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Akzenta AG: Ermittlungen wegen Wirtschaftsbetrug

Im Verlauf der Ermittlungen gegen die oberbayerische Anlagegesellschaft Akzenta AG wegen des Verdachts des organisierten Betruges wurden von der Staatsanwaltschaft schätzungsweise Wertsachen in Höhe von 500 Millionen Euro in Verwahrung genommen.

Fahnder beschlagnahmten 300 Gemälde, Schmuck, Goldmünzen, Antiquitäten und sechs Luxusautos. In Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich und dem Steuerparadies Monaco wurden von den Fahndern Bankkonten gesperrt und Schließfächer geleert.

Der Aufsichtsratschef und vier Vorstände der Akzenta AG sitzen in Haft. Einer der Vorstände wurde aufgrund einer Haftverschonung wieder auf freien Fuß gesetzt. Laut Mitteilungen von Zeugen sind die Vorstände Mitglieder der Zeugen Jehovas.


WebReporter: Louis70
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Wirtschaft, Ermittlung, Akzent
Quelle: focus.msn.de

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15.06.2006 21:39 Uhr von wspange
 
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Offener Brief an das Nachrichtenmagazin „Focus“ 1. Sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen der Belegschaft der derzeit vorstandslosen Akzenta AG möchte ich sie über eine Reihe von
fachlichen und juristischen Fehlern Ihrer Berichterstattung aufmerksam machen.
Die Mitarbeiter haben mich mit ihrer medialen Vertretung beauftragt, da ich als ehemaliger Präsident
des Arbeitgeberverbandes der finanzdienstleistenden Wirtschaft AfW in Berlin einerseits das
Unternehmen seit mehreren Jahren untersucht habe und andererseits als Lobbyist der
verbraucherorientierten freien Finanzdienstleister im Bereich des Kapitalanlage- und Vermittlerrechtes
in Berlin und Brüssel aktiv war.
Ich möchte Sie auf einen grundlegenden Unterschied zwischen einer Finanzdienstleistung und einer
Umsatzbeteiligung aufmerksam machen: Die von der Akzenta gestaltete Umsatzbeteiligung ist ein
Marketinginstrument und keine Finanzdienstleistung. Eine Reihe sehr namhafter Experten werden
Ihnen die Hintergründe jederzeit beschreiben können. (Recherchen ihrer Redakteure haben offenbar
jedoch nicht bei neutralen Experten stattgefunden. Eine Recherche vor Ort fand wohl trotz Einladung
ebenfalls nicht statt.)
Doch im Einzelnen:
„Im Verfahren wegen des Verdachts des organisierten Betruges gegen Verantwortliche der
oberbayerischen Anlagegesellschaft Akzenta AG hat die Staatsanwaltschaft nach ersten Schätzungen
Vermögenswerte in Höhe von 500 Millionen Euro sichergestellt.“
Dazu stellen wir fest: Akzenta ist keine Anlage- oder Investmentgesellschaft gemäß KAGG. Das hat
die Landeszentralbank Bayern und die Staatsanwaltschaft München II bereits 2002 festgestellt.
(Aktenzeichen 61 Js 6612/00) Gegenstand der Ermittlungen ist deshalb gerade nicht die Akzenta AG
oder deren Geschäftsmodell.
Die Staatsanwaltschaft beherrscht offenbar die oft zitierte „wundersame Geldvermehrung“. Die AG hat
nach geprüften Angaben seit ihrem Bestehen ca. 140 Mio. eingenommen und davon mindestens die
vorgeschriebenen 72 % vom Umsatz (100 Mio. € bis einschließlich 02.2006) nachweislich
ausgeschüttet. Wie für die Staatsanwaltschaft hier aus 40 Mio. € Differenz - von der zudem noch die
Kosten der Gesellschaft und Investitionen von acht Jahren, wozu auch der Bau des
Verwaltungsgebäude mit all seiner Technik und EDV gehören, abzuziehen sind - 500 Mio. werden
können, ist nicht nur Insidern schleierhaft.
„Ermittler fanden nach FOCUS-Informationen 300 Gemälde, Schmuck, Goldmünzen, Antiquitäten und
sechs Luxusautos. In Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich und dem Steuerparadies Monaco
froren die Fahnder Bankverbindungen ein und räumten Schließfächer.“
Der Besitz solcher Sachen ist nicht verboten. Sechs Autos für vier Familien: Das liegt doch im
statistischen Bereich des in Deutschland Normalen. Dass ein erfolgreicher Unternehmer keinen smart
fährt, sei ihm verziehen.
Auch unter den Kunden und Aktivpartner(innen) befinden sich mittlerweile Gutverdiener, welche sich
einen bestimmten Luxus erlauben, was ihnen allen vergönnt sei, ebenso wie auch in anderen
Unternehmen.
Der Vorstandsvorsitzende ist ein bekannter Kunstsammler und hat durch sein Fachwissen den
amerikanischen Popart-Maler James Gill, einen Weggefährten von Andy Warhol, der einzigartige
künstlerische Maltechniken beherrscht, (beispielsweise Malen mit Wasserfarben auf Seidenstoffen)
als Vertragsmaler ausschließlich für die Akzenta AG unter Vertrag genommen. Dies bedeutet
zukünftig, dass auch die Verkäufe dieser Gemälde wieder dem Umsatz der Akzenta AG zufließen und
damit auch zur „nachhaltigen Ausschüttung“ an die Vertragspartner der Akzenta AG beitragen,
ebenso wie auch andere Beteiligungen.
„Die Staatsanwaltschaft München II nahm mittlerweile insgesamt vier Vorstände und den
Aufsichtsratschef der Akzenta AG fest. Ein Vorstand wurde im Zuge einer Haftverschonung
freigelassen.“
Das stimmt nicht. Es handelt sich um drei Vorstände der AG und den Sohn des
Vorstandsvorsitzenden Christian C. In welcher Funktion diesem etwas vorgeworfen wird, entzieht sich
unserer Kenntnis. Jedoch wird den vier als Personen vorgeworfen, die Akzenta AG und ihre Kunden
geschädigt zu haben. Was daran ist, wird die Staatsanwaltschaft feststellen. Der Staatsanwalt stellt
sich also schützend vor das Akzenta-Modell und will eventuell Benachteiligten helfen. Das sollte
unsere volle Unterstützung finden. Die Belegschaft hat deshalb jedermann öffentlich aufgerufen, sich
der Staatsanwaltschaft als Zeuge zur Verfügung zu stellen.
Nach Zeugenaussagen gehören die Vorstände zur Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas, in
deren Reihen sie erste Kunden akquiriert haben sollen.

