26.07.06 19:40 Uhr
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Mehrwertsteuererhöhung: Häufig erhöht Handel schon jetzt die Preise

Wer Einkäufe zum alten Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent plant, sollte sich beeilen. Schon jetzt kalkulieren zahlreiche Einzelhändler die Erhöhung um drei Prozentpunkte in ihre Preise ein. Insbesondere Drogerie- und Textilartikel sind betroffen.

Klaus Wübbenhorst von der GfK rechnet damit, dass schon im September 2006 viele Anpassungen umgesetzt sind. Rund 40 Prozent der Unternehmen wollen nach einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft die Preise schon dieses Jahr erhöhen.

Die derzeitige Konsumfreudigkeit nutzend, möchten die Kaufleute vermeiden, zum Jahreswechsel als Sündenbock dazustehen. Ab September seien nur noch versteckte Preiserhöhungen möglich, so Handelsexperte Andrew Thorndike.


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WebReporter: Ferkelwämser
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Preis, Handel, Erhöhung, Mehrwertsteuer
Quelle: www.wams.de

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24 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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26.07.2006 19:33 Uhr von Ferkelwämser
 
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Ist so ähnlich wie bei der Euroeinführung, da wurden die Preise auch schon im Vorfeld angepaßt.
Im Januar wird dann wieder von einer "gefühlten" Preissteigerung gesprochen.
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26.07.2006 20:23 Uhr von bingo`
 
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ahahahaha: Und dann ab Neujahr können sie augenscheinlich dicke Rabatte geben. Der Kunde glaubts und kauft fleißig, obwohl er mehr zahlt oO
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26.07.2006 20:46 Uhr von Borgir
 
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Schweine. Der Handel steht als Sündenbock da, weil er die Preise jetzt schon erhöht. Und im Januar kommen dann nochmal ein paar Cent drauf, die Mehrwertsteuer wird ja schließlich erhöht.
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26.07.2006 21:47 Uhr von TeleMaster
 
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Handel Ich betrachte nicht den Handel als Sündenbock; denn dieser will das was jeder von uns will: Geld verdienen. Und was in diesem Jahr mit 16% Märchensteuer nicht mehr verkauft wird, bringt dem Händler im nächsten Jahr Verlust. Wenn die jetzt draufschlagen, dann um ab Januar nicht mit Verlust das neue Jahr zu beginnen.

Ich betrachte eher den Staat, also die aktuelle Regierung mit Bundeskanzler Merkel als Sündenbock. SPD versprach hoch und heilig, dass es mit ihnen keine MWST-Erhöhung geben wird; die schwarzen wollten maximal auf 18% gehen und da man sich nicht einig würde, nahm man einfach mal so trallala 19%. DAS ist eine Sauerei.

Ja klar; drei Prozentchen mögen nicht viel sein, aber hochgerechnet auf die Masse die man in einem Jahr kauft; hier 1000 Euro für nen Computer, dort 200 Euro für einen Anzug, hier 50 Euro für eine Tankfüllung... Da werden so einige etliche hundert Euro weniger in der Tasche haben und viele müssen heute schon jeden Euro mehrmals umdrehen.

Der Handel versucht nur das möglichst beste aus dieser miserablen Situation zu schlagen; nicht ganz elegant, aber viele Alternativen hat er nicht. Ein weiteres Problem ist, dass die Gewinnspanne im Handel äußerst maginar ist.

Man muss das was der Handel macht nicht gut finden, sollte aber nicht diesen, sondern die verantwortlichen Politiker anklagen.
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26.07.2006 22:25 Uhr von grimpi
 
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hihihi: also ich hab auch schon so 5-10% sde preise erhöht ;-) und im jan. kann man großzügisch 3% rabatt geben statt zu erhöhen ;-)
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26.07.2006 22:27 Uhr von Stiba441
 
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hach wie schön gut das uns die MwSt Erhöhung uns ja auch so viel bringen wird.
Was erhoffen die sich langfristig durch solche Faxen..
3 % Mehrwert, 0,5% Krankenkasse.. wunderbar!

wie lange solls denn bitte dauern bis dann die nächste Stufe kommt??
MHMH 25% wärn doch für den anfang ganz gut,oder?


Oh Oh schönes Deutschland.. aber öffnet doch bitte den Politikern mal die Augen mit nem kräfitgen A...tritt...
Sonst könn´n sich unsere Kinder irgendwann noch mehr über ihre Regierungen freun, als ich (?wir?) grade..

"Der Karren rollt und rollt, aber irgendwann fährt er gegen die Wand!"


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27.07.2006 03:23 Uhr von DER_Schnupfen
 
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Krichhof Modell? Das ist der klägliche Überrest dieser Medienpropagandareformation. Der sinn dahinter ist eigentlich gut. http://de.wikipedia.org/...
Die schliessung aller Steuerschlupflöcher würde dem staat Milliarden bringen, aber nein, Kirchhof wurde mundtot gemacht und seine erhöhung der MwSt übernommen.
Die Steuerschlupflöcher für Vodafone und andere Spezialisten bleiben.
Der rest der reformation bleibt auf der Strecke.
Und dann heisst es, Deutschland habe die niedrigste MwSt in ganz Europa, was wiederrum nur daran liegt das das es hier hohe direkte steuern wie Tabaksteuer etc. gibt und eigentlich sehr schön zeigt das Frau merkel keine Ahnung vom Steuerrecht hat sondern auch nur Augenwischerei betreibt, aktiv oder passiv.
Die hohen direkten Steuern die es in anderen EU ländern schon garnichtmehr gibt, werden dann auch beibehalten und so denken die Politiker anscheinend (wobei hier von denken nicht die rede sein kann), dann bekommt der staat mehr etat für seinen Haushalt. Was nicht der Fall sein wird sondern genau das gegenteil eintrifft.

