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Maschinenbau-Boom bei deutschen Firmen, doch es fehlen tausende Ingenieure

Die deutschen Maschinenbau-Firmen haben volle Auftragsbücher. Doch ob das Branchen-Wachstum ungehindert seinen Aufschwung fortsetzen kann, ist fraglich. Es herrscht nämlich akuter Ingenieursmangel. 7.000 Stellen sind allein im Maschinenbau offen.

Elektrotechnik, Kraftwerkstechnik, Bergbautechnik, Automatisierungstechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und zahlreiche andere Sparten suchen qualifizierte Kräfte, so eine Umfrage der Mitgliedsfirmen des VDMA-Verbands.

Zu geringe Fachkenntnisse (39 Prozent), zu wenig Berufserfahrung (29 Prozent), zu hohe Gehaltsforderungen (27 Prozent) und "Umzugsscheu" seien die Hauptgründe für den Fachkräftemangel. Es melden sich auch einfach "zu wenig Bewerber".


WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Deutsch, Firma, Maschine, Boom
Quelle: www.manager-magazin.de

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26.07.2006 05:39 Uhr von P. Panzer
 
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Oh wie Geil! "Elektrotechnik, Kraftwerkstechnik, Bergbautechnik, Automatisierungstechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und zahlreiche andere Sparten suchen qualifizierte Kräfte, so eine Umfrage der Mitgliedsfirmen des VDMA-Verbands."

Schön mal ebend Automatisierungstechnik mittig geschrieben damit man es überliest? Was meint ihr wieviele da wieder auf den Straßen sind?

Und zu hohe Gehaltsforderungen? Ja irgendwie müssen die ja mal ihr BaFög abbezahlen, oder?
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26.07.2006 08:51 Uhr von eros007
 
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P.Panzer: Man kann trotz hoher Arbeitslosigkeit einen Arbeitskräftemangel haben, und die deutschen Maschinenbauer haben ihn derzeit. Ich glaube, dass jeder, der sich in der Branche einigermaßen auskennt, sich im Klaren darüber ist, dass wir in Deutschland derzeit Wachstums- und Beschäftigungspotential verschenken. Wir bilden zu wenige Leute gut aus, das sollte eigentlich allen im Lande klar sein. Hier rächt sich nun eben, dass unsere lieben Länder bei der Bildung so stark sparen und noch weiter sparen wollen. Das von vielen Medien propagierte Image des Ingenieurs oder Naturwissenschaftlers als „weltfremde, verrückte Genies“ tut ihr Übriges, um Interessierte schon von vornherein abzuschrecken.

Zu den Ablehnungsgründen:

Zu geringe Fachkenntnisse bedeutet i.d.R., dass der Bewerber wenig Allgemeinwissen und zu viel Spezialwissen (das aber leider auf dem falschen Gebiet) hat, sodass ein Einarbeiten von Seiten der Unternehmen sehr teuer wäre. Die Schuld dafür liegt natürlich auch bei den Hochschulen (ich war ja selbst bis vor kurzem dort), die einfach zu wenig für die Ausbildung tun (was aber vor allem an der zu geringen Personalausstattung liegt).
Bei zu wenig Berufserfahrung müssten sich die Unternehmen eigentlich mal selbst an den Hintern fassen und Absolventen trotzdem einstellen (sie im ersten Jahr ev. geringer entlohnen) und ihnen in den ersten Wochen die nötige „Erfahrung“ beibringen. Andererseits könnte verstärkte Schulung älterer Fachkräfte (auf „neuen“ Gebieten) mehr Berufserfahrung in die Unternehmen bringen.
Zu den (zu) hohen Gehaltsvorstellungen: Das liegt wiederum zu einem Gutteil an den Unternehmen selbst, die von ihren Bewerbern erwarten, dass sie um die Gehälter im Unternehmen wissen und dementsprechend in Verhandlungen gehen. Für Absolventen (frisch von der Uni) ist das ein recht schwieriges Unterfangen, da sie nur von Vergleichswerten aus dem Internet wissen, die meist für größere Unternehmen (die besser bezahlen) gelten, wodurch sich kleinere Unternehmen schon mal vor den Kopf gestoßen fühlen. Für Leute mit Berufserfahrung orientiert sich die Gehaltsvorstellung stark am vorherigen Job. In Zeiten, in denen die Löhne nur langsam steigen, passiert es schnell, dass man von einem gut zahlenden Arbeitgeber kommt und dadurch zu hohe Forderungen stellt.

