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Zentralrat der Juden setzt sich für ein Aufmarschverbot für Neonazis ein

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, setzt sich für eine Grundgesetzänderung, welche die Demonstrationsfreiheit der Neonazis einschränken soll, ein.

Sie sagte, dass das Grundgesetz in den 40er Jahren unter ganz anderen Bedingungen erstellt wurde. Und dass dieses Grundgesetz in der jetzigen Form nicht ausreiche, um sich der 'rechten Gefahr' entgegenzustellen, welche heute droht.

Außerdem forderte Frau Knobloch die Einführung eines Unterrichtsfaches mit dem Thema Nationalsozialismus, um den Kindern deutlich zu machen, dass die Judenvernichtung "ein einmaliger Völkermord in der Geschichte war".


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WebReporter: ravensinth
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Neonazi, Jude, Zentral, Zentralrat, Zentralrat der Juden, Aufmarsch
Quelle: www.netzeitung.de

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18.07.2006 11:11 Uhr von Sir.Locke
 
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lol: so langsam kommt es mir vor, als ob es den zentralrat der juden nur gibt, um jede woche alle leute nochmal darüber zu informieren, was vor vier generationen, bzw. vor über 60 jahren in deutschland passierte.

""...die Judenvernichtung "ein einmaliger Völkermord in der Geschichte war"."" - das ich nicht lache, sie kann sich ja gerne mal mit den nordamerikanischen ureinwohnern zusammensetzen, oder auch gerne mit den australischen. auch wenn es so weit ich weiß keine genauen zahlen gibt, wurden diese beiden völkerstämme fast komplett vernichtet. ok, diese völkermorde waren nicht so organisiert wie die judenverfolgung, aber das ändert nichts an den folgen...

mfg
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18.07.2006 11:20 Uhr von Alfadhir
 
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´rechten Gefahr´ ja sicher kennen wir schon "sie": sind ja überall ,einfach lächerlich ich kanns nichtmehr höhren und dann wird bestimmt aus jedem der israel kritisiert ein nazi und es darf nicht mehr gegen israel demonstriert werden egal was die fürne scheiße bauen .
und das mit dem unterricht ist auch spitze "einmaliger Völkermord" das ich nicht lache völkermorde gabs schon sehr oft (auch wenn jedes mal schlimm) und wenn die jetzt kommen mit "aber nicht mit so vielen toten" stimmts auch nicht. jude sind nicht schlechter und auch nicht besser!!!! als andere menschen von daher steht ihnen auch nicht die "arme-opferrolle" allein zu und wenn wer behaubtet das thema würde zu wenig behandelt , es wird mehr behandlet als jedes andere thema in der geschichte das muss reichen vieleicht sollte man darüber nachdenken das thema weniger zu behandeln da ja immer mehr stunden ausfallen sonst bleibt kein platz mehr für andere dinge der geschichte .
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18.07.2006 12:11 Uhr von usambara
 
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Kollektivschuld? vielleicht wäre ein Unterrichtsfach "Zionismus und dessen Verbrechen" auch sinnvoll.
Bei den Juden sind doch die Araber die Untermenschen.
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18.07.2006 12:27 Uhr von isoerk
 
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@usambara: Gebe ich Dir vollkommen Recht.
Wenn ich jetzt den momentanen Einmarsch der Israelis kritisieren würde, waere ich dann ein Antisemitist?
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18.07.2006 12:33 Uhr von manuc
 
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@isoerk: Nein, due wärest höchstens Antisemit, nicht Antisemitist...
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18.07.2006 12:41 Uhr von opppa
 
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Dienstweg: Der Zentralrat sollte sich mal an den Dienstweg halten:

1) Partei gründen.
2) Wahl gewinnen.
2) Gesetze gegen Aufmärsche erlassen.

Solange der Zentralrat nur als Lobby existiert, sollten sie das Maul halten.
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18.07.2006 12:43 Uhr von adibaba
 
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Gefasel: Kann das blöden Gefasel dieser Person bald nicht mehr hören. Wer ,wann, wo, warum und wie oft aufmaschieren darf, bestimmt unsere Verfassung. Wir sind keine Theokratie, in der Religionen die Politik bestimmen.

Das BVG hat in dieser Sache übrigens schon entschieden.

Sollte es einmal einen neuen Antisemitismus in Deutschland geben, ist der Zentralrat der Juden dafür mit verantwortlich.

Ich könnte mir auch einige neue Unterichtsfächer in israelischen Schulen vorstellen, auch den Palestinensern würde da bestimmt noch einiges einfallen.