Wodrunter dann natüüüüürlich nicht die Konjunktur leiden wird, nein, sondern der Bürger. Denn entgegen der für schlechte zeiten üblichen Nullrunde, haben sich die Politiker dieses jahr ja noch die diäten erhöht. Warscheinlich ist ja alles so teuer geworden das man sich das ja mit den bisherigen diäten nichtmehr hätte leisten können.

Aber zum Glück wählen ja alle schön schwarz oder rot, denn wenn wir alle kollektiv dem abgrund entgegenlaufen, können wir uns ja nichtmehr verirren. Dankeschön fürs Auge, gehirn währe mir jedoch lieber. Prost Malzeit



http://www.bundessteuergesetzbuch.de/...
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27.07.2006 10:19 Uhr von edgar7619
 
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Da bleibt nur noch eine Möglichkeit...Konsumverzicht ! Bzw. Produkte die preislich in die Höhe getrieben worden sind meiden.
-> Sinkt die Nachfrage -> Sinkt der Preis !
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27.07.2006 10:33 Uhr von tobo81
 
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Wie genau funktioniert eine Preiserhöhung? Rechenbeispiel:
Momentaner Artikelpreis: 0,99€
ohne MWSt: ca. 0,853€
mit 19% MWSt: 1,0156€, also 1,02€

Ich gehe einfach mal nicht davon aus, dass wir bald solche Preise sehen werden.. entweder wird der Artikel bald 1,05€ kosten oder man wird einige Artikel weiter für 0,99€ verkaufen, andere, die vielleicht 1,29€ kosten, dann für 1,39€ usw..

Ich werde jedenfalls jetzt nicht losstürmen und mir noch schnell vor Jahresende einen neuen PC oder was anderes großes kaufen... denn darauf wartet der Einzelhandel wahrscheinlich und lockt deshalb jetzt schon mit Scheinangeboten...
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27.07.2006 11:32 Uhr von summertime
 
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ich sag mal grob: preislich ist das ca. wieder ein kleiner Urlaub weniger im Jahr für das Geld. So langsam macht das echt keinen Spaß mehr ... kenne genug Leute in meinem Bekanntenkreis die vorne und hinten nicht mehr klarkommen und an allen Ecken gibts weitere Preissteigerungen.
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27.07.2006 13:24 Uhr von eros007
 
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Steuererhöhung: Man kann über Politiker schimpfen, solange man will. Um die Mehrwertssteuererhöhung kommen wir eben nicht rum. Niemand ist bereit, die Ausgaben zu reduzieren. Die Rente darf nicht gekürzt werden (80 Milliarden Bundesmittel), obwohl sie es eigentlich müsste, wenn man sich an Arbeitseinkommen richtet. Die Gesundheitsreform hat auch nur die Ausgabenseite betrachtet, weil niemand bereit war, auf Leistungen zu verzichten bzw. dafür zu bezahlen. Ähnliches gilt für die Bereiche der Arbeitslosenhilfe usw.

Und wenn - wie derzeit der Fall - die Ausgaben höher sind als die Einnahmen, sich die Ausgaben aber nicht senken lassen, müssen eben die Einnahmen erhöht werden (immer weiter Schulden machen geht nämlich nicht). Wir Deutschen haben nichts anderes verdient.

Wer niedrigere Steuern will, soll sich zunächst von den einigen der vielen kostenlosen Leistungen des Staates verabschieden... Oder aber still sein. Ich beispielsweise bin der Meinung, dass Renter zu viel Geld bekommen und der Staat im Gesundheitswesen zu viel Geld ausgibt. Um den Staatshaushalt zu sanieren, würde ich also den Bundeszuschuss für Renten halbieren (die Renten würden dadurch um gut 11% sinken müssen, aber irgendwo muss man ja sparen) und die Gesundheitsausgaben um mindestens 10 Milliarden Euro senken. Außerdem endlich Wettbewerb in die Pharmabranche. Dadurch könnten auch die Lohnnebenkosten (Gesundheitskosten) sinken und womöglich Arbeitsplätze entstehen, was die Arbeitslosigkeit senken würde und so weitere Mittel frei machen könnte.Nebenbei würde ich die Steuerbasis verbreitern, sodass Gutverdiener mehr Steuern zahlen müssten. Entlastungen für Eltern von Kindern könnten vorgesehen werden, aber erst in einem weiteren Schritt, wenn das andere auch klappt. Damit könnte eventuell ein ausgeglichener oder gar Überschuss-Haushalt her. Schon lange fällige Investitionen in Bildung könnten getätigt werden. Nur durch möglichst viele qualifizierte Arbeitskräfte können wir uns ein hohes Wohlstandsniveau auf Dauer leisten. Aber das haben viele anscheinend noch nicht begriffen und glauben, entweder der Staat oder die Unternehmen sind schuld.
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27.07.2006 13:35 Uhr von Ferkelwämser
 
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@eros: "Um die Mehrwertssteuererhöhung kommen wir eben nicht rum"

Natürlich kommen wir da herum. Der Staat wirft mit dem Geld großzügig um sich. Aber eben nur auf einer Seite:

