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Bundesdatenschutzbeauftragter warnt vor Massengentest-Routine

Massengentests dürfen nach Ansicht des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar nicht routinemäßig bei der Aufklärung von Straftaten eingesetzt werden. Schaar wörtlich: "Ich rate zu einem sehr sensiblen Umgang bei diesen Massenverfahren".

Weiter sagte der Bundesdatenschutzbeauftragte in der Berliner Zeitung: "Auf keinen Fall darf ein Massengentest, bei dem sehr viele völlig Unschuldige einbezogen werden, eine Standardmaßnahme der Polizei werden."

Keine Einwände hat Schaar dagegen im aktuellen Fall in Sachsen, weil dieser Massengentest unter anderem mit dem sächsischen Datenschutzbeauftragen abgestimmt sei, nur sollten nicht "alle männlichen Einwohner Sachsens einen Gentest machen" müssen.


WebReporter: Tira2
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Masse
Quelle: www.berlinonline.de

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24 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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31.07.2006 10:00 Uhr von Tira2
 
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Schaars Kritik ist viel zu harmlos, meiner Meinung nach sollten Massengentests ganz verboten werden, ein solcher Test sollte nur erlaubt werden, wenn ein ganz konkreter Tatverdacht gegen eine Person besteht, keinesfalls darf sich eine solche Aktion auf Einwohner eines ganzen Gebietes erstrecken.
Die Aktion in Coswig ist vor 2 Wo. übrigens auf einer sehr positive Resonanz bei der männlichen Bevölkerung gestoßen, viele haben sich „gern“ testen lassen. Dazu kann ich nur sagen: alles dämliche Deppen
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31.07.2006 10:07 Uhr von summertime
 
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alle schön in einer Datenbank und dann ein paar Computerfehler und Manipulation und dann will ich mal sehen wie ein Unschuldiger beweist das es sich um einen Computerfehler oder Hacker handelt ... lol. Er weiß ja nicht mal wie seine Gendaten aussehen. Das wird noch lustig ... von wegen wenn ich unschuldig bin kann mir doch nichts passieren. Sieht man ja tagtäglich auf der Welt das es eben nicht so ist ;) Gab schon genug Unschuldige die auch eingesperrt wurden.
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31.07.2006 10:15 Uhr von sempervivum
 
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Freiwillig und doch unfreiwillig: Aus dem Artikel geht nicht hervor, dass die Teilnahme an solchen Massengentests per Gesetz nur auf freiwilliger Basis geschehen kann.

Dennoch stehen solche Massengetests unter Kritik. Zum einen ist nur eine scheinbare Freiwilligkeit gegeben. Es liegen mehrere Dokumentierte Fälle vor, in denen zu testende Personen dem Test nicht zugestimmt haben und sich dann Repressionen der Polizei ausgesetzt sahen. Das ging sogar soweit, dass diese zu Verdächtigen erklärt und Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden. Der Gentest wurde dann per richterlicher Verfügung unter Androhung von Gewalt durchgeführt.

Zum anderen gibt es einen wesentlich fundamentaleren Kritikpunkt: Massengentests sind ein Schritt zur Abkehr der Unschuldsvermutung. Nicht mehr die Staatsanwaltschaft muss die Schuld nachweisen, die zu Testenden weisen ihre Unschuld per Genabgabe nach. Hier besteht die Gefahr, dass einerseits eine schleichende Gewöhnung an die Beweislastumkehr erreicht werden soll. Vor allem mit Hinblick auf die Forderungen vieler Politiker aller Fraktionen, die polizeilichen Gendatenbanken mit den Genproben der gesamten Bevlkerung zu füllen. D.h. bei Geburt wird gleich genetisch registriert.
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31.07.2006 11:08 Uhr von blazebalg
 
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ich würde mich niemals testen lassen. sollen sie mich ganz am ende von mir aus zwingen, sollen sie ersmal versuchen ;) aber freiwillig kriegt nur meine frau meine gene.

wenn der staat sich noch mehr erlaubt, werd ich nachm studium hier weggehen, wie viele. man kann sich auch selber schneiden ;)
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31.07.2006 12:23 Uhr von summertime
 
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@semper: so habe ich das auch noch nicht gesehen ... umgekehrte Beweislage, hast schon Recht. Auch ein interessanter Punkt.
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31.07.2006 12:24 Uhr von India.Arie
 
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Es ist zwar richtig, dass sich diese Gentests nicht über ganze Bundesländer ausweiten dürfen. Allerdings finde ich es auch richtig, sie durchzuführen. Wenn man sich mal überlegt, wieviele Straftaten damit aufgeklärt werden können, haben hier die positiven Effekte eindeutig Vorrang vor den negativen.

Man muss sich nur mal vorstellen:
"Nach Schätzungen des Bundeskriminalamtes werden in Deutschland jährlich 200000 bis 300000 Kinder sexuell missbraucht. Es werden jährlich zwischen 11.000 bis 13.000 Vergewaltigungen angezeigt - die Dunkelziffer wird von ExpertInnen um ein Vielfaches höher geschätzt."
(Quelle: http://www.frauennotrufe.de/...)