Lasse mir von Kriegsverbrechern nicht so gerne vorschreiben wie wir unsere Verfassung ihren Interessen anzupassen haben.
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18.07.2006 12:58 Uhr von opppa
 
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adibaba: Die wollen bei uns keine Theokratie einrichten, die wollen an unser Schuldbewußtsein appellieren und dann noch mehr Wiedergutmachung!

Denen ist bisher noch nicht aufgefallen, daß wir uns unserer Schuld aus dem "3. Reich" immer noch bewußt sind, und daß sie mit ihren Versuchen, in Deutschland Politik zu machen langsam lästig werden.
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18.07.2006 13:15 Uhr von isoerk
 
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@manuc: Hast Recht! Im eifer des Gefechts habe ich manchmal nen haenger!
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18.07.2006 13:16 Uhr von Helmut der erste
 
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Irgendwie schon komisch: Hier werden ständig Nazis verteidigt mit dem Hinweis auf Redefreiheit. Das scheint bei uns für jeden zu gelten, außer für den Zentralrat der Juden.

Außerdem wie ist das eigentlich: Hat jeder Jude automatisch die israelische Staatsangehörigkeit.

Was ich auch komisch finde: Ständig wird hier die Zeit des Nationalsozialismus gleichgesetzt. Um mal eines festzuhalten, der Staat Israel mag vielleicht ungemessen hart reagieren, die deutsche Regierung damals hat nicht auf Angriffe reagiert. Die haben einfach Männer, Frauen und Kinder eingesammelt und umgebracht. Darum spricht Frau Knobloch auch von"einmalig".
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18.07.2006 13:27 Uhr von Pitbullowner576
 
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ich fordere: ein Verbot des Zentralrates der Juden

-*-
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18.07.2006 13:43 Uhr von Colapso4
 
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Vorbei Mann!!!!!! So langsman geht es mir tierisch auf den Zeiger, dass wir immer noch dafür verantwortlich gemacht werden, dass vor 60 Jahren einige deutsche Hohlbrote Juden gemetzelt haben. Ich habe und hatte nie etwas damit zu tun. Warum bezahle ich denn monatlich dafür?!? Damit das jüdische Volk beispielsweise den Libanon besser bombardieren kann? Genau das ist der Grund, warum man auf Deutschland nicht mehr stolz sein kann. Während der WM wurde einigen Ländern klargemacht, wie gastfreundlich Deutschland eigentlich ist...und damit der schlechte Ruf wiederkehrt, kommt diese Frau Knobloch an. Sorry, das fällt unter die Kategorie Volksverhetzung. Ich habe kein Verständniss für irgendwelche rechte Aufmärsche, um das mal klarzustellen, aber ebensowenig für diverse Extrawürste für die arme jüdsche Oberschicht.
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18.07.2006 13:54 Uhr von Teppichratte
 
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Gibts hier für Threads, die das Thema "Juden" abdecken, eigentlich Extrapunkte oder so?
Vielleicht wäre es ja einfacher, irgendwo so was wie, "meine kleine Hetzecke" einzurichten.
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18.07.2006 14:06 Uhr von grimpi
 
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ich setz mich für: ein verbot des aufmarsch des zentralrats ein ;-)
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18.07.2006 15:53 Uhr von stellung69
 
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Jeden Tag was Neues: vom Zentralrat der Juden; meines Erachtens wäre etwas weniger Medienpräsenz für den Verein besser, da es fast schon eine Übersättigung mit solchen Berichten gibt.....
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18.07.2006 16:03 Uhr von *Flip*
 
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Eher lächerlich und nicht durchsetzbar bzw gegen die Grundrechte --> freie Meinungsäußerung. Wie soll das zusätzlich mit dem Antidiskriminierungsgesetzt harmonieren?

Selbst wenn es durchkommen würde..

wer entscheidet, wer Neonazi ist bzw was ist ein Neonazi ?

Wenn man schon sieht, dass allein zw. rechts und rechtsextrem nicht differentiert wird, ferner noch nicht differentiert werden möchte, um dieses Wort/Richtung weiter zu tabuisieren.

Ich bin eher der Meinung, dass hier ein gefährliches Instrument entstehen würde, womit man kritische Meinungen / Fragen / Ansichten unter dem Deckmantel "Neonazi" schnell und unbürokratisch unterbinden kann.