Körperschaftsteuerreform 2001: 60 Milliarden an die Konzerne verschenkt. jährlich.
Weitere Milliardengeschenke jährlich sind geplant.
Verschenken von Emissionszertifikaten an die Stromkonzerne: 5 Milliarden.
Verzicht auf Steuer durch unzureichende Betriebsprüfungen: 30 Milliarden jährlich.
"Sozialhilfe" für Unternehmen, sprich Subventionen: 150 Milliarden jährlich (da sollte angeblich schon seit Jahren gespart werden).
Steuerverschwendung lt. Schwarzbuch: rund 30 Milliarden jährlich (Schwund gibts zwar immer, da steckt aber mit Sicherheit Sparpotential drin).
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27.07.2006 13:57 Uhr von eros007
 
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Ferkelwämser: Sicher, dass der Staat so großzügig um sich wirft?
Nenn mir bitte Quellen, die die 150 Milliarden Euro Subventionen (ohne die von dir zusätzlich genannten Steuervergünstigungen) belegen. Kann ich nicht glauben.

Die Verschenkung der Emissionszertifikate an die Unternehmen war ein Fehler, das stimmt. Die Körperschaftssteuerreform mag und Geld gekostet haben, aber sicher nicht so viel. Wer weiß, wie viele Arbeitsplätze sonst ins Ausland verlegt worden wären? Ich nicht. Fakt ist, dass die Unternehmenssteuern nominal immer noch die höchsten weltweit sind. Real sind die Steuern zwar niedriger, aber immer noch im oberen Drittel der Industriestaaten. Selbst ausgeprägte Sozialstaaten wie Schweden haben eine niedrigere Unternehmensbelastung. An Schweden sieht man exemplarisch, dass ein funktionieren Sozialstaat eben auch mit relativ niedrigen Unternehmenssteuern funktionieren kann. Die hohen Einkommen zahlen eben noch mehr Steuern. Die Mehrwertssteuer liegt auch bei 25%. Das Gesundheitssystem dort gibt weniger Geld aus als unseres. Kurz: Die Unternehmen leisten einen kleineren Anteil am Staatshaushalt, und der Sozialstaat funktioniert besser.

Begründe also sorgfältig, warum bei uns ein umgekehrtes Vorgehen (hohe Belastung der Unternehmen, recht niedrige für Verdiener) ebenfalls funktionieren sollte, wenn es doch jetzt mit mäßig hoher Belastung der Unternehmen und niedriger für Verdiener schon nicht funktioniert.
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27.07.2006 15:14 Uhr von esta
 
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Bemerkung zu eros007: eros007 schreibt u.A.:
Ich beispielsweise bin der Meinung, dass Renter zu viel Geld bekommen ..... Um den Staatshaushalt zu sanieren, würde ich also den Bundeszuschuss für Renten halbieren (die Renten würden dadurch um gut 11% sinken müssen.

Ich sehe in diesen Zitaten von eros007 eine gewisse Unreife. Also nicht ernst nehmen.
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27.07.2006 15:32 Uhr von «azero»
 
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@eros007: > Nenn mir bitte Quellen, die die 150 Milliarden Euro
> Subventionen (ohne die von dir zusätzlich genannten
> Steuervergünstigungen) belegen. Kann ich nicht glauben.

Würde ich auch nicht. :)
Allerdings fürchte ich, dass es in der Summe sogar weitaus mehr sind, als Ferkelwämser da andeutet.

Nehmen wir beispielsweise die indirekten Subventionen. Da werden - oft genug milliardenschweren - Unternehmen Millionen Euronen in den Hals geblasen, damit sie dieses oder jenes machen. Im Einzelfall sicher interessant und gelegentlich auch richtig, aber wenn beispielsweise Hamburg und M/V um einen Konzern buhlen und sich dabei gegenseitig ausstechen, obwohl EINZIG der gesamtdeutsche Steuermichel dafür (sehr tief) in die Tasche greifen darf, dann fragt man schon nach Sinn und Unsinn.

"Das Siemens-Werk in Kamp-Lintfort galt als mustergültig. Das Land unterstützte die Gründung mit mehreren Millionen. Das Geld der Steuerzahler nahm Siemens gern, beschloss dann aber, die Produktion nach Ungarn zu verlagern. In letzter Sekunde konnten die Beschäftigten das verhindern, mussten das aber mit weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld büßen."
http://www.wdr.de/...


Oder nehmen wir die indirekte Subventionierung a la "Porsche". Dieses Unternehmen profitiert drastisch von der subventionierung der Geschäftsfahrzeuge. Aber stellt es mehr Arbeitnehmer ein? Zahlt es proportional mehr Steuern? Nein! Zusätzlich wird nämlich auch die Körperschaftssteuer mal eben um 6% gesenkt.

"Als Firmenauto kostet der Porsche 911 nach Abzug der Steuern hierzulande gerade mal eine Monatsrate von 400 Euro - dank der enormen Abschreibung. In anderen Ländern muss man für den gleichen Wagen mehr als das Doppelte ausgeben. Andere Autohersteller profitieren zwar ebenso davon, aber keiner so wie Porsche: 62 Prozent, also fast zwei Drittel aller neu zugelassenen Porsche in Deutschland, sind Firmenautos. ... Man kann auch sagen, der Arbeitnehmer zahlt mit seinen Steuern den Porsche seines Chefs."
http://www.wdr.de/...

