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Sächsischer Kultusminister will Abitur deutlich verschärfen

Der sächsische Kultusminister Steffen Flath (CDU) hat am Mittwoch in Dresden seinen Entwurf zur Oberstufenreform vorgestellt. Unter anderem sollen die Gymnasiasten demnach künftig weniger Auswahlmöglichkeiten in der Sekundarstufe II haben.

Statt bisher einem naturwissenschaftlichen Fach soll der Unterricht in Physik, Chemie und Biologie verpflichtend werden. Zudem sieht der Entwurf die Belegung einer weiteren Fremdsprache bis zum Abitur vor.

Laut Flath hat das ungenügende und oft kritisierte Allgemeinwissen der Studenten diese Maßnahmen notwendig gemacht. Zudem erhofft man sich, dem vorherrschenden Mangel an Ingenieuren trotz sinkender Schülerzahlen entgegenwirken zu können.


WebReporter: christianwerner
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Abitur, Kultusminister
Quelle: www.freiepresse.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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29.06.2006 13:36 Uhr von christianwerner
 
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Persönlich halte ich von dem Konzept überhaupt nichts. Mit einem Zentralabitur und relativ wenigen Wahlmöglichkeiten hat Sachsen jetzt schon einen angesehenen Bildungsabschluss zu bieten. Mit den geforderten 35 Stunden/Woche kann dann jeder Schüler zeitlich mit einem Arbeiter mithalten.
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29.06.2006 13:54 Uhr von Cenor_de
 
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Also die reformierte Oberstufe war schon: fragwürdig.Da heben sich ne menge Deppen Abis zusammengeschustert mit seltsamen Leistungskursen.

Noch dämlicher ist allerdings, das nun in 8 Jahre zu packen, anstatt in neun, die auch schon ziemlich knapp bemssen waren, bei den Bergen an Ferien.

Und 35 Stundewoche ist doch ehe ein Scherz. meine Tochter ist in der 5.
Unterichtsstunden: 34
Nachmittags: 2 Stunden Musikunterricht
Jeden Tag 1h Hausarbeit. (oft eher mehr)
Macht 41 Stunden.
Ab der 6. hat sie nun noch ne zweite Fremdsprache und mehr Wochenstunden.

Wir werden also ne menge gestrest und schlecht ausgebildete 17 jährige haben, die, um Studiengebüren zu sparen ein 6 Semestriges Studium in Regelstudienzeit abschliessen, um mit 23 arbeitslose Akademiker zu werden.
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29.06.2006 14:40 Uhr von Robert2006
 
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@Cenor_de: Ganz so einfach ist das leider nicht, ich kann dir aus Erfahrung berichten, das du als Oberstufenschüler 3-5 Tage die Woche 8h Schule hast, dazu kommen grade in Sachsen noch unverhältnismäßig lange Anfahrtswege, da gerade in Sachsen immer mehr Schulen geschlossen werden und Buslinien... nunja, reden wir nicht drüber. Ich bin im letzten Jahr im Schnitt kurz nach halb 7 morgens zu Hause los, und kurz vor 17 Uhr wieder gekommen... Da sind dann aber auch noch keine Hausaufgaben gemacht, für keine Klausuren gelernt etc, vom Abistress, der ab spätestens März dazu kommt, mal ganz abgesehen... Das 12 Jahre die sinnvollere Lösung sind und vollständig ausreichen, zeigt der Umstand, das immer mehr Bundesländer auf dieses System umstellen. Zentralabitur etc. haben wir, die Autor schon anmerkte, in Sachsen auch schon lange, allerdings muss ich anmerken, dass ich das Abi gemessen an dem, was wir gelernt haben, auch verhältnismäßig einfach fand.