Das gleiche sieht man bei dem Thema "Holocaust". Kaum ein Historiker würde sich an das Thema trauen, da er schon vor der Untersuchung mit einem Bein im Knast stehen würde, bzw einem mächtigen Druck durch eine gewisse Lobby ausgesetzt wäre.


Ich würde mich vielleicht breitschlagen lassen, wenn ein allgemeines Demonstrationsverbot für vom Verfassungsschutz als extrem eingestufte Organisationen / Gruppierungen erlassen würde.

Dann blieben uns die NPD Demos erspart, ebenso wie die Antifa-Affen. Irgendwelche osmanischen Großmannssuchtdemos genauso wie der alljährliche "Alquds Tag"

Und am besten, die Linke, die neue SED würde auch einen mächtige Dämpfer bekommen.

Tschau

PS.:

Ein kleiner Auszug aus dem Ressort der Netzzeitung:

Knobloch fordert Verbot von Nazi-Aufmärschen

Juden beklagen «antiisraelische Reflexe» in SPD

Zentralrat der Juden kritisiert Steinmeier

Zentralrat der Juden fordert mehr Geld

Zentralrat kritisiert Anne-Frank-Lesung

Knobloch fordert kein Holocaust-Schulfach mehr

Zentralrat uneins über Schulfach zu NS-Zeit

Zentralrat besorgt um deutsches Judentum

Knobloch fordert bundesweiten Islam-Unterricht


:-)))
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18.07.2006 16:08 Uhr von Bibip
 
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@ Helmut der erste: um es zum wiederholten mal zu sagen:
auch wenn es den Interessengruppen (Holocaustindustrie) nicht passt: es war nicht einmalig.
Deutschland reiht ich hier mit anderen Staaten ein:
Israel (Alt- und NeuIsrael), USA, England, Russland, China, diverse Afrikanische Staaten.
Sie alle haben gezielt Völker ausgerottet, verfolgt, ermordet. Immer mit allen technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit. So auch wir.
Klar will die Holocaustindustrie das nicht hören. Denn wenn so alle denken, dann müssten sie wieder arbeiten um an Geld zu kommen. So wird es ihnen nachgeworfen. Unser vermeintliches schlechte Gewissen lässt uns kriechen und betteln: "seid uns wieder gut!". Und obwohl viele der Politiker in Berlin sich ihren Teil über Israel denken, wagen sie trotzdem nicht sich zu äußern.
Jede Form von Kritik wird sofort als Antisemitismus bezeichnet. Und gibt es was schandbareres als den Antisemitismus? Dagegen ist doch Mord, Kinderschändung, Sodomie... was ganz harmloses.
Sind denn die führenden Juden so dumm, dass sie nicht merken, dass sie genau das Gegenteil erreichen.
Soll es denn wieder so etwas geben?
Das muss doch nicht sein!
Grüße
Bibip
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18.07.2006 16:15 Uhr von Teppichratte
 
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@Bibip: Deutschland reiht ich hier mit anderen Staaten ein:
Israel (Alt- und NeuIsrael), USA, England, Russland, China, diverse Afrikanische Staaten.
Sie alle haben gezielt Völker ausgerottet, verfolgt, ermordet. Immer mit allen technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit. So auch wir.


Aha, selbst wenn das stimmen sollte, was ändert das an den Tatsachen?

Ist der Mord, den X begangen hat, weniger schlimm, oder verfolgenswert, nur weil Z auch mal einen begangen hat?

Es ist mit das dümmste was man machen kann, das eine Verbrechen mit dem anderen zu rechtfertigen oder zu erklären.
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18.07.2006 16:16 Uhr von dicksuicide
 
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bibip: wunderbar, wieder jemand, der den industriellen millionenfachen Mord, den es nie so in einer anderen form gegeben hat, mit anderen (schweren) Verbrechen gleich setzt....
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18.07.2006 17:19 Uhr von Bibip
 