Wenn der Vergewaltiger nur die kleinsten Spuren an seinem Opfer hinterlässt, ist die Polizei in der Lage, ihn mit 99,9999 %iger Sicherheit festzustellen, wenn er unter den Getesteten ist.

Ich habe selbst eine Freundin, die vergewaltigt wurde ... 2 mal. Den ersten konnte sie hinter Gitter bringen, den zweiten nicht. Hätte es damals aber schon diesen Gentest gegeben, hätte der zweite auch verurteilt werden können.
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31.07.2006 12:28 Uhr von firestormtiger
 
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@ all: Macht euch mal schlau was dort überhaupt getestet wird ihr Nasen. Dort wird doch nicht das ganze Genom aufgenommen sondern nur Microsat´s und dergleichen. Das sind kurze, nicht codierende Bereiche die sehr individuell ausgeprägt sind. Eine ganze, verwertbare Sequenz eines Menschen zu bekommen dauert Jahre. Das HUGO-Projekt bracht für die Mustersequenzierung mit Hightech Jahre -- und 1 Milliarde $...

Und Leute die an sowas teilnehem als "Deppen" zu bezeichnen ist ganz übel; immerhin erhöht dies den Druck auf mögliche Täterkreise. Insbesondere bei Sexualstraftätern die meist aus dem Umfeld kommen.
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31.07.2006 12:29 Uhr von HolyLord99
 
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India: Ich widerspreche dir, dass damit auch nur eine Vergewaltigung oder ein sexueller Missbrauch verhindert werden können.
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31.07.2006 12:52 Uhr von India.Arie
 
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@ HolyLord99: Wer hat von verhindern gesprochen? Ich habe über die Aufklärung solcher Taten geredet.
Verhindern kann man sie meiner Meinung gar nicht, zumindest nicht durch solche Maßnahmen. Dazu müssten schon die Menschen im Umfeld der Opfer ihre Augen besser aufmachen. Wenn ich sehe, dass eine Freundin von mir Probleme hat oder angegangen wird, dann unternehme ich was und schaue nicht weg, aus Angst mir Feinde zu machen oder vielleicht einen Unschuldigen zu verdächtigen. Lieber das, als nichts tun. Wobei die Zeichen, wenn man die Augen auf macht, doch recht eindeutig sind und seltenst Unschuldige verdächtigt werden.
(Jaja, jetzt werd ich wieder mit Kritik überhäuft. Aber bitte schaut euch vorher die Statistik an, ja?)

Ich denke einfach, dass es den Opfern hilft, wenn der Schuldige dafür zur Verantwortung gezogen und verurteilt wird. Das ist ganz wichtig! Zumindest das haben sie verdient, wenn man schon nichts rückgängig machen kann.
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31.07.2006 13:10 Uhr von shadow#
 
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@India.Arie, firestormtiger: Ich nehme mir sehr wohl heraus, all die die freiwillig an solchen Tests teilnehmen als Deppen zu bezeichnen.
Schließlich treten sie due unschuldsvermutung, einen der fundamentalen Grundsätze unseres Rechtssystems, mit Füßen.
Uch wenn die Sache noch so edel erscheinen muss, um Freiheiten, die sich unsere Gesellschaft in tausenden Jahren aufgebaut hat, mal eben ohne drüber nachzudenken, freiwillig aufzugeben, muss man ziemlich hohl in der Birne sein.
Freiheit hat immer ihren Preis. Und wenn dafür eine Hand voll Morde und Vergewaltigungen mehr unaufgeklärt bleiben, bin ich gerne bereit ihn zu zahlen.
Jeder der das anders sieht kann gerne in einen totalitären Staat auswandern, soll aber doch bitte aufhören in Deutschland einen herbeizureden...
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31.07.2006 14:16 Uhr von the_smile
 
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Bedenklich: wie weit die Akzeptanz solcher Verfahrensweisen bereits vorangekommen ist. Ich würde einen solchen ´freiwilligen´ Massentest rigeros ablehnen. Wie schon gesagt es kann nicht sein das reihenweise unschuldige Personen getestet werden um einen Schuldigen zu finden (der dann ja auch freiwillig so einen Test macht jaja). Der Ankläger steht in der Beweislast nicht umgekehrt. Und wer glaubt die gesammelten Daten würden wieder vernichtet der liegt falsch da bin ich mir sicher, für einen Staat gibt es nichts wertvolleres als das: Informationen jeder Art über seine Bürger. Und wer hier von den Vorteilen dieser Gendatenbanken spricht sollte auch nicht die Gefahren solcher ausser Acht lassen, z.B. wenn ein Verbrecher gestohlenes fremdes Genmaterial am Tatort zurücklassen würde. Wenn auch nur ein Unschuldiger aufgrund dessen verurteilt würde macht das für mich die gesamten Vorteile zunichte.

Und wer wieder sagt er hat ja nichts zu befürchten weil er nichts getan hat tut mir leid.
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31.07.2006 14:18 Uhr von sempervivum
 
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@summertime: Diese rechtsstaatliche Problematik spricht der "Grundrechtereport 2006" der Humanistischen Union an. Die Lektüre kann man empfehlen.
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31.07.2006 14:29 Uhr von sempervivum
 
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@India: Du hast geschrieben: "Nach Schätzungen des Bundeskriminalamtes werden in Deutschland jährlich 200000 bis 300000 Kinder sexuell missbraucht. Es werden jährlich zwischen 11.000 bis 13.000 Vergewaltigungen angezeigt - die Dunkelziffer wird von ExpertInnen um ein Vielfaches höher geschätzt."