Und P.Panzer: Mit dem Bafög-Zurückzahlen haben die zu hohen Vorstellungen wohl nur in Ausnahmefällen zu tun. Das muss man einerseits nur zahlen, wenn man genug verdient. Andererseits lässt sich eine Bafög-Schuld mit einem durchschnittlichen Ingenieursgehalt von 40.000 Euro brutto (also gut 25.000 netto) locker innerhalb von zwei Jahren zurückzahlen, wenn man die Lebensweise als Student („sparsam“) auch nur einigermaßen beibehält. Wer deswegen zu viel Gehalt fordert, hat es nicht anders verdient. Aber P.Panzer, Hauptsache, man hat mal wieder Kritik am System geübt, oder?
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26.07.2006 16:20 Uhr von Davor
 
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news = Ente: es gibt mehr arbeitslose Ingenieure (auch Maschinenbauer) als offene Stellen

eros -

"Zu geringe Fachkenntnisse bedeutet i.d.R., dass der Bewerber wenig Allgemeinwissen und zu viel Spezialwissen "

genau andersrum - zu wenig Spezialwissen - das Qualifikationsprofil soll ja "paßgenau abgedeckt werden".

Die Firmen suchen die eierlegende Wollmilchsau - 25 Jahre Berufserfahrung, nicht älter als 35 Jahre alt

zu hohe Lohnforderungen bedeutet soviel wie man erwartet daß Löhne akzeptiert werden wie vor 15 Jahren denn es ist eine Ehre in dem Unternehmen einzusteigen.

Nun ist es aber so daß laut Angabe der Firmen doch INgenieure fehlen und wenn das Angebot die Nachfrage bestimmt bzw. den Preis dann ist es klar daß man sich nicht damit zufrieden geben wird alles dazu beizutragen daß der Personalleiter oder entsprechende Manager noch fettere Boni-Zahlungen abzwicken - auf dem Rücken der Belegschaft (und natürlich der Ingenieure).

Die meisten Stellen bleiben unbesetzt weil die Firmen nicht attraktiv genug sind, dafür aber viel zu hohe Ansprüche an die Ingenieure haben (unbezahlte Überstunden, Entlohnung) und ohnehin wie Diven herumzimpeln. So wird aus einer kleinen Klitsche der selbsterklärte Siemens-Konzern - zumindest vom Gehabe. Es gibt kaum Stellenausschreibungen ohne Resonanz - aber wenn sich nur 7 Bewerber melden, alles Ingenieure, und keiner wird genommen, braucht mir keiner was zu erzählen daß Ingenieure fehlen. Was waren denn die nicht berücksichtigten???

Des weiteren -

Stellenausschreibungen sind mittlerweile auch ein gutes PR-Instrument geworden um ein dynamisches Unternehmen zu zeigen - v. a. in recruitment Messen sind die dann vertreten - es wird über sie in der VDI geschrieben - nur einstellen, das tun sie nicht. Geplatzte Seifenblasen.
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26.07.2006 17:57 Uhr von eros007
 
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Davor: >>> "Zu geringe Fachkenntnisse bedeutet i.d.R., dass der Bewerber wenig Allgemeinwissen und zu viel Spezialwissen "
>>> genau andersrum - zu wenig Spezialwissen - das Qualifikationsprofil soll ja "paßgenau abgedeckt werden".