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@ teppichratte, @ dicksuicide: es ist immer das gleiche Geschwafel, das gebracht wird, wenn man aufzeigt, dass das nichts einmaliges war.
Es wird versucht einen mundtot zu machen.
Nicht mit mir!
Ich lehne jeden Mord ab, ganz besonders staatlich geförderten. Es ist bei weitem keine Aufrechnung wenn man die geschichtliche Wahrheit sagt. Es ist nun mal Fakt.
Hätte Israel damals Gas und ähnliche "Spielzeuge"! gehabt, als sie behaupteten Gott hätte sie beauftragt das Nachbarvolk mit allem (Mann, Frau, Kind, Hof, Gesinde, Vieh, Geld, ...)zu vernichten, sie hätten es ebenfalls verwendet. Nur hatten sie noch nicht die Technik. Übrigens war ihnen das Geld und die sonstigen Werte wichtiger als der Gottesauftrag: sie kassierten ihn. Wie die Holocaustindustrie heute auch. Geld ist wichtiger.
Ich bin fest davon überzeugt, dass es gleichgültig ist, ob ein Staat 2 Mio, 6 Mio oder 20 Mio Menschen umbringt. Es ist unrecht und verdammenswert.
Doch legt Israel ganz besonderen Wert auf die 6 Mio. Verständlich, denn die Weissagung lautet: "erst wenn 6 Mio Juden ermordet wurden wir der Staat Israel wiedererstehen." Ein Schelm wer schlechtes dabei denkt.
Ich habe wirklich keinerlei Ambitionen diesen Staat wiederauferstehen zu lassen (aus familiären Gründen, die aber niemanden was angehen. Ich hausiere nicht damit)
Wer mich als Nazi titulieren will ist irre.
Grüße
Bibip
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18.07.2006 17:26 Uhr von Teppichratte
 
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@Bibip: Nochmal, selbst wenn das stimmen sollte, was ändert das am Verbrechen der Nazis, wenn es nicht realtivieren soll?
Ist doch ne ganz einfache Frage?
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18.07.2006 19:38 Uhr von delauer
 
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Der Zentralrat der Juden sollte jetzt erstmal etwas zum Krieg von den Israeliten (einziger jüdischer Staat) sagen.

Sagen immer, dass alle Juden soooo friedliche Menschen sind und dann marschieren sie mal eben in ein Land ein.

Kann auch nicht wahr sein!
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19.07.2006 00:35 Uhr von jesse_james
 
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Nichts für ungut aber hat diese Person: einen Clown gefrühstückt oder was ist das für ein Blödsinn ?

"Außerdem forderte Frau Knobloch die Einführung eines Unterrichtsfaches mit dem Thema Nationalsozialismus, um den Kindern deutlich zu machen, dass die Judenvernichtung "ein einmaliger Völkermord in der Geschichte war"."

Sind Menschen jüdischen Glaubens mal wieder mehr wert als Menschen anderer Herkunft ?

War die Vernichtung von afrikanischen Völkern, den Indiandern in Amerika, die Ausrottung der Andenvölker oder der Aborigines in Australien etwa kein Völkermord ?

Gab es vor Hitlers Genozid an den Juden keine Verfolgung von Juden, gab es nach diesem Genozid nicht rein zufällig noch immer eine Art Genozid an diesem Volk nur von anderen als den Deutschen praktiziert (man denke z.B. an Stalin) ?


Natürlich war es schlimm was im dritten Reich passierte, trotzdem ist das der größte Unsinn den diese Person bislang von sich gegeben hat.
Und wer mit Scheuklappen durchs Leben läuft sollte besser garnicht erst den Vorsitz einer solchen Institution übernehmen !
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19.07.2006 01:07 Uhr von dicksuicide
 
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@bibip Teil 1: Wenn man die Taten anderer Völker mit den Taten der Nazis vergleicht, kommt man schnell in den Verdacht der Relativierung und damit verdächtig nahe an die Verharmlosung. Letztlich bleibt das, was während des 3. Reichs geschah, industrieller Massenmord aus den primitivsten Motiven, so unfassbar, das es da nichts, aber auch gar nichts zu relativieren gibt.
Damit du siehst, dass ich Dich weder als Nazi diffamieren möchte, noch dich mundtot sehen will: Dennoch darf, ja muss man die Untaten anderer nennen. Alfred Grosser, Politologe und Publizist, selber mit seinen Eltern vor den Nazis geflüchtet, hat zum Thema "Dürfen die Deutschen Israels Politik gegenüber den Palästinensern kritisieren?" einmal gesagt: "Nein, sie dürfen wegen Ausschwitz nichts dazu sagen, sie müssen wegen Ausschwitz etwas dazu sagen." Das trifft natürlich auch ganz besonders auf die Untaten anderer Staaten, Institutionen, Völker usw. zu - Mord bleibt Mord, ob es sich nun um 1 Mill. oder 6 Mill. handelt.

Nur ist das alles nicht vergleichbar. Sklaven zB. wurden gehandelt und ausgebeutet, um aus ihnen Nutzen zu ziehen. Und da Tote nun mal nichts nutzen, war die sicher sehr hohe Todesrate beim Sklavenhandel ein notwendiges Übel, das man in Kauf genommen hat. Kein Mensch hat aber dabei daran gedacht, systematisch alle Schwarzafrikaner ausrotten zu wollen. Und genau das ist der Unterschied.