Zunächst einmal stimmt die Aussage nicht, dass das Bundeskriminalamt eine solche Aussage getätigt hat. Urheber dieser Aussage waren die feministischen Autorinnen Kavemann und Lohstöter. Die beiden nahmen die etwa 16.000 Anzeigen wegen sexuellen Kindesmissbrauchs als Grundlage und multiplizierten sie mit einer Dunkelziffer von 18-20, die sie angeblich vom BKA hatten. Nur handelt es sich um 16.000 Anzeigen und nicht Verurteilungen (die liegen bei 2.200) womit die Autorinnen erst einmal passend zum Thema die Unschuldsvermutung außer Kraft gesetzt haben. Und schlimmer noch: das BKA machte die beiden Autorinnen sowohl auf den Rechenfehler aufmerksam als auch darauf, dass der Faktor niemals vom BKA angegeben wurde. Man sollte meinen, das hätten sich die Damen zu Herzen genommen. Im Gegenteil: sie publizierten weiter ihre falschen Zahlen.

Diese Zahlen zeigen allenfalls, dass das Thema mittlerweile maßlos hysterisiert ist. Zum Leidwesen unserer rechtsstaatlichen Grundordnung sowie unserer Kinder.
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31.07.2006 14:53 Uhr von Rhicey
 
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@Tira2: Rechtlich gesehen müssen die Ergebnisse tatsächlich nach Erhebung vernichtet werden (nicht der positive Treffer, versteht sich). Natürlich gibt es hier extremes Missbrauchspotential, allerdings muss man das durch scharfe Datenschutzvorkehrungen bekämpfen. Deswegen werden die Proben ja mehrfach anonymisiert und ausgewertet.

Ich sehe die Erhebungen selber ziemlich kritisch, aber in der Diskussion sollte man auch auch die positiven Aspekte mitberücksichtigen:

Schwerste Straftaten können dadurch aufgeklärt werden, und die Wahrscheinlichkeit einer Falschverurteilung ist sehr viel geringer (da die Tat eindeutiger einem Täter zuzuordnen ist).

Was aber bedeutet, dass eine solche Maßnahme nur eben bei schwersten Straftaten verhältnismäßig und auch dort nur als Ausnahme, d.h. nicht als Standardmaßnahme eingesetzt werden sollte.
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31.07.2006 15:13 Uhr von India.Arie
 
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Ich kann euch nicht verstehen: Einige Vorredner haben geschrieben, dass bei einem solchen Gentest nur spezifische Daten erfasst werden. Die gesamte DNA eines Menschen wird nicht erfasst. Ob das zutreffend ist oder nicht, weiß ich nicht (ich bitte um eine Quelle). Aber gehen wir mal davon aus, das dem so ist. Wie könnt ihr von "Betroffenen" sprechen, wenn ihr die Teilnehmer eines solchen Tests meint? Wer sich nichts vorzuwerfen hat, der muss doch auch keine Angst haben. Und auf der anderen Seite: was denkt ihr denn, würde mit den Daten passieren? Selbst wenn sie gespeichert werden würden, wie könnte euch (ich sprech jetzt mal die Männer an) das schaden?

@ sempervivum
Mag sein, dass die Daten nicht hundertprozentig korrekt sind. Aber wer will die korrekte Zahl auch wissen, wenn wir doch hier von dem Begriff "Dunkelziffer" reden. Dieser Begriff impliziert doch, dass die tatsächliche Zahl nicht bekannt ist und nur geschätzt werden kann. Und jeder schätzt anders.
Aber du willst bestätigte Zahlen? Bitteschön:
"2005 wurden insgesamt 13.962 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern (§§ 176, 176a,
176b StGB) erfasst"
Und diesmal ist die Quelle das BKA.
Das sind fast 14000 Menschen, die nachhaltigt in ihrer Lebensquelität eingeschränkt werden... die vielleicht nie eine glückliche Beziehung führen können oder zumindest Verständnis von ihrem Partner erwarten müssen. Das ist eine große Last, die man ihm/ihr da aufbürden muss. Und da sprech ich aus Erfahrung (auch wenn ich nicht "vergewaltigt" wurde ... aber es reicht auch so).

Es kann NIE genug über dieses Thema gesprochen werden. Und man darf nie, begründet auf irgendwelche Zahlen, verdrängen, dass TAUSENDE male im Jahr Frauen und Kinder zum Opfer werden. Und weil dem so ist, hat jeder von uns die Pflicht, etwas dagegen zu tun! Und sei es nur, zu so einem dämlichen Test zu gehen und sich etwas Speichel aus dem Mund entnehmen zu lassen! Je mehr Männer teilnehmen, umso größer ist der gesellschaftliche Druck auf den Schuldigen. Geht er nicht, wird er verdächtig. Natürlich auch andere, die sich, wie einige hier, weigern würden. Aber das ist ein kleiner Preis, den ihr da zahlen müsst, im Gegensatz zu den Opfern! Macht euch das mal bewusst! Und vergesst bloß nie: wenn es eure Frau, eurer Tochte oder eure Mutter wäre, dann würdet ihr hoffen und beten, dass der Schuldige gefasst wird. Und wenn dies nur (das heißt in diesem Fall ... gibt ja auch eindeutige) durch so einen Gentest möglich ist, dann ist das eben so.