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15.06.2006 21:41 Uhr von wspange
 
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Offener Brief an das Nachrichtenmagazin „Focus“ 2. Man könnte lachen, wenn es nicht so ernst wäre. Dass Glaubensbekenntnisse jedweder Art zum
Ermittlungsgegenstand werden, ruft böse Erinnerungen wach. Wir wollen hoffen, dass dem nicht so
ist. Was religiöser Glaube mit dem Geschäft zu tun haben kann, ist gleichfalls rätselhaft. Als
langjähriger bekanntermaßen konfessionsloser Kenner des Unternehmens bin ich bis heute nicht auf
die Idee gekommen, einen der Vorstände oder Mitarbeiter nach seinem Glauben zu fragen. Fragen
Sie so was in der Redaktion? Mitarbeiter oder Kunden, die von sonntäglichen Bekehrungsversuchen
an der Haustür berichten, sind hier jedenfalls nicht bekannt.
Mittlerweile haben sich 85 Betroffene bei der Justiz gemeldet. Akzenta weist Vorwürfe von Betrug und
Untreue entschieden zurück.
Wir sind für Klarheit und Wahrheit. Bei den 85 „Betroffenen“ handelt es sich nach unseren
Erhebungen auch um zahlreiche Entlastungszeugen oder Beschwerdeführer gegen die
Staatsanwaltschaft, da die bisher immer regelmäßigen Auszahlungen der Akzenta nun nicht
ausgeführt werden. Die Zahl derer, die erst durch die Intervention der Staatsanwaltschaft II in
München durch blockierte (aber mögliche!) Auszahlungen zu Geschädigten werden, wird sich in den
nächsten Tagen noch deutlich erhöhen. Viele Kunden haben nach eigenem Bekunden bereits
Strafanzeige gegen Unbekannt wegen der Verhinderung der laufenden Auszahlungen und eben
gerade nicht gegen Akzenta gestellt, der bescheinigt wird, pünktlich auszuzahlen. In der letzten
Kalenderwoche haben sich 812 Kunden bei Akzenta gemeldet. Darunter war niemand, der seine
abgerechnete Ausschüttung nicht erhalten hätte. 809 Kunden bekundeten ihre Zufriedenheit mit der
Akzenta, 3 Anrufer waren schadenfroh, jedoch keine Geschädigten.
Am vergangenen Donnerstag vor der Pressekonferenz und nach dem anschließenden Kunden- und
Partnertreffen suchte in Rosenheim ein Anwalt auf der Strasse (!) verzweifelt nach „Geschädigten“.
Vergebens.
Noch einmal zur Klarstellung. Es handelt sich beim Kundenbindungsinstrument Umsatzbeteiligung
juristisch (behördlich bestätigt) nicht um eine Finanzdienstleistung. Es gibt keine Kapitalanlage. Es gibt
demzufolge auch keine geschädigten Kapitalanleger. Ein Irrtum wird nicht dadurch wahr, dass er
hundertfach öffentlich oder zweimal staatlich wiederholt wird.
Wir wissen: Der Begriff Umsatzbeteiligung kann zu Missverständnissen führen. Aber das kann der
begriff Reitbeteiligung bei Pferdeliebhabern auch. Doch niemand würde dem Besitzer eines Gestütes
edler Vollblüter oder eines Reiterhofes Kapitalanlagebetrug vorwerfen, weil er einen Mercedes fährt
oder Bilder sammelt.
Im Namen der Belegschaft der Akzenta AG
i. A. Alexander Pohle
Berlin

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