"Zudem erhofft man sich, dem vorherrschenden Mangel an Ingenieuren trotz sinkender Schülerzahlen entgegenwirken zu können."
Das erhoffte Ziel widerspricht den getroffenen Maßnahmen so ziemlich zu 100%.^^
Insgesamt find ich das absoluten Käse, was der Flath da von sich gibt. Der Witz am Wahlsystem ist ja eben, dass der Schüler seine Schwächen kompensieren kann und seine Stärken entsprechend gefördert werden können. Ich als angehender Informatik-Student brauch ganz sicher kein Bio/Ch mehr im Studium und Allgemeinwissen sollte bis zur Klasse 10 geschaffen werden und nicht in der Oberstufe. Sinnvolle Maßnahmen wären u.A. nicht bald jede 2. Schule in Sachsen zu schließen und einmal ein gescheites Kontingent an Lehren bereit zustellen, dass ausfallende Unterrichtsstunden fachgerecht vertreten werden können und nicht in der 12. Kurse generell mit mehr wie 20 Mann besetzt ist und ein vernünftiger, intensiver, schüler bezogener Unterricht wieder möglich ist. Aber das würde ja Geld kosten und man müsste die Schuld bei der eigenen Bildungspolitik der letzten Jahre suchen.
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29.06.2006 15:12 Uhr von christianwerner
 
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Falscher Ansatz? Zum Glück ist das Ganze noch ein Konzept, Punkte zur Kritik gibt es wohl genug.

Zudem muss man sich fragen, ob die Missstände wirklich aus der Schule stammen. Für mich war es z.B. schwer, nach einem Jahr Aussetzen durch den Wehrdienst mich wieder in den Studienalltag einzufinden. Man verlernt wirklich unglaublich viel.

Die 12 Jahre bis zum Abitur finde ich auch völlig ausreichend. Soweit ich weiß, wird in anderen Bundesländern ja nicht mal mehr Stoff gelernt, die Themen werden einfach auf die 3 Jahre gestreckt. Besonders im Hinblick auf die Uni, wo möglichst viel in eine Stunde gepackt wird, finde ich das eher nicht so gut.

Auch der Grund mit den Ingenieuren ist völlig absurd. Man möchte doch meinen, dass die groben Interessen eines jeden schon in der 10. Klasse feststehen und gerade danach auch die Leistungskurse festgelegt werden. Auch durch die erhöhte Anzahl naturwissenschaftlicher Fächer werden sich wohl nur die wenigsten zu einem ingenieurwissenschaftlichen Studium drängen lassen.

(Ich habe in der Sek. II Chemie und Biologie komplett abgewählt, sowie Französisch im letzten Jahr. Das war meine einzige Wahlmöglichkeit und wohl auch eine gute Wahl, denn ich habe bis jetzt nie wieder etwas davon gebraucht.)
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29.06.2006 15:53 Uhr von Robert2006
 
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@christianwerner: Jopp, ist bei mir genauso, nur statt Französisch Latein. Hätte ich Latein weitermachen müssen, hätte ich heute sicher kein Abitur. :P
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29.06.2006 16:06 Uhr von no_trespassing
 
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Viel tiefgründiger muß da vorgegangen werden: Im Prinzip ist der Ansatz richtig. Es kann nicht sein, daß Schüler sich um die Naturwissenschaften drücken, indem sie geschickt mit Sport, Religion und Kunst ein paar weniger lernintensive Fächerkombinationen wählen, die auch zum Abi führen.

Es dürfte eigentlich gar kein Abi mehr geben, indem Mathe nicht Prüfungsbestandteil ist.

Was die Verkürzung von 9 auf 8 Schuljahre betrifft, bin ich unentschlossen. Einerseits kann man damit den Eintritt ins Studien-/Berufsleben vorziehen, andererseits muß man aufpassen, daß man die Schüler a) nicht verheizt und b) daß der Stoff angemessen vertieft behandelt und nicht so oberflächlich da drüber gegangen wird.