"Zum Leidwesen unserer rechtsstaatlichen Grundordnung sowie unserer Kinder"
So??? Das erklär mir doch mal bitte! Kinder werden dadurch geschützt. Vergewaltigte Kinder begreifen trotz ihres Leides, dass es Recht und Ordnung gibt, wenn der Schuldige verurteilt wird. "Zum Leidwesen unserer Kinder" ... ich glaub es nicht!
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31.07.2006 15:55 Uhr von sempervivum
 
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@India: >>Wer sich nichts vorzuwerfen hat, der muss doch auch keine Angst haben.<<

Das ist das Standard-Argument, das herangezogen wird, wenn es um die Beschneidung der Bürgerrechte geht. Es geht nicht um eine nicht existierende Angst, sondern darum, dass Rechte eines Brügers beschnitten werden, ohne dass etwas gegen ihn vorliegt. Er selbst wird also aktiv, um seine Unschuld zu beweisen.

>>Selbst wenn sie gespeichert werden würden, wie könnte euch (ich sprech jetzt mal die Männer an) das schaden?<<

Hierzu hat sich das BVerfG klar geäußert: Gentests verletzen das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung. Ein staatlicher Eingriff in dieses Grundrecht bedarf somit gewichtiger Gründe.

>>Mag sein, dass die Daten nicht hundertprozentig korrekt sind.<<

Das ist so nicht korrekt. Diese Daten sind in zweifacher Hinsicht grundfalsch und wurden vorsätzlich verbreitet.

>>>Aber wer will die korrekte Zahl auch wissen, wenn wir doch hier von dem Begriff "Dunkelziffer" reden.<<<

Wenn man sie nicht wissen kann, dann kann man sie auch nicht verbreiten. Dennoch tun das einige.

>>>Aber du willst bestätigte Zahlen? [...] "2005 wurden insgesamt 13.962 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern (§§ 176, 176a,
176b StGB) erfasst"
Und diesmal ist die Quelle das BKA.
Das sind fast 14000 Menschen, die nachhaltigt in ihrer Lebensquelität eingeschränkt werden... "<<<

Anscheinend mangelt es dir an Lesekompetenz. Das BKA erfasst nicht die tatsächlichen Missbrauchsfälle, sondern nur die angezeigten. Pro Jahr gibt es nämlich nur ca. 2.400 Verurteilungen. Nach deiner Argumentation gilt die Unschuldsvermutung nicht: eine angezeigte setzt du mit einer begangenen Tat gleich.

Und dass nach heutiger Definition sogenannter sexueller Missbrauch jemand nachhaltig in seiner Lebensqualität beeinträchtigt wird, ist auch nicht nachvollziehbar. Sexuelle Beziehungen zwischen 13-jährigen und anderen 13- oder 15-jährigen gelten auch als Missbrauch. Auch wenn es von beiden geollt war und sie nur gefummelt haben. Du willst mir doch wohl nicht sagen, dass die nie wieder glücklich sein können?

>>Und weil dem so ist, hat jeder von uns die Pflicht, etwas dagegen zu tun! Und sei es nur, zu so einem dämlichen Test zu gehen und sich etwas Speichel aus dem Mund entnehmen zu lassen!<<

Ich denke, dass ich die moralische Pflicht nicht habe, Gendaten von mir irgendjemand zu übergeben, weil ein ANDERER ein Kind vergewaltigt hat.

>>Geht er nicht, wird er verdächtig. Natürlich auch andere, die sich, wie einige hier, weigern würden.<<

Richtig. Genau das ist die Abkehr von der Unschuldsvermutung.

>>Aber das ist ein kleiner Preis, den ihr da zahlen müsst, im Gegensatz zu den Opfern!<<

Nein. Der Preis, der hier gezahlt wird, ist auf ein Stück Rechtsstaat zu verzichten. Und dieser Preis ist zu hoch.

>>So??? Das erklär mir doch mal bitte! Kinder werden dadurch geschützt.<<

Nein. Durch Gentests wird nur eine bereits begangene Tat aufgeklärt aber nicht ungeschehen gemacht. Für unsere Kinder tut mir das leid, wenn sie in einer Zukunft leben müssen, in der sie für Liebesbeziehungen verfolgt und zur genetischen Registrierung gerufen werden. Diesem Totalitarismus möchte ich mich nicht anschließen.
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31.07.2006 16:55 Uhr von India.Arie
 
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@ tira @ sempervivum: @ tira

"ALLE sind erst einmal verdächtig und müssen durch die Abgabe eines Speicheltests ihre Unschuld nachweisen."
... Man kann natürlich alles von zwei Seiten betrachten. In Deutschland gilt ganz klar: Man ist solange unschludig, bis die Schuld nachgewiesen wird. Und selbst wenn man verdächtigt wird, ist man immernoch unschuldig. Dem Verdächtigen die Schuld nachzuweisen funktioniert aber nur über einen Gentest, wenn das Opfer zur Identifizierung nicht in der Lage ist. Oder hast du eine bessere Alternative?

