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Annette Schavan (CDU) fordert Forschungsstopp an embryonalen Stammzellen

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan (CDU) fordert in einem Schreiben neun EU-Länder zu einem Forschungsstopp an embryonalen Stammzellen auf. Die Schreiben gingen an EU-Minister, die die Stammzellforschung skeptisch sehen.

"Von der Forschungsförderung der Europäischen Union sollten keinerlei finanzielle Anreize zur Tötung von Embryonen ausgehen", meinte Schavan im Hinblick auf die finanzielle Unterstützung der embryonalen Stammzellforschung seitens der EU.

In Deutschland dürfen Stammzellen aus dem Ausland nur dann wissenschaftlich verwertet werden, wenn sie vor dem 1. Januar 2002 gewonnen wurden. Deutsche Wissenschaftler gehen für die Experimente deshalb nach Großbritannien oder auch Spanien.


WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Politik
Schlagworte: CDU, Forschung, Stammzelle
Quelle: www.spiegel.de

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17 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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21.07.2006 21:18 Uhr von no_trespassing
 
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Ich bin absolut für embryonale Stammzellforschung und auch für PID! Es kann damit viel Leid erspart werden.

Für Deutschland ist das Thema politisch sowieso kaum anzufassen. PID wird als Selektion angesehen, embryonale Stammzellforschung als Verbrauchen von Leben für die Wissenschaft.

Dabei haben andere Länder längst den Nutzen erkannt, selbst das tiefreligiöse Polen.

Schavan glaubt wohl, dem 'C' Parteinamen mit dieser Linie Rechnung zu tragen. Für mich ist das Gegenteil der Fall!
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22.07.2006 10:59 Uhr von gatito
 
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auf der einen seite kann man mit embryonalen stammzellen menschen leben retten! aber auf der anderen seite sollte man sich auch fragen, wann genau das leben anfängt! also ich bin auch für forschung an embryonale stammzellen, weil ich glaube, das in diesem stadium, in dem der embryo für forschungszwecke benutzt wird das leben des säuglings noch nicht angefangen hat....
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22.07.2006 11:07 Uhr von India.Arie
 
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"Tötung von Embryonen": Den Zellhaufen, an dem geforscht wird, kann man ja wohl kaum als Embryo bezeichnen. Was dieser Ausdruck nur immer soll? Da ist weder eine Struktur vorhanden, noch handelt es sich dabei um wirkliches Leben. Es sind lediglich einige lebende Zellen, mehr nicht.

Ich bin mir bei dem Thema Stammzellenforschung aber nicht im klaren, ob ich mich für pro oder contra entscheiden soll. Auf der einen Seite ist ein hohes Risiko des Missbrauchs vorhanden. Auf der anderen Seite... wenn ich mir vorstelle, welche Möglichkeiten das bietet, um "unheilbare" Krankheiten eben doch behandeln und heilen zu können. Ich denke mal, würde ich eine schwere Krankheit bekommen, wär ich dankbar, wenn man mir helfen würde, egal wie.
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22.07.2006 12:28 Uhr von carry-
 
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tja: und als nächstes schaffen wir die universitäten ab, schalten neben den kernkraftwerken auch alle anderen ab und lassen die kirche wieder die gesetze machen.
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22.07.2006 12:43 Uhr von Schwertträger
 
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"Egal wie": Genau.
Am Ende, wenn es hart auf hart kommt, sind dann doch alle froh, wenn Ergebnisse vorliegen, egal wie sie gewonnen wurden. Die Menschheit wäre nicht da, wo sie jetzt ist, wenn sie allzu zimperlich mit den Ihren gewesen wäre.


Das es genauso unmoralisch sein könnte, ein ganzes Volk vom Fortschritt abzuschneiden und dass das letztendlich mehr schon geborenen Menschen das Leben oder zumindest den Lebensunterhalt kosten könnte beachten die Gegner der Stammzellenforschung nicht.

Fakt ist doch, dass dann die embryonale Stammzellenforschung woanders stattfindet. Stattfinden wird sie. Warum will man das anderen Staaten oder sogar kriminellen Untergrundorganisationen überlassen? Und wieder mal Steuern sausen lassen, wenn bei der Forscherei etwas heraus kommt und neue Produkte hergestellt werden könnten?

