Diktatur gelebt hat, der sollte sich mit Urteilen sehr zurückhalten. Oder (biblisch): Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.

Ich sage dies als jemand, der in einer Diktatur, die nicht mit dem 3. Reich vergleichbar ist, gelebt hat und versucht hat, integer zu bleiben. Der aber - wie fast jeder andere auch - Kopromisse gemacht hat, um (über-)leben zu können. Die persönlichen Grenzen zu setzen (z.B.: Pioniere ja, Jugendweihe nein) war ein sehr komplizierter und schmerzhafter Prozess, der nie abgeschlossen war.
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14.08.2006 14:30 Uhr von plopp
 
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Grass hätte schon viel eher diesen Punkt ansprechen können. Er hat es aber versteckt, als wäre es nie geschehen. Sowas kommt mir einer Lüge gleich.
Es ist ja nicht sooo schlimm, das er als junger Mensch auch ein Mitläufer war, wie Tausende andere eben auch. Aber er muss dann auch dazu stehen.
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14.08.2006 19:39 Uhr von LethalSparks
 
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lol erst denken dann posten! @gabriel80:
zitat: "erst Nazi-keule schwingend Karriere gemacht und dann am Ende wenns nochmal um nen Buch zu verschachern gilt ÄTSCHI BÄTSCH ich war auch in der Waffen-SS..."
du kennst günter grass nicht oder?
er hat nicht die "nazi-keule" geschwungen und auf kosten der juden und schwachen/kranken karriere gemacht. karrierismus kann man ganz anderen vorwerfen. stauffenberg war auch mitglied im todesverein, aber er wollte eigentlich nur "normal" krieg spiel und war irgendwie gegen hitler, war an nem mordanschlag wesentlich beteiligt und alle deppen die sich mit der materie nicht beschäftigen
loben ihn als einer der wenigen mit mut zur damaligen zeit. blödsinn!
grass war 17 und hatte kaum eine andere wahl,
da sie damals schon 12jährige an die flak gestellt haben nur weil jemand doch noch an den sieg glaubte!
also nichts mit karrieregeil!
warum er es nicht schon früher gesagt hat?
weil dann fast genau die gleichen reaktionen gekommen wären.
er ist ein klarer gegner dieses regimes. er hat keine juden zu tausenden vergast oder ähnliches.
er hat eingesehn dass dieses system schlecht war und er ist ein genialer schriftsteller! ich glaube kaum
dass sich jemand mit ihm auf eine stufe stellen kann und noch die dreck am stecken gehabt hat.
ihr seit mit eurer ich-kritisiere-den-grass-wie-die-BLÖDzeitung einfach nur verdammt borniert!
erst denken, dann schreibn, das würde uns den ein oda anderen sinnlosen post ersparen, vielen dank!
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14.08.2006 21:47 Uhr von D4v3
 
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@msi / Thema: "2. Wer nie in einer Diktatur gelebt hat, der sollte sich mit Urteilen sehr zurückhalten. Oder (biblisch): Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein."

irgendwie haben die beiden sätze nichts mit ein ander zu tun...
haben zwar beide hier sinn, aber keinen zusammenhang untereinander

@topic
es geht ja nicht darum, dass er in der ss war, sondern, wie meine vorredner teilweise schon geschrieben haben, darum, dass er sich erst so spät dazu bekennt und voher einen auf links macht ohne sich dazu zu bekennen, ich denke niemand kann einem damals 17jährigen einen vorwurf machen zu ss gegangen zu sein, denn er ist wenn man rechnet(1944->17 *1927) ist er mit 6 jahren schon mit hitler aufgewachsen und wurd höchstwahrscheinlich auch so erzogen. dafür macht ihm niemand einen vorwurf(ich wiederhole mich grad), nur dass er es erst so spät zugibt!
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14.08.2006 23:19 Uhr von computix
 
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Ich glaube, hier verstehen einige Leute das Thema nicht ganz. Es geht doch nicht nur allein darum, daß Grass erst heute damit rausgerückt ist. Viel schlimmer ist in meinen Augen wirklich die Tatsache, bei der SS gewesen zu sein.

Auch wenn er erst recht jung war, so hat er doch denken können. Die Wehrmacht war Pflicht, die SS nicht. Sie war eine Eliteeinheit, und zu der mußte man nicht gehen.

Wäre der Krieg anders augegangen, so hätte Grass seine Fahne im braunen Wind wehen lassen. Nach diesem Kriegsende war es natürlich einfacher, immer im roten Wind zu wehen. Immer in Opposition, arschkriechend, jegliche Kritik scheuend, nach außen hin political correct.

Er ist ein wirklich schwacher Charakter, der andere Schwache verdammt. Wäre er ein starker Mensch, wie er es immer vorgibt zu sein, hätte er sich eher zu seiner Vergangenheit bekannt.

Grass ist feige, einfach nur feige. Immer hetzen gegen die anderen und dabei verschweigen, daß er selbst nicht unschuldig ist. Er ist doch seit Jahren der erste, der sich die Unschuld auf die weiße Weste schreibt. Mit seiner Lebenslüge hat er sich diese Weste erhalten. Jetzt wird sie vertuscht und heruntergespielt (s.o.), um an diesem Idol nichts mehr zu deuteln. Aber Grass war schon immer ein Nichts, der nur aufgrund seiner linken Haltung hochgespielt wurde.

Seine literarischen Werke hingegen werden von jedem zweiklassigen Schriftsteller getoppt. Auch ein Idol kann tief fallen. Aber jetzt wird wieder die typisch linke Haltung offenkundig, wie in der DDR, weil "nicht sein kann was nicht sein darf."

Armselige Menschheit! Feige Menschheit!

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