"Im übrigen finde ich die Vergewaltigung von minderjährigen Mädchen keine besonders schlimme Straftat, da die Allgemeinheit nicht geschädigt wird."
... Du hast doch nen Schaden!!! Dann sind Morde (die ja noch viel seltener vorkommen) also auch keine schwere Straftat, weil nicht die Allgemeinheit sondern "nur" Einzelpersonen geschädigt werden, oder was??? Denk mal nach, bevor du so nen Sch*** schreibst, sonst könnte ganz schnell ein falscher Eindruck entstehen. Und darüber müsstest du dich nicht mal wundern, denn du fördest das ja mit solchen menschenverachtenden Aussagen.

"es könnte dann detailliert nachverfolgt werden, wann ich mich wo aufgehalten habe, das wäre dann eine totale Überwachung"
... Im Normalfall interessiert das kein Aas, wo du dich aufhältst, wenn dir nichts vorgeworfen wird. Du bist nicht der Mittelpunkt der Welt. Paranoia, oder was?


@ sempervivum

"Ein staatlicher Eingriff in dieses Grundrecht bedarf somit gewichtiger Gründe"
... Du hättest mal das komplette Urteil lesen sollen. Eine Vergewaltigung oder ein Mord wird somit vom BVerfG als "gewichtiger" Grund eingestuft, denn zur Aufklärung solcher Straftaten sind Gentests als Mittel zur Täterbestimmung anerkannt. Sonst hätten sie Gentests verboten. Haben sie aber nicht.

">>>Aber wer will die korrekte Zahl auch wissen, wenn wir doch hier von dem Begriff "Dunkelziffer" reden.<<<
Wenn man sie nicht wissen kann, dann kann man sie auch nicht verbreiten. Dennoch tun das einige."
... Es ist auch nötig, derartige Zahlen zu verbreiten. Sonst würde man sich ja nur auf die angezeigten Fälle berufen und das ist, wie wir ALLE wissen, nur ein Bruchteil der tatsächlichen Fälle (wieviele auch immer es sind). Diese Zahlen dienen dazu, den Menschen vor Augen zu führen, dass Vergewaltigungen jeden Tag geschehen und dass fast jeder einen Menschen in seinem Umfeld hat, der mindestens sexuell belästigt wurde. Kannst ja mal rumfragen.

"Das BKA erfasst nicht die tatsächlichen Missbrauchsfälle, sondern nur die angezeigten. Pro Jahr gibt es nämlich nur ca. 2.400 Verurteilungen."
... Und ist das nicht schrecklich?!?! Ich meine, es gibt unzählige Vergewaltiger, die frei rum laufen, weil ihnen nichts nachgewiesen werden konnte (sie das Ars******, dass meine Freundin vergewaltigt hat).

"Und dass nach heutiger Definition sogenannter sexueller Missbrauch jemand nachhaltig in seiner Lebensqualität beeinträchtigt wird, ist auch nicht nachvollziehbar. Sexuelle Beziehungen zwischen 13-jährigen und anderen 13- oder 15-jährigen gelten auch als Missbrauch. Auch wenn es von beiden geollt war und sie nur gefummelt haben. Du willst mir doch wohl nicht sagen, dass die nie wieder glücklich sein können?"
... Bitte wie? Was hat denn eine freiwillige Beziehung zwischen zwei Jugendlichen (oder einem Jugendlichen und einem Erwachsenen) mit ERZWUNGENEN sexuellen Handlungen zu tun?! Dieser Vergleich ist ja wohl mehr als schlecht ... und herablassend noch dazu. Mag sein, dass die Definition ähnlich ist, aber das Strafmaß ist völlig unterschiedlich.

"Ich denke, dass ich die moralische Pflicht nicht habe, Gendaten von mir irgendjemand zu übergeben, weil ein ANDERER ein Kind vergewaltigt hat."
... Dir sollte es in erster Linie verdammt nochmal nicht um dich gehen, sondern um das Kind!!!! Wie egoistisch und herzlos bist du eigentlich?

"Für unsere Kinder tut mir das leid, wenn sie in einer Zukunft leben müssen, in der sie für Liebesbeziehungen verfolgt und zur genetischen Registrierung gerufen werden."
... Und die in einer Welt aufwachsen, in der es wesentlich weniger Gewaltverbrechen gibt, als zur jetzigen Zeit. Die Zahlen für z.B. Missbräuche und Morde sind nämlich rückläufig. Und das haben wir nichts zuletzt auch den Gentests zu verdanken.

"Diesem Totalitarismus möchte ich mich nicht anschließen."
... Dann mach´s wie ich und bekomm einfach keine Kinder! Dann musst du dir auch keine Sorgen um sie machen, dass ihnen was passieren könnte und musst dich damit nicht belasten, du armer Mensch!


Fazit:
Nennt mir eine gleichwertige Alternative zu Gentests und ich bin zufrieden.
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31.07.2006 17:44 Uhr von sempervivum
 
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Eiferei: >>>Eine Vergewaltigung oder ein Mord wird somit vom BVerfG als "gewichtiger" Grund eingestuft, denn zur Aufklärung solcher Straftaten sind Gentests als Mittel zur Täterbestimmung anerkannt.<<<

Darum geht es hier nicht. Es geht um Massengentests bei nicht Tatverdächtigen und inwiefern daran Kritik geübt werden kann. Du hast das völlig falsch verstanden.

