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Düsseldorf: 1. Klasse der Bahn nicht für Schwerbehinderte

Gerd Poltorak hatte ein Zusatzticket zu seinem Ticket 2000 gelöst, um in der 1. Klasse fahren zu dürfen. Letzten Montag verwies ihn eine Zugbegleiterin aus der 1. Klasse, mit den Worten, "das Zusatzticket gelte nicht für Schwerbehinderte."

Dies wäre für den 53-jährigen auch kein Problem, aber in den überfüllten Waggons der 2. Klasse hatte er immer Luftnot, da er nach einer Krebserkrankung den Kehlkopf und die Stimmbänder verloren hatte. Er hat darum auch einen Schwerbehindertenausweis.

Dieser ermöglicht ihm die 2. Klasse kostenlos zu nutzen. Es gab auch nie Problem mit anderen Zugbegleitern wegen des Zusatztickets. Auch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist verwundert: "Man sagte mir, die Regelung sei relativ neu," so der Schwerbehinderte.


WebReporter: ringella
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Düsseldorf, Bahn, Klasse
Quelle: www.express.de
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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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29.05.2006 15:12 Uhr von HHAG
 
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tja: Bevor alle jetzt auf die Bahn eindreschen: die kostenlose Beförderung von Schwerbehinderten ist eine Sozialleistung, die - wie alle Sozialleistungen - lediglich die Grundversorgung rechtfertigen soll und keinen "Luxus" bzw. "Komfort" bietet. Deshalb nur 2. statt 1. Klasse.

Dass man kein Zusatzticket für die 1. Klasse mehr lösen kann ist anscheinend auf eine Lücke im Tarifsystem zurückzuführen, wie man der Quelle entnehmen kann. Fest steht, dass irgendeine einheitliche Regelung gefunden werden muss, die auch anderen Schwerbehinderten gegenüber gerecht ist, und man den Mann nicht "einfach so" mitnehmen kann.
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29.05.2006 15:48 Uhr von mondwolke
 
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@ HHAG: Der Hr. Poltorak (richtig geschrieben?) hat aber keinen Gebrauch von der "Sozialleistung", der kostenlosen Personenbeförderung, gemacht, sodnern war im Besitz eines Ticket2000 und hat sich dazu ein Zusatzticket gekauft, in sofern war die "Abweisung" der Dame total unbegründet und da kannst du sagen was du willst, sie hat Mist gebaut!

Dass er die Gratisleistung nicht mit einem Zusatztickets erweitern kann ist klar, aber da er ja ein Ticket2000 hatte war er im Recht und da kann die Bahn mit "wer-weiß-was" für Regelungen kommen, denn sie IST UND BLEIBT im Unrecht!
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29.05.2006 18:40 Uhr von hwidera
 
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@ hhag: schließlich hat der Herr ja einen Zuschlag für die 1. Klasse gelöst. Was also hat dies mit Sozialleistungen der DB, welche nur die Grundbedürfnisse abdecken soll, zu tun?
Wie bei den meisten großen Monopolisten und Quasi-Monopolisten in Deutschland (z.B. auch Telekom) ist das Verhalten den Kunden gegenüber unter aller Sau und hat mich dem ständig in den Mund genommenen Begriff "Service" meist überhaupt nichts mehr zu tun.

Etwas Toleranz vor Allem auch gegenüber Schwerbehinderten sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber wenn man aufgrund von stundenlangen Verspätungen einen Anschluß oder andere wichtige Termine versäumt, wird man im besten Fall und wenn überhaupt mit einer Entschuldigung stillgestellt.
Interessieren würde mich, ob der Herr wenigstens den Preis für seinen 1.Klasse-Zuschlag zurückerstattet bekam. (Wäre ja wohl das Mindeste!)
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29.05.2006 18:54 Uhr von HHAG
 
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> sodnern war im Besitz eines Ticket2000 und hat sich
> dazu ein Zusatzticket gekauft,

Laut Quelle hat er kein Ticket2000. Am Ende des Artikels steht ja, dass ihm aufgrund seiner Bedürftigkeit sogar das Geld für ein "BärenTicket" (was immer das ist...) fehlt.

Im Übrigen dürfte das innerhalb des Verbundes *nicht* Sache der DB, sondern allein im Entscheidungsbereich des Verkehrsverbundes liegen (VRR).

Die Beschwerden müssten also an den VRR gehen.
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29.05.2006 22:40 Uhr von Reizhirn
 
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fördere das, was du haben willst ich finde sowas schlimm. wenn der dafür seine öcken zusammenrafft, dann hat er auch den anspruch darauf. und wenn die basis bereits bezahlt ist, wegen schwerbehinderten ausweises... so und dann noch die degradierung... warum soll ein mensch mit schwerer behinderung nicht erster klasse fahren können... ok, ich kenne da die benutzungsregeln für den sb-ausweis nicht so genau...

also das wird bestimmt noch schlimmer, wenn die bahn erstmal eine aktiengesellschaft ist.

noch gehören ja die streckennetzeund so uns, dem volke, verwaltet durch die deutsche bahn. da unser unsere leute in der politik daraus unbedingt eine private schiene machen wollen, sich aber so eine risiege immobilie, also rein logisch und rechnerisch nicht als aktiengesellschaft eignet, weil sie eben keine prozentual zum volumen passende redite abwirft, wird ein großteil der neuen streckenausbauten nicht zum realpreis sondern gratis dazu verschenkt. dafür bekommen wir natürlich auch was: wir müssen mit unseren steuern keine bahn mehr bezahlen... hahaha... viele müssen ja trotzdem damit rumdüsen.
und in einigen jahren merkt man, dass das streckennetz nur noch die rentablen ecken deutschlands versorgt, sich an die normale bevölkerung in den randgebieten keiner kümmert. und dann müssen wir die bahn zum realpreis zurückkaufen... und wieder ist viel geld von uns in die taschen irgendwelcher aktionärsgesellschaftern geflossen, die sich daran gesundprofitiert haben und wir haben wieder ein loch mehr...

und wenn ich sowas hier lese, dann kriege ich ´nen dicken hals. wir zerkloppen gerade das mühsam aufgebaute solidarische betriebssystem unseres staates, durch irgendwelche dusseligen, kurzsichtigen treiberinstallationen die unsauber programmiert sind. ganz zu schweigen von nachhaltigem wirtschaften.
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01.06.2006 17:25 Uhr von Artemis500
 
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Dass jemand der gerade wegen seiner Behinderung in der ersten Klasse fahren muss das nicht darf...das ist ja total verrückt.

Besonders, da er ja für die erste Klasse bezahlt hat, und somit eh ein Recht drauf hat.

Darüber ob es sinnvoll ist, dass Behinderte gratis Bahn fahren dürfen lässt sich streiten...
Vielleicht wäre es besser, wenn sie genauso behandelt würden wie alle anderen auch, und somit auch erster Klasse fahren dürften wenn sie dafür bezahlt hätten.



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