Dieses Defizit muss dann natürlich ausgebügelt werden: Durch eine "alle belastende" Ust-Erhöhung. Doch das ist Schwachsinn, denn diese USt-Erhöhung belastet vor allem Arbeitslose, Rentner und Arbeitnehmer (je weniger Einkommen, desto mehr Belastung). Alle anderen grinsen lediglich breit. Zum Einen, weil sie diese (auch "privaten") Mehrkosten einfach abwälzen können, zum Anderen, weil es aus ihrer Sicht unerheblich ist, ob sie zukünftig 200 Euro Mehrausgaben haben oder nicht.

Oder lassen wir Prof. Jarass zu Wort kommen:
"Nehmen wir ein Beispiel: Siemens verlagert Arbeitsplätze in die Slowakei. Der Abbau, sagen wir von 1000 Arbeitsplätzen in Deutschland, verursacht Abfindungszahlungen, werden alle in Deutschland geltend gemacht. Das ganze Management ist beschäftigt, um die Arbeitsplätze in die Slowakei zu transferieren, werden auch in Deutschland geltend gemacht. Nehmen wir mal an, Siemens müsste 100 Millionen Euro investieren in die Slowakei und nimmt dafür einen Kredit auf. Bezahlt dafür 10 Millionen Euro Zinsen. Diese Zinsen können sie dauerhaft in Deutschland geltend machen, obwohl die gesamten Erträge, die sie in der Slowakei erwirtschaften, in Deutschland steuerfrei sind."
http://www.wdr.de/...

"Beispiel 3: Die Celanese AG aus Kronberg im Taunus. Vor einem Jahr wurde Celanese von einer amerikanischen Firma gekauft. Die steckte das Eigenkapital von Celanese ein und ersetzte den Betrag durch Kredite. Die Kreditzinsen lässt sich der neue Besitzer nun vom deutschen Steuerzahler subventionieren. Ein Interview mochte die Geschäftsführung nicht geben."
http://www.wdr.de/...

Oder schauen wir uns einfach die neueste hirnrissige Idee an, die den deutschen Steuerzahler mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit (ebenso wie die Hass-"Reformen") Milliarden kosten wird: der Kombilohn.
Welcher Unternehmer ist blöd genug, seine Lohnausgaben nicht auf ein Minimum zu drücken, wenn die deutschen Steuerzahler neuerdings sogar dazu bereit sind, dafür zu bezahlen, dass sie arbeiten dürfen?!

Du findest unzählige direkte und indirekte Subventionen. Und nur die wenigsten davon sind tatsächlich nützlich oder progressiv. Die meisten sollen nur eines erreichen: Gezielte Umschichtung von unten nach oben. ... Wie heißt es so treffen?

» Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. ;)
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27.07.2006 16:46 Uhr von eros007
 
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azero: zunächst nur eines:
>>> Welcher Unternehmer ist blöd genug, seine Lohnausgaben nicht auf ein Minimum zu drücken, wenn die deutschen Steuerzahler neuerdings sogar dazu bereit sind, dafür zu bezahlen, dass sie arbeiten dürfen?!

Frage die Unternehmer in GB oder den USA, warum sie das mit dem Kombilohn nicht für sich ausschlagen! Beide Länder haben nämlich Umsetzungen von Kombi-Löhnen. Gleichzeitig niedrige Arbeitslosigkeit. Das Prinzip kann dann so schlecht nicht sein, oder? Natürlich kann man die Umsetzung falsch machen (in Dtl. wurde vieles falsch umgesetzt in den letzten Jahren), aber man kann es auch richtig machen.

Viele indirekte Subventionen, die du aufzählst, sind falsch und gehören abgeschafft. Das ist richtig. Was du noch nicht aufgezählt hast: Subventionen für Steinkohle.

Die einzige Subventionen, die ich gut finde, sind solche, die "neue" Technologien fördern. Also für Windkraft, Biokraftstoffe usw. kann man gern etwas Unterstützung bieten, um gegenfalls unabhängiger vom Ausland zu werden. Allerdings sind bei solchen Fällen Befristungen dringend nötig (wie lange geht die Förderung?)...

Alles in allem könnte man sicher einiges einsparen, vieles wäre auch gar nicht so schlecht. Vieles könnte man im Gegenzug zum Senken der nominalen Unternehmenssteuern hernehmen (macht uns international wettbewerbsfähiger). Den Rest zum Sanieren der Staatsfinanzen.

Da der Willen von Seiten der Politik fehlt (und auch zuverlässige Zahlen von Seiten der Journalisten, mit denen argumentiert werden könnte), ist dies aber leider nicht umsetzbar. Jeder verteidigt die Vorzüge, von denen er lebt. Dann bleibt nur die Ust. als Lösung.
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27.07.2006 16:49 Uhr von eros007
 
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noch was azero: Da die Ust. nicht auf den ermäßten Satz zutrifft, trifft eine Mehrwertssteuererhöhung die "untersten" Schichten nicht am meisten. Diese haben nämlich einen größeren Anteil an Ausgaben, die dem ermäßigten Satz unterliegen, also Nahrung usw. Am meisten wird es die Mittelverdiener treffen. Aber auch Großverdiener würden mehr zahlen. Du meinst, diese lachen über 200 Euro Mehrbelastung im Monat? Vielleicht tun sie das, aber das zahlen sie dann auch an den Staat. Ist also nicht so schlecht.
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27.07.2006 21:26 Uhr von eros007
 