Nein, das verlangen „erfolgreiche“ Unternehmen eben nicht (mehr). Passgenau kriegen die ja schon seit Jahren kaum Bewerber mehr. Es war zu lesen, dass Airbus keine Ingenieure findet, obwohl sie Schiffsbauingenieure umschulen usw. Hälst du das alles für Propaganda? Ich habe ja erst kürzlich eine Stelle als Ingenieur angetreten, und bei mir war es sehr vorteilhaft, dass ich über wenig Spezialwissen, aber mehr Allgemeinwissen verfüge. Das sagen mittlerweile auch viele Personaler, dass man gar nicht so genau auf die Qualifikationen passen muss (das ist – gerade was Kenntnisse mit spezieller Software angeht – heute gar nicht mehr möglich, so vielfältig wie das Spektrum ist) wie ausgeschrieben wird. Aber es muss erkennbar sein, dass man in vernünftiger Zeit eingelernt werden kann (für Unternehmen also innerhalb kurzer Zeit). Außerdem wird es für Unternehmen wichtiger, auch mit neuen Herausforderungen umzugehen, für die noch keine Strategie existiert. Auch hier haben Manager erkannt, dass Absolventen mit mehr Allgemeinbildung (natürlich trotzdem im Bereich der Ingenieurwissenschaften) deutliche Vorteile haben. Außerdem erspart man sich, alle paar Jahre die Leute rauszuwerfen und durch neue zu ersetzen (kommt in der Öffentlichkeit nicht so an; das wissen auch Manager).

>>> zu hohe Lohnforderungen bedeutet soviel wie man erwartet daß Löhne akzeptiert werden wie vor 15 Jahren denn es ist eine Ehre in dem Unternehmen einzusteigen.

Wenn die Ingenieurslöhne heute aber immer noch die höchsten weltweit sind, ist dies einerseits gar nicht schlimm und andererseits braucht man sich wahrlich nicht über die Unternehmen aufzuregen. Wenn, dann über die hohen Sozialabgaben und Steuern (welche aber den Transferempfängern wie Rentnern oder Arbeitslosen zukommen), die dazu führen, dass die Nettolöhne in Deutschland nicht mehr höher als in den USA sind.

>>> es gibt mehr arbeitslose Ingenieure (auch Maschinenbauer) als offene Stellen

Ja, das stimmt. Nach offiziellen Angaben gibt es in Deutschland 47.000 arbeitslose Ingenieure. Die offenen Stellen liegen momentan bei 30.000. Insofern ist da schon eine Differenz da (aber vergleiche die mal mit den gesamtwirtschaftlichen Daten, da würde sich jeder solche Zahlen wünschen). Aber wenn man dem auf den Grund geht, stellt man fest, dass manche der arbeitslosen Ing. nicht verfügbar sind (weil sie beispielsweise auf die Frühverrentung warten). Andere wollen nicht umziehen, weil sie irgendwo ein Haus gebaut haben und dann eben nicht so einfach vom Braunschweiger Umland nach München oder Stuttgart können. Der größte Teil aber, die längerfristig keine Stelle finden, verfügt aber über nicht benötigtes _Spezialwissen_! Ein Schiffsbauer (Teilgebiet des Maschinenbaus) hat es momentan schwer, im Schiffsbau angestellt zu werden. Da er aber auf den Bereich spezialisiert ist, fällt es mehr oder weniger schwer, ihn etwa in der Kraftwerkstechnik einzusetzen. Jedenfalls kann das einiges kosten. Insofern muss man gewisses Verständnis haben, denn eben auch Ingenieur ist nicht Ingenieur.