Cenor, ich schließe mich da Deiner Meinung klar an. Mit dem 6-semestrigen Studium ist es das gleiche. Die Zeit reicht einfach nicht, um Schülern den Stoff vernünftig beizubringen. Und zuguterletzt werden auch noch jene auf der Strecke bleiben, die den Stoff erst nach einer gewissen Zeit verinnerlicht haben. Mit anderen Worten: Man produziert viel mehr Sitzenbleiber, die dadurch demotiviert werden.

Um den Ingenieursmangel zu kompensieren, reicht der Ansatz nicht aus. Vielmehr müßte schon in Kindergarten und Grundschule Lust auf Technik gemacht werden.

Man hat hunderte pädagogische Konzepte entwickelt, wie Kinder spielerisch lernen und wann man welchen Schwierigkeitsgrad drannehmen muß, um altersgerecht auf das Kind einzuwirken.

Ganz provokant sag ich mal: Alles Käse! Wenn ich einem 6-jährigen Kind ein paar Experimente vorführe, wie z.B. Styropor in Aceton in Luft aufzulösen oder Versuche mit Magneten, die in der 8. oder 9. Klasse eigentlich drankommen, dann versteht das Kleinkind oberflächlich auch schon eine Menge. Weil Kinder entdecken wollen, wie was funktioniert.

Selbst alte Computer-Röhrenmonitore, die heute Schrottwert haben, sind prima einsetzbar, wenn man sie Kindern zum rumschrauben gibt. Man muß sie ja nicht gerade mit Strom herumexperimentieren lassen. Einfach ausrangierte Kästen ohne Netzanschluß hinstellen und die Kinder mal an verregneten Nachmittagen drinnen machen lassen.

Die ersten Jahre in Kindergarten und Grundschule sind die eigentlich prägenden. Hier muß der Grundstein gelegt werden für später. Und wenn Kinder früh begriffen haben, wie elektrische Geräte oder Autos von innen aussehen und wissen wollen, wie sowas nun richtig funktioniert, dann ziehen die auf dem Weg zum Abi auch die richtigen Konsequenzen. Ganz ohne Druck vom Ministerium.
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29.06.2006 16:13 Uhr von Generalstreik
 
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Gut so: Aus persönlichem Erleben kann ich berichten das angehende Studenten oftmals eine mangelhafte Vorbildung mitbringen. Dies gilt auch für sächsische Abiturienten. Anstelle einer zweiten Fremdsprache würde ich im Lehrgebiet Deutsch, eine Vertiefung gerade der des mündlichen sowie schriftlichen Ausdruckes befürworten. Es ist teilweise erstaunlich, wieviele Fehler grammatikalisch und stilistischer Art sich in Studienarbeiten wiederfinden. Eine gezielte Förderung und Schwerpunktsetzung im Fachbereich Deutsch an den Gymnasien ist unerlässlich, hierbei besonders das recherchieren und anfertigen eigener Studienarbeiten.

@cenor_de
Nach dem 6.Semester ist der 17-jährige Abiturient erst 20 und nicht 23. ;-)
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29.06.2006 17:11 Uhr von christianwerner
 
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Mmmmh: @no_trespassing ... Sport ist in Sachsen Pflicht, Religion/Ethik hat´s bei uns aus Mangel an Lehrern nie gegeben und auch in Kunst kann man ´ne Menge Sachen lernen und abfragen. ;-) Ich denke, die geltenden Gesetze sind einfach ausreichend. Mindestens eine Naturwissenschaft ist sowieso Pflicht und um Mathe (& Deutsch & Geschichte) kommt hier beim Abitur auch keiner drumrum. Zumindest ein geringes Allgemeinwissen sollte sich doch schon in den 6 Jahren Physik & Biologie bzw. den 3 Jahren Chemie in der Sekundarstufe I aufbauen.

