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Günter Grass bekennt sich zu seiner Vergangenheit bei der Waffen-SS

Der Schriftsteller Günter Grass hat bekannt gegeben, am Ende des zweiten Weltkrieges Mitglied bei der Waffen-SS gewesen zu sein. Der 79-Jährige gab an, sich aus eigenen Stücken für U-Booteinsätze gemeldet zu haben, er dort aber nicht gebraucht wurde.

Der spätere Gewinner des Nobelpreises für Literatur gehörte dann der zehnten SS-Panzerdivision "Frundsberg"an. Er hielt diese für eine Elite-Truppe.

In seinem neuen Buch "Beim Häuten der Zwiebel" erfahren die Leser Einzelheiten aus der Jugend des Günter Grass und aus seiner Zeit im und nach dem Krieg. Er geht auch auf seine erste Zeit als Schriftsteller ein.


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WebReporter: stellung69
Rubrik:   Entertainment
Schlagworte: Waffe, Vergangenheit, SS, Günter Grass
Quelle: www.express.de
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40 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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11.08.2006 19:42 Uhr von stellung69
 
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Diese Nachricht ist wohl ziemlich überraschend, da Grass doch politisch eher sehr links orientiert ist.
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11.08.2006 20:08 Uhr von indoxo
 
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Ein wenig seltsam find ich die Einsortierung der News in die Kategorie Entertainment...

Was die Waffen-SS mit Entertainment zu tun haben soll, wird mir wohl ein Rätsel bleiben. Ganz abgesehen davon das Günter Grass wohl kaum diesem Bereich zuzuordnen ist...
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11.08.2006 20:11 Uhr von jesse_james
 
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@stellung69: "Diese Nachricht ist wohl ziemlich überraschend, da Grass doch politisch eher sehr links orientiert ist."

Nur weil Grass heute links orientiert ist muss er das doch nicht sein ganzes Leben lang schon gewesen sein.
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11.08.2006 20:22 Uhr von daopan
 
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Hat das nicht etwas lange gedauert? Der 2. Weltkrieg ist jetzt 61 Jahre vorbei, oder nicht?
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11.08.2006 20:29 Uhr von Mitmirnicht
 
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Vor allem: sollte auch mal die Pauschalierung aufhören,das jeder der bei der SS war auch ein potentieller Mörder und Verbrecher war.Es gibt viele,die wie Grass eingetreten sind und vieleicht niemals Feindkontakt hatten oder an Greueltaten beteiligt waren.
Pöhse SS
Nein,ich will die Taten nicht verniedlichen!!
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11.08.2006 21:02 Uhr von gpu2000
 
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Hat Paulus Grass derzeit: keinen Bucherfolg mehr oder warum ist er jetzt bei der Waffen-SS gewesen und somit in aller Munde. Hoffentlich kann er das auch belegen. Bisher war er ja wohl eher ein Warmduscher!
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11.08.2006 21:03 Uhr von Extr3m3r
 
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Der soll froh sein, das er nicht zu den U-Booten gekommen ist. Bei den Verlustzahlen der U-Boote.
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11.08.2006 21:07 Uhr von ciaoextra
 
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schönes "bekenntnis": bereits 1946 war dies bekannt, als er sich der Entnazifizierung unterziehen musste: Alle Deutschen über 18 Jahren mussten in Fragebögen über ihre Funktion im NS-Staat Auskunft geben.

Hat sich nur noch nie jemand die Mühe gemacht die Archive der Amis diesbezüglich zu durchforsten.
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11.08.2006 21:13 Uhr von gpu2000
 
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@ciaoextra: und wenn Paulus Grass damals gelogen hat und sich nicht zur Truppe des Reichsführer-SS bekannt hat?
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11.08.2006 21:15 Uhr von ciaoextra
 
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gelogen: hat er ja wohl nicht, sonst wäre nicht seit 1946 bekannt gewesen, dass er bei der truppe dabei war. :o)
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11.08.2006 21:19 Uhr von gpu2000
 
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@ciaoextra: es wundert mich nur, daß dieses nie so öffentlich breitgetreten wurde.
BIST DU MIR NOCH BÖSE ILONKA? Ein wenig Spaß muß sein!
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11.08.2006 21:25 Uhr von davidjulianschmidt
 
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Mitläufer: Günther Grass ist eben auch nur ein Mitläufer.
Man kann es ihm nicht verübeln.
Nach dem Niedergang der Nazis war eben ein anderes Auftreten förderlicher, seine Ambitionen, Ruhm und Ehre zu erlangen, zu befrieden.
Wie hat es Sophokles so schön beschrieben: die Palmen biegen sich im Sturm und richten sich später wieder auf.
Der Baum, der standhaft ist, wird entwurzelt.
Offenbar eine Lebensphilosophie des Herren Grass.
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11.08.2006 21:25 Uhr von ciaoextra
 