Aber wozu wiederhole ich mich denn ständig? Wir können es uns wegen der schlechten Lage auf dem Arbeitsmarkt eigentlich nicht leisten, irgendwo Stellen offen zu lassen. Auch wenn Unternehmen teilweise wohl tatsächlich ein Drücken des Preises wünschen. Also muss die Ausbildung der Ingenieure verbessert werden, es müssen mehr Ingenieure ausgebildet werden sowie zwischenzeitlich (bis die beiden Maßnahmen wirken) qualifizierte Kräfte aus dem Ausland angeworben werden. Aber bitte ohne schwachsinnige Green-Card-Regelung. In europäischen Ländern müssen wir einfach gute Leute ansprechen (in und um Universitäten, in Zweigstellen anderer Länder) und sie von den Vorteilen Deutschlands (v.a. die hohe Löhne) überzeugen. Außereuropäer sollen einfach kommen dürfen und sich eine Stelle suchen. Wer eine findet, darf bleiben, solange er will (und arbeitet)…
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27.07.2006 00:37 Uhr von Davor
 
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eros: nur kurz weil spät -

schön daß du als Jung-Ingenieur was gefunden hast - aber an Jung-Ingenieure werden andere Maßstäbe angelegt - woher sollst du denn Spezialwissen herhaben?

Ist auch klar daß du billig bist - liegt in der Natur der Sache.
DIe Löhne der Ings sind meinetwegen hoch, die Produktivität auch - siehe Zahl der Patentanmeldungen in D.

Du bist aber nicht der Durchschnittsingenieur sondern eine Randerscheinung (als Neueinsteiger).

Aus meiner eigenen Erfahrung ist es durchaus so daß man eben DOCH den paßgenauen Bewerbern haben möchte da man ansonsten weitere Energien und Zeit investieren müßte - wie gesagt du bist die Ausnahme als Absolvent; das aber läßt sich nicht generalisieren.

Airbus -

die sagen sie hätten keine Ingenieure gefunden; das aber bedeutet nicht daß sich nicht massig Ingenieure dort bewerben bzw. beworben haben. Ist wiederum diese skandalöse Tendenzberichterststtung mit der irgendetwas suggeriert werden soll was nicht bewiesen werden kann. Sie erwarten eben auch ein gewisses Profil was schwer zu treffen ist - und was dann dabei rauskommt: "wir finden keine Ingenieure".

Acht von zehn Models finden keinen Mann - nicht weil sie keiner will sondern weil ihnen keiner gut genug ist. Airbus weicht auf benachbarte Disziplinen aus (zahlt auch nicht sonderlich gut aber das siehst du als Absolvent evtl. anders und ist zu verbeamtet, d.h .du kannst zu Airbus aber von Airbus wieder weg in die freie Wirtschaft - wird schwer - wissen auch andere Ingenieure die sich die Karriere nicht kaputt machen wollen - ist wie in einem Institut arbeiten, Fraunhofer, Leibniz o.ä.)

und was du dich ständig wiederholst weiß ich nicht -niemand zwingt dich. Ist keine Vorlesung hier und ich bin nicht der Student.
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27.07.2006 13:45 Uhr von eros007
 
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Davor: >>> Aus meiner eigenen Erfahrung ist es durchaus so daß man eben DOCH den paßgenauen Bewerbern haben möchte da man ansonsten weitere Energien und Zeit investieren müßte - wie gesagt du bist die Ausnahme als Absolvent; das aber läßt sich nicht generalisieren.

Da hast du natürlich schon Recht. Kaum ein Unternehmen ist bereit, in Arbeitnehmer über 35 noch viel Aufwand in Qualifikation zu stecken. Hier müsste ein Umdenken in unserer Gesellschaft stattfinden. Sowohl bei Unternehmen als auch beim Staat und allen Leuten hier... Da die Anforderungen immer schneller wechseln, kommen Qualifizierte ohne lebenslanges Lernen gar nicht mehr zurecht. Hier müssen wir ansetzen, dass dies möglich wird. Zunächst muss der Staat die Unternehmen dazu natürlich animieren, also durch Steuervorteile, die aber so gestaltet werden müssen, dass Missbrauch (nahezu) unmöglich ist. Aber leider hat unser Staat ja seit Jahren nichts gemacht. Die Unternehmen in ihrem Outsourcing-Wahn haben diese Nachlässigkeit natürlich genutzt und werden ganz freiwillig nicht umdenken - nach dem Motto: werden schon andere ausbilden (in Deutschland prinzipiell übliches Motto, nicht nur in Unternehmen).