Die Chance zum Missbrauch ist klar vorhanden, aber wer die Technik wirklich und ernsthaft missbrauchen will, der forscht dann eben illegal, oder im Falle von Militärs verdeckt.
Also was soll die ganze Diskussion?
Für die Volkswirtschaft stecken dahinter Milliarden, die wir gut gebrauchen können in unserem jetzigen desolaten Zustand. Stattdessen lassen wir unsere teuer hier ausgebildeten Forscher ins Ausland ziehen, nur weil einige offiziell eine weisse Weste behalten möchten.
Ein Irrsinn.
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22.07.2006 12:57 Uhr von jack200034
 
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kompliziert: dieses Thema ist derart kompliziert, dass man nicht einfach sagen kann "dafür" oder "dagegen".. Embryonale Stammzellen bedeuten immer die "vernichtung" beginnenden Lebens zu Forschungszwecken. Ist es ethischer, einen beginnenden Embryo zu "verbrauchen", als z.B. Hunde oder Ratten ?? Der Hinweis auf Schmerzempfinden zählt hierbei nicht, denn es geht bei beidem um Leben.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür sind in den Ländern auch deshalb so unterschiedlich, weil Chancen und Risiken unterschiedlich berwertet werden, aber KEIN Land hat es sich mit diesen Enscheidungen einfach gemacht.

Wo bleibt HIER die kritische Betrachtung zu Pharmaindustrie, die in vielen ssn-Beiträgen zu finden ist ?? Nur weil eine CDU-Ministerin sich dazu geäußert hat, ist die Industrie plötzlich eine schützenswerte Randgruppe ??

Die Forschung an embryonalen Stammzellen wird auch in Fachkreisen immer häufiger kritsch gesehen, weil die erwünschten Resultate und Erfolge nicht eintreten. Trotz Unsummen an finanziellen Aufwendungen !!!!! Es gibt die Alternative der "adulten Stammzellen" , also Stammzellen, gewonnen z.B. aus einer Nabelschnur, oder Rückenmark.

@schwertträger"

tolles Argument "weil es alle machen"... erinnert mich irgendwie an Lemminge
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22.07.2006 13:09 Uhr von jack200034
 
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Zitate zum Thema: Claudia Roth
Vorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen

"Das deutsche Grundgesetz trifft eine fundamentale Wertentscheidung zugunsten des Lebens und der Menschenwürde. Sie ist ein universelles Prinzip und überragt so alle anderen Grundwerte und setzt der Forschung Grenzen. Frauen dürfen nicht zu "Rohstofflieferantinnen" für die Forschung werden. Wer hier die Tür öffnet, bekommt sie nie wieder zu. Deshalb lehne ich den Import von Stammzellen ab."

Dr. Bernd Wegener
Vorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie

"Aus meiner Sicht stellt die Forschung an Stammzellen grundsätzlich einen wichtigen Teil der internationalen medizinischen Grundlagenforschung dar, an der sich auch deutsche Wissenschaftler beteiligen sollten.

Für mich aber gilt, dass für diese Forschung, in der menschliche Embryonen eingesetzt werden sollen, wirklich alle Erkenntnismöglichkeiten mit Experimenten an tierischen embryonalen und humanen adulten Stammzellen für die jeweilige Fragestellung ausgeschöpft werden. Die Notwendigkeit für den Einsatz humaner embryonaler Stammzellen soll zunächst auf die bestehenden Zelllinien begrenzt sein.

Stammzellforschung insgesamt hat für die Zukunft ein großes Potenzial, das in den nächsten Jahren und Jahrzehnten von der Pharmaindustrie für die Entwicklung von Therapien erschlossen werden kann, unter Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen und verantwortlicher Selbstverpflichtung."
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22.07.2006 14:05 Uhr von Schwertträger
 
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@jack 2000334: Nicht, weil es alle machen, sondern weil es in jedem Fall irgend jemand macht.
Da besteht ein Unterschied.

