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Mehr als die Hälfte aller deutschen Unternehmen bildet nicht aus

Arbeitsminister Franz Müntefering bezeichnete die Anzahl an Lehrstellen in diesem Jahr als "in der Tat dramatisch niedrig im Vergleich mit den Vorjahren". Bis Ende April waren noch 371.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz -15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Müntefering fordert, dass die Betriebe "endlich" reagieren müssen. Schließlich bräuchten die Unternehmen in Zukunft Facharbeiter und diese müssten jetzt ausgebildet werden. "Da muss mehr Druck in den Kessel", so der Arbeitsminister.

Insgesamt wurden bis Ende April 335.000 Lehrstellen angeboten, das sind 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr. 155.300 davon waren noch nicht besetzt. "Über die Hälfte der Betriebe in Deutschland bildet nicht aus. Das finde ich unglaublich," so Müntefering.


WebReporter: black cybercat
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Deutsch, Unternehmen
Quelle: www.tagesschau.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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28.05.2006 15:22 Uhr von 666leslie666
 
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Na super: Und da kommt die Forderung von Glos

Lehrlingsgehälter runter grade richtig.

SPD und CDU Hand in Hand

bin kotzen

Armes Deutschland

Mfg jp
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28.05.2006 15:45 Uhr von stellung69
 
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Ja, ist doch klar: Die Lehrlingsgehälter sind viiieeel zu hoch! (Heute noch bei ssn gelesen.....)
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28.05.2006 15:52 Uhr von vst
 
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klasse: wenn es gegen die kleinen geht schafft es die politik und die wirtschaft hand in hand zu arbeiten.

wenn es aber darum geht mal was sinnvolles auf die beine zu stellen sind die ...... nicht in der lage dazu.

ich habe dieses gesocks so satt.
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28.05.2006 18:05 Uhr von swald
 
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unkalr: Aus der Quelle:
"Nach einer Erhebung der Bundesagentur für Arbeit waren Ende April bei den Arbeitsämtern noch 371.000 Jugendliche als unversorgt registriert."

Handelt es sich dabei um Jugendliche die in diesem Sommer von der Schule abgehen oder ist in der Zahl schon der Überhang der letzten Jahre enthalten.

Man sollte bei deisen Zahlen bedenken, dass ca. 100000 ohne Abschluss die Schule verlassen und eine ähnlich große Zahl einen Abschluss haben der nichts wert ist (40 Fehltage, 5er in den Kopfnoten...).
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28.05.2006 21:20 Uhr von IT-B@SICS
 
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Der machts sich einfach Um in D. ausbilden zu dürfen, muss man einen Berechtigungsschein machen, der das Ausbilden von Lehrlingen erlaubt. Kostet viel Geld. Der Lehrling kostet zusätzlich Geld. Viele kleinere Unternehmen können sich das bei der momentanen wirtschaftlichen Situation nicht leisten. Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen würden, gäbs auch viel mehr Betriebe die ausbilden KÖNNEN.

Dazu kommt noch, dass viele Schüler keinen oder einen unzureichenden Schulabschluss haben, sei es durch Faulkeit oder Perspektivlosigkeit. Welcher Betrieb stellt schon einen Lehrling ein, der faul oder "nicht so richtig" gebildet ist?
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28.05.2006 21:35 Uhr von Qwik-E-Markt
 