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und esta: Das mit den 50% mag übertrieben sein, aber mit der gesetzlichen Rente bin ich eben skeptisch. Ich weiß genau, dass ich in meinem Leben mehr reinzahlen werde als ich rausbekomme (gehöre zur Generation Schrottpresse). Dass jetzt mit noch vielen Beitragszahlern der Bund schon 80 Milliarden aus Steuermitteln für die Rente zuschießen muss, stimmt mich bedenklich. Wenn für dich Reife heißt, dass man zu allen Belastungen ja und Amen sagt, dann bin ich unreif. Wenn ich aber einfach mal dran denke, dass das alles Geld ist, das ich nie wiedersehen werde, kann ich doch sagen, dass _ich_ persönlich das Geld nicht in dem Maße verschleudern würde. Wir haben es nämlich nicht. Wenn die Renter mit ihrem "Verdienst" unzufrieden sind, hätten sie es zu ihrer aktiven Zeit eben besser anlegen müssen. Also in Bildung stecken. Und vielleicht ein paar Kinder mehr zeugen können. Sie sind also zu einem guten Teil selbst dran schuld. Natürlich können sie wenig für manche Fehlentscheidungen der Politik. Da Geburtenrückgang und Probleme der Rentenversorgung aber schon vor 35 Jahren ins Blickfeld hätten kommen müssen, hat zumindest eine Mehrheit der Renter eine Politik mitgetragen, die sowas zuließ.

Ich bin durchaus bereit, meinen Teil zu leisten, um Fehlentwicklungen auszumerzen. Ich wäre auch bereit, noch höhere Steuern zu bezahlen, wenn das Geld sinnvoll ausgegeben würde. Dass ein Renter zweimal im Jahr nach Spanien zum Urlaub fahren kann (machen mehrere meiner Nachbarn), finde ich dann nicht mehr sinnvoll (wenn anderswo das Geld fehlt; ginge es uns so gut wie in den 80ern und hätten wir bildungsmäßig und die Forschung betreffend alles im Lot, hätte ich kein Problem damit). Tut mir leid. Wenn ich meine Meinung nicht mal ausdrücken darf, ohne gleich auf Unreife angesprochen zu werden, ich spreche drei Fremdsprachen (englisch, italiensch, schwedisch) fließend... :-)
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28.07.2006 08:57 Uhr von «azero»
 
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Genau das ist es, > Da die Ust. nicht auf den ermäßten Satz zutrifft,
> trifft eine Mehrwertssteuererhöhung die "untersten"
> Schichten nicht am meisten.

... was man dich glauben machen will, eros007. Aber wenn du dich mal für fünf Minuten in eine stille Ecke setzt, wirst du feststellen, wie oberflächlich diese Lüge ist, und wie naiv man sein muss, will man wirklich daran glauben.

Wie, glaubst du, kommt wohl die Butter in den Laden? Zu Fuß? Oder per LKW? Und wenn sie per LKW dorthin gelangt, wie ermäßigt waren noch gleich die Transport-, Sprit- und Lagerpreise?

Und wie, glaubst du, wird die Butter hergestellt? Fällt die einfach vom Himmel? Oder gibt´s da einen Bauern, der - nicht ermäßigte - Arbeit leistet, die zwangsläufig - nicht ermäßigt - teurer wird, weil er Arbeits-, Sprit-, Lager-, Unterhaltungs-, Reparatur- und andere Kosten hat, die eben __NICHT__ ermäßigt sind?

Natürlich ist es wahr, dass der "Lebensmittelsteuersatz" nicht erhöht wird. Aber alle Vor-, Rahmen- und Nachleistungen sind betroffen. Glaubst du wirklich, diese Kosten übernimmt real,- für dich?

Die Tatsache, dass insbesondere die untersten Schichten (reziprok proportional zu ihrem Einkommen) betroffen sind, habe ich mir nicht ausgedacht, eros007. Mehrere Marktforschungsunternehmen sind zu dem gleichen Schluss gelangt: Vor allem jene, die unmittelbar vom Binnenmarkt abhängig und gleichzeitig voll steuerpflichtig sind, werden am schwersten betroffen. Je höher das Einkommen, desto geringer ist die proportionale Beteiligung. (Letzteres gilt erst ab einem gewissen Schwellenwert, über den die Institute sich uneinig sind.)

Und dazu kommt noch ein Fakt, den wir schon bei der Euro-Umstellung bewundern durften: Ein T-Shirt kostet heute im Billigangebot 4,99 Euro. Nach der Erhöhung müsste es 5,12 Euro kosten. Du gehst sicher auch schon seit ein paar Tagen mehr oder weniger regelmäßig einkaufen. Wie oft siehst du solche Preise? Eher selten, nicht wahr? Also wirst du schon sehr bald die Freude haben, für das gleiche T-Shirt im günstigsten Fall 5,49 Euro, im Regelfall aber eher 5,99 Euro, bezahlen zu dürfen. ;)

> Aber auch Großverdiener würden mehr zahlen.

Auch das ist ein klassisches Ammenmärchen. Tatsache ist, dass insbesondere "Großverdiener" sich gar nicht darum kümmern müssen. Im Regelfall können sie sich dank diverser Gesetze und EU-Regelungen um die USt drücken. (Wer das nicht macht, ist zwar ausgesprochen begrüßenswert ehrlich, gehört aber zu einer aussterbenden Art.)