Etwas unsinniges nachzumachen, weil es alle machen, ist etwas anderes, als etwas nicht selber zu tun, was zu tun ich andere nicht aufhalten kann.

Das ist die gleiche Diskussion wie beim Drogenanbau, den ich auch lieber in bundesdeutscher, staatlicher Hand als in den Händen krimineller Südamerikaner sehen würde.

Wenn ich nicht verhindern kann, dass sich Bürger unseres Landes selber zerstören oder dass welche zerstört werden müssen, dann will ich, dass wenigstens auch Bürger unseres Volkes daran verdienen!

-----------

Die Industrie ist mit Sicherheit keine schützenswerte Randgruppe, wie kommst Du darauf? Hat das jemand geschrieben? :-)
Tatsache aber ist, dass wir es uns nicht leisten können, dass Forscher ins Ausland gehen und nebenbei noch Wissen mitnehmen!


Leben zu vernichten ist unter bestimmten Umständen keineswegs unethisch, da braucht man sich nicht erst in Gebiete medizinischer Forschungsdiskussionen zu begeben, sondern nur aktuelle Militärentscheidungen verfolgen.

Die Diskussionen darum, vielleicht bewusstes, erst werdendes Leben für fortschrittliche Forschungen zu nutzen, sind ziemlich scheinheilig, wenn ich anderswo gezwungen bin, bereits durch Wortäusserungen nachgewiesen bewusstem Leben Raketen auf den Kopf zu werfen.

Ob und wie viel Menschenleben (in welcher Form auch immer) es wert ist, dass Deutschland in Sachen Forschung und Bildung in den oberen Rängen bleibt, überlasse ich Dir, aber ich gehe davon aus, dass die Antwort der meisten Bürger dieses Landes nicht "null" lauten wird. (Vielleicht wäre es vielen lieber, dass es Menschenleben in Afrika oder sonstwo kostet und sie nichts davon mitbekommen bzw. jemand ihnen die Entscheidung abnähme, aber "null" würden sie trotzdem nicht meinen, selbst wenn sie´s behaupteten).

Um so besser, dass es so direkt noch nicht mal Leben kostet, weil die Definition eines Zellhaufens in dem Stadium - wie gesagt - die Bezeichnung "bewusstes Leben" noch nicht zulässt.

(Mit dem Begriff "werdendes Leben" kann ich in dem Fall sowieso nicht viel anfangen, weil ich sonst bei einer Selbstbefriedigung in Depressionen verfallen würde.
Ausserdem "leben" andere Zellkulturen auch.
Was dieses Leben von anderem, profanerem Leben unterscheidet, ist das unterstellte Bewusstsein, was in seinem Vorhandensein eher eine Glaubensfrage ist).


Um das klar zu stellen: Ich bin keineswegs dagegen, mit aller Kraft nach Alternativen zu suchen, aber ich bin dafür ALLE Wege zu verfolgen, bis sich herausgestellt hat, welches die beste Variante ist.


Was die Unsummen angeht, die es bisher gekostet hat, ohne dass Resultate zu sehen wären. Wann hat es - abgesehen von ein paar Zufallstreffern - nicht Unsummen gekostet, und "ewig" gedauert, bis erste Resultate akribischer Forschungen auf dem Tisch lagen? Es ist eine neues Gebiet und wir stehen am Anfang.
(Die Aidsforschung zeigt beispielsweise seit mittlerweile zehn Jahren nur wenig konkrete Ergebnisse - was aber auch nicht verwunderich ist).


Übrigens nichts gegen Lemminge! Es gibt immerhin noch welche, nach so langer Zeit. ;-)
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22.07.2006 14:18 Uhr von Teppichratte
 
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das ist leider: eine Scheindiskussion, egal ob man nun dafür, oder dagegen ist, gemacht wird es, früher oder später. Vor allem, weil damit ein Schweinegeld zu verdienen ist
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22.07.2006 14:33 Uhr von jack200034
 
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@Schwertträger: Kompliment für diese differenzierte Antworte ganz ohne persönliche Anfeindungen.... ist leider selten geworden bei ssn !!!!