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gpu2000 doch darauf wurde rumgetrampelt: als grass mal bei einer verleihung (er sollte eine ehrendoktowürde bekommen) den mund zuweit aufgerissen hat und alles erzählte, was er während der entnazifizierung erlebt hatte - da sind ihm damals ein paar hohe tiere sehr böse gewesen und alles wurde huschhusch unterm teppich geputzt. :o)

"Man habe gerade in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg keineswegs eine konsequent neue demokratische Ordnung aufgebaut, sondern sei bei der Entnazifizierung mehr als nachlässig gewesen: Dadurch dass die in der DDR ihrer Ämter enthobenen Altnazis sämtlich in die BRD emigriert seien, habe man in der bundesrepublikanischen Beamtenschaft mehr Nazifunktionäre als zu Zeiten des Dritten Reichs gehabt." Quelle: http://www.linker-berliner.de/...

Das hat man Grass damals sehr verübelt und so kam man darauf, mal in seinem Entnazifizierungs-Dossier nach zu sehen. Tja, Shit happens, wah? :o)
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11.08.2006 21:31 Uhr von gpu2000
 
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@ciaoextra: Danke, das wußte ich nicht!
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11.08.2006 23:46 Uhr von galgo espagnol
 
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habt ihr mal nachgerechnet, wie alt er zu: kriegsende war? grad mal siebzehn !!!
was soll der da groß verbrochen haben?
ABER
viele nazirichter konnten nach dem krieg einfach weiter im amt bleiben ebenso viele politiker -
da herschte plötzlich kollektiver alzheimer
bezüglich ihrer braunen vergangenheit
bis ans ende des zwanzigsten jahrhunderts....

mittlerweile sind die meisten von ihnen
verstorben doch das geistige erbe scheint
hydra-gene zu besitzen :(((

@hallosuper ;-) thx 4 enlightenment
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12.08.2006 02:35 Uhr von Borgir
 
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Bitte doch zu differenzieren: Waffen-SS heißt nicht gleich Mörder. Die Waffen-SS war eine spezialisierte Kampfeinheit mit spezielle ausgebildeten und Kampferfahrenen Soldaten. Zumindest am Anfang des Zweiten Weltkriegs. Mit der Totenkopf-Schwadron muss man als SS-Soldat nicht unbedingt was zu tun gehabt haben.
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12.08.2006 10:05 Uhr von johagle
 
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Borgir: das ist richtig... aber Linientreue wurde allemal verlangt!
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12.08.2006 10:12 Uhr von Generalstreik
 
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Autor: Dein Kommentar ist ja wohl das dämlichste was ich seit langer Zeit gelesen habe.

In die Wehrmacht wurden junge Leute eingezogen, egal welche politische Anschauung sie hatten. Einberufungen gab es auch zur Waffen-SS. Gerade im letzten Kriegsjahr waren es meist keine Freiwilligen mehr die hier dienten.

Warum hat er wohl so lange gezögert mit seinem Bekenntnis? Vor Jahren, ja sogar Monaten noch, wäre er in den Medien verpöhnt worden, hätte wahrscheinlich jede Reputation verloren. Seine berufliche Karriere wäre spätestens nach einem Auftritt bei Vorsicht-Friedmann zerstört gewesen. Das "Gewissen der Anständigen" hätte sich bestimmt geregt.

Bleibt trotzdem abzuwarten ob sich die "Öffentlichkeit" nicht wie in guter bundesdeutscher Tradition zu einer Anti-Nazi-Demo entschliesst, um sein Haus eine Lichterkette bildet und seine Bücher mit anderer Nazi-Literatur verbrennt.
Ironie Ende.
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12.08.2006 10:58 Uhr von johagle
 
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Generalstreik: <<<In die Wehrmacht wurden junge Leute eingezogen, egal welche politische Anschauung sie hatten. >>>

In die Wehrmacht, ja... in die Waffen-SS, nein!

Sollte dir eigentlich klar sein, das man in einer Eliteeinheit nur Leute gebrauchen kann, die von „ihrer Sache“ überzeugt sind! Hat nix mit „freiwillig“ zu tun, aber mit Linientreue!
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12.08.2006 11:13 Uhr von Der Erleuchter
 
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Da biegen sich einige wieder ihr Weltbild zurecht! Nur weil der Mann sich einen Namen gemacht hat ist er ja besser als andere die auch in der Waffen-SS waren.
Grass war eben nicht nur ein Mitläufer wie viele andere in dieser Zeit - nein, er hat sich ganz bewußt dafür entschieden. Mit 17 war er reif genug sich für eine Elite-Einheit zu melden, heute soll er plötzlich ein bisschen naiv gewesen sein? und bereuen tut ers ja auch....
Woher nehmen manche Leute hier ihre Weisheit, dass dies bereits seit 1946 bekannt war?
Deutschlands Moralisten sollten sich lieber erstmal ihrer eigenen Schuld bewußt werden... Unser ehemaliger Obermoralist von Weizäcker hatte ja auch als Offizier gedient - vielleicht ist es die persönliche Schuld, die sie zu solchen Kämpfern der Moral gemacht hat?
Ich schäme mich für Grass !
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12.08.2006 11:21 Uhr von Borgir
 