> Du meinst, diese lachen über 200 Euro
> Mehrbelastung im Monat? Vielleicht tun
> sie das, aber das zahlen sie dann auch
> an den Staat. Ist also nicht so schlecht.

Sie zahlen das an dieser Stelle durchaus, wenn es gar keinen Weg außen herum gibt. Dafür holen sie es sich an anderer Stelle mehrfach zurück. (Wie, denkst du wohl, sind diese Leute so reich geworden? Weil sie stets ehrlich und zutiefst altruistisch waren?) Eine Option habe ich dir gezeigt: Porsche ist als "Dienstfahrzeug" so beliebt wie nie. Der Porsche, den du - und damit der Staat - bezahlen darf. Der Porsche, der die Mehrausgaben drastisch mindert. Der Porsche, der das Mehr an Geld binnen kürzester Zeit zu einem Weniger macht.

Was also nutzen die 200 Euro mehr, wenn sie an anderer Stelle nur ermutigt werden, 800 Euro weniger zu zahlen?

Die Rechung ist etwa die gleiche wie bei der Tabaksteuer: "Wir erhöhen die Steuer um 1 Euro/Schachtel und haben dann 1 Mrd Euro mehr in der Kasse", freuten sich die damaligen Gesundheits- und Finanzminister öffentlich. Ein tragischer Irrtum, denn statt 1 Mrd Euro mehr, waren es nach Ablauf des Jahres 800 Mio Euro WENIGER. Man hatte also, wieder einmal, die Rechung ohne den Wirt gemacht und mit größtmöglichem Optimismus auf ein Pferd gesetzt, von dem viele schon im Vorfeld prophezeit hatten, dass es direkt nach dem Startschuss tot umfallen werde. Schaumweinsteuer, Ökosteuer, Mineralölsteuer, Kfz-Steuer, Agenda 2010, Hartz-Reformen, wie oft hat man dich über die wahren Bedingungen im Unklaren gelassen, wie oft hat man dir wissentlich ins Gesicht gelogen, wie oft hat man sich geirrt?

Wann hat überhaupt JEMALS eine Rechung gestimmt? Nenne mir im Zeitrahmen der letzten 15 Jahre nur EIN EINZIGES Beispiel, egal, ob aus dem Energie-, Gesundheits-, Finanz- oder Arbeitssektor, in dem eine Prognose der Bundesregierung tatsächlich eingetreten ist.
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28.07.2006 08:58 Uhr von «azero»
 
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Teil II, Deutschland geht es fantastisch, eros007. Im Gegensatz zu den Gerüchten, die der BDA, die Bundesregierung und die Konzerne mit schauspielerischer Leidensmine postulieren, hat Deutschland auch in den "bitterarmen" vergangenen Jahren kontinuierlich das BIP verbessert. Das Jahr 2005 war ein Erfolgsjahr, das - weltweit! - seinesgleichen sucht. Dieses Land gehört zu den Superreichen der Welt. Ihm fehlt es an nichts.

Und dennoch ist es unumstrittener Fakt, dass weniger als 10% der Einwohner mehr als 60% des "Volksvermögens" besitzen, während 50% des Volkes über weniger als 4% verfügen. ___GENAU__HIER___ findest du den Grund, warum diese Märchensteuerrechnung ebenfalls nicht aufgehen kann und aufgehen wird.

Das EINZIGE, was sie erreichen wird, ist, dass der einstige kohlsche Traum der "mittelständischen Dienstleistungsgesellschaft Deutschland" endgültig ausgeträumt ist, weil auch diese Leistungspreise - ganz im Gegensatz zu den Einkommen - sprunghaft erhöht werden. Damit wird die Kaufkraft noch weiter gesenkt; breite Kreise der Bevölkerung können für effektiv das gleiche Geld nominal noch weniger kaufen.

... Glaubst du ernsthaft, DAS rächt sich in einer auf Handel und Marktbewegung optimierten Welt nicht?! Glaubst du ernsthaft, das fördert den einzigen wirklichen Schwachpunkt - namentlich das eingebrochene Binnenkonsumverhalten der Deutschen?!




Lass mich dir abschließend einen abstrakten Gedanken mit auf den Weg geben, eros007: Steuern sind seit alters her ein staatslenkendes Mittel. Wenn ich will, dass du etwas weniger oder gar nicht mehr machst, belege ich es mit Steuern, also einer Art Strafe. Will ich, dass du kein Auto mehr fährst, drehe ich so lange an der Mineralölsteuerschraube, bis du es aufgibst. Will ich, dass du aufhörst zu rauchen, erhöhe ich die Tabaksteuer so lange, bis du es dir nicht mehr leisten kannst. Will ich, dass du mehr mit dem ÖPNV fährst, nehme ich diesen aus der Steuerbelastung aus und schaffe Sonderregeln, damit er für dich attraktiver wird. ... Soweit klar?

Wenn ja, habe ich nun eine Knobelaufgabe für dich: Angesichts der Tatsache, dass Deutschland seit einigen Jahren - und mit immer größer werdendem Abstand - Exportweltmeister ist, und eingedenk der Tatsache, dass das BIP seit Bestehen der Bundesrepublik, also auch in den letzten, ach so schlimmen, Jahren, kontinuierlich anstieg, und ebenfalls die Tatsache berücksichtigend, dass der EINZIGE wirkliche Problempunkt die drastisch - und, glaubt man dem Handelsverband, zunehmend - krankende Binnenkonjunktur ist, welchen Sinn macht es da, eine Steuer zu erhöhen, die UMSATZ, also BINNENHANDEL bestraft?!