Was die Nazis im Dritten Reich gemacht haben - das war gepelanter industriell durchgeführter Massenmord. Es ging nicht darum, jemanden von seinem Land zu vertreiben (wie bei den Indianern Nordamerikas) oder jemanden auszubeuten. Letzteres war nur ein Nebeneffekt, weil die "Vernichtung durch Arbeit" ein Teil der geplanten Vernichtung war.
Und es betraf ja nicht nur die Juden. Genau so sollte zum Beispiel die gesamte polnische und russische Intelligenz vernichtet werden.

Insofern sind auch Stalins Lager damit nicht vergleichbar. Dem ging es um die Disziplinierung - auch wenn die Todesrate dort extrem hoch war. Aber Stalins Zwangsumsiedlungen und Einweisungen in Arbeitslager hatten nicht die körperliche Vernichtung ganzer Teile des Volkes zum Ziel. So sollten die Großbauern (Kulaken) durch Umsiedlung nach Sibieren ihrer ökonomischen Machtbasis beraubt und als Machtfaktor ausgeschaltet werden. Aber gleichzeitig sollten sie ja durch Arbeit in Sibirien dort Nutzen für das Land bringen - sie sollten nicht primär getötet werden.
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19.07.2006 01:08 Uhr von dicksuicide
 
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@bibip teil 2: Und in diesem Kontext ist die Menschenvernichtung im 3. Reich einmalig gewesen. Meines Wissen wurden sonst niergendwo Lager zu dem einzigen Zweck erschaffen, Menschen zu vergasen und zu verbrennen. Das war der einzige Zweck z.B. von Auschwitz. Da wurde von Beginn an geplant, wie viele Menschen pro Tag vergast und wie viele Leichen in den Öfen verbrannt werden können - so wie man normalerweise die Produktionshöhe eines Werkes nach der Kapazität seiner Ausrüstung plant. Das war schon einmalig.

Dein Einwand wird jetzt sein: die Weissen Amerikas hätten eine Infrastruktur zur Vernichtung der Indianer genutzt so sie diese gehabt hätten!

Hier gibt es wesentliche Unterschiede:
In den Indianerkriegen ging es vorangig um Land bzw. um das, was darunter lag. Da waren die Indianer im Wege - besonders, weil sie ja auch nicht seßhaft werden wollten und ihr Land verteidigt haben. Das war eigentlich mehr eine Art Krieg - ein Eroberungskrieg. Nicht unbedingt ein Ruhmesblatt für die Vereinigten Staaten - aber trotzdem was ganz anderes. Das sieht man schon daran, daß das Interesse an den Indianer sofort vorbei war, wenn sie in Reservaten eingepfercht waren. Natürlich war dort die Sterberate auch noch sehr hoch - nicht zuletzt, weil Skrupellose Geschäftemacher sich an den Lieferungen für die Reservationen bereichert haben. Aber das war nicht staatlich gewollt, das waren Einzeltaten.

So lassen sich eigentlich alle früheren Untaten in 2 Kategorien einteilen. Es gibt Kriege um Macht und Land - oft verbunden mit Kriegsverbrechen auch an Ziuvilisten. Und es gibt Sklavenhandel mit dem Ziel der Beschaffung von Arbeitskräften.

Nur - was hatten die Juden getan und die Sinti und Roma? Das war ein rein propagandistisch begründeter Völkermord. Da wurden Leute umgebracht, von denen keinerlei Gefahr ausging - planmäßig und zielstrebig. Vor den Indianer hatten die Siedler Nordamerikas Angst, egal ob begründet oder unbegründet. Aber wer hatte vor dem jüdischen Händler Rosewitz Angst, von dem Oma später erzählt hat, das wäre ein feiner und höflicher Mann gewesen? Es gab einfach keinen Grund, den zu vergasen.

Und eins noch: Wir reden hier über das 20. Jahrhundert.
Das war keine ferne Vorzeit. Da gab es inzwischen ganz andere Moralvorstellungen und gesellschaftliche Normen. Da waren die Zeiten eigentlich vorbei, in der Theologen ernsthaft diskutiert haben, ob Indianer und Neger überhaupt eine Seele haben und als Menschen anzusehen sind. Da war auch die Sklaverei abgeschafft inzwischen. Es gab schon definierte Menschenrechte, es gab im Kriegsfall die Genf

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