>>>Es ist auch nötig, derartige [falsche] Zahlen zu verbreiten.<<<

Nein. Es gibt keine Rechtfertigung für die Verbreitung falscher Informationen. Das machen nur Fanatiker, die glauben, der Kampf für das Gute (tm) rechtfertigt alles.

>>>...dass fast jeder einen Menschen in seinem Umfeld hat, der mindestens sexuell belästigt wurde. Kannst ja mal rumfragen.<<<

Habe ich. Zwei von zwanzig berichteten von sexueller Belästigung, keine(r) von sexuellem Missbrauch.

>>>Und ist das nicht schrecklich?!?! Ich meine, es gibt unzählige Vergewaltiger, die frei rum laufen, weil ihnen nichts nachgewiesen werden konnte<<<

Zum dritten Mal lässt du die Unschuldsvermutung nicht gelten und machst aus Tatverdächtigen überführte Verbrecher. Zu deiner Information: der krasse Faktor, dass etwa 7 Mal mehr Personen verdächtigt als verurteilt werden, liegt u.A. an der hohen Zahl von Falschanschuldigungen - vornehmlich durch Frauen. Weiters: die Fallzahlen betreffen sogenannten Kindesmissbrauch und nicht Vergewaltigung.

>>>Bitte wie? Was hat denn eine freiwillige Beziehung zwischen zwei Jugendlichen (oder einem Jugendlichen und einem Erwachsenen) mit ERZWUNGENEN sexuellen Handlungen zu tun?!<<<

Das frage ich mich auch, aber laut Gesetz ist das ebenso sexueller Missbrauch. Diese Fälle machen etwa 20% der "Tat"verdächtigen aus (deine Quelle).

>>>Dir sollte es in erster Linie verdammt nochmal nicht um dich gehen, sondern um das Kind!!!! Wie egoistisch und herzlos bist du eigentlich?<<<

Mir geht es in erster Linie um meine Kinder: dass sie in einer Welt aufwachsen können, in der es noch einen Rechtsstaat gibt. Inklusive Unschuldsvermutung, die du anscheinend in manchen Bereichen nicht gelten lassen willst.

>>>Und die in einer Welt aufwachsen, in der es wesentlich weniger Gewaltverbrechen gibt, als zur jetzigen Zeit. Die Zahlen für z.B. Missbräuche und Morde sind nämlich rückläufig. Und das haben wir nichts zuletzt auch den Gentests zu verdanken.<<<

Nein, das ist ein Trugschluss. Gentests können nur Straftaten aufklären aber nicht ungeschehen machen. Und bei sexuellem Missbrauch, der meist in der Familie geschieht, ist der Gentest nahezu nutzlos.

Die Häufigkeit der Sexualstraftaten begann mit Ausgang der 1970er Jahre massiv einzubrechen. Damals gab es noch keine Gentests. Folge des Rückgangs war eine durch die sexuelle Liberalisierung hervorgerufene Entkrampfung der Sexualität was weniger sexuell Gestörte hervorbrachte.

>>>Dann mach´s wie ich und bekomm einfach keine Kinder! Dann musst du dir auch keine Sorgen um sie machen, dass ihnen was passieren könnte und musst dich damit nicht belasten, du armer Mensch!<<<

Ich habe den Eindruck, dass ich meine Kinder eher vor Leuten wie dir schützen muss, die in scheinbar gerechter Eiferei Rechtsprinzipien zersetzen wollen.
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31.07.2006 18:27 Uhr von India.Arie
 
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AW - tira: @ tira

Du DENKST vielleicht, dass ich nicht verstanden habe. Das habe ich aber sehr wohl. Ich kann eure Meinung und Einwände voll und ganz nachvollziehen... jedes Datail... nur ist das nicht meine Meinung. Diese versuche ich hier zu äußern und eurer gegenüber zu stellen. Denn das ist der Sinn von Diskussionen, über die Meinung des anderen nachzudenken und Gegenargumente zu bringen.

"Wird ein Massengentest durchgeführt, sind ALLE verdächtig, auch wenn das die Ermittlungsbehörden so nicht formulieren, aber genau so ist es."
... Genau richtig. Erstmal sind alle verdächtig, solange bis sich gegen einen der Verdacht erhärtet bzw. die anderen die Bestätigung bekommen, unschuldig zu sein. Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen "verdächtig" und "schuldig". Den begreife ich, nur du anscheinend nicht. So wie du anscheinend auch nicht begreifst...

">"Dann sind Morde (die ja noch viel seltener vorkommen) also auch keine schwere Straftat, weil nicht die Allgemeinheit sondern "nur" Einzelpersonen geschädigt werden, oder was???<"
Völlig korrekt. Ich finde z.B. Steuerhinterziehung schlimmer, als Mord, weil dadurch dem Staat, also der Allgemeinheit unberechtigt Mittel entzogen werden und alle geschädigt werden.
Ähnlich ist es z.B. bei Kaufhausdiebstahl, denn der Händler legt die Verluste auf die Preise um und alle müssen mehr bezahlen.