Insgesamt ist natürlich noch Potential da, vermutlich auch bei Airbus. Die Unternehmen müssten eben in Deutschland investieren. Hierzu muss man sie ermuntern und ihnen keine Steine in den Weg legen.

Insgesamt werden Qualifizierungsmaßnahmen aber nur wenig am Mangel ändern können. Wenn wir die derzeit freien Potentiale nutzen lernen (was zwingend ist), dann können wir durchaus einige Arbeitsplätze schaffen. Leider liegt die Arbeitslosenzahl von Ingenieuren bei 47.000 (stand vor ein paar Wochen in der Süddeutschen Zeitung), und die Ausbildungswilligen und -fähigen unter ihnen (ich schätze mal 40.000) werden dennoch bald aufgebraucht sein, wenn der Aufschwung weitergeht.

Die Absolventenzahlen in den nächsten Jahren werden nämlich in den nächsten Jahren dennoch sinken. Also kann es schnell gehen, dass der Mangel überhaupt nicht mehr behebbar ist.

Deswegen ist es ja wichtig, dass wir _jetzt_ die Ausbildung verbessern (mehr Qualifizierte), mehr Kinder an Ingenieur/Naturwissenschaftsstudien bringen und zwischenzeit auf ausländische Fachkräfte zurückgreifen.

Wegen dem Wiederholen: War nicht gerade nett geschrieben, das stimmt. Ich meinte es eher als Angst, mich ständig zu wiederholen wie ein Missionar, der immer und immer wieder dieselben Worte von der Herrlichkeit Gottes wiederholt, die Eingeborenen aber dennoch nicht erreichen kann. :-) (wahrscheinlich bin ich eben doch irgendwie so ein Missionar)... :-)

Aber ich finde es eben immer wieder bedrohlich, wenn das, was uns derzeit den hohen Lebensstandard sichert (das tun die hohen Industrieeinnahmen nämlich) nur dadurch gefährdet wird, dass wir zu dumm sind, ihre Bedeutung zu begreifen und sie deshalb vernachlässigen. Unternehmen sind mit Schuld an der Misere, aber jetzt müssen wir uns eben alle anstrengen, um die Fehler der Vergangenheit auszubügeln. Schuldzuweisungen allein sind allemal verkehrt.
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27.07.2006 19:54 Uhr von Davor
 
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eros: "Da die Anforderungen immer schneller wechseln, kommen Qualifizierte ohne lebenslanges Lernen gar nicht mehr zurecht."

stimmt allerdings - v. a. wenn die Firma zertifiziert ist und vor jedem Audit zeigen muß wieviel Liebe und Energie sie den Mitarbeitern gewidmet hat bzgl. Weiterbildung auf die sie dann gejagt werden- was wir auf Krempelesseminare geschickt werden weil wieder ein Audit vor der TÜr steht... naja man will nicht undankbar sein :-)

" Die Unternehmen in ihrem Outsourcing-Wahn haben diese Nachlässigkeit natürlich genutzt und werden ganz freiwillig nicht umdenken"

Stimmt leider - heute in der Entwicklung zu arbeiten ist nicht mehr der Adelstitel wie früher - wird auch outgesource-t; eine FEM-Arbeitsstunde in D -- 50 Euro; eine in Indien - 14 Euro. Dito CAD, CAE etc.
Ist z. B. der Grund warum man bei uns trotz Forderung kein FEM-System einführen wird

Irgendwann aber werden die Firmen auch der ANforderung, beim Kunden präsent sein zu müssen mit ihrer Arbeit, wieder Rechnung tragen müssen- zumindest in der Vor- und Projektentwicklung

Du hast auch vollkommen Recht damit daß wir unsere Qualifikationen verbessern müssen, v. a. Absolventen, wir leben hier ja (laut landläufiger Meinung) vom know-how und nicht von der Produktion (an sich). Und der Abstand mit dem China uns kopiert ist so weit daß sie uns nur noch 5-7 Entwicklungsjahre hinterherhecheln.
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28.07.2006 14:37 Uhr von eros007
 
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Davor: >>> eine FEM-Arbeitsstunde in D -- 50 Euro; eine in Indien
- 14 Euro. Dito CAD, CAE etc.