Wenn du eine Antwort auf diese Frage gefunden hast, teile sie mir bitte mit. Ich suche seit Monaten danach und kann sie partout nicht finden. :(
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28.07.2006 14:17 Uhr von eros007
 
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azero: Das Wichtigste gleich vorweg:
>>> Wenn du eine Antwort auf diese Frage gefunden hast,
teile sie mir bitte mit. Ich suche seit Monaten danach und
kann sie partout nicht finden. :(

Ich habe sie nicht gefunden. Alles, was ich so schreibe,
sage ich deshalb, weil ich in der einen oder anderen Weise
davon überzeugt bin.

Aber ich kann mich darum herum reden :-)

Du schreibst, dass der krankende Binnenhandel das
Problem Deutschlands ist. Das stimmt, in den letzten
Jahren ist er kaum gewachsen, während der Export von
Rekord zu Rekord eilte. Für den geringen
Binnenhandel(szuwachs) gibt es mehrere Ursachen.
Einerseits die hohe Arbeitslosigkeit, die seit Jahren steigt
und somit immer mehr Menschen von staatlichen
Transferzahlungen abhängig macht (die andere
Bevölkerungsgruppen leisten müssen). Da die
Leistungsfähigkeit der Leistungserbringer beschränkt ist,
können Transferzahlungen nicht beliebig erhöht werden.
Seit Jahren liegen die Transferzahlungen über den
Leistungen, die erbracht werden. D.h. wir machen Schulden.
Die Frage ist, ob wir munter so weiter machen sollen. Wie
auch immer wir es machen, die Ausgaben werden sinken
(entweder weil Leistungsträger oder Leistungsempfänger
weniger Geld haben), die Schwäche in der
Binnenkonjunktur ist also gar nicht abwendbar, wenn wir
das Schulden-machen stoppen wollen.

Ein weiterer Grund für die anhaltende Schwäche der
Binnenkonjunktur ist der Bevölkerungsrückgang in
Deutschland. Es sterben mehr Leute, als junge
nachkommen bzw. andere einwandern. Das bedeutet, dass
der Käuferkreis kleiner wird. Das führt dann wiederum in
eine Abwärtsspirale, gerade dann, wenn der Markt gesättigt
ist, d.h. es einem Großteil der Bevölkerung sehr gut geht
(was für Deutschland - wie du selbst bestätigst - der Fall
ist).

Zu den Zahlen:
>>> Und dennoch ist es unumstrittener Fakt, dass weniger
als 10% der Einwohner mehr als 60% des
"Volksvermögens" besitzen, während 50% des Volkes über
weniger als 4% verfügen.

Diese Zahlen kenne ich. In diesem Fall glaube ich dir ohne
zu zögern. Aber gleichzeitig habe ich mal kurz über den
Tellerrand geblickt (also ins Ausland) und festgestellt, dass
das Verhältnis nur in Skandinavien günstiger ist als in
Deutschland, d.h. die ärmeren Schichten mehr besitzen als
bei uns. Trotzdem schaffen es andere Länder, ärmeren
Schichten mehr Lebensqualität zu geben als wir es tun. In
den USA muss die Unterschicht zwar viel arbeiten (und es
sind teils sehr schlechte Arbeiten), aber lieber viel arbeiten
und einen Sinn im Leben sehen als gar nicht arbeiten und
am Tropf des Staates zu hängen. Geld ist nicht alles, auch
wenn das immer wieder zu hören ist.


Du sagst, dass das BIP in Deutschland auch in den
Krisenjahren immer weiter anstieg. Das ist richtig. Aber
Fakt ist auch, dass das BIP in allen Ländern um uns herum
schneller anstieg, sich die Arbeitslosigkeit günstiger
entwickelte (d.h. in den meisten Ländern sank sie in den
vergangen 10 Jahren). Das heißt im Verhältnis sind die
Länder um uns reicher geworden als wir (auch wenn man
den Bevölkerungsrückgang in die Rechnungen mit
einbezieht).

Das heißt, in der Vergangenheit lief was falsch bei uns in
Deutschland. Da in einer Wirtschaft wie der unseren alles
mit allem verknüpft ist, kann man einzelne Schuldige
schwer ausmachen. Die Regierung versucht derzeit mit der
Mehrwertssteuer, eine Fehlentwicklung (nämlich die
exorbitant steigenden Schulden) auszumerzen. Man mag
sich darüber streiten, ob es die richtige Strategie war,
gerade beim Konsum anzusetzen. Aber was gäbe es für
Alternativen?

Steuern auf Arbeit erhöhen: Die Arbeitsplätze sind meiner
Meinung nach ein noch größeres Problem als die
Binnenkonjunktur. Folglich sind steigende Belastungen auf
die Arbeit kontraproduktiv

Unternehmenssteuern erhöhen: Im internationalen
Vergleich investieren nur wenige Unternehmen in
Deutschland (übrigens sind Unternehmensinvestitionen
auch Teil der Binnenkonjunktur). Steigende Belastung für
Unternehmen wird Investitionen verteuern. Genauso wie
bei Ust. und Einkommenssteuer ist auch dieses Vorgehen
kontraproduktiv

Steuern auf Gewinne (Unternehmensgewinne,
Aktiengewinne, ...): Wären in gewisser Weise "gerechter"
als die vorherigen, da sie nur jene belasten würde, die
erfolgreich sind. Trotzdem scheint auch hier nicht beliebig
viel Spielraum zu sein. Dennoch sähe ich hier Spielraum für
mehr Geld.

