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"Ausgewanderte" deutsche Worte gesucht - Wettbewerb des deutschen Sprachrats

Viele deutschsprachige Begriffe haben in fremden Ländern eine Heimat gefunden. So nennen Koreaner einen Studentenjob "arubaito" oder Nigerianer sagen "Is das so?" Der Deutsche Sprachrat will solche Beispiele durch einen Wettbewerb sammeln.

Bis zum 30. September 2006 können Beispiele an den Sprachrat übermittelt werden. Es gibt eine Kulturreise nach Berlin zu gewinnen. Die Aktion ist in das Projekt "Die Macht der Sprache" des Goethe-Instituts integriert.

So kann jeder und jede helfen, den Sprachwandel in einer globalisierten Welt aufzuzeigen. Die besten Beiträge, bei denen auch die Geschichte des "ausgewanderten" Wortes einfließen soll, werden in einem Buch publiziert.


WebReporter: Thothema
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Deutsch, Wettbewerb, Wort
Quelle: www.damals.de

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27 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.07.2006 12:07 Uhr von Thothema
 
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Eine schöne Idee. Einfach mal umdrehen. Bei uns wird ja immer über die "Verunreinigung" der deutschen Sprache geklagt. Dabei ist das ein weltweites Phänomen. "Kindergarten", "Autobahn" oder "Rucksack" sind bekannte Beispiele aus Amerika (oder England?).
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08.07.2006 14:04 Uhr von jerry fletcher
 
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pisa?? seit wann bitte ist "arubaito" ein deutsches wort??
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08.07.2006 14:06 Uhr von edmcbraindead
 
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Finde ich auch toll Mist genau die gleichen Beispiele wie der Autor wolte ich eigentlich auch bringen hehe
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08.07.2006 14:19 Uhr von zeitgeist
 
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sprach-globalisierung: @jerry
ganz recht, pisa. hauptsache was hinbrabbeln
arbeiten ist ein deutsches wort, nur ist die sprachanatomie an inderen sprachräumen nicht gleich der (hoch-)deutschen. deswegen ist das wort ebend "ein-koranert".
andersrum sagt man dazu eindeutschen.
wieder was gelernt, ne?

@topic
durch die globalisierung treten länder und kulturgrenzen immer weiter in den hintergrund. daher werden sprachen, die nicht in der weltkultur verankert sind, in einigen jahrzehnten immer mehr an bedeutung verlieren.
die franzosen haben das zeitig erkannt und schon in den 90ern quoten für die medien eingeführt.
neu ist das allerdings nicht, schon in der antike gab es ängste vor verfremdung oder verunereinigung der sprache. dabei ist das ein völlig natürlicher prozess, dass sich sprache weiterentwickelt und vermischt.
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08.07.2006 15:17 Uhr von Powerline86
 
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Ich kenn auch ein Wort In Chile sagt man "Kuchen"
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08.07.2006 15:29 Uhr von marco16181
 
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hab da auch noch welche! AFAIK sagen die Amis auch "Zeitgeist" und "Skifahren", oder sagen das nur die Japaner...??
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08.07.2006 15:34 Uhr von marco16181
 
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..obwohl die Amis jetzt sowieso alles bei ihnen verdeutschen:

http://science.orf.at/...
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08.07.2006 16:08 Uhr von sou
 
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gut: find ich gut das auch die anderen mal dt wörter verwenden und nich nur engl
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08.07.2006 17:27 Uhr von no_trespassing
 
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@marco16181: Richtig.

Aber auch "Poltergeist" findet man in jedem besseren englischen Wörterbuch.

In Frankreich haben sich die Begriffe "Waldsterben" und "les lender" (Die Länder) etabliert. Beides aufgrund der EU, da die Franzosen die Sorge um Waldsterben aufgrund Smog nicht nachvollziehen können und denken, die Deutschen würden das dramatisieren.