...und zum Thema "wichsen ist Massenmord" machen wir am besten einen eigegn Thread auf *lol*

Back to topic :

Der Vergleich Krieg und Genforschung ist schon interessant. Ist es ethisch, wenn Rüstungsgüter in Kriesengebiete exportiert werden, nur weil es eh irgendjemand macht ?? Würde JETZT jemand an Israel Waffen liefern, bevor sich andere daran eine goldene Nase verdienen ??

Ich möchte eben nicht in einem Staat leben, wo moralische Grundwerte in Frage gestellt werden, weil sie irgendeinem Profit dienen, weder im Krieg noch in der Gentechnik.

Zumal weltweite Biokonzerne dort forschen und dort produzieren, wo sie die besten Rahmenbedingungen vorfinden. Arbeitsrechtlich, Ökologisch, Steuerlich. Das prangere ich nicht an, ich stelle es nur fest.
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22.07.2006 15:53 Uhr von Schwertträger
 
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Ethik allgemein: Das Problem - ein grundsätzliches - ist, dass es keinen Staat gibt, in dem NICHT moralische Grundwerte in Frage gestellt werden, wenn es um grosse Profite geht.
Eine Ortswahl ist von daher eher illusorisch. :-)

Alles hat seinen Preis, auch moralische Grundwerte.

Zum Vergleich: Das Gebot "Du sollst nicht töten". ein Gebot, was weniger auf der Bibel, als auf gesundem ethischen Miteinander einer Gemeinschaft beruht.
Die meisten Menschen sehen sich mit ihren eigenen moralischen Vorstellungen da erstmal deckungsgleich.

Bedroht man jedoch ihre Familie und sie haben gleichzeitig eine Waffe zur Hand, sinkt der Wert dieser Überzeugung drastisch im Vergleich zum Preis der eigenen Frau und vor allem Kinder. Der Agressor wird, erneut mit der Zustimmung des Grossteils der Gemeinschaft, dran glauben müssen.

Zurück zum vorliegenden Fall geht es um die Entscheidung, es einem ganzen Staat wirtschaftlich und dadurch auch irgendwann körperlich und seelisch schlecht gehen zu lassen, nur um das Leben von Vor-Embryos zu erhalten, deren "Wert" von einer Vielzahl der Angehörigen des betroffenen Staates noch nicht mal anerkannt wird.

Überspitzt und auf den einzelnen bezogen ist es die uralte Frage, ob man im Zweifelsfall zum Selbsterhalt lieber untergehen oder über fremde Leichen gehen würde.

Von daher geht es eben darum, mit den besten Bedingungen die internationalen Konzerne hierher zu locken, damit sie hier forschen, hier Leute beschäftigen, hier Steuern zahlen, damit unsere Leute einen vollen Bauch haben und nicht ihrem hiesigen Nachbar wegen des Kühlschrankinhaltes den Schädel einschlagen (passiert ja schon in Anfängen). Über kurz oder lang wird uns, wenn wir Pech haben, gar nichts anderes übrig bleiben.

Deshalb ist auch die Einflussfrage eher illusorisch. :-)



Doch noch zum Gentechnik-Militärvergleich:
"Ist es ethisch, wenn Rüstungsgüter in Kriesengebiete exportiert werden, nur weil es eh irgendjemand macht ??"

Stellt sich die Frage überhaupt?
Stellt sich die Frage für den Menschen, ob es unethisch ist, ein Schwein zu töten, um zu essen? Ich denke nicht (jedenfalls sinnvollerweise), weil es einfach notwendig ist.

Überträgt man das jetzt auf das Israelbeipiel, so ist es beispielsweise für die Schweiz sehr wohl notwendig, Waffen dort hin zu liefern, weil deren eigene Bevölkerung davon lebt (nach dem Motto "lieber sterben andere Völker als das eigene").

In dem Fall geht es also nur um das reine Gewissen, denn die Tat geschieht sowieso. Und ein reines Gewissen ist mit leerem Bauch teuer erkauft.

Womit wir wieder beim Einzelnen sind. Der muss entscheiden, wo bei ihm ein leerer Bauch anfängt und wo der Lolli, auf den er als Genussmittel zur Not zwecks reinem Gewissen noch verzichten kann.