Alles in allem hat unsere Regierung also einen Weg
gewählt, der alle Deutschen bei der Sanierung einbezieht.
Es gäbe andere Wege, aber keiner ist risikofrei. Vielleicht
gäbe es bessere Wege, ich jedenfalls sehe sie nicht.
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28.07.2006 14:23 Uhr von eros007
 
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weiter: So am Ende ziehe ich mal wieder einen Vergleich mit dem
Ausland: Nur Skandinavien hat ein ähnlich hohes
Transferaufkommen am BIP wie wir (eigentlich haben sie
ein noch höheres). Dort liegen die Steuern aber deutlich
höher. Einkommenssteuer (Spitzensatz bis zu 60%) und
auch die Mehrwerts- oder Umsatzsteuer (25% in Schweden
und Dänemark). Die Unternehmen leisten dort einen
kleineren Beitrag, wie ich auch weiter oben schon
erwähnte. In anderen Ländern sind die Steuern (auf
Arbeitnehmer usw.) zwar niedriger, aber eben auch die
Sozialleistungen. An erfolgreichen Beispielen im Ausland
schließe ich, dass Marktwirtschaft nicht prinzipiell zum
Scheitern verurteilt ist. Wir sind nur momentan auf einem
falschen Weg. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, welcher
der richtige ist. Vielleicht ist auch unserer mit
entsprechenden Korrekturen gangbar. Das Ausland
jedenfalls macht es anders und zumeist besser. Vielleicht
ist da wirklich nicht so schlecht, sich dort mal zu
inspirieren.

Nur so nebenbei: Eigentlich alle Staaten, deren Situation
sich in den letzten Jahren verbesserte, steigerten ihre
Investitionen in Bildung und Forschung. In Deutschland
stagnieren die Forschungsausgaben seit einem Jahrzehnt,
bei der Bildung sind die Ausgaben sogar zurückgegangen.
Besteht da ein Zusammenhang? Wenn ja, müssen wir mehr
Geld für diese beiden Bereiche frei machen. Also entweder
woanders einsparen oder über höhere Abgaben reinholen.
Schon wieder eine scheinbar unlösbare Aufgabe.

Prinzipiell glaube ich, dass in Deutschland zu wenig
investiert (also das, was Unternehmen machen; außerdem
investiert der Staat, wenn er Geld für Bildung und
Forschung ausgibt) und zu viel konsumiert wird. Das würde
meiner Meinung nach manche Probleme erklären (u.a. die
hohe Arbeitslosigkeit). Die schwächelnde Binnenkonjunktur
zwar nicht unbedingt, aber vieles andere schon.
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28.07.2006 16:21 Uhr von chaoslogic
 
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@eros007: "Prinzipiell glaube ich, dass in Deutschland zu wenig
investiert (also das, was Unternehmen machen; außerdem
investiert der Staat, wenn er Geld für Bildung und
Forschung ausgibt) und zu viel konsumiert wird. Das würde
meiner Meinung nach manche Probleme erklären (u.a. die
hohe Arbeitslosigkeit). Die schwächelnde Binnenkonjunktur
zwar nicht unbedingt, aber vieles andere schon."

Welchen Zweck erfüllt eine Investition, wenn Sie nicht dem steigenden Konsum gerecht werden soll ?
Investitionen in Märkte die keinen Konsum garantieren nennt man New Economy oder besser Geldverbrennung.
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29.07.2006 17:44 Uhr von eros007
 
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chaoslogic: >>> Welchen Zweck erfüllt eine Investition, wenn Sie nicht dem steigenden Konsum gerecht werden soll ?

Du hast Recht, ich war ungenau. Ich meinte nicht Konsum im Allgemeinen (der natürlich steigen müsste, soll sich unsere Wirtschaft dauerhaft erhöhen), sondern Konsum getrieben vom Staat. Sprich ich würde mir wünschen, dass der Anteil von Konsumausgaben des Staates sinken würde und die Investitionsausgaben des Staates steigen. Das meinte ich, habe mich oben aber zugegebenermaßen aber verschrieben.

Investitionsmöglichkeiten gäbe es zuhauf. An deutschen Universitäten/Forschungsinstituten gibt es deutlich weniger Forscherstellen als etwa in den USA, dementsprechend fehlen uns ausreichend neue innovative Produkte, um hohe Beschäftigung zu sichern. Viele Kinder schaffen keinen höheren Schulabschluss, weil sie eben nicht reiche Eltern haben und deshalb ihr Elternhaus nicht das leisten kann, was unser Staat versäumt. Da werden Millionen Potentiale verschleudert, gerade bei Migrantenkindern. Dass ein Sechstel der Kinder unter 18 Jahren in Armut lebt und damit keine optimalen Bedingungen in der Schule hat, brauche ich wohl nicht genauer zu kommentieren.

Aber leider ist für diese Aufgaben kein Geld da, und deshalb werden die Investitionen nicht wahrgenommen und deshalb kommt hinterher auch nichts raus - bzw. hohe Arbeitslosigkeit, ständig steigende Armut usw. Das kann auch an fehlender Umverteilung liegen - oder eben an den Chancen, die man diesen Leuten nicht gibt (hauptsächlich Bildungschancen). Ich glaube an letzteres...

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