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swald: Gut, dann soll die Regierung Maßnahmen schaffen die die Qualifikationen aufbaut.
Neue Arbeitsplätze sind eine Illusion.
Zur Zeit werden sie durch Technologie, Bürokratie und Idiotie zerstört, doch das ist egal.
Wenn nicht früher dann später.
Es gibt nur einen Ausweg: Freiberufler, der Trend in den Unternehmen geht dahin für neue Projekte NUR neue Mitarbeiter zu rekrutieren. (Vorallem natürlich in IT, Controlling, Beratung etc).
Ein weiteres Feld ist die Wissenschaft, noch vor 1 1/2 Jahren schrieb ich ein Memo an mich das es doch cool wäre wenn Privatleute ihre Ideen über eine Internetseite an Unternehmen verkaufen können.
Zu fairen Konditionen. Win-Win.
Vor nem viertel Jahr las ich bei SSN das eben so eine Firma Rekordumsätze macht.
Da ist Potential drin, und wir können es alle nutzen:
wir krempeln einfach das komplette politische System auf Bildung um.
Los gehts Politiker!
Das witzige ist: Niemand wird SIE(die Politiker) verurteilen zu kurzsichtig gewesen zu sein.
Doch das ist eine andere Geschichte.
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28.05.2006 21:58 Uhr von ChristianWagner
 
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Ich finde die Politik von Rot/Schwarz unglaublich: Vor allem Angela "Ich bin jetzt endlich Kanzlerin" Merkel ist für mich eine der unfähigsten Personen der deutschen Geschichte.
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28.05.2006 23:37 Uhr von «azero»
 
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Vorsicht, Leute. Es ist reines Schwarz/Weiß-Denken, wenn man einfach die Schuld bei Einzelnen sucht.

ad eins
Tatsache ist, dass unsere Neoliberalen einen Befreiungsschlag für die Wirtschaft fordern. Dazu gehört auch, dass Betriebe sich aussuchen, ob sie ausbilden wollen oder nicht. Vorschreiben kann man es nur in einer staatlich kontrollierten Wirtschaft. Das "Nicht-Ausbilden" ist also ein von der technischen Entwicklung und den aktuellen "Reformen" in Deutschland bedingter Zustand, der in Zukunft noch weit ausgeprägter werden wird.

ad zwei
Der zweite wesentliche Punkt ist das sogenannte "Duale System", dessen Versagen bereits eingebaut ist. Es zeugt nicht gerade von großer Weitsicht, einerseits die Ausbildungsinhalte staatlich reglementieren zu wollen und andererseits die Kosten dafür den Betrieben zu überlassen. Jedes für sich ist durchaus interessant, die Mischung ist aber hochbrisant. Die Folge daraus ist, dass die "überbetriebliche Ausbildung" in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat. (Eine Ausbildungsvariante, die praktisch alle Nachteile in sich vereint.)

ad drei
Last but not least wäre dann da noch das Bildungssystem.

Obwohl meine Firma durchaus bereit wäre auszubilden, kann ich die Geschäftsführung absolut verstehen, wenn man sich mit Händen und Füßen gegen die Bewerber wehrt und sich schlicht weigert, sich auf dieses Risikospiel einzulassen.
Nehmen wir zur Begründung einfach ein Beispiel aus der Mathe-Prüfung Realschulabschluss 2005:

Aufgabe: 4,5/0,5
Aufgabe: 20²
Aufgabe: Wieviel Prozent sind 400 m von 4 km?
Aufgabe: Wandeln Sie die Größen so um, dass kein Komma in der Maßzahl verwendet werden muss: 1,3 km und 0,75 kg

(Hierbei handelt es sich nicht um einen Scherz, sondern um die Aufgaben 1 (a) und (c) sowie die Aufgaben 3 und 4 der Mathe-Abschlussprüfung 10.Klasse! Nachzulesen unter http://www.uni-rostock.de/... , pdf-Dokument)

Wer Menschen mit so einem Bildungsniveau auf die Welt loslässt, muss sich nicht wundern, wenn die Sache vor den Baum läuft, sollte man meinen.

Handytarife, Klingeltöne und Klamottenmarken kennen die Kids besser als Naturwissenschaften und/oder ihre eigene Sprache. ... Was willst du mit solchen Deppen anfangen? Die kannst du bestenfalls zum Hof fegen oder als Bürobote verwenden.

Schlussfolgert man von diesem Bildungsniveau nach unten auf die Hauptschule und nach oben auf das Abitur, wird einem nur noch übel...