Das simmt. In Deutschland wird - nach meiner Erfahrung,
die hier noch nicht ganz so reichhaltig ist - aber auch etwa
dreimal so viel geleistet wie in Indien. Sei es wegen
Präsenz der Chefs oder/und (noch) besserer Ausbildung...
Jedenfalls kenne ich kaum ein Unternehmen, das derzeit
nicht bereut, nach Indien outgesourct zu haben, weil die
Kosten eben doch höher sind. Diese Vorteile (gerade, dass
derzeit immer mehr Manager eben dies realisieren) müssen
wir nutzen. Und zwar so, dass wir mehr dieser Arbeiten im
eigenen Land erledigen können. Mit Perspektive auf bald
ausgehende Arbeitskräfte können wir nur bedingt
überzeugen. Deshalb wünsche ich mir weitere
Anstrengungen. Übrigens muss der Mentalitätswechsel von
ständiger Weiterbildung sowohl bei Unternehmen als auch
bei Arbeitnehmern stattfinden. Die Arbeitnehmer sollten
prinzipiell auch versuchen, über das hinaus was zu lernen,
was sie in der alltäglichen Arbeit brauchen - dass kann sich
später mal auszahlen :-)
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28.07.2006 18:30 Uhr von Davor
 
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eros: "Jedenfalls kenne ich kaum ein Unternehmen, das derzeit nicht bereut, nach Indien outgesourct zu haben"

stimmt :-)
bei uns war mal einer (globales Unternehmen) der (konzernintern) seine Dienste (in Indien) angepriesen hat - ein anderes Werk hat zugegriffen - die Ergebnisinterpretation der FEM ist ein Heidenspaß :-) nichts ist geiler als Zeitverschiebungen und Terminhetze ;-) Besonders geil sind (soweit ich mitbekommen habe) die unterschiedlichen Ergebnisse bei unterschiedlichen Elementtypen (also beim Modelbilden selber Fehler zementiert) - würde der Berechnungsingenieur im Nebenzimmer sitzen würde man ihn einschließen bis er seine Scheiße auf die Reihe bekommt und höchstens ab und an Wasser und Brot (sonntags evtl. auch einen Keks) durch die Luke schieben - -

so aber auf einem anderen Kontinent unmöglich. Außer Verwünschungen per mail (natürlich fein gehalten) geht da nichts.

Okay war fett kraß off topic aber hej interessante Erfahrung für mich gewesen - superschlaue Manager die alle einem Trend hinterherhecheln und jetzt die Konsequenzen ziehen

Wir haben ein Werk in Ungarn aufgebaut (bzw. mein Konzern) - man hat die Augen des Presidents und der Manager gesehen und dachte es wären Registrierkassen mit fliegenden Dollarzeichen -
Ende vom Lied: erbärmliche Qualität trotz geschultem Personal und keiner weiß warum (zum GLück andere Division wie es bei uns so schön heißt), d. h. man könnte sich einen Flughafen mieten und einen Dauershuttleverkehr nach D, so oft fliegen dort gesalbte Köpfe - die in D natürlich mit ihrer Meinung nichts gezählt haben - hin um zu retten was zu retten ist. Das Geile an der Sache - durch den Produktionsstillstand erhöhen sich die Teilestückkosten auf einen Wert bei dem würden wir vom President und seinen Schergen wahrscheinlich abgefackelt werden - so aber hat er keine Handhabe hahahaha :-)

grüßle

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