Für mein Gewissen würde es bspw. reichen, beiden Seiten gleichwertige Waffen zu verkaufen.
Wenn sich zwei Leute die Köppe einschlagen wollen, ist das deren gutes Recht, solange sie meine Belange dabei nicht beeinträchtigen (was leider im Israelkonflikt massiv der Fall ist).

Zurück zur Gentechnik heisst das:
Wenn ich irgendwann in der Zukunft für teures Geld und evtl. noch politische Zugeständnisse, die unsere Leute Leib oder Leben kosten (indirekt oder direkt), Ergebnisse aus der embryonalen Forschung zurück kaufen, die anderswo problemlos gemacht wurden, dann bin ich eher dafür, die notwendigen und wahrscheinlich eher kleineren Opfer jetzt zu bringen, als später so ins Hintertreffen zu geraten und gezwungen zu sein, grössere Opfer zu bringen.

Wieder überspitzt: Wenn man per Fingerschnippen tausend willkürliche Bundesbürger anonym und schmerzlos töten und verschwinden lassen könnte, und dafür wäre der Krebs ausgerottet.... Meinst Du, dafür liesse sich keine Mehrheit finden?
Die Frage nach der Ausrottung sämtlicher Krankheiten zum Preis von zehn bis zwanzig Mio. Weltbürgern wäre wahrscheinlich sogar noch leichter zu beantworten.

Der Schnipser selber würde wahrscheinlich an seinem Gewissen kaputt gehen, aber der geächtetste Mensch wäre er dennoch nicht.

Und genau solche Entscheidungen (nicht unbedingt in der Grössenordnung) werden tagtäglich überall auf der Welt getroffen, weswegen die Diskussion über ungeborenes Leben hier eigentlich eher .... substanzlos ist.


Worum es in der gesamten Gentechnik-Diskussion wirklich geht, woran sie aber gar nichts ändern kann, ist die Angst vor dem, was sich hinter der Tür verbirgt, die wir da aufgestossen haben, und vor dessen Folgen für uns alle.
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22.07.2006 16:02 Uhr von Cenor_de
 
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Religiöse Eiferer sind die natürlichen Feinde: des menschlichen Fortschritts.

Das fiktive Leben eines Zellhaufens, der ohne die Betreung eines gutwilligen Erwachsenen auch 9 Monate später nicht lebensfähig ist, liegt ihnen aus Prinzip näher, als Menschen, die von ihrem mitleidslosen Gott mit Krankheit und Gebrechen gestraft wurden.

Dabei gilt das Prinzip, sobald man es taufen kann ist es gut, anschliessend kann es ruhig verhungern.

Aber die Menschen lassen sich nicht mehr aufhalten, die Zeit des Aberglaubens geht zu Ende.
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22.07.2006 16:13 Uhr von jack200034
 
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@cenor: Du hast leider überhaupt nicht verstanden worum es hier geht und schwingst jetzt einfach mal die große Diffamierungskeule

wie Du in dem Zitat von Claudia Roth lesen konntest, geht es hier keineswegs um religiöse Einstellungen, sondern um ethische Bedenken. Man kann wohl beim besten Willen Frau Roth keine religiösen Motive unterstellen...
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22.07.2006 17:07 Uhr von Alchemistin
 
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Mein Problem welches ich mit der ganzen Diskussion haben:
warum degeneriert sich die Menschheit eigentlich selber, in dem - sorry - jeder Krüppel am Leben erhalten wird?

Klingt vielleicht hart, aber wenn man sich mal bewusst macht, dass zum Beispiel krebsanfällige, d.h. schon in frühem Alter erkrankte, Menschen geheilt werden und dann ihr krebsanfälliges Erbgut an ihre Kinder weitergeben, womit im Endeffekt die Gesamtheit des menschlichen Erbgutes geschwächt, da nicht mehr selektioniert, wird
- dann frage ich mich, ob es wirklich gegen iede und eine Krankheit ein Medikament braucht.