... dass das Leben eines Menschen mehr wert ist als alles Geld auf der Welt. Echt, ich würde mich an deiner Stelle in Grund und Boden schämen, sowas auch nur zu denken. Das ist doch einfach nur verrückt; total unnormal. Kapitalist zu sein ist die eine Sache, aber Kapitalist UND Menschenverachter ... das ist eine ganz andere Liga. DU hast echt Probleme. Und ich denke, dass mindestens 85 Prozent der SSN-User, die unsere Konversation hier lesen, das genauso sehen.

"Und wenn mir nun doch mal was vorgeworfen wird, ohne dass ich mit der Tat was zu tun habe, aber meine DNA am Tatort eines Verbrechens gefunden wird?"
... Dann bist du genauso VERDÄCHTIG (nicht schuldig), wie alle anderen, deren DNA dort gefunden wurde. Sollte man nur deine DNA finden, bist du aber immernoch nicht schuldig. Denn allein darauf basierend kann kein Urteil gefällt werden. Also hast du im Grund zu 99% nichts zu befürchten ... es sei denn, du hast es getan.

Man könnte von dir wirklich den Eindruck erlangen, du würdest ohne mit der Wimper zu zucken jemanden umnieten, wenn du an sein Geld willst. Ich würd aufpassen, was ich sage.
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31.07.2006 18:27 Uhr von India.Arie
 
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AW - sempervivum: @ sempervivum

"Darum geht es hier nicht. Es geht um Massengentests bei nicht Tatverdächtigen und inwiefern daran Kritik geübt werden kann. Du hast das völlig falsch verstanden."
... Wie ich schon gesagt habe, ich verstehe genau, was ihr meint. Da ich aber anderer Meinung bin, vertrete ich die natürlich. Logisch, oder? Das solltet ihr auch so langsam mal in eure Köpfe rein kriegen.

"Nein. Es gibt keine Rechtfertigung für die Verbreitung falscher Informationen. Das machen nur Fanatiker, die glauben, der Kampf für das Gute (tm) rechtfertigt alles."
... So wie du glaubst, der Kampf für deine angebliche Freiheit rechtfertigt alles, ja?
Du bist auch ohne Gentests nicht frei. Das ist so gut wie keiner von uns. Tja ja, so sieht´s aus. Kämpf lieber für eine Sache, die dir wirklich größere Freiheit sichert und nicht gegen Gentests, die du zu 95% nie in deinem Leben machen werden musst.

"Habe ich. Zwei von zwanzig berichteten von sexueller Belästigung, keine(r) von sexuellem Missbrauch."
Oh, na sowas, 2 von 20... also jeder zehnte. Ist nicht wenig, oder? Selbst wenn die nicht missbraucht wurden, sind das schon zu viele, oder nicht?

"Zum dritten Mal lässt du die Unschuldsvermutung nicht gelten und machst aus Tatverdächtigen überführte Verbrecher"
... Ich sage es jetzt zum dritten und letzten mal. Ich kenne den Unterschied. Wenn du meinen Aussagen nur entnimmst, was du ihnen entnehmen willst, ist das nicht mein Problem. Ich hab das zumindest so, wie du es mir unterstellst, nie geschrieben. Und ich denke das jetzt ausreichend hervorgehoben zu haben.

"Nein, das ist ein Trugschluss. Gentests können nur Straftaten aufklären aber nicht ungeschehen machen. Und bei sexuellem Missbrauch, der meist in der Familie geschieht, ist der Gentest nahezu nutzlos."
... Ok, was ist deiner Meinung nach der Grund für die rückläufigen Zahlen? Hat die Vernuft der Menschen zugenommen? Oder liegt es daran, dass weniger Kinder geboren werden? Erklär´s mir. Denn deine Begründung, dass ab den 70ern die sexuelle Freiheit zugenommen hat, ist keine wirkliche. Die Zahlen des BKA, auf die wir uns beide beziehen, starten 1973.
Ps.: Der Gentest ist meiner Meinung nach nur EIN Grund, es gibt natürlich noch andere (nur damit mir nicht gleich wieder ein Strick draus gedreht wird, weil ich nicht jeden kleinsten Piepsel erwähne).

"Ich habe den Eindruck, dass ich meine Kinder eher vor Leuten wie dir schützen muss, die in scheinbar gerechter Eiferei Rechtsprinzipien zersetzen wollen."
... Bitte, Schluss jetzt, ich kann es nicht mehr hören. Ich will hier gar nichts zersetzen! Aaaaah! Ich bin auch nicht in der Politik und habe nichts zu entscheiden. Ich bin lediglich der Meinung, dass Gentests ein gutes Mittel sind und vielleicht noch, dass die Strafen für Vergewaltiger erhöht werden sollten. MEHR NICHT! Ich bitte dich, beim Thema zu bleiben. Wir reden hier über Gentests und nicht darüber, ob das Rechtssystem, wie es jetzt ist, richtig oder falsch ist. Da kann man ein Buch mit mehr als 1000 Seiten drüber schreiben. Nur noch ein Kommetar: ich bin froh, dass unser Rechtssystem so ist, wie es ist. Es ist nicht perfekt, aber es ermöglicht mir zumindest gut zu leben. Oder anders: ich nehme lieber das deutsche Recht (und die deutsche Polizei) in Kauf, als z.B. das chinesische.