@Generalstreik ... Dafür bedarf es aber keiner solchen weitreichenden Reform, lediglich einer Änderung im Lehrplan. Mit der ganzen Zeit, in der jetzt in Deutsch uralte Wälzer durchgekaut werden, lässt sich besseres anfangen.
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29.06.2006 17:29 Uhr von Generalstreik
 
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christianwerner: Das hab ich ja auch garnicht behauptet. Sicherlich mag der derzeitige Rahmen ausreichen, dieser sollte dann jedoch auch konsequent genutzt werden.
Allgemeinwissen ist erstrebenswert, bringt jedoch nicht viel wenn der angehende Student nicht in der Lage ist dieses Wissen in Wort und Schrift umzusetzen. Genau daran hapert es jedoch bei Vielen.
Es kann nicht die Aufgabe von Professoren und Dozenten an den Unis sein, den Studenten das Prinzip einer Bibliothek zu erklären oder über den formalen Aufbau von Studienarbeiten zu referieren.
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29.06.2006 17:36 Uhr von Generalstreik
 
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Frechheit von Flath: Im Übrigen halte ich es für eine Frechheit von Herrn Flath von einem Ingenieurmangel in Sachsen zu sprechen. Die Vermittlungsquoten selbst an den sächsischen Berufsakademien, welche doch einen praxisintegriertes Studium anbieten, liegt nicht einmal bei 50%.
Von den FH´s und TU´s will ich garnicht erst reden.

Auch hier gilt: Student=billigste Arbeitskraft --->Arbeitsvertrag nach Diplomabschluß=Fehlanzeige
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29.06.2006 22:11 Uhr von gatito
 
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aber bitte: die neue verschärfung erst, wenn ich mein abitur bestanden habe! ;)
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30.06.2006 02:51 Uhr von Borgir
 
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so ganz: unrecht hat er da nicht. das allgemeinwissen ist zum teil wirklich grausig.
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30.06.2006 10:55 Uhr von christianwerner
 
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Stimmt schon, Borgir :-) aber Allgemeinwissen baut sich doch meiner Meinung nicht primär durch Unterricht auf, den man meist sowieso langweilig findet. Praktische Fächer, wie in den USA, wären optimal, sind wohl aber ein zu hoher Kostenfaktor. Aber es würde sicher schon helfen, wenn alle Schüler gleich in der ersten Stunde die Nachrichten sehen müssten, mit anschließender Diskussion.
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30.06.2006 12:51 Uhr von steto123
 
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Prinzipiell wird zuwenig an Naturwissenschaften: vermittelt.
Es kann nicht angehen, das mein Sohn in die 7. Klasse (Gymnasium) und keine einzige Naturwissenschaft als Hauptfach vermittelt wird (Brandenburg), wobei ich MAthematik nicht als Naturwissenschaft ansehe.Und das naturwissenschaftliche grundverständniss it in einer immer komplexeren Welt mit auch immer mehr Weltanschauungen immens wichtig. Schaut man sich mal wissenschaftlich orientierte Diskussionsgruppen und Foren an, so findet man immer mehr Anhänger absonderlicher Ideen und ich persönlich führe das schon auf eine mangelnde Grundausbildung in der Schule zurück.
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30.06.2006 14:26 Uhr von SSJKamui
 
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Seltsam: Nur dadurch , das man allen Oberstufenschülern vorschreibt, Chemie , Physik und Biologie als Abiturfach zu haben bekommt man doch auch nicht mehr Ingenieure, wenn zu wenig von diesen Schülern Ingenieure werden wollen. Bildung allein reicht nicht , man muss die Leute auch von diesem Job überzeugen! Ausserdem , Ich weiß nicht , ob jeder Ingenieur Biologie braucht, ich kann mir das aber bei jemandem im Bereich Maschinenbau aber schwer vorstellen, wenn er sich nicht mit Bionik beschäftigt.
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02.07.2006 12:42 Uhr von ploep
 
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Finde ich ok: Das Abitur ist viel zu einfach geworden, und kein Ausdruck einer überdurchschnittlichen Schuldbildung mehr..

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