Diese Form der "Jugendarbeitslosigkeit" ist also ein gesamtgesellschaftliches Problem. Weder "die Politiker", noch "die Unternehmen" sind allein daran Schuld. Wir sind es, die versagen --- wir alle!


Glosse: Zu diesem Thema habe ich mal eine Frage.
Angesichts der Tatsache, dass über 300.000 Kinder nicht einmal einen Ausbildungsplatz bekommen (von Arbeit rede ich gar nicht erst), wie kann man da von "Deutschland hat zu wenig Kinder!" reden, ohne geifernde Menschenverachtung im Blick zu haben?!
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28.05.2006 23:37 Uhr von «azero»
 
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Du hast das Problem erkannt, IT-B@SICS. > Um in D. ausbilden zu dürfen, muss man
> einen Berechtigungsschein machen, der das
> Ausbilden von Lehrlingen erlaubt.
> Kostet viel Geld.
IT-B@SICS

Naja, sooooo teuer ist das auch nicht. ;)
Man muss lt. Gesetz lediglich die Kompetenzen und Mittel (vgl. BBiG §27) sowie die "persönliche Eignung" (vgl BBiG §28) zur Ausbildung nachweisen. Das kostet den Betrieb - theoretisch - nix.

Darüber hinaus muss er - zumindest bis 2008 - keine weiteren Bedingungen erfüllen. Ab 2009 gilt (voraussichtlich) wieder die alte Regelung, dass der Ausbildungsbetrieb zertifizierte (lies: Nachweis der fachlichen Eignung) Ausbilder (Kosten der Zertifizierung = rund 600 Euro; Minimalkosten = etwa 100 Euro für den Eignungsnachweis), mindestens aber einen im ganzen Betrieb oder Zusammenschluss, halten muss. Die alte Umgehung eines "Leihvertrages" ist bisher nicht umgestoßen worden, so dass mehrere Betriebe sich auch diese Kosten durchaus teilen können.

> Der Lehrling kostet zusätzlich Geld. Viele
> kleinere Unternehmen können sich das bei der
> momentanen wirtschaftlichen Situation nicht
> leisten.
IT-B@SICS

Hier versteckst du elegant das gleiche Problem, das die letzten Bundesregierungen dem Wahlvieh so treffend in den Mund gelegt haben: Arbeitsplätze schaffen.

DAS ist das Kernproblem schlechthin, denn Ausbilden lohnt sich nur, wenn die Firma perspektivisch Personal heranziehen kann, das die Unternehmensbedingungen quasi "von klein auf" kennt. Listigerweise brauchen die meisten Betriebe aber gar nicht so viel Nachwuchs. Und - noch schlimmer - häufig bilden sie sich ein (oder wissen es tatsächlich nicht), diesen Bedarf nicht bestimmen zu können.

Die Folge: Risikovermeidung.
Auch eine Folge der Reformen und der - trotzdem oder gerade deswegen - anhaltenden Konjunkturschwäche in diesem Land.

Und da Arbeitsplätze nicht "geschaffen" werden können, ist auch "Ausbildung" nicht mehr notwendig. Jedenfalls nicht für alle. Und zukünftig immer weniger. Zwei verschiedene Auswirkungen desselben Problems. ;)

Aber habt ihr das nicht gewollt? Ist nicht "Liberalisierung der Wirtschaft" der aktuelle Tenor, der so laut ist, dass er sogar die Vernunft übertönt?
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29.05.2006 23:26 Uhr von md2003
 
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LEIDER! die Jugendlichen leben halt in einer perspektivlosen Welt! Und das kann doch nicht gut sein! Da müsste man endlich mal Abhilfe schaffen!
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30.05.2006 07:41 Uhr von zenon
 
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Warum nicht: diejenigen bestrafen, die keine Jugendlichen ausbilden wollen. Spätestens wenn diese Betriebe wachsen brauchen sie gut ausgebildetes Fachpersonal...

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