Ja, einige werden aufheulen, von wegen brutal, und werden Einzelschicksale von Bekannten zur Sprache bringen.
Natürlich sind Einzelschicksale hart, und ich möchte logischerweise auch keine Angehörigen verlieren, aber grossräumig und vor allem langzeitlich betrachtet ist die heutige Medizin für die Menschheit eine Katastrophe.


Und noch ein Problem stellt sich mir:
wer spendet die Stammzellen?
Sind es gut gebildete Frauen, die genau wissen, was sie da tun, und sich aus wissenschaftlichem Interesse zur Verfügung stellen?
Werden es nicht eher und hauptsächlich Frauen sein, die dringend Geld brauchen und sich Ethik nicht mehr leisten können?

Ich stell mir das toll vor: hauptberuflich Prostituierte, gibt noch ein bisschen mehr Kohle, weil ohne Gummi, und die entstehenden Schwangerschaften verkaufe man an ein entsprechendes Forschungslabor.
Und zwischendurch trägt man dann mal ein Kind aus und verkauft es nach seiner Geburt an ein Pärchen in Hollywood, das auch so ein hübsches "Accessoire" möchte, weil´s grad in ist.
Schöne neue Welt.

Und was den "fiktiven Zellhaufen, der auch nach 9 Monaten ohne Betreuung nicht lebensfähig ist" betrifft:
Da würden aber einige aufschreien, wenn man dann den 9 Monate existierenden Zellhaufen für Experimente missbrauchen würde.
Wo ist eigentlich die Aufschrei-Grenze, frage ich mich dann?
Ein Zellhaufen ist Nutzgut, gemäss dem Grundtenor der Kommentare hier zumindest.
Ein Zellhaufen mit Ärmchen ist dann kein Nutzgut mehr, sondern ein schnuckelig-putziges beschützenswertes Baby?
Und wo genau setzt wer die Grenze fest?
Und wie lange wird diese Grenze dort festgesetzt sein?
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22.07.2006 18:20 Uhr von Luzifers Hammer
 
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Was Geneforschung angeht glaube ich, ist diese ein Tanz auf dünnem Eis.
Aber sich um einen Zellhaufen mehr zu sorgen ,wo weltweit Menschen verecken weil sie nichts zu fressen haben.
Das ist für mich Heuchelei.
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22.07.2006 21:50 Uhr von Schwertträger
 
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@Luzifers Hammer: Zitat "Aber ...": "Aber sich um einen Zellhaufen mehr zu sorgen ,wo weltweit Menschen verecken weil sie nichts zu fressen haben.
Das ist für mich Heuchelei."

Deswegen hatte ich ja auch den Militärvergleich gebracht.

Die Frage ist auch meiner Meinung nach viel weniger die frage nach der Ethik, ob und bis wann man Zellhaufenmaterial verwenden kann, sodern die Kontrolle dessen, was man mit der Technik aus den Erkenntnissen alles machen kann.

@Alchemistin: Es wird eine politishce Entscheidung aus Notwendigkeit sein, festzulegen, ab wann der Zelhaufen ein bewusstes Wesen ist.

Und wenn irgendwo Not am Mann ist, wird es mit Sicherheit auch jemanden geben der noch etwas als Materiallieferant heran zieht, was schon Arme und Beine hat. In Südamerika praktiziert das die Organmafia schon mit Erfolg. Und an Kundschaft mangelt es auch nicht.
Aber wenn man eine offizielle Lienie hat, kann man solche Auswüchse leichter bekämpfen, als wenn die komplette Kette in privater, illegaler Hand ist.


Die Gentechnik ist übrigens genau dafür da, die Degenerationsspuren, die sich Dank Sozialverhalten nicht mehr selbst "rausmendeln", zukünftig händisch aus dem Genom auszusortieren.

Und vielleicht ist es sogar unsere einzige Chance auf wirklich grössere Sprünge in unserer Entwicklung. Man weiss es nicht und das ist gut so. Aber spannend ist es allemal.
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24.07.2006 22:51 Uhr von md2003
 
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naja embryonale Stammzellen sind der Schlüssel zu allem!!! Das wird die Zukunft sein.....

und da in Deutschland die Gesetze hier eh zu streng sind, werden wir in diesem Bereich den Anschluss zur Weltspitze verlieren.......

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