13.06.06 09:18 Uhr
 2.812
 

Die Zukunft liegt hinter uns: Das Zeitkonzept der Aymara

Die Aymara in Chile sehen die Zeit etwas anders als üblich: Für sie liegt die Zukunft hinter ihnen und die Vergangenheit vor ihnen. So gehört zum Gespräch über die Vergangenheit eine Geste nach vorne, während die Zukunft "hinter dem Rücken" liegt.

Warum die Aymara die Zeit völlig anders wahrnehmen als alle anderen untersuchten Völker, ist noch nicht klar. Möglicherweise liegt es daran, dass die Aymara der Tatsache, ob der Redner das Ereignis selbst gesehen hat, sehr große Bedeutung beimessen.

Rafael Núñez und Eve Sweetser untersuchten 20 Stunden aufgezeichneter Gespräche und stellten dabei auch fest, dass diese spezielle Zeitsicht wohl vom Aussterben bedroht ist. Jüngere Aymara, die zweisprachig aufwuchsen, gestikulierten ganz normal.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: Razia
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Zukunft
Quelle: www.wissenschaft.de

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Invasion der Roten Amerikanischen Sumpfkrebse in Berlin
Zirkulierendes Tumor-Erbgut ermöglicht Krebsfrüherkennung
Dubai entsalzt Millionen Liter Trinkwasser täglich aus dem Persischen Golf

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

12 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
13.06.2006 08:32 Uhr von Razia
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Wenn man es sicht überlegt, macht das ja schon Sinn. Die Vergangenheit, also das, was ich schon miterlebt habe, liegt vor mir, ich kann es also sehen. Die Zukunft, die liegt hinter mir, darüber kann ich noch nichts Genaues sagen.
Spannend, dass es noch so große Unterschiede zu entdecken gibt!
Kommentar ansehen
13.06.2006 10:04 Uhr von rolf.w
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@Razia: Also der Logik Deines Kommentars kann ich nicht folgen. Wie kann etwas, dass Du bereits erlebt hast, noch vor Dir liegen? Dir kann der Bericht über etwas Vergangenem vorliegen, das Ereignis an sich liegt aber auf der Zeitskala hinter Dir.
Die Zukunft kann auch nicht hinter Dir liegen. Dies nicht nur auf einer Zeitskala, sondern auch im reellem Leben. Nur mit einer Kristallkugel weisst Du vorher, was in der Zukunft passiert.:-) Was hinter Dir liegt, das weisst Du auch ohne Kugel.
Kommentar ansehen
13.06.2006 10:10 Uhr von Razia
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
logik: Ich finde das schon logisch. Das, was ich sehen kann, also das, was notwendigerweise vorbei ist, das liegt vor mir.
Was ich nicht sehen kann, also die Zukunft, die liegt hinter mir, denn was hinter mir ist, das kann ich nicht sehen.
So verstehe ich deren Zeitanordnung.
Kommentar ansehen
13.06.2006 10:21 Uhr von SamuelTee
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@rolf.w: denk mal eher räumlich als zeitlich. Wenn etwas "vor mir liegt" (im räumlichen Sinne) kann ich es sehen und es ist mir bekannt.
Das was hinter mir liegt, ist für mich unsichtbar (oder hast du am Hinterkopf Augen ;-)
Kommentar ansehen
13.06.2006 10:27 Uhr von la_iguana
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
"Hinter dem Rücken"? Die Mitglieder der Aymara-Gruppe (in Bolivien und Peru leben auch Aymara) zeigen sehr wahrscheinlich nach hinten um auszudrücken was kommt und nach vorne um zu sagen was vorbei ist.

Das mit "hinter dem Rücken" fand ich so in der news nicht.
Kommentar ansehen
13.06.2006 10:31 Uhr von Razia
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
hinter dem rücken: Eine Bewegung der Hand nach hinten interpretiere ich mal ziemlich eindeutig als "hinter dem Rücken". Oder wo sonst?
Kommentar ansehen
13.06.2006 11:53 Uhr von mutanto
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
die Scheibenwelt ., läßt grüssen !

die stein trolle sehen die zeit genauso. begründung: die vergangenheit kann man "sehen", also muss sie vor einem sein...