Eine Alternative zu Gentests hat mit aber komischerweise immernoch keiner genannt.
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31.07.2006 19:23 Uhr von HolyLord99
 
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India.Arie: "Eine Alternative zu Gentests hat mit aber komischerweise immernoch keiner genannt."

Die rechststaatlich garantierte Unschuldsvermutung. So ist das mit den Prinzipien. Man muss sich dran halten.
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31.07.2006 19:41 Uhr von India.Arie
 
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@ HolyLord99: Ich finde es doch gut, dass es eine Unschuldvermutung gibt. In dubio pro reo ... das ist genau richtig. So muss es sein und so wird unser Recht auch umgesetzt.


Hört mal, man muss doch irgendwo anfangen zu ermitteln, wenn man keine Indizien hat. Und dann sind die Männer, die einem Gentest nicht zustimmen, logischerweise der Anfang. Das heißt aber weder, dass sie alle festgenommen werden, noch was ihr ganzes Haus grundlos auf den Kopf gestellt wird. Das geschieht, genau wegen der Unschuldsvermutung, erst dann, wenn weitere Indizien dazu kommen. So ein Massen-Gentest ist doch dazu da, den Schuldigen entweder sofort zu überführen, oder zumindest den Kreis der "Verdächtigen" (wo wir wieder beim Wort des Tages wären) einzugrenzen.

Ich finde diese Paranoia, dass man selbst durch die Daten verfolgt und beschattet werden könnte, an den Haaren herbei gezogen. Welchen Sinn sollte das denn haben, jedem 0815-Bürger hinterher zu schnüffeln? Und selbst wenn, wir leben doch jeden Tag mit dem Wissen, dass wir z.B. durch Satelliten beobachtet werden könnten. Aber wer macht sich darüber schon den ganzen Tag Gedanken, wenn er dabei nicht verrückt werden will?
100 m von meiner Wohnung weg ist ein Edeka-Getränkemarkt. Der wurde überfallen. Wie auch der Netto in der Innenstadt. Und soll ich mir deswegen jetzt Sorgen machen, meine Wohnung könnte ausgeraubt werden oder ich könnte auf offener Straße überfallen werden? Das wäre ähnlich weit hergeholt, wie dass "normale" Menschen mit Hilfe der gewonnenen Daten verfolgt werden.
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01.08.2006 00:14 Uhr von shadow#
 
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@India.Arie: Die Sache mit der Unschuldsvermutung hast du ja mittlerweile soweit hinbekommen.
Was du noch nicht ganz geschafft hast, ist den Gentest richtig einzuordnen.
Ob du nun auf nette Art und Weise zu einem Gentest gezwungen wirst, oder jemand deine Wohnung durchsucht oder du zur Vernehmung vorgeladen wirst, macht keinen Unterschied!

Wenn jemand einen Gentest mit bis zu 100.000 Betroffenen anordnet, hat er erstens keinerlei Anfangsverdacht und ist daher unfähig seinen Job richtig zu erledigen, und zweitens ein Rechtsverständnis von dem mir Angst und Bange wird!
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01.08.2006 17:17 Uhr von sempervivum
 
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India: >>>"Nein. Es gibt keine Rechtfertigung für die Verbreitung falscher Informationen. Das machen nur Fanatiker, die glauben, der Kampf für das Gute (tm) rechtfertigt alles."
... So wie du glaubst, der Kampf für deine angebliche Freiheit rechtfertigt alles, ja?<<<

Nein, das habe ich nicrgendwo geschrieben. Du warst es, die im Kampf für eine gerechte Sache falsche Informationen verbreitet hast und dies rechtfertigen willst.

"Habe ich. Zwei von zwanzig berichteten von sexueller Belästigung, keine(r) von sexuellem Missbrauch."
Oh, na sowas, 2 von 20... also jeder zehnte. Ist nicht wenig, oder? Selbst wenn die nicht missbraucht wurden, sind das schon zu viele, oder nicht?

Ja und? Die wurden blöd angemacht und die beiden haben sich darüber geärgert und weiter nichts. Willst du jetzt auch dem Kampf gegen sexuelle Belästigung alles unterordnen?

>>>"Zum dritten Mal lässt du die Unschuldsvermutung nicht gelten und machst aus Tatverdächtigen überführte Verbrecher"
... Ich sage es jetzt zum dritten und letzten mal. Ich kenne den Unterschied.<<<

Du behauptest, du kennst den Unterschied. Dein Posting hat das Gegenteil belegt.

>>>... Ok, was ist deiner Meinung nach der Grund für die rückläufigen Zahlen?<<<

Lesen bildet. Habe ich oben geschrieben.


>>>Denn deine Begründung, dass ab den 70ern die sexuelle Freiheit zugenommen hat, ist keine wirkliche.<<<

Wo sind da Argumente?

>>>Wir reden hier über Gentests und nicht darüber, ob das Rechtssystem, wie es jetzt ist, richtig oder falsch ist.<<<

Falsch. Wir reden über die Gefahren von Massengentests und deren Gefahr für die rechtsstaatliche Grundordnung.

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