Bei den Ländern sind die Bundesländer gemeint. In den Medien und im EU-Parlament wird deshalb oft spöttisch der Begriff verwendet, weil die Bundesländer in vielen Dingen Entscheidungsfreiheit haben und das bei den Gesetzen immer berücksichtigt werden müssen.
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08.07.2006 18:32 Uhr von Caliban85
 
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arubeito: Arubeito kommt vermutlich von Arbeit... ein einfaches r gibts ja nicht...

was ich auch gut finde ist das japanische Wort für Milch; miruku (ausgesprochen Miluku), wobei das eher von Milk kommt..
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08.07.2006 19:36 Uhr von CroNeo
 
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Kroatien & Slowenien: In Kroatien und Slowenien gibt es hunderte "Germanizismen" und nicht nur einzelne Wörter.
Hängt wohl u.a. mit der kuk-Monarchie zusammen unter habsburgischer Herrschaft.
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08.07.2006 21:20 Uhr von Krusinator
 
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im zweiten weltkrieg: haben die engländer und amerikaner acuh den namen unserer Panzerfaust übernommen, so hieß es damals auch immer: "Watch out, Panzerschreck!" xD
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09.07.2006 00:45 Uhr von der_uri
 
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ich sach nur: schlagbaumas
vunderkindas
buterbrotas
buhalterija
fejerverkai
stanga

alle in der litauischen sprache
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09.07.2006 03:56 Uhr von Silenius
 
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Lustige Geschichte: In Frankreich heisst Oberlicht (oder Dachluke) vasistas.

Mein alter Französischlehrer hat mir das folgendermaßen erklärt:
Damals, im Deutsch-Französischen Krieg, als deutsche Soldaten Teile von Frankreich besetzt hatten, kannten die Deutschen noch kein Oberlicht. Der Legende nach deuteten die Soldaten auf die Fenster und fragten:"Was ist das?" Die Franzosen hatten die Oberlichter bis dato auch nur als "fenêtre", also Fenster bezeichnet, und dachten ihrerseits, dass "Was ist das" das deutsche Wort für die Oberlichter wäre. Umgekehrt kommt fisematenten (aus: Mach mir keine fisematenten) aus dem Französischen von "Visite ma tente " = "Besuche mein Zelt". Das sollen Offiziere in Napoleons Armee an deutsche Frauen als Einladung ausgesprochen haben. Und die Mütter machten daraus halt die "fisematenten". ^^

Und nebenbei bemerkt: Eine lange Liste von diesen Wörtern gibts auch schon gesammelt bei Wikipedia. =;)
http://de.wikipedia.org/...
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09.07.2006 12:09 Uhr von Generalstreik
 
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Nichts ungewöhnliches: Die Übernahme von Germanizismen sowie von englischen und französischen Begriffe läßt sich dadurch begründen, dass diese Völker jeweils in der Entwicklung anderen Völkern vorraus waren. Dies kann man besonders gut an technischen Begriffen erkennen. Während Länder wie Deutschland, Frankreich und England die Industrialisierung ankurbelten und neue Dinge erfanden, gab es in anderen Ländern eben keine eigenen Wörter für diese Erfindungen. Sie wurden deshalb übernommen. Da hierdurch auch gesellschaftliche und kulturelle Lebensarten exportiert und als hochwertig angesehen wurden, bürgerten sich deshalb auch Begriffe aus dem alltäglichen Leben ein.
So galt im 17. und 18. Jahrhundert die französische Lebensart als das non plus ultra in Europa. Im Zuge der industriellen Revolution verschob sich dies in Richtung Deutschland und England.

Viele Beispiele lassen sich diesbezüglich im Polnischen erkennen.

So gibt es dort die Begriffe:
Kabel, Kalendarz (Kalender), Kamera, Kalkulacjia (Kalkulation), Kanal, Kantyna (Kantine), Karykatura (Karikatur), Kariera (Karriere), Kartofel, Karton, Katalizator, Katastrofa, Dzentelmen (Gentlemen), Trening, Traktor, Joghurt, Jacht......

Wer suchet der findet....

Im Übrigen findet ihr eine Liste der bedrohten Wörter, welche fast aus unserem eigenem Sprachgebrauch verschwunden sind.

http://www.bedrohte-woerter.de/
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09.07.2006 12:19 Uhr von Generalstreik
 
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uri: Du hast doch glatt das wichtigste Wort vergessen:

Zepelinai :-)

Mnjamm Mnjamm
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09.07.2006 12:31 Uhr von dukath
 
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Etwas seltsame Formen nimmt die ganze Sache an, wenn in Deutschland ein ausländisches Wort benutzt, in anderen Ländern für die selbe Sache allerdings ein deutsches.
Beispiel Russland: Krawatte heißt dort galsstuk (von Halstuch). Die russischen Ärzte benutzen in der Medizinersprache vornehmlich deutsche Wörter, in Deutschland ist es Latein.
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09.07.2006 13:54 Uhr von der_uri
 