(nachzulesen in einem der ersten scheibenwelt romane :-) )

Kommentar ansehen
13.06.2006 12:37 Uhr von DerFrischi
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
wenn man das so sieht hat es schon eine gewisse Logik. Aber wie verstehen die dann das Verhältnis Ursache-Wirkung? So Zeits-Spielereien machen mich ein wenig kirre im Kopf, aber müsste bei denen das nicht dann umgekehrt wie bei uns sein?
Kommentar ansehen
13.06.2006 15:43 Uhr von Zuckerfrei
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Ansichtssache halt: Die einen lesen von links nach rechts die anderen andersrum. Ich z.B. lese gern Mangas die man halt auch von rechts liest - incl. blättern. Dafür gucken einen auch immer alle an, als wäre man bescheuert nur weil es nicht ihrer Gewohnheit entspricht.

Das mit der Zeit ist genauso. Ich denke unsere Interpretation kommt so aus der Richtung wie man geht. Da man ja im allg. vorwärts läuft ist vorn das wo man noch seien wird (Zukunft) und das hinter uns das, wo man herkommt. Wenn man das als Sehen interpretriert ist vorn das Erlebte, selbst gesehene und hinten das unbekannte/zukünftige o.ä. In dem Sinne würde ich sagen das beide Ansichten gleichberechtigt sind.

BTW bin ich aber der Meinung sowas schon mal gehört zu haben und das nicht aus irgendeinem Roman.
Kommentar ansehen
13.06.2006 19:17 Uhr von ThomasHambrecht
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
Das Ganze ist trotzdem nicht unlogisch wenn ich die Gegenwart als die aktuelle Aktion anschaue, dann geht von ihr aus die Vergangenheit und die Zukunft.
Es gibt durchaus Wissenschaftler, die andenken, dass die Vergangenheit wie die Zukunft aus der Gegenwart entsteht. Also es mögliche paralle alternative Vergangenheiten gibt, die aus dem Moment der Gegenwart (scheinbar rückwärts) entstehen.
Das heisst die Vergangenheit wäre beeinflussbar wie die Zukunft. Wirkung vor Ursache.
Kommentar ansehen
13.06.2006 19:49 Uhr von FirstBorg
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
@ThomasHambrecht: Die Gegenwardt ist quasi Vergangenheit + 1.
Die Vergangenheit folgt nicht aus der Gegenwardt. vielleicht bei irgendwelchen... "philosophen", aber nicht in der realität, denn wenn es so wäre, wäre die gesamte Physik fürn Arsch.
Demzufolge kann man die Vergangenheit nicht aus der Gegenwardt aus ändern, sondern nur die Zukunft lässt sich von hier aus ändern.

und was die Aymara angeht.. dann definieren die halt Vergangenheit und Zukunft anders als wir... who cares :)
Ich kann ja auch eine neue Kultur gründen und links als grün, zukunft als lecker und vergangenheit als schlecht definieren...
macht dann in meiner "kultur" genau so viel sinn, wenn man es "übersetzt" hat, wie in jeder anderen kultur.
Kommentar ansehen
17.06.2006 23:57 Uhr von FleurMia
 
+0 | -0
 
ANZEIGEN
rein mathematisch sollten wir ja eigentlich auch den gleichen Zugang zur Zukunft wie zur vergangenheit haben...

Refresh |<-- <-   1-12/12   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


Copyright ©1999-2017 ShortNews GmbH & Co. KG

Die News auf dieser Website werden eigenverantwortlich von Nutzern erstellt. Die Shortnews GmbH & Co. KG nimmt keinen redaktionellen Einfluss auf die Inhalte.

impressum | agb | archiv | usenet | zur mobilen Ansicht
SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

England: Feuerwehrleute retten bei Brand Ferkel und landen dann auf ihrem Grill
Australien: Wegen Inzest darf Straße nicht wie "Game of Thrones"-Figuren heißen
Fußball: Bayern-Präsident Uli Hoeneß über Douglas Costa - "Ziemlicher Söldner"


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?