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@johagle: am Anfang war das vielleicht so, dass man Wert auf "arisches Aussehen", Kampferfahrung und Linientreue gelegt hat. Aber das "arische Material" ist irgendwann "verbraucht" gewesen und ab 1944 waren auch polnische Soldaten in der Waffen-SS.
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12.08.2006 11:50 Uhr von johagle
 
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nicht nur polnische sondern auch ungarische...aber immer freiwillig! Hier gehts auch nicht um "Arier", sondern um Linientreue! Wer nicht hinter der Sache steht ist unbrauchbar für eine Eliteeinheit!
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12.08.2006 12:07 Uhr von Teppichratte
 
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Uff: ne Menge guter Menschen hier mit dem erhobenen Zeigefinger. Mich würde wirklich mal interessieren, wie viele von euch damals genau so mit hochgerissenem Arm hinterhergedackelt wärt, wird man aber nie erfahren, von daher ist natürlich gut moralisieren.
Interessant find ich dabei, wie viele heut schon wieder, zum Beispiel Nachrichten über angeblich geplante Terroranschläge, kritiklos, ohne zu hinterfragen, fressen und weiterplappern. Die da oben sagen das so, also wird das auch so sein.
Ach wie gerne mal wieder mit dem Finger auf bestimmte Bevölkerungsgruppen gezeigt wird um zu sagen, die haben schuld.
Das kommt mir alles bekannt vor, aber ist natürlich ganz was anderes, ja ja.
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12.08.2006 12:26 Uhr von sternthaler
 
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In seiner Autobiografie: schildert der Literaturnobelpreisträger seine Kindheit in Danzig, Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft sowie seine Anfänge als Künstler im Nachkriegsdeutschland.

Außerdem berichtet Grass in dem Buch und in dem FAZ-Interview auch über seine Bekanntschaft mit dem heutigen Papst, der wie Grass als Kriegsgefangener im bayerischen Bad Aibling interniert war.

Die Startauflage des Buches beträgt nach Angaben des Steidl Verlags 150 000 Exemplare.

http://www.zeit.de/...



Es ist eine zeitgeschichtliche Pointe, wie kein Romanschriftsteller sie sich ausdenken könnte, daß die große Nachkriegserzählung der Deutschen von Schuld und Scham, die Galerie der Täter, der Verstrickten und Mitläufer, jetzt - denn es ist jetzt wohl das Ende - mit Günter Grass und seinem Eingeständnis endet.
Grass ist der letzte, der sagt: Ich habe zu lange geschwiegen.
Und: Es hat mich belastet. Grass!

Die erklärende Stimme fehlte

Im Licht dieser Selbstoffenbarung werden Kritiker und Germanisten das Leben des oft beneidenswert selbstgewissen, das Schaffen des oft genialen Mannes einer behutsamen Revision unterziehen.

Noch im Gespräch mit der F.A.Z. beklagt er das Fehlen von „Bewältigung“ und ist nun doch selbst zum Symbol der Schwierigkeiten solcher Bewältigung geworden.

http://www.faz.net/...~E405E110A92BE45B7A76B55CF4698239D~ATpl~Ecommon~Scontent.html



Allerdings sei es nicht leicht gewesen, damals einem jungen Menschen klarzumachen, wie gefährlich die Nazis waren. „Man vergisst ja leicht, wie geschickt und modern die Hitler-Jugend und das Jungvolk als Vorstufe aufgezogen waren.

Hitlers Satz ,Jugend muss von Jugend geführt werden’ war ungeheuer wirkungsvoll", sagte er und fügte hinzu: „Mein Fähnleinführer war ein prima Kerl, und wir kamen uns viel besser vor als diese Parteiburschen. So fühlten und dachten damals viele."

http://www.sueddeutsche.de/...
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12.08.2006 12:28 Uhr von Mitmirnicht
 
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@Johagle: Da liegst du falsch!
Vor Kriegsende wurden sogar ganze Batallione von Franzosen in die WaffenSS verpflichtet.
Davon haben sich viele frz.Offiziere distanziert und sich geweigert.Diese Offiziere wurden hingerichtet,der Rest ging wurde in Einheiten der SS überstellt.
Auch die Elitereiterstaffel der SS hatte eine Sonderstellung und ist nie zum Kampfeinsatz gekommen.

Ich kann dir gerne die Quellen raussuchen,wenn du möchtest.
Du kannst das aber auch sehr schnell im Inet selbst rausfinden

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