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Reichenau: Erstes vollständiges mittelalterliches Mönchsskelett ausgegraben

Archäologen der Denkmalpflege stießen bei Ausgrabungsarbeiten nahe Münster in Mittelzell auf der Insel Reichenau auf einen besonderen Fund. Als erstes kam eine etwa 1.000 Jahre alte Mörtelmischgrube ans Licht.

Gleich daneben fanden sie zwei Skelette, wovon bereits eines geborgen wurde. Es könnte mindestens 500 Jahre, aber auch älter sein. Eventuell ist es das Skelett eines Mönchs, der in der Zeit lebte, als das Kloster Reichenau in seiner Blüte stand.

Eventuell handelte es sich auch um eine bedeutende Persönlichkeit. Später wurden diese direkt in Münster beigesetzt. Das geborgene Skelett ist bereits in Freiburg, um genaueres zu erfahren. An der anderen Fundstelle ist bisher nur der Schädel sichtbar.


WebReporter: Thothema
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Reich
Quelle: www.tagblatt.ch

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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03.06.2006 16:29 Uhr von Thothema
 
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Ein sehr schöner Fund. Mich wundert es fast, dass es das erste gewesen ist. Seit Jahrhunderten waren Mönche auf der Reichenau. Über die Person etwas herauszubekommen, scheint mir schwer zu sein. Es fehlen ja Grabbeigaben, die bei Christen nicht üblich waren.
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03.06.2006 16:51 Uhr von ciaoextra
 
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Grabbeigaben: sind aber bei Mönche, Nonnen usw. aber sehr untypisch: das Gebot der Armut bzw. Besitzlosigkeit sieht auch vor, daß man auf seiner letzten Reise keine irdischen Habseligkeiten mitnimmt.
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03.06.2006 17:11 Uhr von Thothema
 
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@ciaoextra: ab der Christianisierung im Frümittelalter wurde die Sitte, den Toten Beigaben mit ins Grab zu legen, spärlicher und hörte dann ganz auf. Nicht nur bei Mönchen. Bei uns im Museum kann man das schön sehen weil unsere Gegend sehr früh christanisiert wurde. Anfangs waren noch christliche Symbole wie Goldblattkreuze üblich und dann gar nichts mehr. "Die Seele braucht eben nichts", sage ich etwas flapsig in manchen Führungsgesprächen im Museum. ;-)
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03.06.2006 17:26 Uhr von ciaoextra
 
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das: letzte Hemd hat keine Taschen, sagt man hier. :o)
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03.06.2006 22:49 Uhr von Artemis500
 
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Ein Glück dass Deutschland nicht immer christlich war kann man aus archäologischer Sicht nur sagen.;-)

Aber warum buddelt man Mönche aus?

Wie Menschen im Mittelalter lebten wissen wir doch auch aus schriftlichen Quellen, und da das letzte Hemd keine Taschen hat wird man auch nix über die Identität der Toten rausfinden.
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05.07.2006 20:33 Uhr von Archäologe
 
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Mönchsbestattungen: Die Diskussion, die hier um Grabbeigaben läuft, ist insgesamt zwar sehr nett, aber etwas fehlgeleitet. Man gräbt nicht nach Beigaben, jedes Grab, ob christlich oder vorchristlich, ob mit Beigaben oder ohne stellt einen wissenschaftlich verwertbaren Fund dar. Jeder "Mönch" auf der Reichenau bringt eben so viel oder wenig wie jede weitere Waffengarnitur aus einem Grab der älteren Merowingerzeit. Die Bewertung eines Grabes über den Faktor "Beigabe" ist unangebracht. Eines jedoch ist richtig - man braucht bei besagten Gräbern auf der Reichenau nicht auf diese Sitte zu spekulieren.
Weshalb wir die Gräber dort ausgraben - um auf die ursprüngliche Frage zu antworten - ist ganz simpel (und trifft leider auch auf die meisten anderen Ausgrabungen der Denkmalpflege zu): Sie würden ansonsten überbaut werden. Wir arbeiten dort an der Dokumentation eines Gräberfeldes, das es ohne unsere Arbeiten für die Forschung gar nicht gäbe - und das, würden wir es nicht ergraben - in ein paar Wochen für immer verloren und nicht mehr nachvollziehbar wäre.
Was der Artikel verschweigt (wie der seither erschienene zweite Bericht zum Thema auch) ist, daß wir zwar vorrangig nach den "Mönchen" graben, jedoch keineswegs Funde und Befunde anderer Zeitstellung geringschätzen. So konnten wir im Zuge der Gräberdokumentation (der derzeitige Stand der Dinge umfasst übrigens 12 Gräber, nicht mehr nur zwei) auch einiges an Keramik der Urnenfelderzeit erfassen, was eine bereits früher vermutete Besiedlung der Reichenau in dieser vorgeschichtlichen Periode belegt. Ein weiterer Befund ist eine etwa einen Meter mächtige massive Aufschüttung aus mittelalterlicher Zeit, mit der man das damalige Höhenniveau der Insel grundlegend änderte und sich so vor dem Wasser schützte.
So, ich denke, das genügt für´s erste, um ein wenig archäologische Klarheit in die Diskussion zu bringen.

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