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@generalstreik: du meinst wohl "cepelinai"?
und wenn wir schon beim kulinarischen sind:
Kugelis
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09.07.2006 14:05 Uhr von Generalstreik
 
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uri: UUUps ist mir doch grad ein Z reingerutscht. ;-)
Hast natürlich recht. Cepelinai.
Oder auch Saslykas. Mnjamm mnjamm. Und ein Glas Svyturys dazu.
Wobei Schaschlik ja nun auch keine deutsche Erfindung ist. Hehe
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09.07.2006 17:12 Uhr von Metzner
 
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Kartoffelsalat heisst auf Russisch - na wie wohl? Richtig, Kartoffelsalat! Nur eben in Kyrillisch geschrieben.

Und in China steht an Kindergaerten was wohl?
Richtig: Kindergarten.

Uebrigens im Japanischen "miruku" wird einfach "Milk" gesprochen, weil "u" verschluckt wird und "r"="l" ist. Hatte mal einen japanischen Freund namens "Kurosu" ausgesprochen "Kross"...
Die Japaner kennen noch "Borupen" (Ballpen) fuer Kugelschreiber ...

In Finnland: Post = Posti, Bank = Panki, Postbank = Postipanki, und ein Konjaki ist dann was?

Die Liste ist unendlich - fast.

Und Reisebuero auf Schwedisch? Richtig: Reisebuero... (Aber Schwedisch zaehlt nicht, da im Mittelalter noch fast wie ein Deutscher Dialekt gehandelt.)

Nur im modernen China wurde nahezu krampfhaft alles uebersetzt, da es zu viele Probleme mit Schriftzeichen und Aussprache gab und gibt. Das fuehrt bei gebildeten Chinesen manchmal zu lustigen Saetzen, weil sie eben ein auslaendisches Wort einfach einfuegen. wenn sie dass entsprechende Chinesische nicht kennen oder es noch nicht gibt. Aber ein paar Jahre spaeter haben sie dann was parat.

Anorak, Kapuze, Parka und Kajak sind Worte, die uns Deutschen total normal vorkommen, sind aber eben auch nicht deutsch.

Zu Guter letzt: das Wort "Ansatz" in der Mathematik im Sinne von Loesungsansatz heisst im Englischen/Amerikanischen auch "Ansatz"...
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10.07.2006 08:02 Uhr von isoerk
 
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Deutsch im türkischem: So einige Worte habe ich hier in der Türkei auch gefunden. Das KFZ Schiebedach wird z.T. auch als schibidak bezeichnet. Der Dreh-Kipp Beschlag eines Fensterelementes wird hier als Vasistas (Was ist das) bezeichnet. Ob diese Worte aus dem deutschen entstanden sind kann ich natürlich nicht garantieren.

Viele Grüsse aus Istanbul
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10.07.2006 08:37 Uhr von lucky strike
 
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Das berühmteste Ausgewanderte Wort: ist immer noch "Blitzkrieg" :)
so schlechter witz zuende
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10.07.2006 09:48 Uhr von jens3001
 
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@lucky strike: nene... das berühmteste ausgewanderte, ursprünglich deutsche wort ist immer noch "fuhrer" ;-)
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10.07.2006 15:03 Uhr von miramanee
 
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Nicht ausgewandert, sondern: Überbleibsel.

Vor dem 3. Reich entwickelte sich die Deutsche Sprache bereits zu einer weitverpreiteten Linguistik. In vielen Regionen der Welt war sie bereits Amtssprache. Doch dann kam das NS-Regime und machte das zunichte, sodass sich mehr und mehr Englisch als Weltsprache durchsetzte.

Folglich sind die Wörter und Sätze in anderen Ländern Fragmente der Vergangenheit. Manche Dinge sind in einer anderen Sprache aussagbarer als in der eigenen. Versucht doch z.B. mal das Wort "Power" mit nur einem Wort zu übersetzen, ohne etwas darin offen zu lassen. Das geht aus vielerlei Gründen nicht. Und so wird es vielleicht auch bei deutschen Begriffen im Ausland sein. Dazu kommt noch, dass sie einfach gut klingen und somit vor allem in der Werbung gut ankommen (Wellness, etc.).
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10.07.2006 18:10 Uhr von solynieve
 
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Und in Spanien: heisst der Hamster? Klar, Hamster :-)

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